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13.09.2023 | 05:10

Cannabis-Aktien im Rausch – Aurora Cannabis, Viva Gold, Canopy Growth

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Bildquelle: pixabay.com

Die exorbitanten Kurssprünge im Cannabis-Sektor erinnern an die goldenen Hausse-Zeiten in den Jahren zwischen 2015 bis 2018. Damals legten Unternehmen wie Canopy Growth mit 5.800 % oder Aurora Cannabis mit über 6.000 % exorbitante Steigerungen aufs Parkett. Nach einer jahrelangen Durstrecke sendeten diverse Unternehmen mit einer Kursverdopplung innerhalb weniger Tage starke Lebenszeichen. Zusätzlich verspricht der Aufwärtsimpuls nachhaltig zu werden, da sich Aurora & Co. langsam in Richtung Profitabilität bewegen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: VIVA GOLD CORP. | CA92852M1077 , AURORA CANNABIS | CA05156X8843 , CANOPY GROWTH | CA1380351009

Inhaltsverzeichnis:


    Lockerung der Drogenpolitik als Kicker

    Den Startschuss für einen heftigen Aufwärtsimpuls lieferte bereits in der vergangenen Woche das US-amerikanische Gesundheitsministerium HHS. In einem offiziellen Antrag an die Drug Enforcement Administration (DEA) wird eine Neuklassifizierung von Cannabis vorgeschlagen. Die Behörde soll Cannabis von der Kategorie „Schedule 1“, in der es derzeit neben Substanzen wie Heroin, LSD und Ecstasy gelistet ist, in die Kategorie „Schedule 3“ verschieben. Letztere Kategorie umfasst Substanzen wie Ketamin, anabole Steroide und Codein-basierte Produkte, die als Mittel mit einem moderaten bis geringen Abhängigkeitspotenzial gelten. Die aktuelle Einstufung von Cannabis impliziert, dass es keine anerkannten medizinischen Anwendungen gibt und ein hohes Risiko für Missbrauch besteht.

    Trotz der Legalisierung von Cannabis für den Freizeitgebrauch in vielen US-Staaten hat die aktuelle Klassifizierung das Wachstum der Cannabisindustrie gehemmt. Als zuständige Behörde für die Regulierung kontrollierter Substanzen hat die DEA die Autorität, Cannabis neu zu kategorisieren. Ein DEA-Sprecher bestätigte gegenüber CNBC, dass eine Überprüfung der Substanz in Erwägung gezogen wird. Aufgrund der fehlenden bundesstaatlichen Regelungen haben Cannabisunternehmen in Staaten, in denen der Verkauf legal ist, keinen Zugang zu konventionellen Bankdienstleistungen oder institutionellen Finanzierungen. Der Secure and Fair Enforcement Banking Act, ein Gesetzesentwurf des Kongresses, zielt darauf ab, diese Beschränkungen zu beseitigen. Obwohl er bereits mehrfach im Repräsentantenhaus angenommen wurde, hat er den Senat bisher nicht passiert.

    Aurora Cannabis legt nach

    Die exorbitanten Verluste in den Bilanzen der Cannabis-Unternehmen waren einer der Hauptgründe für die seit Anfang des Jahrzehnts andauernden Baisse. In Bezug auf die Rentabilität konnte Aurora Cannabis, welches sowohl den Verbrauchermarkt als auch den medizinischen Markt bedient, positive Nachrichten vermelden. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Edmonton, Alberta, gab bekannt, dass es den Rückkauf von wandelbaren vorrangigen Schuldverschreibungen im Wert von 9,0 Mio. USD abgeschlossen habe. Diese Transaktionen wurden durch die Ausgabe von insgesamt 20,1 Mio. Stammaktien von Aurora finanziert.

    Nach Abschluss dieser Transaktionen verbleiben bei Aurora Schuldverschreibungen im Wert von rund 39 Mio. USD. Das Hauptziel dieser Rückkäufe war es, die Gesamtverschuldung des Unternehmens zu verringern und die jährlichen Barzinskosten zu senken. Dies ist ein weiterer Schritt in Auroras Bemühungen, bis zum Kalenderjahr 2024 einen positiven freien Cashflow zu erzielen. Durch diese jüngsten Transaktionen werden die jährlichen Zinszahlungen des Unternehmens um 0,66 Mio. USD reduziert.

