Menü schließen




15.04.2025 | 06:00

Wolfram-Versorgung bleibt herausfordernd: Almonty Industries strategisch klug positioniert

  • Kritische Rohstoffe
Bildquelle: pexels.com

Seit Jahren mahnen Beobachter eine eigene Rohstoff-Strategie für Europa an. Schon vor mehr als zehn Jahren war klar, dass vor allem Deutschlands Industrie Versorgungssicherheit braucht. Doch statt handfesten Eigentums oder zumindest belastbarer Partnerschaften, setzte man lange auf Schönwetter-Diplomatie und das „Prinzip Hoffnung“. Mit dem Critical Raw Materials Act (CRMA) will die EU bis 2030 immerhin zehn Prozent der benötigten strategischen Rohstoffe selbst abbauen. Vierzig Prozent davon sollen gar innerhalb der Gemeinschaft verarbeitet werden. Für Lewis Black, CEO des Wolfram- und Molybdänproduzenten Almonty Industries, sind dies Schritte in die richtige Richtung. Doch kommen sie zu spät?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034

Inhaltsverzeichnis:


    Produktionsausfälle wegen Wolfram-Knappheit?

    Ab 2030 will die EU bei kritischen Rohstoffen zudem maximal zu 65 % von einzelnen Drittländern abhängig sein. Auch eine Recyclingquote von 25 % haben sich die Entscheider der EU ausgedacht. Spricht man mit Kennern des Rohstoffmarkts, zeigt sich, dass es schwer werden wird, diese Ziele zu erreichen. Bei Wolfram, einem Rohstoff, der für Rüstung, Batterietechnologie, aber auch die Chipindustrie essenziell wichtig ist, liegen derzeit rund 90 % des weltweiten Angebots in den Händen von China, Nordkorea und Russland. China hat Anfang Februar dieses Jahres Exportrestriktionen für Wolfram erlassen. Almonty-CEO Lewis Black sieht die westliche Welt inmitten eines Glücksspiels – aktuell würden die Wolfram-Vorräte noch für drei bis sechs Monate reichen, dann drohe eine ernsthafte Versorgungskrise. Recycling allein könne diese Krise nicht verhindern, da es bestenfalls 50 % der Nachfrage decken könne und ebenfalls auf Primärmaterialien angewiesen sei. Wie ist diese angespannte Situation also zu lösen?

    Versorgungssicherheit ist alles – Lieferverträge lassen Kassen klingeln

    Einen vielversprechenden Lösungsansatz liefert Almonty Industries mit seiner Sangdong-Mine, die noch in diesem Sommer in Produktion gehen wird und langfristig bis zu zehn Prozent der weltweiten Wolfram-Nachfrage decken will. Für das Unternehmen könnte der Zeitpunkt kaum günstiger sein. Wolfram ist knapp und Unternehmen setzen zunehmend auf Versorgungssicherheit, statt um den Preis zu feilschen. Noch vor wenigen Jahren setzten Einkäufer aus der Industrie bei fungiblen Gütern, wie etwa Rohstoffen, bevorzugt auf preiswerte Lösungen. Hier tat sich in erster Linie China als Billigheimer hervor, das die ausländische Konkurrenz über Jahrzehnte verdrängte und sich so die heutige Marktstellung sichern konnte. Spätestens die Ereignisse der vergangenen Monate haben aber zu einem Umdenken geführt: Versorgungssicherheit ist Käufern von Wolfram und Co. heute so wichtig, dass sie bereit sind, sehr langfristige Lieferverträge zu unterzeichnen. Im Fall von Almonty hat sich die koreanische Gruppe SAeH Holdings Molybdän für bis zu sechzig Jahre gesichert. Besonders interessant: Derartige Verträge enthalten heute zwar eine Preisuntergrenze, aber keine Preisobergrenze. Unternehmen wie Almonty Industries können so verlässlich kostendeckend produzieren und profitieren selbst bei langfristigen Verträgen von Preissteigerungen.

    Bei Almonty Industries haben sich Anker-Aktionäre, wie die österreichische Plansee-Gruppe, schon früh Wolfram-Lieferungen aus dem Sangdong-Projekt gesichert. Laut der aktuellen Planungen werden diese Erzeugnisse in Verarbeitungsanlagen in den USA veredelt. Die EU ist bei Wolfram in erster Linie auf die Produktion in Spanien und Portugal, wo Almonty Industries ebenfalls Projekte hat, sowie auf Österreich angewiesen. Während die EU bei Seltenen Erden wie Niob oder Tantal auf Partnerschaften mit Brasilien oder afrikanischen Ländern setzen will, gilt die langfristige Versorgung mit Wolfram auch über 2030 hinaus als herausfordernd. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Interview, das Lyndsay Malchuk mit Dr. Thomas Gutschlag, Gründer von Almonty-Ankeraktionär Deutsche Rohstoff AG, geführt hat.

