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28.03.2024 | 04:45

Achtung: Uran trotz Energiewende! Passt das zusammen? Plug Power, Nel ASA, Kraken Energy und Renk Group im Fokus

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Bildquelle: pixabay.com

Es fühlt sich an wie ein Paradoxon. Die EU möchte bis 2050 weitgehend klimaneutral sein. Hauptaufhänger ist die Mobilität, Wärme- und Energie-Erzeugung. Deutschland nimmt als Kernland der EU die politische Führungsposition in den nötigen Maßnahmen ein. Während Frankreich, Polen, Finnland und Tschechien einen aktiven Ausbau der Kernenergie umsetzen, ist diese Energieform in vielen anderen Ländern nahezu tabu. Deutschland hat seine erneuerbaren Energiequellen mit Milliarden-Subventionen zu Lasten des Steuerzahlers und des Energiepreises auf über 50 % erhöhen können, trotzdem muss Berlin günstigen Strom aus dem Ausland zukaufen und auch Kohle und Gas zur Netzstabilität einsetzen. Klingt alles irgendwie verrückt, lustig wird es erst richtig, wenn der Wind nicht bläst und die Sonne nur hinter Wolken zu finden ist. Welche Aktien sollten in dieser Gemengelage Beachtung finden?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: RENK AG O.N. | DE000RENK730 , KRAKEN ENERGY CORP | CA50075X1024 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    Nel ASA und Plug Power – Die Charts sprechen keine gute Sprache

    So grausam kann Börse sein. Seit Wochen haussieren die großen Indizes, allen voran die Nasdaq 100 und der DAX 40-Index. Beide stehen nun solide über der 18.000 Punkte-Marke, Gewinnmitnahmen oder Korrekturen bleiben die Seltenheit. Einen scharfen Abverkauf erlebte jedoch der Sektor Wasserstoff mit Verlusten von bis zu 90 % in den letzten 3 Jahren. Seit dem Hype in 2021 geht es nun hier schon abwärts. Die Branche wurde als alternativer Energielieferant in großem Stil kurz gefeiert, die Realität ist aber eher anders. Wasserstofflösungen werden Insel-Lösungen bleiben mit bestimmten Anwendungsgebieten und Sektoren. Einen Status wie Erdgas oder gar Öl wird das schnell brennbare Gas nie bekommen, allein die weltweite Infrastruktur ist kein bezahlbares Investment.

    So bleibt nur der Blick auf die nackten Zahlen. Mit den Berichten zu 2023 blieben Nel ASA und Plug Power unter den Erwartungen der Analysten. Noch immer belasten die wenigen privaten Aufträge gegenüber einer anfänglichen Flut an Regierungszusagen, die sich auch zum Teil nicht bewahrheiteten. Analysten auf der Plattform Refinitiv Eikon sind in Sachen Nel ASA sehr skeptisch geworden. Nur noch 5 Kaufempfehlungen aus 25 veröffentlichten Studien. Durchgerechnet erwartet man im Schnitt ein 12-Monats-Kursziel von 6,45 NOK, was aber immerhin ca. 30 % über dem letzten Kurs liegt. Auch bei Plug Power gibt es nur noch 8 Kaufvoten von ganzen 29 Studien. Die Kurserwartung ist breit gefächert und beträgt im Schnitt 5,25 USD, aktueller Kurs 3,43 USD. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis von 2 ist jetzt sogar auffällig günstig. Technisch müssten beide Werte erst um 50 % ansteigen, um Kaufsignale auszulösen.

    Kraken Energy – Erstes Bohrprogramm in Utah gestartet

    Seit dem großen Kommittment einiger Staaten wie Frankreich, Polen, USA, China, Tschechien und Finnland zugunsten der Kernenergie, ist die Investmentgemeinde auf der Suche nach Uran-Produzenten. Denn schon heute weiß man, dass die Lieferanten Russland und Kasachstan irgendwann von der Anbieterliste gestrichen werden, zu groß sind die Verwerfungen zwischen den westlichen Industriestaaten und den reichen Rohstoffländern in Asien. Die weltweite Uran-Produktion liegt heute schon unter dem Bedarf der Energie-Unternehmen und erreicht laut World Nuclear Association bereits im Jahr 2025 eine kritische Phase. Der aktuelle Bedarf kann nur durch Recycling- und Lagerverkaufsaktivitäten von strategischen Beständen gewährleistet werden. Perspektivisch besteht im Jahr 2030 eine Unterdeckung von etwa 25 % des Bedarfs. Aktuell gibt es weltweit vielleicht 10 realisierbare Projekte, aber die Explorationen gehen voran. Der Uran-Markt wird von den Ländern Kasachstan, Kanada, Namibia und Australien dominiert, die großen Player Cameco und Kazatomprom können ihre Förderungen noch leicht ausdehnen, das reicht aber nicht um die Lücke zu schließen. Der Uranpreis hat an den Future-Märkten leicht auf 82 USD konsolidiert, stand aber gestern schon wieder bei knapp 89 USD.