    Seit Dezember 2021 hat Aurora insgesamt Schuldverschreibungen im Nennwert von rund 306 Millionen USD zurückgekauft, was zu einer Gesamteinsparung bei den Barzinsen von zirka 23,9 Mio. USD führte. Miguel Martin, CEO von Aurora, kommentierte die jüngsten Entwicklungen: „Mit dem heutigen Tag hat Aurora seine Wandelschuldverschreibungen von 345 Mio. USD auf unter 39 Mio. USD reduziert. Mit einer der stärksten Bilanzen der kanadischen LPs, die durch unsere Nettobarmittelposition und unser anhaltendes Engagement für eine umsichtige Finanzverwaltung belegt wird, sind wir zuversichtlich, dass wir unser Ziel eines positiven freien Cashflows bis zum Kalenderjahr 2024 erreichen werden."

    Nach Veröffentlichung der Meldung schossen die Aurora-Aktien um über 72 % auf 0,91 USD in die Höhe, Canopy Growth verteuerte sich sogar um rund 81 % auf 1,69 USD.

    Viva Gold – Geheimtipp im Goldsektor

    Ähnlich den Cannabis-Aktien korrigierten in der seit August 2020 andauernden Korrektur auch kleinere und mittlere Goldminenaktien überproportional. So verlor das Explorationsunternehmen Viva Gold über 70 % auf 0,13 CAD. Die Tiefs ließ die in Langley in British Columbia niedergelassene Minengesellschaft jedoch bereits seit September des vergangenen Jahres deutlich hinter sich. Der seit August 2020 etablierte Abwärtstrend verläuft aktuell bei 0,17 CAD. Ein erfolgreiches Durchbrechen würde kurzfristiges Potenzial bis in den Bereich von 0,25 CAD generieren. Rückenwind könnte die mit einem Börsenwert von 17 Mio. CAD ausgestattete Aktie von einem steigenden Basispreis erhalten. So pendelt der Goldpreis weiterhin im Bereich von 1.900 USD je Unze. Die Rahmenbedingungen mit einer unsicheren geopolitischen Lage sowie einem Ende der strikten Geldpolitik stehen zumindest einmal gut für steigende Edelmetallkurse.

    Viva Gold betreibt das zu 100 % im Besitz befindliche Tonopah Gold-Projekt. Das 4.250 ha umfassende Projekt befindet sich im Walker Lane Trend in Nevada, einem Gebiet, das für seine reichen Mineralvorkommen bekannt ist. In einer Entfernung von nur 30 km von Tonopah betreibt Kinross die Round-Mountain-Mine, die im Jahr 2021 eine Produktion von 258.000 Unzen Gold verzeichnete. In der näheren Umgebung sind auch aktive Minen von Unternehmen wie Coeur Mining, Augusta und Centerra zu finden.

    Das Tonopah-Projekt weist eine indizierte Goldressource von 394.000 Unzen mit einer Konzentration von 0,78 g/t und eine abgeleitete Ressource von 206.000 Unzen mit 0,87 g/t auf. Seit seiner Übernahme im Jahr 2017 hat Viva Gold jedes Jahr eine Zunahme der Mineralressourcen gemeldet. Eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsbewertung (PEA) des Projekts, das als Tagebau mit Haufenlaugung konzipiert ist, wurde durchgeführt und zeigte 2022 positive wirtschaftliche Indikatoren. Eine überarbeitete Ressourcenschätzung gemäß NI 43-101 und eine vorläufige wirtschaftliche Bewertung sind bereits in Auftrag gegeben worden. Jüngste Bohrungen lieferten eine Vererzung von 1,9 g Gold/t auf einer Länge von 59 m.


    Nach einer jahrelangen Baisse senden Cannabisaktien wie Canopy Growth oder Aurora positive Signale, die zu einer nachhaltigen Bodenbildung führen könnten. Viva Gold konnte sein Bohrprogramm erfolgreich fortsetzen. Dabei steht die Aktie kurz vor dem Überwinden ihres Abwärtstrends.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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