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23.12.2024 | 04:40

100 % Chance auf Frieden in 2025: Ukraine, Israel + Syrien! Rheinmetall, Renk, Almonty und Palantir im Fokus

  • Rüstungsindustrie
  • Defense
  • HighTech
  • Künstliche Intelligenz
  • Strategische Metalle
Bildquelle: pixabay.com

Mit einem neuen Allzeithoch von über 20.522 Punkten ist der DAX im Dezember dann doch etwas heiß gelaufen. Kurz vor Weihnachten nun die Grätsche auf 19.850 Punkte zurück. Gesund sagen die einen, die Wende sagen die anderen. Fakt ist, das Anlagejahr 2024 lief nur für einen Bruchteil der notierten Aktien positiv, immerhin trotz rezessivem Umfeld. Sie entstammen den Sektoren HighTech, Künstliche Intelligenz, Banken und Rüstung. Mit der erneuten Ausweitung der russischen Angriffe zum Jahreswechsel, rückten Friendens-Hoffnungen erst mal in die Ferne und lassen Rüstungstitel ihren teuer bezahlten Charme. Produzenten von strategischen Metallen rücken damit erneut in den Fokus, denn für die westlichen Industrienationen geht es jetzt darum, die Lieferketten so gut es geht zu sichern. Wo liegen die Chancen für Anleger zum Jahreswechsel?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: RENK AG O.N. | DE000RENK730 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall und Renk – Die fundamentalen Aussichten bleiben gut

    Die beiden Rüstungswerte Rheinmetall und Renk haben eine unterschiedliche Reise absolviert. Rheinmetall erhielt im Februar 2022 die Initialzündung für eine komplett neue Orientierung des Maschinenbau-Konzerns. Während sich die Bewertung seit Beginn der Ukraine-Invasion bislang versiebenfacht hat, sieht sich Rheinmetall einem der größten operativen Wachstumsschübe der jüngeren Historie gegenüber. Waffenlieferungen an die Ukraine und vor allem die Wiederaufrüstung der europäischen NATO-Staaten vergoldet die Bilanz der Düsseldorfer. CEO Armin Pappberger formuliert seinen moralischen Auftrag so: „Ich war vom ersten Tag an überzeugt, dass ich das Richtige tue, sonst würde ich es ja nicht machen. Ich tue deswegen das Richtige, weil ich überzeugt davon bin, dass wir die NATO, dass wir Deutschland, Europa, aber letztendlich auch unsere Demokratie verteidigen. Das kann nicht verwerflich sein.“

    Wie sich die Story nun in 2025 entwickeln wird, ist nicht ganz einfach vorherzusagen. Denn mit einem KGV 2025e von über 20, einer Umsatzverdoppelung gegenüber 2022 und einer erwarteten Wachstumsrate von ca. 15 - 20 % per annum sind die Zahlen bis 2027 eigentlich bereits im Kurs eskomptiert. Wer also bei einem Kurshoch von 661 EUR im Dezember auch mal verkauft hat, liegt vielleicht mittelfristig richtig. 16 von 19 Analysten der Plattform Refinitiv Eikon halten den Daumen für Rheinmetall allerdings weiter hoch und sehen ein durchschnittliches Potenzial bis 712 EUR, also rund 100 EUR Aufschlag oder Plus 15 %. Lange Zeit unterschätzten die Experten die Aussichten, nun könnte es sein, dass die Euphorie zu groß ist.

    Bei Renk hat sich der 12-Monats-Verlust in den letzten Handelstagen auf über 17 % ausgedehnt. Hier belastet nach wie vor der Weggang von CEO Susanne Wiegand und die unter den Erwartungen liegenden Zahlen für 2024. Die US-Bank J.P. Morgan hat das Kursziel für Renk von 30 auf 25 EUR gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Der designierte neue Chef Alexander Sagel hat jetzt einiges zu tun, um das Vertrauen wieder aufzubauen, schreiben die Experten. Auf der Plattform Refinitiv Eikon können sich 11 von 13 Analysten für Renk erwärmen, das 12-Monatskursziel liegt bei 30,20 EUR. Ganze 60 % Aufschlag zur aktuellen Notiz sind ein Aufruf zum Einstieg!

