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04.06.2025 | 06:00

Länderrisiko neu denken! BHP Group, Commerzbank, AJN Resources

  • Gold
  • DR Kongo
  • ESG
Bildquelle: Pexels.com

Rohstoffe sind gefragt wie selten! Gold notiert jenseits der Marke von 3.000 USD und für Kobalt prognostiziert die Weltbank bis 2030 einen Anstieg des Verbrauchs auf 344.000 Tonnen - das entspricht einem jährlichen Wachstum von rund 9,6 %. Über 70 % des Kobalt-Angebots stammen aus der Demokratischen Republik Kongo - einem Land, das in westlichen Medien immer wieder kritisch gesehen wird. Doch was sind wirklich Standort-Nachteile? Welche Bergbau-Jurisdiktionen sind sicher? Wo winken Renditen?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: AJN RESOURCES INC. O.N. | CA00149L1058 , BHP GROUP LTD. DL -_50 | AU000000BHP4 , COMMERZBANK AG | DE000CBK1001 , BHP GROUP PLC DL -_50 | GB00BH0P3Z91

Inhaltsverzeichnis:


    BHP Group: Risikosteuerung mit ESG

    Über viele Jahre war die Gleichung für Rohstoff-Investoren einfach – Projekte in Australien, Kanada, den USA und mit Abstrichen auch Südamerika galten als vielversprechend, in anderen Regionen, wie etwa Afrika und insbesondere der DR Kongo, war man vorsichtiger. Noch immer spiegelt das Portfolio großer Rohstoff-Unternehmen diese Sicht wider. BHP etwa hat seine Kernaktivitäten in Ländern mit geringerem Länderrisiko wie Australien, Chile, USA oder Kanada. Doch vermeintliche Rechtssicherheit birgt nicht selten ebenfalls Risiken. Wenn Interessengruppen und Lokalpolitiker Partikularinteressen hinter dem Schutz vermeintlich bedrohter Arten oder anderen Auflagen verstecken, können selbst aussichtsreiche Minen-Projekte scheitern. Um derartige Risiken zu senken, setzt man bei großen Unternehmen wie BHP längst auf ESG.

    Wie die Berater von EY schreiben, hinterfragen Investoren inzwischen jede Kapitalmaßnahme im Bergbau – es kommt neben der Rendite auch auf Nachhaltigkeit an. Demnach nannten Bergbauvorstände gegenüber EY die Kapitalbeschaffung als Risiko Nr. 1, dicht gefolgt von Umweltauflagen. Auch aus diesen Gründen achten Profi-Investoren bei Bergbau-Projekten längst auf Nachhaltigkeit. Spezialisierte Fonds setzen auf „grüne Metalle“ mit nachweislich verantwortungsvoller Förderung, und Banken bieten nachhaltige Finanzierungsinstrumente für Rohstoffprojekte an. Die Commerzbank etwa bewirbt ESG-Zukunftsfinanzierungen, also maßgeschneiderte Kredite für Unternehmen mit nachgewiesenem Nachhaltigkeits-Impact. Gefördert werden derartige Kredite sogar noch durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

    ESG selbst in DR Kongo – ist das der Schlüssel zum Erfolg?

    Statt sich von Vorurteilen oder Best-Practice-Ansätzen aus vergangener Zeit leiten zu lassen, baut man bei der Commerzbank auf Positiv-Listen und identifiziert so anhand klarer Kriterien Rohstoff-Projekte, mit denen man zusammenarbeiten will. Während ein Engagement in den Bereichen Kohle oder Uran aus verschiedenen Gründen schwierig ist, gibt es laut dem ESG-Framework der Commerzbank bei Goldförderern etwa die Auflage, alles zu tun, um die Umwelt zu erhalten und etwa den Einsatz von Quecksilber zu ächten. Konkret sind es also die Gegebenheiten vor Ort, die darüber entscheiden, ob ein Rohstoffprojekt finanziert wird oder eben nicht.

