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14.02.2023 | 06:10

Biotech Aktien vor dem Ausbruch? EvoTec, BioNTech, Cardiol Therapeutics

  • Biotechnologie
  • Krebs
  • Herzerkrankungen
Bildquelle: BioNTech AG

An Biotech-Aktien ist die Rally der vergangenen Wochen weitestgehend vorbeigegangen. Doch dies könnte sich ändern. Einige weisen interessante Chartkonstellationen oder einen positiven Newsflow. Früher oder später sollte dann auch die Aktie mit einem Ausbruch reagieren. Nach dem Horrorjahr 2022 gibt es bei Evotec gleich mehrere positive Meldungen innerhalb weniger Tage. Auch die Aktie ist angesprungen. Bei BioNTech geht der Blick der Anleger weg von dem Covid-19-Impstoff und hin zur Entwicklungspipeline. Doch Analysten sind sich nicht einig. Sind 100%-Kursgewinn drin? Sogar mehr als das trauen Analysten der Aktie von Cardiol Therapeutics zu. Deren Hauptprodukt gegen Entzündungen des Herzens befindet sich bereits in der Phase-2-Pilotstudie und das nötige Kapital für die Weiterentwicklung ist vorhanden. Alle drei Aktien werden von Analysten zum Kauf empfohlen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809

Inhaltsverzeichnis:


    Cardiol Therapeutics: Wann reagiert die Aktie?

    Cardiol Therapeutics ist das kleinste der vorgestellten Unternehmen. Gleichwohl hat es die größten Kurschancen, wenn es nach Analysten geht. Die Experten von Leede Jones Gable Inc. empfehlen die an der Nasdaq und in Deutschland (z.B. Tradegate) gehandelten Aktie mit einem Kursziel von 4,50 CAD zum Kauf. Derzeit notiert die Aktie des kanadischen Biotech Unternehmens bei 0,81 CAD und damit kaum höher als der Cashbestand. Die Aktie hat auf die letzten positiven Meldungen nicht reagiert. Dabei ist das Unternehmen solide finanziert.

    Das Unternehmen forscht in einem hoch attraktiven Markt: Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Daran sterben jedes Jahr weltweit mindestens 17,9 Mio. Menschen. fordern. Weltweit versterben 35% der Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen – damit handelt es sich um die häufigste Todesursache. Um dies zu ändern hat Cardiol einen Wirkstoff auf Basis von Cannabidiol entwickelt. Dieser soll Entzündungen des Herzens kurieren. Im Rahmen einer Phase-II-Pilotstudie hat Cardiol Therapeutics nun erfolgreich den ersten Patienten aufgenommen. Ziel der Studie ist es, die Verträglichkeit, Sicherheit und Wirksamkeit von CardiolRx™ bei Patienten mit rezidivierender Perikarditis zu untersuchen. Die Studie soll die Verbesserung objektiver Indikatoren der Krankheit beurteilen, sowie die Durchführbarkeit der Absetzung einer begleitenden Behandlung, einschließlich Kortikosteroiden, während eines verlängerten Zeitraums bei gleichzeitiger Einnahme von CardiolRx™ überprüfen, zusätzlich zu den üblichen Sicherheitsbewertungen.

    Sollte CardiolRx™ die Zulassung erhalten, erschließt Cardiol einen Milliardenmarkt. Schätzungen zufolge benötigen jährlich 38.000 Patienten in den USA eine Behandlung für rezidivierende Perikarditis. Die bisher einzige von der amerikanischen FDA zugelassene Therapie ARCALYST® ist seit 2021 auf dem Markt und kostet rund 6.000 USD pro Anwendung. Mit Blick darauf wäre die aktuelle Marktkapitalisierung von Cardiol von unter 50 Mio. EUR ein „Schnäppchen“.

    Veranstaltungstipp: Cardiol wird morgen (15. Februar 2023) auf dem 6. International Investment Forum präsentieren. Die Anmeldung zum virtuellen Event ist kostenlos.

