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26.03.2024 | 04:45

Der Wettlauf beginnt! DAX-Rekord schlagen mit BYD, Altech Advanced Materials, Hensoldt und Rheinmetall

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Bildquelle: pixabay.com

Der DAX 40-Index markiert fast täglich neue Rekorde und folgt damit den bullishen Vorgaben aus den USA. Die Top-Themen der Börsianer sind Künstliche Intelligenz (KI), Rüstung, Krypto und Hightech. Von Wasserstoff will niemand mehr etwas wissen und auch die E-Mobilität hat schon bessere Tage gesehen. Gewinnbringend kann es sein, mit der fundamentalen Lupe auf die gefragten Titel zu blicken. Meistens verbergen sich dort Hinweise, wohin die Reise gehen wird. Wir nehmen einige Titel in den Fokus.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A31C3Y4 , BYD ELECTRONIC | HK0285041858 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005

Inhaltsverzeichnis:


    BYD – Die Konkurrenz schläft nicht

    Der chinesische EV-Spezialist BYD ist gut ins Jahr 2024 gestartet. Dennoch befindet sich der gesamte Sektor in einem kräftezehrenden Preiskampf. Nun meldet sich der Konkurrent XPeng mit neuen Produkten auf dem China EV 100 Forum und zwingt die Mitbewerber in den Margenabbau. Mittlerweile hat sich der Preiskampf unter den E-Autobauern in den vergangenen Monaten immer weiter zugespitzt, Schauplatz ist neben China vor allem Europa. Stark unter Druck geraten ist, nach drei Preissenkungen in Folge, auch der Branchenprimus Tesla.

    Nun plant XPeng die Einführung einer preisgünstigeren Modellreihe, nachdem der Rivale BYD erst vor kurzem seine Preise gesenkt hat. So sollen laut CEO He Xiaopeng Autos mit einem Preis von umgerechnet 13.000 bis 20.000 EUR auf den Markt kommen und sogar mit fortschrittlicher Fahrerassistenz ausgestattet sein werden. Die aktuellen Smart EVs von XPeng liegen preislich noch bei über 25.000 EUR. Die Ankündigung des EV-Herstellers kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da BYD und andere Konkurrenten in diesem Jahr bereits mehrere Preissenkungen vorgenommen haben. BYD ist als Marktführer in China aber gut aufgestellt und hat wegen aufgelaufener Gewinne ausreichend Reserven. Heute kommen die Zahlen für 2023, sie dürften im Rahmen der Analysten-Schätzungen ausfallen. Hoffentlich hat der CEO auch noch einen guten Ausblick im Gepäck, sonst droht Ungemach.

    Altech Advanced Materials – Nun kann man in die Finanzierung gehen

    Die Heidelberger Technologie-Holding Altech Advanced Materials AG hat sich in den letzten Monaten weiter nach vorne entwickelt. Womöglich hat sie den Gamechanger für die Mobilitätswende bereits im Gepäck. Die aktuellen Investitionen konzentrieren sich auf eine neuartige Festkörper-Batterie mit Natriumchlorid (NACL)-basierter Technologie und dem Namen CERENERGY®. CEO Uwe Ahrens setzt dabei auf den Standort Schwarze Pumpe im Südosten Brandenburgs. Hier entsteht seiner Meinung nach ein neuer „Hotspot“ für die Entwicklung hochmoderner Batterien.

