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11.01.2021 | 04:50

Defense Metals, Millennial Lithium, Orocobre: Metalle explodieren!

  • Metalle
Bildquelle: pixabay.com

Die Rallye bei den Industrierohstoffen geht weiter – die Edelmetalle hingegen erleben den größten Tageseinbruch seit November. Die Gründe sind einfach, wenngleich nicht immer offensichtlich: Die Konjunkturdynamik wurde seit Mitte des letzten Jahres unterschätzt, Analysten rücken derzeit sukzessive von ihren düsteren Vorhersagen ab. Gerade Minen der Industriemetallsparte haben nach dem Pandemie-Ausbruch und den daraus folgenden Schließungen geringere Förderungen und Explorationen vorzuweisen, manche wurden nach Preiseinbrüchen sogar geschlossen. Nun läuft der Hase andersrum: Metalle, vorneweg Kupfer und Lithium sind stark gefragt und schießen in die Höhe, die Aktien der Produzenten folgen. Anders läuft es mit den Edelmetallen: Der Absicherungsbedarf sinkt, die Risikoneigung steigt: Edelmetalle werden somit tendenziell abgebaut. Der Gesamtmarkt folgt dem allgemeinen Kampfgeschrei: RISK-ON!

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: André Will-Laudien
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Defense Metals – 100% Aufschlag in 4 Wochen

WKN: A2PBZ4 ISIN: CA2446331035 Symbol: 35D
Für die Herstellung von Hightech-Geräten braucht es Seltene Erden. Es ist auch keine bahnbrechende News, dass „selten“ im wahrsten Sinne des Wortes eben mit „sehr wenig“ gleichzusetzen ist. Vorkommen von Seltenen Erden gibt es vor allem in China (mehr als 80% der Weltvorräte) sowie Nordamerika. Wir sprechen insbesondere von den elektromagnetisch wichtigen Metallen wie Neodymium, Praseodymium, Dysprosium und Terbium. Nach aktuellen Studien wird die Nachfrage in 10 Jahren bei der 5-fachen Menge des heutigen Bedarfs liegen, hier werden die aktuellen E-Mobilitäts- und Stromspeicherindustrien schlichtweg extrapoliert. Doch wer liefert diese Mengen?

Aktuell sind sich die Regierungen weltweit einig, dass man längst von strategischen Metallen spricht, und eine Angebotsseite, die von China dominiert wird, nicht das Ei des Kolumbus sein kann. Also sucht man nach neuen Vorkommen, die in ihrer Erschließung die sukzessiv entstehenden Angebotslücken schließen könnten. Der Explorer Defense Metals ist einer der Aspiranten, der sich mit wichtigen finanziellen Erfolgen einen großen Schritt nach vorne bringt. Zum einen wurden Warrants (Call-Optionen) ausgeübt und spülten 631.000 CAD in die Kasse und dann gab es noch ein Private Placement zu 0,20 CAD im Gegenwert von 200.000 CAD.

Damit kann die Machbarkeitsstudie erledigt werden, sie ist der nächste Schritt für die Berechnung einer Minenfinanzierung- oder auch ein Indiz wie werthaltig das Vorkommen in Wicheeda, British Columbia wirklich ist. Normalerweise fallen Aktien bei der Bekanntgabe neuer Stücke erst mal, bei Defense kam es zu einem Kaufrausch auf fast 0,40 CAD. Die Marktteilnehmer haben wohl erkannt, dass es in den nächsten Jahren mindestens 50% mehr Minenangebot geben muss, das geht aber nur mit schnellen Neuerschließungen. Die Defense-Kapitalisierung erreicht aktuell 22,8 Mio. CAD, was für die kommende Knappheitssituation immer noch einen klaren Kauf darstellt.

Millennial Lithium Corp – Jetzt geht`s in den Flugmodus

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Wer auf den Kurs der TESLA-Aktie schaut, der kann sich ausmalen, wie die Finanzindustrie die Parameter für die E-Mobilität gesetzt hat. 100% Wachstum pro Jahr und das vor allem in Asien und Nordamerika, Europa auf Platz 3. Die Regierungen weltweit hoffen bei der Erreichung ihrer Klimaziele auf die positiven Effekte der E-Mobilität, das benötigt alle Arten von Batteriemetallen allen voran Lithium, Kobalt, Graphit und Mangan.