    Almonty Industries – Eine wichtige Wolfram-Lagerstätte geht in Produktion

    Wer an Hightech-, Flugzeugbau- oder Rüstungs-Industrie denkt, kommt an einer gesicherten Versorgung in kritischen Metallen nicht vorbei. Die NATO hat in einem jüngsten Bericht eine Liste mit 12 kritischen Metallen identifiziert, welche im aktuellen Bedarf an Defence-Produkten als essentiell erscheinen. Das hitzebeständige Metall Wolfram wurde dabei als „hoch-kritisch“ eingestuft. Wolfram ist ein seltenes Metall, das in der Erdkruste vergleichsweise wenig vorkommt. Bislang verfügt China über 70 % der weltweiten Produktion, es wird in der Herstellung von Superlegierungen, Glühdrähten und Elektronikteilen vor allem in sensitiven Technologiebereichen verwendet. Die Konflikte in der Ukraine und in Nahost sowie die Annäherung zwischen Russland und China zeigen die internationale Komplexität in diesem Thema auf, denn westliche Industriestaaten brauchen Versorgungssicherheit sowie stabile Lieferketten aus sicheren Jurisdiktionen.

    Das kanadische Unternehmen Almonty Industries (AII) betreibt bereits Wolfram-Lagerstätten in Europa und konzentriert sich nun auf den Aufbau und die Revitalisierung der südkoreanischen Sangdong-Mine. Dort entsteht nun die größte Förderung außerhalb Chinas, der Produktionsstart für die ersten kommerziellen Oxide wird in 2025 erfolgen. Das südkoreanische Ministerium für Handel, Industrie und Energie (MOTIE) gab bei einer Zeremonie der Korea Local Era Expo 2024 in Chuncheon bekannt, dass 6 Regionen in der Provinz Gangwon zu Sonderzonen für die Entwicklung von Chancen ernannt wurden. CEO Lewis Black kommentiert: „Wir sind sehr erfreut über das Engagement der lokalen Regierungen, unser Projekt mit einem hochmodernen Materialkomplex in der Nähe von Sangdong zu unterstützen. Diese Ernennung und der geplante Industriekomplex unterstreichen die strategische Rolle der Sangdong-Mine als Teil des südkoreanischen Plans zur Sicherstellung einer stabilen Versorgung mit wichtigen Mineralien.“ Der Kurs der AII-Aktie bewegt sich derzeit bei etwa 0,88 CAD, das bringt die 258,6 Mio. Aktien auf einen Gesamtmarktwert von ca. 230 Mio. CAD. Das kommende Jahr wird u. E. eine Neubewertung des Unternehmens bringen, wenn Investoren die herausragenden Chancen erstmal realistisch einwerten. Spannend!

    Palantir Technologies – Höher, schneller, weiter?

    Der Siegeszug der Panatir-Aktie geht zum Jahresende unvermittelt weiter. So konnte der Anbieter von BigData-Analysesoftware und sicherheitsrelevanten KI-Systemen gegen Ende Dezember einen erneuten Bewertungssprung auf ein Gesamtplus von über 380 % aufs Parkett legen, obwohl der Nasdaq-100 Index in den letzten Tagen zur Schwäche neigte. Diese relative Stärke ist schon beeindruckend und erinnert an den Short-Squeeze, der jüngst bei Tesla Motors stattgefunden hat. Nichtsdestotrotz werden mittlerweile KGVs 2025e von ca. 172 aufgerufen. Mithin wird der erwartete Umsatz von 3,5 Mrd. USD mit einem Marktwert von 183 Mrd. USD bewertet – also Faktor 52. Auf der Plattform Refinitiv Eikon vergeben nur noch 3 von 30 Analysten ein Kauf-Votum mit Durchschnitts-Kursziel von etwa 40 USD. Scheinbar liegt der Markt hier komplett falsch oder Palantir schickt sich an, einer der Negativ-Performer in 2025 zu werden. Ein Short-Produkt macht hier wahrscheinlich mehr Sinn, als ein Neueinstieg. Damit sitzt man mit dem Ark-Investment-Team von Cathie Woods in einem Boot. Sie verkauft nämlich kräftig. Aber Achtung: Die Nasdaq ist dafür bekannt, dass es für eh schon teure Aktien immer wieder Aufschläge gibt. Solche Bewertungs-Wunder sind an Europas Börsen leider selten zu finden.