    Dass ein lupenreines ESG-Profil entscheidend ist, um Finanzierungspartner anzulocken, sieht man auch bei der jungen Rohstoff-Gesellschaft AJN Resources so. AJN Resources ist ein kanadisches Explorationsunternehmen, das seinen Fokus auf Lagerstätten in Zentralafrika legt. Bislang ging es insbesondere um Lithium-Projekte in DR Kongo, wo AJN Mehrheitsbeteiligungen an mehreren Explorationslizenzen hält. Darunter etwa Kabunda South und die Manono-Gebiete, die an Manono, eines der weltweit größten Lithium-Pegmatitfelder, angrenzen. Aufgrund des niedrigen Preises für Lithium hat sich AJN zuletzt aber umorientiert und sich Zugriff auf das Okote-Gold-Projekt im Süden Äthiopiens gesichert. Die Konditionen für den Erwerb des Projekts stehen bereits fest – jetzt hat AJN drei Monate Zeit, um sich festzulegen und Nägel mit Köpfen zu machen.

    Kongo-Kenner setzen jetzt auf Gold – folgen weitere Projekte?

    Das Okote-Goldprojekt liegt im selben Goldgürtel wie Äthiopiens größter Goldproduzent in Lega Dembi, weniger als 100 km nördlich. Wir sind besonders daran interessiert, eigene Kartierungen und Probenahmen im nördlichen Gebiet durchzuführen, wo Kleinbergbauunternehmen Berichten zufolge neue Mineralisierungsbereiche freigelegt haben, die die zuvor definierte Mineralisierung von mehr als 2 km erweitern werden. Unsere Feldteams sind bereit, ihre Arbeit sofort nach der abschließenden Präsentation vor den regionalen Behörden zu beginnen“, so Klaus Eckhof, der deutsche CEO von AJN Resources. Eckhof ist in der Bergbaubranche kein Unbekannter und kennt sich insbesondere in der DR Kongo gut aus. Insgesamt verfügt das Management von AJN über mehr als 75 Jahre Erfahrung in der Region und hat in der Vergangenheit erfolgreich Minen in der DR Kongo entdeckt, finanziert und entwickelt. Beispiele sind etwa die Kibali-Goldmine, die Eckhof mit dem von ihm gegründeten Unternehmen Moto Goldmines entscheidend vorantrieb und anschließend für 500 Mio. USD verkaufte. Die Mine gilt heute mit Ressourcen von 25,5 Mio. Unzen Gold als eine der größten Afrikas. Weitere Minen, die Eckhof entwickelt hat, sind das Bisié Zinn-Projekt sowie das Manono-Lithium-Projekt, ebenfalls in DR Kongo.

    Als Kenner der Region legt Eckhof seit jeher Wert auf einen partnerschaftlichen Austausch mit Anwohnern und Entscheidern. Auch eine ESG-Strategie hat sich AJN Resources auferlegt und geht dabei gleichermaßen reaktiv als auch proaktiv vor: Reaktiv, weil ESG-Vorgaben bei potenziellen Investoren und Kunden inzwischen eine klar formulierte Bedingung sind und proaktiv, weil das Management ESG-Herausforderungen wie Korruption, Infrastruktur oder soziale Konflikte antizipiert und gezielt Experten mit Erfahrung in der Region einsetzt. Spricht man mit Eckhof, überwiegen für ihn in DR Kongo die Chancen. Naheliegend, dass der erfahrene Geologe und Minen-Entwickler noch weitere aussichtsreiche Liegenschaften in der Region kennt.

    Marktkapitalisierung von 5 Mio. CAD – AJN Resources ist die Eckhof-Wette

    AJN Resources hat gerade erst den Schwenk von Lithium zu Gold-Projekten eingeleitet. Mit einem Managementteam, das in der Region verwurzelt ist, einen zeitgemäßen ESG-Ansatz fährt, der auf die Anforderungen vor Ort zugeschnitten ist und das bereits in der Vergangenheit Investoren von Projekten in DR Kongo überzeugt hat, ist das Unternehmen gut aufgestellt. Angesichts der Marktkapitalisierung von weniger als 5 Mio. CAD ist die Aktie eine spannende Wette auf steigende Goldpreise und das erfahrene Team vor Ort.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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