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08.11.2021 | 06:15

Varta, Manganese X Energy, BYD – Batterien werden immer wichtiger

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Bildquelle: pixabay.com

Batterien gibt es schon lange, doch die alten Blei-Säure-Akkus werden nach und nach von Lithium-Ionen-Akkus verdrängt, die sich wesentlich öfter aufladen lassen und somit eine deutlich längere Lebensdauer haben. All diese Akkus benötigen Rohstoffe wie Kobalt, Nickel oder Mangan. Der Abbau von Kobalt hat nicht den besten Ruf. Tesla senkte bereits den Anteil. Die Alternative lautet Mangan. Mit der Elektrifizierung von Autos springt die Nachfrage nach diesem Rohstoff spürbar an, denn der Kampf um die langlebigste Batterie, größte Reichweite und schnellste Ladefähigkeit ist in vollem Gange. Wir werfen einen Blick auf drei Unternehmen aus dem Sektor.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Armin Schulz
ISIN: VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , MANGANESE X ENERGY | CA5626781028 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296


Varta – Prognosesenkung

Varta schwamm lange Zeit auf einer Euphoriewelle, da das Unternehmen führend im Bereich der Knopfzellenbatterie ist. Diese Akkus halten länger und das ist insbesondere bei kabellosen Kopfhörern extrem wichtig. Auf diese Weise konnten große Kunden wie Apple und Co. gewonnen werden. Das Unternehmen nahm sich auch sehr schnell dem E-Auto-Akku an. V4Drive wurde dieses Jahr vorgestellt und mit Porsche ist ein namhafter Partner gewonnen. Noch in diesem Jahr soll die Pilotanlage zur Produktion fertiggestellt werden.

Während Anleger noch auf Quartalszahlen am 11. November warten, musste das Unternehmen am vergangenen Freitag vorab seine Prognose nach unten korrigieren. Der Grund liegt bei den gestörten Lieferketten, sodass einige Varta Kunden nicht mehr produzieren konnten und somit weniger Batterien benötigt wurden. Der Batteriehersteller prognostiziert daher nun 900 Mio. EUR Umsatz (zuvor 940 Mio. EUR) bei einem Gewinn um etwa 270 Mio. EUR. Die Marge liegt somit bei etwa 30%.

Anleger reagierten mit panikartigen Verkäufen und drückten die Aktie bis auf das Niveau von 99,70 EUR. Von der dortigen Supportzone aus konnte der Wert bis auf 110,85 EUR korrigieren und liegt nun wieder auf dem Niveau von Anfang Oktober, als die Rallye bis 135,60 EUR einsetzte. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Kurslücke geschlossen werden kann oder ob die Verkäufe weitergehen. Als Anleger sollte man sich die Quartalszahlen am 11. November genauer anschauen.

Manganese X Energy – auf dem Weg zum Produzenten

Manganese X Energy hat seinen Sitz in Kanada und erforscht und entwickelt sein Projekt Battery Hill, auf dem bereits Mangan-Vorkommen nachgewiesen wurden. Das Gebiet ist 1.228 Hektar groß, verfügt über 55 Claims und befindet sich in der Nähe von Woodstock. Es ist in fünf Zonen unterteilt: Iron Ore Hill, Moody Hill, Sharpe Farm, Wakefield und Maple Hill. Es soll die größte Manganquelle in Nordamerika beherbergen mit etwa 194 Mio. Tonnen. Die offizielle Mineralressourcenschätzung geht von 34,86 Mio. Tonnen nachgewiesenem Mangan mit einem Gehalt von 6,42% aus. Die vermuteten Mineralressourcen wurden mit 25,91 Mio. Tonnen und einem Gehalt von 6,66% angegeben.

Kemetco Research ist nun mit der vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung beauftragt. Am 12. Oktober konnte das Unternehmen verkünden, dass das metallurgische Programm der Phase 3 deutliche Kostenreduzierungen gebracht hat. Es konnte außerdem die Reinheit des Mangansulfat-Monohydrats, das für die Kathodenherstellung benötigt wird, auf 99,95% bestätigt werden. Damit erreicht man EV-konforme Werte. Der Abschluss der Phase 3 müsste in den kommenden Wochen erfolgen. Das Unternehmen ist somit einen Schritt weiter, um die komplette Wertschöpfungskette der Manganproduktion abbilden zu können. Zusätzlich zum Hauptprojekt gibt es noch 'Peter-Lake', das 2.568 Hektar groß ist und in Quebec liegt. Dort wurden bereits Kupfer, Nickel, Kobalt, Gold und Silber ausgemacht.

Der Batteriemarkt wächst rasant und auch die Nachfrage nach Mangan wird wachsen. In Hinblick auf die Unabhängigkeit von China bietet Manganese X Energy als einziges in Nordamerika gelistetes Mangan-Börsenunternehmen ein Alleinstellungsmerkmal. Die Aktie notiert aktuell bei 0,365 Kanadischen Dollar (CAD) und ist von den Höchstständen bei 1,11 CAD noch weit entfernt. Fällt die Wirtschaftlichkeitsanalyse positiv aus, könnte die Aktie anspringen.

BYD – starke Absatzzahlen im Oktober

BYD ist als Hersteller von Elektrofahrzeugen bekannt, doch angefangen hat der Konzern mit der Produktion von Batterien. Im EV-Bereich hatte sich das Unternehmen bereits durch ihre sogenannten Blade Batterien, die auf Basis von Lithium-Eisenphosphat (LFP) produziert werden, einen Namen gemacht. Es gibt immer wieder Gerüchte, dass Tesla sich die Akkus von BYD gesichert habe, doch bestätigt ist das bisher nicht. Es ist allerdings bekannt, dass Elon Musk mehr auf LFP setzen will.

Im Oktober konnte das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr 249% mehr Elektrofahrzeuge absetzen. Insgesamt konnten 81.575 Fahrzeuge verkauft werden. Damit wurden selbst die guten Zahlen aus September nochmals um über 12% übertroffen. Das Unternehmen hat auch einen Photovoltaik Stromspeicher entwickelt, um auch in diesem Bereich zu punkten. Die frühe Expertise bei der Entwicklung von Batterien könnte sich hier auszahlen.

Die Aktie hat nach ihren Tiefs im Mai bei 14,12 EUR einen robusten Aufwärtstrend aufgenommen und notiert aktuell bei 34,15 EUR. Dieser Trend bleibt intakt solange es keinen Schlusskurs unterhalb von 25,05 EUR gibt. Läuft der Absatz der Elektrofahrzeuge weiterhin so gut, dürfte der Trend nicht gebrochen werden. Sollte es dann noch Verträge mit Tesla geben, wird die Aktie weiter anziehen.


Batterien und Akkus spielen eine immer größere Rolle. Firmen forschen an immer besseren Technologien, um die Effizienz zu steigern. Varta ist die unangefochtene Nummer 1, was Knopfzellen angeht. Ob sich V4Drive gegen die Konkurrenz durchsetzen kann, muss sich zeigen. Manganese X Energy geht einen anderen Weg und will Batteriehersteller mit hochreinem Mangansulfat versorgen. Die Nachfrage nach diesem Rohstoff wird steigen. BYD ist mittlerweile sehr diversifiziert aufgestellt. Die Elektroauto Sparte dominiert aktuell, aber das Unternehmen will auch mit dem Vertrieb seiner Blade-Batterien an andere Hersteller punkten. Dabei profitiert es von Synergien.


Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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