    BioNTech-Aktie laut Berenberg mit Chance auf 100%

    Ein „Schnäppchen“ ist die BioNTech wohl derzeit nicht. Die Biotech-Perle mit Sitz in Mainz bringt immerhin 32 Mrd. EUR auf die Börsenwaage. Gleichzeitig sinken die Einnahmen aus dem COVID-19-Impfstoff und bis zur Marktreife der in Entwicklung befindlichen Produkte wird es noch einige Jahre dauern. Denn wird die Aktie von zahlreichen Analysten zum Kauf empfohlen. Zu ihnen zählen die Experten von Berenberg. Ihr Kursziel für die BioNTech Aktie liegt bei 300 USD. Dies bedeutet ein Kurspotenzial von über 100%. Zurückhaltender ist die UBS. Deren Analysten bewerten die Aktie des Mainzer Unternehmens mit "Neutral" und einem Kursziel von 168 USD. Aus ihrer Sicht stehen die Einnahmen aus dem Impfstoff-Verkauf weiterhin im Fokus von Anlegern. Und die Höhe dieser Einnahmen seien mit großer Unsicherheit behaftet. Diese beiden unterschiedlichen Sichtweisen drücken sich im Aktienkurs aus. Dieser läuft seit gut einem Jahr seitwärts. Ein Ausbruch nach oben erscheint erst bei einer größeren COVID-19-Welle bzw, -Variante oder einen spektakulären Forschungserfolg möglich.

    Evotec im Aufwind nach Horrorjahr

    Evotec Aktionäre habe ein schwieriges Jahr hinter sich. Die Aktie den deutschen Biotech Unternehmens hat sich in 2022 von über 40 EUR auf 15 EUR mehr als halbiert. Doch jetzt hellt sich die charttechnische Situation. In wenigen Tagen ging es um rund 20% nach oben und die Chancen stehen gut, dass der Abwärtstrend verlassen werden kann. Denn inzwischen gibt es auch wieder positiven Newsflow. So hat sich Evotec erst kürzlich ein Darlehen über 150 Mio. EUR von der Europäische Investitionsbank gesichert. Die unbesicherten Mittel sollen für Forschung & Entwicklung sowie Unternehmensbeteiligungen genutzt werden. Auch der Bau einer neuen Biologika-Produktionsstätte im französischen Toulouse wird unterstützt. Die Anlage wird auf Basis der J.POD®-Technologie von Evotec errichtet. J.POD nutzt autonome Reinräume mit kleinen, hochverdichteten Produktionsprozessen, was die Kosten für die Produktion von Biologika reduzieren soll. Die Darlehensmittel stehen dem Unternehmen ab Inanspruchnahme für sieben Jahre zur Verfügung. Evotec-CFO Enno Spiller, er wechselt bald zu Formycon: „Wir freuen uns sehr diese zweite Finanzierungsvereinbarung mit der Europäischen Investitionsbank einzugehen. Durch die Finanzierung von transformativen Projekten in Schlüsselbereichen von großem öffentlichem Interesse ist die EIB ein wichtiger Treiber von Innovationen in der EU. Wir sind geehrt und freuen uns auf neue Möglichkeiten für F&E-Partnerschaften – und darauf, durch das innovative Finanzierungsmodel der EIB unter sehr attraktiven Konditionen Europas erste J.POD Produktionsanlage für Biologika etablieren zu können.“

    Zuvor wurde bereits eine strategische Zusammenarbeit und Lizenzvereinbarung mit der Johnson & Johnson-Tochter Janssen Biotech vermeldet. Die Kooperation bezieht sich auf immunbasierter Krebstherapien. Evotec erhält Zahlungen für die Forschungsarbeit und eine Vorauszahlung. Außerdem wurden erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen in Höhe von mehr als 350 Mio. USD vereinbart. Außerdem erhält Evotec eine Umsatzbeteiligung, wenn Medikamente aus der Zusammenarbeit auf den Markt kommen.

    Warburg Research empfiehlt die Evotec Aktie mit einem Kursziel von 29 EUR zum Kauf. Die Analysten bewerten die jüngste Erweiterung der Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb als positiv. Von elf Analysten empfehlen acht die Aktie des deutschen Biotechunternehmens mit „Buy“ oder „Outperform“. Das durchschnittliche Kursziel aller elf Analysten liegt bei 28 EUR. Und damit deutlich über dem aktuellen Kurs von 18,33 EUR.


    Biotech-Aktionäre brauchen starke Nerven. Bei BioNTech dürfte ein Ausbruch – egal ob nach oben oder unten – aus dem inzwischen über ein Jahr andauernden Seitwärtstrend heftig ausfallen. Dagegen scheint bei Cardiol Therapeutics das Risiko nach unten begrenzt zu sein. Das Unternehmen wird zum Cashbestand gehandelt und der positive Newsflow der vergangenen Wochen wurde bisher ignoriert. Bei Evotec braucht es voraussichtlich noch etwas Zeit, damit Anleger nach dem Horrorjahr wieder Vertrauen gewinnen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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