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17.08.2022 | 06:00

Daimler Truck, dynaCERT, Nikola – Welche Transport-Aktien starten durch?

  • Daimler Truck
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  • Wasserstoff-Brennzelle
  • Emissionen
  • CO2-Zertifikate
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Bildquelle: pixabay.com

Die Branche des Transportwesens steht vor vielen Herausforderungen, die am 15. Juli auf dem 15. Truck Symposium thematisiert wurden, das am Nürburgring ausgerichtet wurde. 110 Experten diskutierten Themen wie Personalmangel, fehlende Stellplätze und neue Antriebskonzepte. Letztere werden noch immer kontrovers diskutiert. Sind vollelektrische Transportfahrzeuge die Zukunft, oder setzt sich doch die Wasserstoff-Brennstoffzelle durch? Fakt ist, dass die Transportbranche bis 2030 ihre Emissionen deutlich reduzieren muss. Wir sehen uns heute drei Unternehmen an, die Lösungen für weniger CO2-Emissionen anbieten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 , NIKOLA CORP. | US6541101050

Inhaltsverzeichnis:


    Daimler Truck – gute Quartalszahlen

    Bei Daimler Truck war man lange der Ansicht, dass E-LKWs die Zukunft darstellen. Von dieser Sichtweise ist man mittlerweile abgerückt und plant für die Zukunft auch LKW mit Wasserstoff-Brennstoffzellen. Da es bei den Fahrzeugen immer auf das Einsatzgebiet und die jeweilige Aufgabe ankommt, erscheint die Strategie zweigleisig zu fahren sinnvoll. Momentan sind aber nicht die Antriebsarten das Hauptproblem bei Daimler Truck, sondern die fehlenden Chips und der Mangel an Fahrern. Laut dem Handelsblatt können daher Tausende LKW nicht ausgeliefert werden.

    Trotz dieses Zustands konnte der Konzern im 2. Quartal über 4.000 Fahrzeuge mehr absetzen als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 18% auf 12,1 Mrd. EUR. Beim EBIT legte man sogar um 24% zu auf rund 1 Mrd. EUR. Der Auftragsbestand bleibt auf einem hohen Niveau und das trotz der Preiserhöhung bei den LKW. Die bisherigen Prognosen für 2022 wurden bestätigt und man geht von einem Umsatz zwischen 48 und 50 Mrd. EUR bei einer Marge von 7-9% aus. Der Finanzvorstand Jochen Goetz kommentierte: „Angesichts der anhaltenden Herausforderungen in der Lieferkette sowie bei Rohstoffen und Energiepreisen können wir mit unseren Q2-Ergebnissen zufrieden sein.“

    Die Rahmenbedingungen für die Nachfrage von Nutzfahrzeugen bleibt auch im zweiten Halbjahr gut und der Konzern erwartet, dass die Lieferkettenprobleme weniger werden. Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen gab es vier Kaufempfehlungen, unter anderem von der Deutschen Bank und Goldman Sachs. Dabei wurden Kursziele zwischen 35 und 52 EUR ausgerufen. Die Aktie handelt aktuell bei 28,60 EUR und hat demnach noch Aufwärtspotential. Vor allem wenn es dem Konzern gelingt, den Halbleitermangel zu beseitigen.

    dynaCERT – IAA Transportation rückt näher

    dynaCERT ist im Besitz einer patentierten Technologie namens HydraGEN, die es Dieselfahrzeugen ermöglicht ihre Emissionen um über 50% zu senken. Der Ausstoß des giftigen Nanox wird sogar um bis zu 88% reduziert. Zusätzlich wird der Kraftstoffverbrauch gesenkt und die Haltbarkeit des Motors erhöht. Erreicht werden diese Effekte durch die Einspeisung von Wasserstoff- und Sauerstoffgasen in den Verbrennungsmotor. Es wird also schon an der Quelle der Emission eine vollständige und saubere Verbrennung durch den Zusatz von Wasserstoff erreicht. In einem Interview verriet CEO Jim Payne, dass er sich in Gesprächen mit einigen der größten Unternehmen in Nordamerika befindet.

