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08.09.2021 | 04:21

Teamviewer, Talkpool AG, Deutsche Telekom – Hier geht es nach oben!

  • Telekommunikation
  • IoT
Bildquelle: pixabay.com

Als der Dotcom-Boom zur Jahrtausendwende seinen Lauf nahm, kamen viele unausgereifte und chancenlose Geschäftsmodelle an den Markt. Jede Idee wurde börsenreif gemacht – dann folgte der Techno-Crash und schon waren viele der Unternehmen wieder vom Radar verschwunden. Die COVID-Pandemie hat einen weltweiten Digitalisierungsschub ausgelöst – viele neue Errungenschaften bestimmen nun die Arbeitswelt jedes Einzelnen und verändern im Ganzen die Gesellschaft. Im Vordergrund stehen nun: Distant Working, Internet of Things und Kommunikation. Wir blicken drei Protagonisten in die Karten…

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Talkpool AG | CH0322161768 , T-MOBILE US INC.DL_-00001 | US8725901040 , DE0005557508 , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900

Inhaltsverzeichnis:


    Teamviewer – Kommt der Schub mit Christiano Ronaldo?

    Die TeamViewer AG ist ein weltweit führender Software-Anbieter von Remote-Konnektivitätslösungen. Über die Plattform von TeamViewer kann eine Vielzahl an elektronischen Geräten über das Internet der Dinge miteinander vernetzt werden, um die Fernsteuerung, Verwaltung und Interaktion zwischen Personen und Geräten zu ermöglichen. In der Summe sind das sinnvolle technische Kombinationen für moderne Arten der Zusammenarbeit. Die modulare Architektur von TeamViewer ist cloud-basiert und wurde bereits auf mehr als zwei Milliarden Geräten aktiviert.

    Im Sommer kam das Unternehmen an der Börse etwas unter die Räder, denn in 2021 wurde bereits viel Geld für teure Sponsorenverträge unter anderem für die Premier League und Formel1 ausgegeben. Das treibt die Kosten und belastet die Gewinn-Marge. Speziell das Sponsoring von Manchester United kam am Markt zunächst nicht gut an, da es als viel zu teuer eingeschätzt wurde. Mit der jüngsten Verpflichtung von Cristiano Ronaldo (CR7) bei den Red Devils haben die vereinbarten Werbe-Euros aber stark an Wert für TeamViewer gewonnen, denn CR7 zählt zu den medienwirksamsten Vertretern seiner Zunft. Entscheidend für das Gesamtergebnis bleiben dennoch mehrere Faktoren: Was bringt die Kooperation mit SAP? Gelingt bei Augmented Reality-Anwendungen der Durchbruch?

    Die jüngsten Insiderkäufe des Managements geben durchaus Grund zu Optimismus. Charttechnisch muss sich der Ausbruch über 27,5 EUR jetzt bestätigen, denn mit dem jüngsten Anstieg über 29 EUR könnte sich ein neues Aufwärtsszenario etablieren. Mit einem signifikanten Ausbruch läge das Kursziel dann mindestens bei 34 EUR. Sich den Insidern anzuschließen, macht hier durchaus Sinn.

    Talkpool AG – Internet of Things in Reinform

    Auch die Schweizer Talkpool AG bewegt sich in der Welt der internationalen Kommunikationslösungen. Seit der Gründung von Talkpool im Jahr 2000 sind Managed Telecommunications Services die Kernkompetenzen des Unternehmens. Im Laufe der Jahre hat man aber auch im Bereich Internet-of-Things (IoT) wertvolles Fachwissen aufgebaut und ist heute als angesehener Partner in diesem Bereich bekannt. Der Geschäftsbereich Telekommunikationsnetzdienste umfasst die Kernkompetenzen wie z.B. die Planung, Implementierung und Wartung von mobilen und festen Telekommunikationsnetzen.

    Das Dienstleistungsangebot wird auf der Grundlage des Bedarfs an maßgeschneiderten, aber kosteneffizienten und flexiblen Dienstleistungen von Ausrüstungsherstellern und Telekommunikationsbetreibern auf der ganzen Welt entwickelt. Dank modernstem technischen Know-how, langjähriger Erfahrung und einem agilen Geschäftsmodell bietet Talkpool vernetzte IoT-Lösungen an. Dahinter verbergen sich End-to-End-Lösungen für intelligente Gebäude und Städte mit Schwerpunkt auf Umweltkontrolle, Energieeinsparung und Schadensvermeidung.

    Im zweiten Quartal zeigte sich das Ergebnis des Turnaround-Programms von Talkpool in einem positiven Nettoergebnis. Während Corona das gesamte Geschäft noch beeinträchtigte, konnten alle Markteinheiten positiv abschließen. Die wichtige Integration der neuerworbenen Home Solutions in die Gruppe und die Fusion mit Talkpool AB gewannen an Aufmerksamkeit und Geschwindigkeit. IoT-Lösungen und -Dienstleistungen machten im zweiten Quartal bereits 22% des Gesamtumsatzes der Talkpool Gruppe aus. Der größte Teil davon stammt aus dem Geschäft mit intelligenten Gebäuden von Home Solutions und Talkpool AB auf dem schwedischen Markt.

    Im Mai kommunizierte Talkpool seinen Ausblick mit der überarbeiteten Strategie des Unternehmens und neuen Finanzzielen für die Jahre 2021 bis 2025. Dank der sich verbessernden Marktbedingungen, des strikten Vertriebsfokus und der nachhaltigen Technologie soll das Unternehmen in den kommenden Jahren schnell wachsen. Talkpool hat sich für das Jahr 2025 ein Umsatzziel von 48 Mio. EUR und eine entsprechende EBITDA-Marge von 11%-14% gesetzt. Im Mai wurde ein konsolidierter Jahresabschluss vorgestellt, der für das Jahr 2020 Nettoeinnahmen in Höhe von 21,2 Mio. EUR und einen Nettoverlust von 968.000 EUR ausweist.