    Der kanadische Explorer Kraken Energy hat in den USA ganze vier aussichtsreiche Liegenschaften und hat nun begonnen, in Utah zu explorieren. Das uranhaltige Muttergestein der Chinle-Formation zeigte in drei historischen Ölbohrlöchern bereits eine erhöhte Radioaktivität. Bewirtschaftet wird ein 2.622 ha großes Gebiet mit dem Namen Harts Point, es befindet sich inmitten des Colorado-Plateaus. Dieses hat als Top-Liegenschaft seit den 1950er Jahren über 590 Mio. Pfund U3O8 mit einem Gehalt von 0,2 bis 0,4 % produziert. Kraken besitzt eine 75 % Option auf die Liegenschaft. Erste Ergebnisse wurden nun bekannt. Im Rahmen des Phase-I-Bohrprogramms wurden zwei Ziele im Abstand von 5 km erprobt, um das Vorhandensein von Uranmineralisierungen zu bestätigen. "Unser Team ist mit den ersten Ergebnissen unseres Jungfernbohrprogramms bei Harts Point sehr zufrieden", sagte CEO Matthew Schwab. "Die Entdeckung von Lisbon Valley, die aus den ersten 7 Bohrungen auf einer Streichlänge von 1,5 km stammt, wo nur 3 Bohrungen schon Radioaktivität durchschnitten, gibt uns großes Vertrauen in das Grundstück."

    Das Unternehmen gibt außerdem bekannt, dass es Incentive-Aktienoptionen zum Kauf von insgesamt 700.000 Stammaktien zu einem Ausübungspreis von 0,20 CAD pro Aktie für einen Zeitraum von fünf Jahren gewährt hat. Kein Problem, denn es gibt bereits 54,35 Mio. Aktien und der Wert steht aktuell bei 0,13 CAD deutlich tiefer. Die Verwässerung ist damit klein und bringt dem Unternehmen wieder Cash, wenn die 0,20 CAD-Marke erreicht wird. Das sind dann immerhin über 50 % Kursanstieg. Die Aktie dürfte mit ihrer Rally erst am Anfang stehen. Daher: Weiter einsammeln!

    Renk Group - Abgehoben

    Bei aller Euphorie, die aktuell durch den Sektor der Rüstungsaktien geht. Wer genau hinschaut, merkt eine seltsame Versteifung auf die Meinung, dass Kriege ewig dauern würden. Klar sind hiesige Unternehmen mit Aufträgen gesegnet und die Bilanzen werden sich verbessern. Aber der Maschinenbauer Renk ist ein eher unscheinbarer Rückkehrer auf das Parkett und die begleitenden Großinvestoren rühren die News-Trommel. Das heute dann der Auftragseingang um rund ein Drittel auf 1,3 Mrd. EUR hochgenommen wird, liegt deutlich über den Erwartungen.

    Inzwischen hat die ehemalige Volkswagen-Getriebetochter Bestellungen im Volumen von 4,6 Mrd. EUR in den Büchern stehen, die in den nächsten Jahren abgearbeitet werden können. Dafür braucht es operatives Kapital und neues Fachpersonal, beides fällt bekanntlich nicht vom Himmel. Nun ist die Firma aus Augsburg nach dem gestrigen Anstieg auch schon mit dem dreifachen Umsatz von 2024 bewertet. Vorstandschefin Wiegand verwies darauf, dass die aktuellen Lieferengpässe nicht nur Renk betreffen, sondern die gesamte Industrie.

    Die operative Marge soll von 16 bis 18 % auf ganze 20 % ansteigen. Kein Wunder, die Besteller sind Regierungen mit unendlichen Mitteln und sie brauchen wegen umfangreicher internationaler Zusagen sehr viel Kriegsmaterial. Wahrscheinlich läuft es mit Renk wegen der „Rüstungswerte-Euphorie“ sogar noch etwas weiter nach oben, aber mittelfristig wird der Großinvestor Triton wahrscheinlich Kasse machen. Fonds kaufen nun auch gerne zum Quartalsschluss gutgelaufene Werte, um optische Top-Allokationen an ihre Fondszeichner auszuweisen. Kurzfristig viel zu steil, daher wird der Wert trotz Wachstum vermutlich im April stärker korrigieren. Also noch ein Tag Zeit, um die Stopkurse intelligent zu setzen.

    Renk schießt mit über 80 % Performance seit Börsengang den Vogel ab, davon können Nel ASA und Plug Power nur träumen. Kraken Energy bietet nach der kleinen Korrektur wieder gute Einstiegs-Levels. Quelle: Refinitiv Eikon 27.03.2024

    Rüstung hui – Wasserstoff pfui! So liest sich die Kurstafel in Frankfurt. In beiden Sektoren ist aber Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten, denn genauso wie der ewige Ausverkauf irgendwann dreht, wird auch der Trend bei Rüstung auslaufen. Man stelle sich nur vor, es gäbe Friedensgespräche in der Ukraine. Kraken Energy läuft in einem längerfristigen Angebotsnotstand für Uran in die richtige Richtung.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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