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15.03.2022 | 05:35

Nordex, K+S, Defense Metals: Aktien für den "inflationären Schock"?

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Bildquelle: pixabay.com

Russlands Krieg in der Ukraine führt zu massiven Verwerfungen an den Rohstoffmärkten. Nicht nur bei Öl und Gas, auch bei Metallen und Agrarrohstoffen. Die Folgen sind klar: Alles wird teurer. Gleichzeitig werden Ressourcen außerhalb von Russland und China strategisch wichtiger. Dies spricht für den deutschen Kaliproduzenten K+S. Allerdings ist die Aktie schon sehr gut gelaufen und Analysten warnen. Anders ist es bei Defense Metals. Der kanadische Explorer Seltener Erden wird als „unentdeckte Perle“ mit Übernahmefantasie bezeichnet. Inzwischen muss auch Erneuerbare Energie als Rohstoff bezeichnet werden. Davon profitiert Nordex und erhält Rückenwind von Analysten. Doch es gibt auch Probleme beim Windanlagenbauer. Diese müssen gelöst werden.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888

Inhaltsverzeichnis:


    Defense Metals: „Unentdeckte Perle“ mit Übernahmefantasie

    Bei der Diskussion um Rohstoffabhängigkeit geht es derzeit ganz überwiegend um Gas, Öl & Co. Seltene Erden werden häufig übersehen. Zu Unrecht. Denn Seltene Erden sind in nahezu allen Technologien vorhanden. Nicht nur Smartphones und Elektroautos, sondern auch in modernen Militärtechnik. Das Problem aus strategischer Sicht: China beherrscht den Weltmarkt. Alternativen sind kaum vorhanden. Defense Metals arbeitet daran, dies zu ändern. Der kanadische Explorer könnte in Zukunft rund 10% der aktuell weltweiten Produktion anbieten. researchanalyst.com hat sich das Unternehmen genauer angesehen und kommt zu dem Ergebnis, dass Defense Metals nicht nur eine „unentdeckte Perle“ ist, sondern auch Übernahmefantasie hat. Der Börsenwert von Defense Metals in Höhe von knapp unter 40 Mio. EUR liege deutlich unter dem der Peer-Group. Aus dieser Sicht dürften die Kanadier als attraktiver Übernahmekandidat bei größeren Unternehmen wie Lynas oder MP Materials gelten. Zudem findet aktuell eine Konsolidierung in der Branche statt.

    Anfang dieses Jahres führte Defense Metals ein 29 Löcher, 5.349m umfassendes Ressourcenerweiterungs- und Diamantbohrprogramm auf dem Grundstück Wicheeda durch. Seit Anfang Februar kommen positive Bohrergebnisse im Wochenrhythmus. Mit der Mitteilung vom 2. März durchschnitten alle vier Bohrlöcher hochgradige Seltenerdmetall-Mineralisierungen. Diese Ergebnisse mit den Tiefenbohrungen erweitern die Mineralressource und verlängern die potenzielle Lebensdauer der Mine. Somit würde vom heutigen Stand aus die Mine bereits zu den Top-Produzenten weltweit emporsteigen. Mit weiteren positiven Bohrergebnissen und dem Erreichen der vom Management ausgegebenen Ziele dürfte Defense Metals in den kommenden Monaten an Wert zulegen. So soll die Vormachbarkeitsstudie bis spätestens zum ersten Quartal des nächsten Jahres abgeschlossen sein, um dann mit der Demonstrationsanlage und der Machbarkeitsstudie fortfahren zu können.

    In Bezug auf Lagerstättentyp, Gehalt, verkaufsfähigem Konzentrat und Größe sei Defense Metals gut mit der bereits in Produktion befindlichen Mountain Pass-Mine vergleichbar. Das Wicheeda-Projekt dürfte in rund fünf Jahren in Produktion sein und könnte nach heutigem Stand einer der wichtigsten Produzenten Nordamerikas werden. Die vollständige Analyse finden sie hier.

    Nordex: Kursziel auf 29 EUR verdoppelt

    Am vergangenen Freitag sorgte die Bank of America für gute Stimmung bei den Nordex-Aktionären. Die Analysten haben das Kursziel für die Aktie des deutschen Windkraftanlagenbauers von 14,50 EUR auf 29 EUR verdoppelt. Der Vorschlag der EU zur kurzfristigen Beschleunigung des Ausbaus Erneuerbarer Energien habe die Aussichten für die gesamte Windkraftbranche deutlich verbessert. Die Dringlichkeit des Themas Energieunabhängigkeit dürfte die Erträge der Unternehmen stützen. Entsprechend haben die Analysten Nordex von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft. Dennoch zählte Nordex am gestrigen Montag zu den schwächsten Werten im TechDax. Dies hat zwei Gründe: Gewinnmitnahmen und operative Probleme. Zum einen hat die Aktie allein seit dem 24. Februar fast 50% an Wert gewonnen. Da sind Gewinnmitnahmen nicht überraschend. Außerdem leidet das Unternehmen seit längerem unter hohen Kosten und entsprechend niedrigen Margen. Trotz aller Euphorie um die Zukunftsperspektiven dürfte Nordex weiterhin unter hohen Material- und Transportkosten leiden. Umsatzgenerierung war auch in der Vergangenheit nicht das primäre Problem, sondern die Gewinnerzielung. Ob sich daran etwas ändert, bleibt abzuwarten. Die schwache Marge stand auch in einer Analyse im Fokus.

    K+S: Kursziel 26 EUR oder 12,50 EUR?

    Zu den absoluten Top-Performern im DAX der vergangenen Monate gehört K+S. Mitte April 2021 stand die Aktie den Kali (und Salz) Produzenten noch bei 8,50 EUR. Inzwischen sind es über 23 EUR. Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland und Belarus haben den Aufwärtstrend nochmals beschleunigt. Denn beide Länder sind für einen großen Teil der weltweiten Kaliversorgung verantwortlich. Doch nach dem Kursfeuerwerk werden Analysten inzwischen skeptischer. So hat Berenberg zwar das Kursziel von 20 EUR auf 22 EUR angehoben, die Empfehlung jedoch von „Kaufen“ auf „Halten“ geändert.

    Der Kalipreis werde zwar auch weiterhin hoch bleiben und dem Unternehmen erlauben, die Verschuldung weiter zu reduzieren. Die Bewertung sei jedoch ambitioniert. Vergangene Woche hatte bereits JPMorgan die Einstufung "Underweight" bestätigt – auch mit Verweis auf die bereits starke Performance der Aktie. Das Kursziel von JPMorgan für die Aktie von K+S liegt sogar nur bei 12,50 EUR. Allerdings ist dies schon länger der Fall. Noch etwas Luft nach oben bei der Aktie sieht die DZ Bank. Sie haben gestern ihr Kursziel von 22,50 EUR auf 26 EUR angehoben und die Einstufung „Kaufen“ bestätigt. Durch den Ukraine-Krieg drohten hohe Produktions- und Exportausfälle bei Getreide, was noch längere Zeit für hohe Agrar- und Düngemittelpreise sorgen dürfte.


    Aktien rund um Rohstoffe und Erneuerbare Energie dürften auch in den kommenden Monaten und darüber hinaus im Fokus von Anlegern stehen. Allerdings sind Aktien von K+S und Nordex auch schon gut gelaufen. Inbesondere bei Nordex müssen die operativen Probleme gelöst werden. Bei Defense Metals hingegen dürfte das Rückschlagpotenzial überschaubar sein.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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