Menü schließen




01.07.2025 | 05:10

Rheinmetall, Antimony Resources, Xiaomi – Absolut im Trend

  • Rüstung
  • kritische Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Zwar wird die Luft aufgrund der hohen Bewertungen, speziell an den US-Börsen, dünner, dennoch streben die großen Indizes neue Höchststände an, die Technologiebörse Nasdaq 100 konnte sogar mit über 22.660 Punkten ein weiteres Allzeithoch erklimmen. Stark im Trend bewegen sich neben den beliebten Rüstungsaktien auch Unternehmen, die sich der Produktion von kritischen Metallen annehmen. Neben dem Wolframproduzenten Almonty Industries könnte nun ein noch unbekannter Player durchstarten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , ANTIMONY RESOURCES CORP | CA0369271014 , XIAOMI CORP. CL.B | KYG9830T1067

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall – Wie an der Schnur gezogen

    Renk, Hensoldt oder eben Rheinmetall. Was noch vor wenigen Jahren undenkbar war, Aktien von als „sozial schädlich“ abgestempelten Unternehmen ins Depot zu legen, ist die heutige Realität. Und dass die Hausse im Rüstungssektor ein Ende nehmen könnte, scheint aktuell, trotz bereits ambitionierter Bewertungen, eher unwahrscheinlich. Die Zeitenwende treibt die Kurse, und die Politik ebnet den Weg für weitere Kurssteigerungen.

    Vielmehr sorgen die Beschlüsse des jüngsten NATO-Gipfels in Den Haag für neue Impulse an den Börsen. Die Mitgliedsstaaten des Bündnisses einigten sich darauf, ab dem Jahr 2035 jährlich mindestens 5 % ihres Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung und Sicherheit zu investieren.

    Diese Zielmarke liegt deutlich über den bisherigen Vereinbarungen und signalisiert eine langfristige Aufstockung der militärischen Budgets. Bereits im Vorfeld hatten entsprechende Ankündigungen die Kurse von Rüstungsunternehmen spürbar nach oben getrieben. Anleger werten die Entscheidung als klare strategische Weichenstellung, die der Branche stabile und wachsende Auftragsvolumina sichern dürfte.

    Die Aussicht auf prall gefüllte Auftragsbücher macht den Sektor für Investoren zunehmend attraktiv, nicht zuletzt vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und wachsender Anforderungen an die Bündnisverteidigung. Durch die Neuregelung zeigen sich auch weiterhin Analysten euphorisch. Die US-Bank J.P. Morgan hat das Rating mit „Overweight“ wiederholt und sieht für die Branche aufgrund der Erhöhung der Länderausgaben auf viele Jahre hinaus positive Aussichten.

    Antimony Resources – Kritisch und knapp

    Aufgrund der unsicheren geopolitischen Lage sowie dem Handelsstreit zwischen China und dem Rest der Welt könnte es schnell vorbei sein mit der Lieferung von kritischen Rohstoffen. Gesprengte Lieferketten und exorbitante Preise für die knappen Güter wären die Folge. Einen ersten Aufschrei gab es vor wenigen Wochen mit der Ankündigung des Irans, die Straße von Hormus zu sperren, was fatale Folgen für die globalen Handelswege gehabt hätte.

    Beim Halbmetall Antimon ist die Lage in der Tat als kritisch zu bezeichnen, vor allem in der EU und den USA. China produziert rund 80 % der weltweiten Antimonmenge und dominiert damit den globalen Markt deutlich. Anwendung findet es in Batterien, Flammschutzmitteln, Legierungen, Elektronik und der Rüstungsindustrie. Und China setzte bereits Ende des vergangenen Jahres seine Waffen ein, indem es Exportbeschränkungen veranlasste. Es herrscht massive Knappheit in westlichen Gefilden, und alternative Produzenten werden händeringend gesucht.

    Antimony Resources hat sich auf die Fahne geschrieben, ein führender Antimon-Lieferant außerhalb Chinas zu werden. Das kanadische Unternehmen treibt die Entwicklung des Antimonprojekts Bald Hill in New Brunswick mit hohem Tempo voran. Anfang Juni sicherte sich das Unternehmen durch eine Privatplatzierung 318.100 CAD frisches Kapital, das direkt in die laufende Exploration und die Ressourcenerweiterung fließt. Parallel dazu wurde das Projektgebiet um 650 Hektar erweitert, wodurch zusätzliche vielversprechende Zonen abgedeckt werden, die auf historische Explorationsdaten zurückgehen.

    Im Fokus steht eine laufende Bohrkampagne über 2.500 m, von der bereits 1.600 m abgeschlossen sind. Die Ergebnisse bestätigen das hohe Potential des Projekts: In 80 % der Bohrlöcher wurde sichtbares Antimonmineral entdeckt, darunter eine vielversprechende 20-m-Zone. Frühere Bohrungen hatten bereits Gehalte von 20,9 % über 2,29 m sowie 11,7 % über 4,5 m nachgewiesen. Auch Oberflächenproben stützen die Erwartungen. Sie zeigen eine durchgehende Mineralisierung auf einer Länge von über 300 m mit Potenzial zur Ausdehnung.

    Ziel ist es, bis Ende 2025 eine erste eigene Ressourcenschätzung vorzulegen, um sich als unabhängige Antimonquelle für industrielle Abnehmer zu positionieren. Zudem hat sich das Unternehmen ein Optionsrecht auf ein zweites Projekt in der Region gesichert, das unter dem Namen "Antimony 2.0" firmiert.