    Das zunehmende Interesse deutschsprachiger Investoren an Talkpool führte zu der Entscheidung, die Talkpool-Aktie zum Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse zuzulassen. Die Einführung der Gesellschaft an der Nasdaq First North datiert zurück ins Jahr 2016. Seit dem Debüt in Deutschland Ende Juni, konnte die Aktie bereits 15% hinzugewinnen, der Handel ist aber noch sehr dünn.

    Deutsche Telekom – Die Bewertung kommt über die US-Tochter T-Mobile

    Mit einem Anstieg von über 70% ist die Deutsche Telekom ein klarer Gewinner im DAX seit März 2020. Ein großer Teil der Bewertung ist auf das lukrative US-Geschäft zurückzuführen. Nun stockt die Mutter bei T-Mobile USA kräftig auf. Um die rund 6 Mrd. EUR teure Transaktionen zu finanzieren, gibt die Telekom neue Aktien aus und verkauft ihr Geschäft in den Niederlanden.

    Die Beteiligung an der lukrativen US-Tochter steigt nach einem mehrteiligen Aktiendeal um rund 5,3% auf jetzt 48,4%. Die Aufstockung ist Teil des Ziels, sich mehr als die Hälfte an der amerikanischen T-Mobile zu sichern und damit langfristig die bereits bestehende Kontrolle über die Tochter und die Konsolidierung zu festigen. Zugrunde liegen gleich mehrere Deals: Mittels einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage wollen die Bonner rund 45 Millionen T-Mobile-US-Aktien vom japanischen Mischkonzern Softbank erwerben. Im Gegenzug bekommt dieser etwa 225 Millionen neue Telekom-Aktien und wird mit 4,5% der ausstehenden Aktien zum zweitgrößten Aktionär hinter der BRD bei der Deutschen Telekom. Die neuen Telekom-Aktien werden dabei mit 20 EUR und damit deutlich über dem aktuellen Kurs bewertet. Die Transaktion soll bis Oktober 2021 abgeschlossen werden.

    Beim jetzigen Aktientausch übt die Telekom rund 26 Millionen Festpreis-Optionen aus und kauft zudem etwa 19 Millionen Scheine zu 140,6 USD. Der Durchschnittspreis aller neu erworbenen Aktien liegt bei knapp 118 USD und damit deutlich unter dem aktuellen Niveau. T-Mobile-US wird derzeit an der Börse mit umgerechnet knapp 143 Mrd. EUR bewertet. Das aktuelle 43%-Paket kommt dementsprechend auf einen Beteiligungswert von fast 62 Mrd. EUR. Bei einem Kurs von 17,9 EUR ist die Deutsche Telekom selbst aber derzeit nur 85 Mrd. EUR wert. Kaufen!


    Die COVID 19-Pandemie löste einen weltweiten Digitalisierungsschub aus. Internetaffine Geschäftsmodelle und mobile Plattformen gewinnen dadurch große Marktanteile. Teamviewer und Deutsche Telekom sind gut positioniert, die Talkpool AG denkt bereits über die Vernetzung aller Lebensbereiche mit dem Internet nach und bietet modernste IoT-Infrastrukturen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Wir befinden uns derzeit in der frühen Phase der 5G-Einführung, wobei der Schwerpunkt auf der Entwicklung von neuen Funktionen und der Erhöhung der Netzwerkleistung liegt. Es ist leicht, sich im Hype um 5G argumentativ zu verfangen, und dies zu Recht: Die Vorteile, die 5G mehreren Technologiesektoren bieten kann, sind enorm. Die Industrie spricht in diesem Zusammenhang vom Zeitalter 4.0 oder IOT, meint „internet of things“ – also die totale Vernetzung der Produktion mit all seinen Zulieferern und Abnehmern in wirklichen Realtime-Kategorien. Alles wird verfolgbar, online kontrolliert und validiert – Buchhaltung komplett automatisch. Offene Fragen bleiben aber die gesundheitlichen Auswirkungen von Hochleistungsnetzen auf den Menschen, die so richtig niemand zu beantworten weiß. Bis wir in Deutschland eine flächendeckende Ausbaustufe erreicht haben, werden die LTE-Nutzer weiterhin die überwiegende Mehrheit der Abonnentenbasis der Betreiber ausmachen und weiterhin erhebliche Einnahmen einbringen. Die letzte Meile der Digitalisierung lässt also noch auf sich warten, ein klares Zeichen für eine verfehlte Industriepolitik.

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    Kommentar von Stefan Feulner vom 13.11.2020 | 05:10

    Varta, Royal Helium, Deutsche Telekom – Kaufen Sie die Zukunft!

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    Beim DAX ist zunächst einmal eine Verschnaufpause angesagt. Nach der fulminanten Biden- BioNTech Rallye trat der deutsche Leitindex erstmal den Gang Richtung Süden an. Dabei gab es heute, nicht nur im DAX, erfreuliche Quartalszahlen. Neben Merck und Siemens konnte vor Allem die Deutsche Telekom mit einer Prognoseanhebung glänzen. Aber auch in den Segmenten darunter gab es spektakuläre Zahlen. Nach dem Rücksetzer an den Märkten bieten sich hier einige Kaufchancen.

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