Ein großer Besitzer von Lithium ist Millennial. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung seines Vorzeige-Projekts Pastos Grandes, das in der Provinz Salta im Lithium-Dreieck von Argentinien liegt. Zu den Lithiumproduzenten in diesem Dreieck zählen SQM, Albemarle, Livent Corp. und Orocobre. Die Standardproduzenten SQM und Abermale haben ihre Förderung zuletzt um 30% ausgedehnt, langfristig ist die Nachfrage aber über deren Kapazitäten. Millennial hat vor kurzem eine Machbarkeitsstudie für sein Projekt Pastos Grandes abgeschlossen, welche unter anderem nachgewiesene Reserven von 179.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent (LCE) und wahrscheinliche Reserven von 764.000 Tonnen LCE ergab.

Die wirtschaftliche Analyse aus der Studie ergab eine solide Wirtschaftlichkeit für einen Abbau-Betrieb mit 24.000 Tonnen LCE in Batteriequalität pro Jahr mit einer initialen Investition von 442 Mio. USD. Der errechnete Netto-Barwert der Mine ergibt sich zu 1,1 Mrd. USD innerhalb einer Laufzeit von 8 Jahren. Mit den verwendeten Lithium-Preisen liefert das eine interne Rendite von 24,4% per annum.

Die Millennial-Aktie konnte seit Oktober 2020 ganze 150% zulegen, doch mit dem letzten Sprung auf 2,42 EUR setzten Gewinnmitnahmen ein. Die Marktkapitalisierung ist nun bei knapp 200 Mio. EUR angelangt – das ist sehr viel für einen Explorer.

Orocobre Limited – Lithium aus dem Outback

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Ein weiterer Branchenvertreter ist Orocobre Limited, ein Bergbauunternehmen mit Sitz in Brisbane, Australien. Der Fokus liegt auf Explorationen in Argentinien, wo das Unternehmen Projekte in diversen Provinzen unterhält. Seit 2007 ist Orocobre Ltd. als Aktiengesellschaft an der australischen Börse notiert, auch hier hat sich der Kurs seit Oktober mehr als verdoppelt.

Der Salar Olaroz ist ein Salzsee in der Provinz Jujuy in Nordwest-Argentinien, nahe an der Grenze zu Chile. Gefördert werden vor allem Vorkommen an Lithium und Kalisalz (Pottasche). Nach Unternehmensangaben haben bisherige Messungen einen durchschnittlichen Lithiumgehalt von 700 ppm sowie ein Magnesium-Lithium-Verhältnis von 2,8:1 ergeben, der Kalisalzgehalt wird mit 1,3% angegeben. Insgesamt ein sehr interessantes Vorkommen.

Für die drei Monate bis September 2020 meldete Orocobre einen Rückgang der Produktion im Vergleich zum vorherigen Zeitraum, da die Covid-19-Beschränkungen ihren Tribut forderten. Die Lithiumproduktion erreichte 2.352 to, ein Rückgang gegenüber den 2.511 to, die im vorangegangenen Vergleichszeitraum produziert wurden, während die Verkaufsmengen für das Quartal aber um 112 % gegenüber dem Vorquartal auf 3.393 to stiegen. Die Umsatzerlöse erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 68% auf 10,5 Mio. USD, nachdem überschüssige Lagerbestände verkauft wurden. Der im Quartal erzielte durchschnittliche Verkaufspreis sank um beachtliche 21%, was auf eine strategische Marketingentscheidung zum Abbau überschüssiger Lagerbestände der Wettbewerber zurückzuführen ist. Mittlerweile ist der Preis aber wieder auf dem Weg nach oben.

Die Orocobre-Aktie notiert mit 3,15 EUR nahe ihrem 3-Jahreshoch, die Höchstmarke resultiert aus dem Jahr 2018 bei etwa 4,85 EUR. In der kurzfristigen Sicht ist der Anstieg als euphorisch zu bezeichnen, aber das Momentum ist entsprechend hoch.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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