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07.02.2025 | 05:00

Alibaba, Credissential, MicroStrategy – innovative Geschäftsmodelle: Wo liegt das versteckte Potenzial?

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Bildquelle: pixabay.com

In dieser Woche sorgte die jüngste Ankündigung der US-Notenbank, die Leitzinsen vorerst unverändert zu lassen, nur kurzzeitig für Beruhigung. Stattdessen dominieren die Sorgen um eine anhaltende Stagflationsgefahr und die disruptive Kraft Künstlicher Intelligenz die Debatten. Drei Unternehmen, scheinbar getrennt durch Branchen und Ländergrenzen, verbindet mehr, als es der erste Blick erahnen lässt: Sie alle haben ihre DNA tief in der Digitalisierung verankert und setzten auf Wachstumsstrategien. Wir sehen uns heute an, wessen Geschäftsmodell aufgrund der US-Zölle Probleme bekommen könnte und welche Geschäftsmodelle sicher erscheinen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , CREDISSENTIAL INC | CA22535J1066 , MICROSTRATEG.A NEW DL-001 | US5949724083

Inhaltsverzeichnis:


    Alibaba – Innovation durch die KI-Cloud-Technologie

    Die Alibaba Group ist in den Wettbewerb um die beste Künstliche Intelligenz eingestiegen, insbesondere durch die Weiterentwicklung ihres Modells Qwen 2.5-Max. Mit einer Kombination aus Reinforcement Learning and Human Feedback (RLHF) und supervisierter Feinabstimmung erzielt das Modell bedeutende Ergebnisse in Benchmarks wie Arena-Hard und LiveBench. Integrationsprojekte in Alibabas Cloud-Sparte haben dabei bereits zweistelliges Wachstum generiert was zeigt, wie sehr KI-Produkte treibende Kräfte für die Umsätze sind. Die effiziente Architektur des Modells, das durch Mixture-of-Experts-Methoden punktet, steigert die Relevanz von Anfragen, während FLOPs reduziert und Kosten optimiert werden.

    Alibaba verzeichnete im vergangenen Quartal ein Umsatzwachstum von 6,37 % auf 33 Mrd. USD womit die Analystenerwartungen übertroffen wurden. Allerdings fiel das Betriebsergebnis um 3 % auf rund 2 Mrd. USD und der Nettogewinn brach sogar um 86 % auf 455 Mio. USD ein. Diese Rückgänge sind allerdings auf höhere Investitionen und einmalige Kosten zurückzuführen. Die Investitionen flossen in die Cloud-Infrastruktur und das internationale E-Commerce Geschäft. Mit den neuen US-Zöllen könnte ein Teil des Geschäfts von Plattformen wie AliExpress oder Cainiao wegfallen. Zuletzt weigerte sich U.S. Postal Service Pakete aus China und Hongkong anzunehmen.

    Die strategische Fokussierung auf Kernbereiche wie E-Commerce und Cloud-Computing treibt Alibabas Effizienz voran. Verkäufe von nicht-zentralen Beteiligungen, wie denen an Intime und Sun Art, zeigen die klare Priorität auf digitalen Geschäftsmodellen. Für 2025 sehen Analysten ein Kursziel von durchschnittlich 133,90 USD. Dieses wird von einem umfangreichen Aktienrückkaufprogramm gestützt. Am 19. Februar, erscheinen die neuen Quartalszahlen. Man darf gespannt sein. Die Aktie ist im Vorfeld schon gestiegen und notiert aktuell bei 101,13 USD.

    Credissential - KI-Pionier mit Ambitionen im Fintech- und Automobilmarkt

    Credissential, ein kanadisches Fintech-Unternehmen, setzt auf Künstliche Intelligenz, um zwei zentrale Märkte zu revolutionieren: den digitalen Autohandel und Fintech. Mit der App „DealerFlow“ adressiert das Unternehmen den Automobilsektor: „DealerFlow“ integriert einen KI-gestützten Verkaufstrichter, der Kundenpräferenzen analysiert und passende Fahrzeuge vorschlägt – selbst wenn der lokale Händler diese nicht vorrätig hat. Durch die Vernetzung von unabhängigen Fahrzeughändlern in den USA, von denen es rund 60.000 gibt, entsteht ein virtueller Großbestand, der Kunden bindet und Zusatzgeschäfte wie Finanzierungen oder Versicherungen erleichtert. Dabei ist die App benutzerfreundlich für mobile Geräte optimiert und sicher.

    Bis 2026 strebt Credissential die Anbindung von 250 Händlern an, um die Profitabilitätsschwelle zu erreichen. Mit einem US-Marktvolumen von 38,6 Mio. Gebrauchtfahrzeugen (2023) birgt die Skalierung erhebliches Potenzial. Gemeinsam mit der firmeneigenen Zahlungsplattform „Antenna“ werden Synergien geschaffen. Die Finanz-App bietet sichere Transaktionen, Dateitransfers via QR-Codes die erst nach Bezahlung freigeschaltet werden, die Integration von Kryptowährungen durch die Privy Wallet und das alles mit einer Post Quantum Kryptografie. Damit ist die App auch sicher vor Angriffen durch Quanten-Computer und somit zukunftssicher.