    Mit über 380 % Kursgewinn steht der IT-Experte Palantir auf den Bestenlisten aus dem Jahr 2024. Auch Rheinmetall konnte mit 117 % Zuwachs vordere Plätze belegen. Almonty Industries hat im Hinblick auf die Mineneröffnung in 2025 schon mal über 70 % aufgesattelt. Bleibt die Enttäuschung Renk, die auf 12-Monatssicht tatsächlich noch ins Minus gerutscht ist. Quelle: Refinitiv Eikon vom 22.12.2024

    Nach über 1.000 Tagen Krieg in Europa werden Defense- und Rüstungstitel weiterhin im Fokus stehen. Rheinmetall und Palantir haben in 2024 von diesen Trends stark profitiert, wir sehen hier eher Chancen auf der Verkaufs- oder Shortseite. Renk hingegen sollte sich schon bald wieder von seinem Abwärtstrend lösen können. Im Bereich strategischer Metalle könnte Almonty Industries mit Blick auf die nächsten 12 bis 24 Monate ein klarer Outperformer sein.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    • Rüstungsindustrie
    • Defense-Technologien
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    Die geopolitische Zeitenwende rückt zwei Sektoren in den Vordergrund: Rüstung und kritische Metalle. Der eine kann ohne den anderen nicht! Mithin hat diese Schicksalsehe an den Finanzmärkten einen beispiellosen Superzyklus ausgelöst, der weit über die klassischen HighTech- und Defense-Konzerne hinausreicht. So sonnen sich europäische Verteidigungsschwergewichte wie Rheinmetall, Renk und der Sensorik-Spezialist Hensoldt in historischen Auftragsbeständen und profitieren von milliardenschweren staatlichen Aufrüstungsprogrammen. Das rückt die fundamentale Basis dieses Booms nun radikal in den Fokus der Investoren. Denn Verteidigungssysteme aller Art sind in der Produktion vollständig auf eine gesicherte Versorgung mit strategischen und kritischen Metallen angewiesen. Die massive Nachfrage nach militärischer Hardware trifft jedoch auf globale Lieferketten, die durch Rohstoff-Knappheiten und den beschleunigten Subventionswettlauf im Westen extrem angespannt sind. Hier schlägt die Stunde von Explorations- und Lizenzgesellschaften wie Globex Mining, die über ein diversifiziertes Portfolio an strategischen Liegenschaften in politisch sicheren Regionen verfügen und die Grundlagen der industriellen Unabhängigkeit sichern. Da kein modernes Flugabwehrsystem und kein militärisches Mikrochip-Netzwerk ohne Kupfer, Silber, Nickel oder Seltene Erden existieren kann, sitzen Bergbau und Wehrtechnik an der Börse untrennbar im selben Boot. Für vorausschauende Anleger bedeutet diese Symbiose eine seltene Hebelwirkung.

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    Es sind schon fast tektonische Verschiebungen, welche Anleger derzeit an der Börse erleben. Explodierende Energie- und Rohstoffpreise und überschießende Zinsen, die es seit 7 Jahren nicht mehr in dieser Höhe zu sehen gab. Der Osten gibt sich protektionistisch, der US-dominierte Westen zeigt sich gezielt angriffslustig. In diesem kapitalistischen Imperialismus tiefer Taschen gesellen sich territoriale Ansprüche des US-Präsidenten gegenüber der unter Dänemark verwalteten Kolonie Grönland. Alles Tendenzen die über das klassische Mining-Geschäft hinausreichen und an den Terminbörsen für viel Unruhe sorgen. Die geopolitische Bruchlinie verläuft quer durch die Arktis, wo Grönland dank gigantischer Lagerstätten wie dem Tanbreez-Projekt im Fokus des Pentagon und westlicher Sicherheitsbehörden steht. China kontrolliert nach wie vor weite Teile der globalen Lieferkette, doch das strategische Abkommen zwischen Washington und Kopenhagen baut eine mächtige Barriere auf. Zeitgleich schießen die Wolframpreise auf dem Weltmarkt explosionsartig in die Höhe und übertreffen in ihrer Dynamik fast alle anderen kritischen Mineralien. Das unverzichtbare Industriemetall, das für die Rüstungsindustrie und den AI-Chip-Sektor elementar ist, leidet unter drastischen Exportbeschränkungen. Diese Lieferengpässe treiben westliche Abnehmer an den Rand der Verzweiflung. Ein wildes Potpourri aus Größenwahn, Panik und Säbelrasseln. Wo liegen die Chancen für nervenstarke Anleger?

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