    Almonty setzt auf starke Partner – Analysten sehen 100 % Potenzial

    Fragt man Lewis Black nach seiner aktuellen Strategie inmitten von Handelskrieg und geopolitischen Spannungen, bleibt der Unternehmenslenker gelassen. Er halte es für geboten, sich neutral zu positionieren und in alle Richtungen bereit für Verhandlungen zu sein. Bislang scheint Almonty Industries mit dieser Strategie gut zu fahren: Die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert die Sangdong-Mine, Anker-Aktionäre aus Deutschland und Österreich profitieren und die Beziehungen in die USA intensivieren sich. Neben einer Abnahmevereinbarung für Molybdän mit einem Zulieferer von SpaceX streckt Almonty seine Fühler auch in Richtung des US-Militärs aus. Vor einigen Wochen beauftragte man ein auf derartige Beziehungen spezialisiertes Beratungsunternehmen und holte sich mit Gustave F. Perna einen US-General ins Team.

    Die Aktie von Almonty Industries gehört seit Wochen zu den Lichtblicken – aktuell ist der Wert auf sämtlichen Zeitebenen im Plus. Auf Sicht von sechs Monaten legte die Aktie um rund 130 % zu. Trotzdem sehen Analysten noch immer Chancen. Erst gestern veröffentlichte GBC eine Analyse mit Kursziel 4,20 CAD – das entspricht einem Potenzial von rund 100 %. Die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen sowie die Schwäche der NATO sprechen dafür, dass die Bedeutung kritischer Rohstoffe eher noch zunehmen wird. Almonty scheint dafür perfekt positioniert zu sein. Risiken lassen sich angesichts der volatilen Gesamtlage zwar nie ausschließen, doch klingt die Almonty-Story vielversprechend.

    Das vollständige Interview von Stockhouse-Moderatorin Lyndsay Malchuk und Dr. Thomas Gutschlag finden Sie hier:


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 04.02.2026 | 04:15

    Die Bombe ist geplatzt! Gold von 5.600 auf 4.600 USD und jetzt wieder zurück? Verrückte Zeiten mit Barrick Mining, DRC Gold und Strategy

    • Gold & Silber
    • Kritische Rohstoffe
    • Edelmetalle
    • Kryptowährungen

    RUMS! So schnell konnten Anleger gar nicht reagieren, wie am Freitag die Kurse für Gold und Silber in den Abgrund fielen. Erklärungen für diesen Abverkauf gab es viele: Da waren die Derivate-Positionen von Großbanken, die bei dem steilen Aufwärtstrend der letzten Wochen richtig schmerzten. Und dann kamen noch einige Spekulanten auf den Plan, denn auch sie wollten etwas abhaben vom Kuchen. Und schließlich auch ein Quäntchen Panik. Silber kollabierte um ganze 40 % von 122 auf 72 USD, während Gold um etwa 1.000 USD oder 20 % auf 4.600 USD korrigierte. Zu Anfang der Woche zeigt sich nun eine zarte Stabilisierung, aber die Volatilität bleibt. Das Umfeld bleibt aber fragil. Ein Lied davon singen können die Goldtitel Barrick Mining und DRC Gold. Blickt man über den Tellerrand auf den Bitcoin, dann rückt ein Verlierer in das Blickfeld: Strategy, das BTC-Asset-Management-Unternehmen von Michael Saylor. Wie geht der Schlamassel weiter?

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 03.02.2026 | 04:00

    Uuups - was für ein Ausverkauf? Vola nutzen, mit Qualität eindecken! SAP, D-Wave und Aspermont im Fokus!

    • Künstliche Intelligenz
    • Cloud-Dienste
    • Quanten-Computing
    • HighTech
    • Kritische Rohstoffe

    In diesen Tagen herrscht wieder ordentlich Bewegung an den Märkten. Aufschwung hier, harter Rücksetzer dort! Die Volatilität ist zurück, angetrieben von politischen Statements und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten. Während der plötzliche 30 % Silber-Crash die Rohstoffanleger zu Tode erschreckt und die SAP-Aktie eine deutliche Korrektur hinnehmen muss, flüchten viele Investoren in defensive Sektoren und physische Werte. Die Krypto-Märkte bleiben weiter im Abwärtssog und das Dauerthema KI wird immer selektiver wahrgenommen. Der australische Medien- und Rohstoffexperte Aspermont gilt als erfahrener Informationsspezialist, das Unternehmen nutzt sein über Jahrzehnte aufgebautes Netzwerk, um mit Hilfe von KI jetzt durchzustarten. Parallel ist zu prüfen, ob es nach dem Ausverkauf bei SAP und D-Wave noch Hoffnung auf höhere Bewertungen gibt. Zeit für die Lupe alla Sherlock Holmes.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 29.01.2026 | 05:30

    Antimon: Kritischer Rohstoff wird zum geopolitischen Faktor – Antimony Resources vor Neubewertung

    • Antimon
    • Kritische Rohstoffe
    • Kritische Metalle
    • Rohstoffe
    • Geopolitik
    • Verteidigungsindustrie
    • Lieferketten
    • Investments

    Mit Antimony Resources formiert sich leise eine Rohstoff-Story mit enormer strategischer Sprengkraft. Der kritische Rohstoff Antimon ist sicherheitsrelevant, industriell unverzichtbar und global zu stark ungleich verteilt. In einem Umfeld, in dem Lieferketten politisiert und kritische Rohstoffe zu geopolitischen Waffen werden, wird die Gesellschaft mit Bald Hill, dem größten Antimonprojekt Nordamerikas, zunehmend in den Fokus rücken. Anleger, die den Trend früh erkennen, sichern sich einen Platz am Anfang einer hochspannenden und lukrativen Investmentstory.

    Zum Kommentar