    Der Knackpunkt sind aktuell die CO2-Zertifikate. Viele Unternehmen sind offensichtlich bereit die Technologie von dynaCERT einzusetzen, sobald sie dafür Emissionsgutschriften erhalten. Hier hat das Unternehmen in Coronazeiten die richtigen Schritte eingeleitet und sich an VERRA gewandt, die zu den Größen im Bereich Genehmigung und Registrierung von Emissionsgutschriften gehören. Seit zwei Jahren arbeitet man auf das große Ziel hin und hat mit der unternehmenseigenen HydraLytica Software ein Tool zur Messung geschaffen. Der CEO geht davon aus, dass die Zertifizierung mit dem Verified Carbon Standard-Siegel noch in diesem Jahr kommt.

    Idealerweise gelingt dieser Meilenstein vor der IAA Transportation in Hannover, die vom 20. bis 25. September stattfindet. Dort wird sich das Unternehmen in Halle 24, Stand D15 präsentieren. Mit der Zertifizierung hätte das Unternehmen alle Verkaufsargumente auf seiner Seite und dann sollte dem Aufschwung bei dynaCERT nichts mehr im Wege stehen. Nachdem die Aktie einen Monat lang nur seitwärts lief, waren am 15. August plötzlich größere Käufer zu sehen. Die Aktie legte sofort um mehr als 40% auf aktuell 0,145 CAD zu. Kommen die Zertifikate, wird das aktuelle Jahreshoch von 0,30 CAD schnell angelaufen werden.

    Nikola – Produktion und Absatz läuft

    Die Nikola Corporation ist ein Technologie-Innovator und -Integrator, der an der Entwicklung von Energie- und Transportlösungen arbeitet. Das Unternehmen ist in zwei Geschäftsbereichen tätig: Truck und Energy. Der Geschäftsbereich Truck entwickelt und vermarktet batteriebetriebene wasserstoffelektrische (FCEV) und batteriebetriebene (BEV) Sattelschlepper für den LKW-Sektor. Der Geschäftsbereich Energie entwickelt und baut ein Netz von Wasserstofftankstellen und bietet BEV-Ladelösungen für seine FCEV- und BEV-Kunden sowie für andere Drittkunden an.

    Das Unternehmen litt lange Zeit unter den zu großen Versprechungen des ehemaligen CEOs Trevor Milton. Aktueller CEO ist noch Mark Russell, doch der wird zum Jahresende den Weg für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von Opel, Michael Lohscheller, freimachen. Der Deutsche gilt als Automobilexperte und soll den Konzern in eine bessere Zukunft führen. Im zweiten Quartal hat das Unternehmen 50 E-LKW produziert, von denen 48 an Kunden ausgeliefert werden konnten. Bis Jahresende sollen zwischen 300 und 500 Fahrzeuge produziert werden.

    Was die wasserstoffbetriebenen LKW angeht, so befindet sich das Unternehmen noch in der Betaphase. Die ersten Schritte Richtung Europa sind auch gemacht. Mit dem Partner Iveco wurde eine erste Version des BEV für den europäischen Markt gefertigt. Wichtig ist nach wie vor, das Unternehmen zu stabilisieren. Zuletzt tauchten Übernahmegerüchte auf. Nikola könnte demnach ein Ziel für Toyota Motors oder Stellantis sein. Die Spekulationen führten dazu, dass die Aktie deutlich angesprungen ist. Von 4,42 USD ging es in der Spitze bis auf 8,97 USD. Zuletzt kam es zu Gewinnmitnahmen und man zahlt aktuell 6,72 USD für einen Anteilsschein.


    Es werden immer mehr Frachtfahrzeuge benötigt, um die Waren zu transportieren. Will man die hochgesteckten Klimaziele erreichen, benötigt man Alternativen. Daimler Truck fährt mittlerweile genauso zweigleisig, was den Antrieb angeht, wie Nikola. Noch hat bei beiden Unternehmen die Elektroversion einen Vorsprung. dynaCERT dagegen hilft den Unternehmen direkt, ihre Emissionen beim bestehenden Fuhrpark zu reduzieren. Erhält man in Zukunft CO2-Zertifikate für den Einsatz der dynaCERT Produkte, dann kann das zum Gamechanger werden.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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