    Die Antimony-Aktie konnte in den vergangenen Tagen deutlich auf 0,16 CAD zulegen. Sollte sich die Lage mit China zuspitzen, dürfte die aktuelle Marktkapitalisierung von 6,04 CAD pulverisiert werden.

    Xiaomi – Dicke Überraschung

    Der chinesische Smartphone- und Elektronikhersteller Xiaomi sorgt mit seinem neuen Elektro-SUV YU7 für Aufsehen auf dem Automarkt. Innerhalb von nur einer Stunde gingen 289.000 Reservierungen für das neue Modell ein, fast dreimal so viele wie von Analysten erwartet. Damit setzt Xiaomi die etablierten Player wie Tesla in seinem wichtigsten Markt China zunehmend unter Druck. Der YU7 konkurriert direkt mit dem Model Y, dem bisher meistverkauften SUV im Land.

    Schon das erste Xiaomi-Fahrzeug, der SU7, hatte Teslas Model 3 beim Absatz übertroffen. Marktbeobachter rechnen nun mit weiteren Marktanteilsverlusten und möglichen Preisanpassungen bei Tesla.

    Finanziell zeigt sich Xiaomi insgesamt auf Wachstumskurs. Im ersten Quartal stieg der Konzernumsatz um 47,4 % auf 111,3 Mrd. CNY, während der bereinigte Nettogewinn um 64,5 % auf 10,7 Mrd. CNY zulegte. Auch im Automobilgeschäft soll Xiaomi noch in diesem Geschäftsjahr die Gewinnzone erreichen. Der Bereich verzeichnete bislang einen Quartalsverlust von rund 500 Mio. CNY, bei einem Umsatz von 18,1 Mrd. CNY. Auch damit schlug Xiaomi die Prognosen der Analysten.


    Der Rüstungsboom dürfte aufgrund der Zeitenwende und der Aufrüstung der Länder weiterlaufen. Xiaomi macht mit seinem neuen Modell Jagd auf Tesla. Antimony Resources dürfte von der Knappheit des kritischen Metalls Antimon profitieren.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 13.03.2026 | 05:20

    Almonty Industries: Analysten-Kursziele steigen weiter, jetzt schon auf 25,80 USD – Das steckt hinter den neuen Kurszielen

    • Almonty Industries
    • Wolfram
    • Molybdän
    • Sangdong
    • Panansqueira
    • Gentung Browns Lake
    • Abnahmeverträge
    • systemrelevant
    • kritische Rohstoffe

    Es geschieht nicht oft, dass ein jahrzehntelang stabiler Rohstoffmarkt grundlegend aus den Fugen gerät. Doch genau das erleben wir derzeit beim Wolfram. China drosselt die Exporte, das US-Verteidigungsministerium verbietet chinesisches Wolfram ab 2027, und die Preise schnellen auf historische Höchststände. Inmitten dieses perfekten Sturms steht ein Unternehmen, das seit Jahren still und beharrlich an einer westlichen Alternative gebaut hat: Almonty Industries. Während die Welt nach Lösungen sucht, hat der kanadische Produzent seine Sangdong-Mine in Südkorea gerade in Betrieb genommen, genau zur richtigen Zeit am genau richtigen Ort.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 12.03.2026 | 05:20

    Antimony Resources: Warum ein Krieg im Iran die stille Antimon-Krise entfesselt

    • Antimony Resources
    • kritischer Rohstoff
    • Antimon
    • Rüstung
    • Rüstungsindustrie
    • Munition
    • Halbleiterindustrie
    • Flammschutz

    Die ersten 48 Stunden eines modernen Konflikts verschlingen Milliarden und offenbaren eine gefährliche Abhängigkeit. Als Ende Februar 2026 die Kampfhandlungen im Iran eskalieren rechnet das Pentagon mit Munitionskosten von 5,6 Mrd. USD allein für die ersten beiden Tage. Über 2.000 Präzisionswaffen treffen mehr als 5.000 Ziele. Was in dieser Aufstellung jedoch fehlt, ist die Frage nach dem Material, aus dem die Geschosse sind. Hinter jeder abgefeuerten Rakete verbirgt sich ein stiller, aber entscheidender Rohstoff: Antimon. Das Halbmetall härtet Bleigeschosse, sorgt für Präzision in Zündhütchen und ermöglicht die Wärmebildtechnik in den Lenksystemen. Und genau hier beginnt das eigentliche Problem.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 10.03.2026 | 05:10

    Almonty Industries, Glencore, Rio Tinto – Kampf um kritische Rohstoffe eskaliert

    • kritische Rohstoffe

    Die globale Rohstofflandschaft steht vor einer Zeitenwende. Exportrestriktionen, geopolitische Spannungen und der massive Bedarf aus Rüstung, Energiewende und Hightech treiben die Preise strategischer Metalle nach oben. Besonders kritische Rohstoffe geraten zunehmend unter Druck, während wichtige Förderländer ihre Lieferketten stärker kontrollieren. Analysten sprechen bereits von einer strukturellen Neubewertung ganzer Rohstoffmärkte. Gleichzeitig profitieren ausgewählte Produzenten und Handelskonzerne von steigenden Preisen, neuen Projekten und strategischen Allianzen entlang der Lieferketten. Für Investoren rücken damit Unternehmen in den Fokus, die Zugang zu knappen Metallen sichern und eine Schlüsselrolle in der neuen Rohstoffordnung spielen könnten.

    Zum Kommentar