Menü schließen




19.01.2022 | 21:30

Valneva, XPhyto, BioNTech – Das ist der Durchbruch

  • Corona
  • Biotechnologie
Bildquelle: pixabay.com

Eine Berg- und Talfahrt erleben aktuell die Aktien der Impfstoffhersteller. Während die auf der mRNA-Technologie basierenden Vakzine von BioNTech und Pfizer sowie Moderna weiter ihre unglaubliche Börsenbewertung abbauen, legte Valneva, der Hersteller eines Totimpfstoffes, ein fulminantes Comeback aufs Börsenparkett. Die Gründe für die gute Stimmung waren positive Daten in Bezug auf die Neutralisation der Omikron-Variante, was die Aktie nachbörslich um mehr als 30% nach oben bugsierte.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851 , XPHYTO THERAPEUTICS | CA98421R1055 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

Inhaltsverzeichnis:


    Valneva – Schlag auf Schlag

    Noch am Nachmittag war der französisch-österreichische Impfstoffhersteller Valneva um Schadensbegrenzung bemüht, da der Aktienkurs des Unternehmens seit Jahresanfang rund 50% bis auf das Tief bei 12,68 EUR einbrach. „Der Prozess schreitet wie geplant voran und wir sehen derzeit keinen Grund, unsere zuvor kommunizierte Prognose einer möglichen ersten EMA-Zulassung im ersten Quartal in Frage zu stellen", erklärte das Unternehmen am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.

    Jedoch kam kurze Zeit später die erlösende Meldung, die einen Meilenstein in der noch jungen Geschichte des Unternehmens darstellt. Vorläufige Laborstudien zeigen, dass drei Dosen des inaktivierten COVID-19-Impfstoffkandidaten VLA2001 von Valneva eine Neutralisierung der Omicron-Variante (B.1.1.529 Linie) bewirken, hieß es in einer Unternehmensmeldung. 100% der getesteten Serumproben wiesen neutralisierende Antikörper gegen das Ur-Virus und die Delta-Variante auf, 87% gegen die Omikron-Variante.

    Dr. Juan Carlos Jaramillo, Chief Medical Officer von Valneva, kommentierte: "Wir sind sehr erfreut über diese Ergebnisse, die das Potenzial unseres inaktivierten, adjuvantierten Ganzvirusimpfstoffs für einen Breitbandschutz und seine Fähigkeit zur Bekämpfung der derzeit zirkulierenden bedenklichen Varianten bestätigen. Ferner geht Valneva davon aus, alle Anträge rechtzeitig bei den jeweiligen Behörden einreichen zu können, um noch im ersten Quartal eine mögliche Zulassung zu erhalten.

    Bereits im November gab der Vakzin-Produzent bekannt, dass die Europäische Kommission mit dem Unternehmen eine Vereinbarung über die Lieferung von bis zu 60 Millionen Dosen VLA2001 über einen Zeitraum von zwei Jahren unterzeichnet hat - davon 24,3 Mio. Dosen im Jahr 2022. Die Auslieferung des Impfstoffs in Europa wird derzeit für April 2022 erwartet, vorbehaltlich der Genehmigung durch die EMA. Im Dezember 2021 gab Valneva außerdem bekannt, dass das Unternehmen eine Vereinbarung über die Lieferung von einer Mio. Dosen VLA2001 an das Königreich Bahrain unterzeichnet hat, die vorbehaltlich der Genehmigung durch die bahrainische Gesundheitsbehörde im ersten Quartal 2022 erfolgen soll. Nun könnte Valneva doch noch ein "Platzhirsch" werden, wie eine Analyse bei researchanalyst.com jüngst in Aussicht stellte.

    XPhyto – Expansion voraus

    Gut voran kommt auch der biowissenschaftliche Accelerator XPhyto, der sich auf Investitionen in die nächste Generation von Arzneimittelverabreichungen, Diagnostika und neue pharmazeutische Wirkstoffe spezialisiert. Darunter fallen unter anderem präzise transdermale und oral auflösbare Arzneimittelformulierungen, schnelle und kostengünstige Tests für Infektionskrankheiten und Mundgesundheit, sowie die Standardisierung neuer pharmazeutischer Wirkstoffe für neurologische Anwendungen, einschließlich psychedelischer Verbindungen und Cannabinoide. Das Unternehmen verfügt über Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Nordamerika und Europa, mit operativem Schwerpunkt in Deutschland und konzentriert sich derzeit auf die behördliche Zulassung und Kommerzialisierung von medizinischen Produkten für die europäischen Märkte.

    Drahoslav Zdarek als neuer Head of Sales kümmert sich neben dem Ausbau des Vertriebs, des Verkaufs und des Marketings der Unternehmensprodukte als oberste Aufgabe um die Kommerzialisierung von Covid-ID Lab. Der in Deutschland mit dem CE-Zeichen zugelassene RT-PCR-Schnelltest des Unternehmens, der in der Europäischen Union als kommerzieller In-vitro-Diagnosetest (CE-IVD) registriert ist, steht im Mittelpunkt.