    Nachdem in Japan rund 80 % aller Banken auf die XRP-Technologie von Ripple umsteigen wollen, um von Kostensenkungen, höherer Geschwindigkeit, Effizienz und Skalierbarkeit zu profitieren und auch in den USA erste Großbanken wie Goldman Sachs auf RiplleNet setzen hat Credissential entschieden, dass Kryptowährungen zu einem Teil der Unternehmensstrategie gehören. Das Unternehmen plant, möglicherweise 500.000 US-Dollar in Ripple (XRP) und Stellar (XLM) zu investieren, um die Barreserven gegen Inflation abzusichern und von regulatorischen Trends zu profitieren. CEO Colin Frost betont die Synergien mit der Blockchain-Technologie, die bereits in der Zahlungsplattform „Antenna“ genutzt wird. Bei einem momentanen Kurs von 0,11 CAD je Aktie kommt das Unternehmen auf eine Marktkapitalisierung von gerade einmal rund 6,1 Mio. CAD.

    MicroStrategy – benennt sich um

    MicroStrategy, früher bekannt für seine Software-Wurzeln, hat seinen Fokus auf Bitcoin und digitale Kapitalmärkte nach einem Corporate Rebranding geschärft und will sich in Strategy umbenennen. CEO Phong Le betonte die kürzliche Aufnahme in den NASDAQ 100 als Katalysator für die institutionelle Bitcoin-Adaption, während drei neue Vorstandsmitglieder mit Krypto-Expertise auf tiefere Marktambitionen hindeuten. CFO Andrew Kang hob hervor, dass das 4. Quartal 2024 die bisher größte Bitcoin-Akkumulation des Unternehmens markierte. Executive Chairman Michael Saylor bekräftigte die Strategie des „unbegrenzten Haltens“. Die Abonnementeinnahmen stiegen um 48 % im Jahresvergleich, während die Softwareverkäufe um 3 % zurückgingen, was den Übergang zu cloudbasierten Diensten widerspiegelt.

    MicroStrategys Software-Umsatz im 4. Quartal sank um 3 % auf 121 Mio. USD, während die jährlichen Abonnementeinnahmen um 32 % auf 106,7 Mio. USD stiegen. Das Unternehmen erwarb im letzten Quartal 218.887 Bitcoins zu einem Durchschnittspreis von 93.600 US-Dollar, wodurch sich die Gesamtbestände auf 471.107 Bitcoins beliefen. Eine Eigenkapitalanpassung von 12,75 Mrd. USD, verbunden mit neuen Bilanzierungsstandards für Bitcoin, wird die Ergebnisse des 1. Quartals stärken. Trotz dieser Gewinne verzeichnete das Unternehmen einen bereinigten Verlust je Aktie von 3,20 USD, bedingt durch Bitcoin-Wertminderungen. Das Management hob eine Bitcoin-Rendite von 74,3 % für 2024 hervor, revidierte jedoch das Ziel für 2025 auf 15 %, was der breiteren Marktvolatilität Rechnung trägt.

    MicroStrategy strebt für 2025 einen Bitcoin-bedingten Gewinn von 10 Mrd. USD an, unterstützt durch einen Kapitalbeschaffungsplan von 42 Mrd. USD bis 2027. Festverzinsliche Wertpapiere, darunter Wandelanleihen, sollen die Akquisitionen finanzieren, während die Verschuldung auf 20–30 % der Bitcoin-Bestände begrenzt bleiben soll. Mit dem Bitcoin-Preis als Anker der Bilanz hängt der Erfolg von MicroStrategy von der Umsetzung ab – und davon, ob seine mutigen Wetten die Marktskepsis übertreffen können. Für Anleger sind die Risiken so hoch wie die Volatilität, die das Unternehmen in Kauf nimmt.


    Die Geschäftsmodelle von Alibaba, Credissential und MicroStrategy zeigen Stärken, aber auch Risiken. Alibaba setzt erfolgreich auf KI-gesteuertes Cloud-Wachstum, wird jedoch durch rückläufige Gewinne und US-Zölle herausgefordert. Diese Probleme hat Credissential nicht und punktet mit innovativen Fintech-Ansätzen und digitalisiert den Autohandel. Durch die Digitalisierung des Geschäftsmodells ist es von Zöllen nicht betroffen. Auch MicroStrategys Bitcoin-Strategie zeigt sich immun gegen Zölle, bleibt aber hochriskant, denn das Geschäftsmodell ist abhängig vom Kurs des Bitcoins.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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