    Nun gibt das Unternehmen die Ergebnisse für die endgültige Machbarkeitsstudie (DFS) für das geplante CERENERGY®-Batteriewerk der Altech Batteries GmbH in Schwarze Pumpe mit einer geplanten jährlichen Produktionskapazität von 120 MWh bekannt. Auf Basis aktueller Preis- und Kostenkalkulationen ergibt sich bei voller Kapazitätsauslastung ein Umsatzpotenzial von 106 Mio. EUR pro Jahr. Der Free Cashflow vor Steuern soll bei 51 Mio. EUR jährlich liegen, begleitet von einer EBITDA-Marge von ca. 47 %. Der Nettobarwert (NPV) beträgt 169 Mio. EUR und die Kapitalrückzahlung der Investitionskosten i. H. v. 156 Mio. EUR liegen bei stetigem Betrieb bei nur 3,7 Jahre. Der Clou: Die Gesamt-Betriebskosten der NACL-Festkörperbatterie CERENERGY® belaufen sich gemäß den Kalkulationen auf 0,06 EUR/kWh über die gesamte Lebensdauer und liegen damit signifikant unter denen herkömmlicher Lithium-Ionen-Batterien mit etwa 0,13-0,16 EUR/kWh. Es werden keine externen Kühl- oder Heizaggregate nötig, denn die innovative Batterie ist auch nicht brennbar. Analysten erwarten ein starkes Wachstum von durchschnittlich 28 % pro Jahr für den globalen Netzspeichermarkt bis 2040. Altech könnte als deutscher Nischenplayer hier richtig trumpfen.

    Mit der erwarteten Wirtschaftlichkeit des Projektes beabsichtigen die Projektpartner Altech Advanced Materials AG, Altech Batteries Ltd und der Joint-Venture-Partner, Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V., nun in die Finanzierungsphase einzusteigen, um eine möglichst zeitnahe Realisierung zu ermöglichen. Dafür hat Altech unter anderem auch Förderanträge auf Bundes- und Landesebene gestellt. Seit Erreichen der Höchstmarke bei ca. 15 EUR gab es einige Kapitalmaßnahmen, die den Kurs auf rund 7 EUR verwässerten. Die Marktkapitalisierung hat sich seit Erstnotiz aber auf 54 Mio. EUR stark nach oben entwickelt. Die Aktie bleibt als deutscher Hightech-Hoffnungsträger höchst interessant.

    Hensoldt und Rheinmetall – In neue Höhen entsprungen

    Wer in Rüstungsaktien wie Rheinmetall investiert, sollte auf dem Radar haben, dass wichtige strategische Metalle weiterhin einen Flaschenhals in der Abarbeitung der neuen Aufträge darstellen könnten. Anleger erwarten für Hensoldt und Rheinmetall offensichtlich ein Blue-Sky-Szenario über mehrere Jahre. Derweil beträgt die Umsatzbewertung 2024e bereits den Faktor 2 und auch das KGV hat sich mit 70 % Kursanstieg auf über 24 geschwungen. Bei Rheinmetall liegt der Umsatzparameter bereits bei 2,5 und das KGV ebenso bei 24. Vor ein paar Jahren wurden für Maschinenbauer wie Rheinmetall und Renk gerademal ein KGV von 7 bezahlt, jetzt ist wohl auch 30 möglich.

    Die Rüstungsphantasie führt nun aber zu deutlichen Aufschlägen zumal die firmeneigenen Umsatz- und Gewinnschätzungen von den begleitenden Analysten mehrmals nach oben angepasst werden mussten. Die Experten auf der Plattform Refinitiv Eikon erwarten in 12 Monaten Kurse von 505 EUR bei Rheinmetall und 34,80 EUR bei Hensoldt. Beide Werte markierten gestern mit 520 bzw. 41,80 EUR neue Allzeithöchststände. Kein Zweifel, die NASDAQ macht vor, wie inflationär sich Aktienkurse entwickeln können. Bleiben sie daher investiert und setzen sie entsprechend gewinnsichernde Stops.

    Klarer Sieger im Chartvergleich ist die Rheinmetall-Aktie mit fast 100 % Kursanstieg in 12 Monaten. Altech folgt mit mehr als 30 % und einer leichten Konsolidierung auf dem Fuß. Nach oben gerichtet sind mittlerweile auch wieder BYD und Hensoldt. Quelle: Refinitiv Eikon 25.03.2024

    Die Börse zeigt sich derzeit etwas launisch. Sie liebt ihre KI-, Rüstungs- und Hightech-Aktien, Nebenwerte aus anderen Sektoren werden aber teilweise auffällig abgestraft. Während Rheinmetall und Hensoldt von Hoch zu Hoch eilen, konsolidiert die Altech Aktie nach dem fulminanten Anstieg in 2023 erst einmal. Aufholen kann zuletzt die BYD-Aktie. Ein guter Mix macht die Portfolio-Performance.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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