    Es konnten noch weitere expansive Schritte vermeldet werden: So wurde eine Vertriebsvereinbarung mit TechUnit für den Vertrieb von Covid-ID Lab in der Tschechischen Republik als einem ersten vorrangigen Markt, gefolgt von Ungarn, der Slowakei, der Ukraine und Russland, unterzeichnet. "Die Unterzeichnung der Vertriebsvereinbarung mit TechUnit ist ein wichtiger Schritt zum Aufbau eines starken europäischen Absatzmarktes", so Prof. Dr. Thomas Beckert. "Dies ist eine wichtige Beziehung mit hervorragendem Potenzial für eine weitere territoriale Expansion."

    Einen ausführlichen Hintergrund zu XPhyto kann hier nachgeschlagen werden. Zudem stellt sich das Unternehmen beim zweiten International Investment Forum 2022 am 17.Februar 2022 vor. Eine kostenlose Anmeldung ist unter ii-forum.com möglich.

    BioNTech weiter im freien Fall

    Während Valneva nach der Meldung von positiven Daten haussiert, verlieren die „traditionellen“ Impfstoffproduzenten weiter an Boden. So büßte Moderna rund 6% ein, bei BioNTech lag das Minus bei 2,5% und einem Kurs von 165,41 USD. Damit liegt der nächste Unterstützungsbereich um 150 USD. Sollte dieses Niveau fallen, läge der nächste breite Unterstützungsbereich bei 132 USD.


    Valneva konnte nach dem Abverkauf der letzten Tage mit den erschienenen Daten einen Befreiungsschlag feiern. Dagegen stehen bei den mRNA-Vakzin-Lieferanten BioNTech und Moderna die Ampeln aus technischer Sicht weiterhin auf Rot. Der Weg von XPhyto geht weiter und zeigt durch die Markteinführung in neue Länder klar auf Wachstum.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Stefan Feulner vom 29.04.2022 | 05:10

    BioNTech, NervGen, Sanofi - Der Rebound steht an

    • Biotechnologie

    Die Unsicherheiten sind weiter vorhanden. Zwar sinken in der Corona-Pandemie die Infektionszahlen und dürften in dieser Hinsicht einen ruhigen Sommer gewährleisten. Dafür rückte neben der auf hohem Niveau bleibenden Inflation der Ukraine-Konflikt auf die vorderen Nachrichtenseiten. Dieser sorgte in den vergangenen Wochen für Panik und starke Abverkäufe an den Aktienmärkten. Nachdem der DAX gestern noch einmal ein Zwischentief bei rund 13.500 Punkten markierte, drehte das Börsenbarometer und kämpft mit der psychologisch wichtigen Marke bei 14.000 Punkten. Nun begann die Quartalssaison, die positive Impulse liefern könnte. Commerzbank und Deutsche Bank machten den Anfang und konnten dabei durchaus überzeugen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 19.04.2022 | 05:30

    BioNTech, Almonty Industries, Steinhoff – bei welcher Aktie fliegt zuerst der Deckel weg?

    • BioNTech
    • Almonty Industries
    • Almonty
    • Steinhoff
    • Biotech
    • Impfstoff
    • Wolfram
    • Molybdän
    • Corona
    • Einzelhandel

    An der Börse kommt es bei einigen Aktien immer wieder zu längeren Seitwärtsphasen, obwohl die Unternehmen operativ gut performen. Hier lohnt es sich für einen Investor genauer hinzuschauen, um den richtigen Zeitpunkt für einen Einstieg zu antizipieren. Dabei kann man auf die Charttechnik zurückgreifen, den Newsflow im Blick behalten oder die fundamentalen Daten genauer analysieren. Ist man von einem Unternehmen überzeugt, kann man gerade in Seitwärtsmärkten gut eine Position aufbauen. Wir sehen uns heute drei Unternehmen an, bei denen der aktuelle Deckel wegfliegen könnte.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 19.04.2022 | 05:10

    Bayer, Defence Therapeutics, Formycon – Biotech-Aktien vor Transformation

    • Biotechnologie
    • Impfstoff

    Die Pharmaindustrie hat sich in der Corona-Pandemie als Schlüsselindustrie erwiesen, indem sie in Rekordtempo Tests, Impfstoffe und Arzneimittel entwickelt und in großen Mengen zur Verfügung gestellt hat. Dabei entpuppte sich die Biotechnologie als der innovative Motor. Die Entwicklung neuer Präparate ist vor allem für die pharmazeutische Industrie von großer Bedeutung, da der Patentschutz vieler Blockbuster-Präparate zukünftig ausläuft oder schon ausgelaufen ist. Deshalb steigt die pharmazeutische Industrie mittlerweile viel öfter in die frühen Entwicklungsphasen eines neuen Medikaments in Biotechs ein. Dadurch bieten sich bereits bei Unternehmen aus frühen Entwicklungsstadien Chancen auf eine Vervielfachung.

    Zum Kommentar