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10.11.2021 | 04:44

Pfizer, BioNTech, Water Ways Technologies, Teva Pharma – Hightech und die Pandemie!

  • Biotechnologie
  • Pharma
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Bildquelle: pixabay.com

Kurze Zeit nach Start der weltweiten Impfkampagnen zeigte sich Israel bereits als Impfweltmeister. Das kommt nicht von ungefähr, denn Israel ist als Hochtechnologiestaat mit an der Weltspitze. Davon kann insbesondere die medizinische Infrastruktur profitieren, sie ist sehr gut ausgebaut und gilt trotz der vergleichsweise kleinen Staatsgröße als sehr belastungsfähig. Die Pandemie hat die Wirtschaft Israels, die vorher jährlich mit Raten von drei Prozent jährlich wuchs, dennoch hart getroffen. Im Jahr 2020 ging das BIP laut Zentralbank um 3,7% zurück. Dass es nicht schlimmer kam, liegt an den großen staatlichen Hilfspaketen. Diese erhöhten die Staatsverschuldung von 60 auf 73% des BIP, was im globalen Vergleich immer noch niedrig ist. Wir blicken auf einige spannende Technologiethemen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Water Ways Technologies | CA9411881043 , TEVA PHARMACEUT. SP.ADR | US8816242098 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , PFIZER INC. DL-_05 | US7170811035

Inhaltsverzeichnis:


    Teva Pharmaceutical – Generika aus Israel im Turnaround

    Ein bekannter Vertreter des israelischen Pharmasektors ist die Teva Pharmaceutical Industries Ltd. mit Sitz in Petach Tikwa unweit der Hauptstadt Tel Aviv. Sie gehört zu den zehn führenden Herstellern von Arzneimitteln weltweit und gilt als Weltmarktführer bei Generika. Das Unternehmen ist in über 70 Ländern aktiv und erwirtschaftete in 2020 einen Umsatz von gut 16,6 Mrd. USD. Teva ist spezialisiert auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Arzneimitteln wie Spezialtherapeutika, Generika und rezeptfreien Medikamenten sowie von Arzneistoffen. Zu Teva International in Deutschland gehört unter anderem Ratiopharm.

    Im Jahr 2017 wurde bekannt, dass Teva in großen Schwierigkeiten steckt, denn das Unternehmen ist relativ stark durch Fremdkapital finanziert und hatte sich bilanziell übernommen. Innerhalb der letzten fünf Jahre hatte man wegen der nötigen Restrukturierung auch mit Umsatzrückgängen von in Summe über 20% zu kämpfen. Grund für die Schieflage waren sicherlich auch die viel zu kostspieligen Akquisitionen von Actavis und Allergan für insgesamt 40,5 Mrd. USD in den Jahren 2015 und 2016.

    Teva ist seit Jahren auch in den US-Opioid-Prozess verstrickt, ein jüngstes Gerichtsurteil aus Kalifornien bietet aber mittelfristige Hoffnung. Vor wenigen Tagen gelang dem Generikahersteller auch eine komplette Restrukturierung der ausstehenden Anleihen. Nach Angaben von Teva handelt es sich um die bisher größte Emission von Nachhaltigkeitsanleihen, damit werden Altschulden von neuen Bonds mit modernen Nachhaltigkeits-Regeln abgelöst. Die zuerst festgelegte 4 Mrd. USD-Emission mehrerer Tranchen landete wegen Übernachfrage von institutionellen Investoren bei einem platzierten Volumen von 5 Mrd. USD.

    Lange gab es keine guten Nachrichten bei Teva, die jüngsten Meldungen könnten aber den Startschuss für einen Turnaround der Aktie bedeuten, die seit 2019 volatil zwischen 7 und 12 EUR schwankt. Aktuell steht sie bei 8 EUR und kann nun wieder auf die Watchlist aufgenommen werden. Spekulativ!

    Water Ways Technologies – Agrartechnologie im Zeichen des Klimawandels

    Sauberes Wasser, gute Ernährung und Hygiene sind Grundbedürfnisse des Menschen und für eine gesunde Entwicklung unverzichtbar. Aus diesem Grund haben sich die Staaten der Welt im Rahmen der Ziele für eine nachhaltige globale Entwicklung vorgenommen, bis 2030 jedem Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser und einer angemessenen Sanitärversorgung zu ermöglichen.

    Afrika und Asien sind Kontinente, die in vorderster Reihe dieses Bedarfs stehen. Sie hoffen auf wenige Standards, die in den Industriestaaten eine Selbstverständlichkeit sind. Israel ist mit seinem technologischen Anspruch einer der Vorzeigestaaten des afrikanischen Kontinents. Rein geographisch liegt es auf einer Landbrücke zwischen Asien und Afrika am östlichen Rand des Mittelmeeres. Damit zählt es geographisch zu Vorderasien, geologisch aber zu Afrika, da es auf der afrikanischen Kontinentalplatte liegt.

    Die weltweite Landwirtschaft ist für knapp 70% des Wasserbedarfs verantwortlich, in vielen Staaten muss Wasser daher stark rationiert und über behördliche Steuerung verteilt werden. Die Water Ways Technologies Inc. (WWT) und seine Tochtergesellschaften sind israelische Anbieter von intelligenter Landwirtschafts- und Wasserverteilungstechnologie. Die patentierten WWT-Systeme entwickeln sich aktuell zu einem israelischen Exportschlager, denn gerade Staaten, die von Trockenheit und Unfruchtbarkeit geplagt sind, benötigen technische Unterstützung in der Agrarwirtschaft.

    WWT hat Anfang November mehrere neue Aufträge zur Lieferung seiner Bewässerungskomponenten im Gegenwert von über 1 Mio. CAD an Kunden in Südamerika erhalten. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Systeme, die für die Umsetzung von Bewässerungsprojekten für Blaubeeren, Trauben und Mangos benötigt werden. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Aufträge bis Ende Q1-2022 komplett ausgeliefert und fakturiert werden. Das sind sehr gute News aus Israel! Die WWT-Aktie performt derzeit recht prächtig und erreicht in der Marktkapitalisierung die Marke von 37 Mio. CAD. Angesichts des weltweiten Klimawandels dürfte der Bedarf für WWT-Technologien weiter stark wachsen, unser Ausblick bleibt daher sehr positiv. Die Aktie wird auf Tradegate und in Frankfurt recht aktiv gehandelt.

    Pfizer versus BioNTech – Nun kommt der große Partner

    Im Börsensektor der Impfstoff-Hersteller kommt es zur Zeit zu großen Umwälzungen. Die ehemaligen Gewinner geraten durch verschiedene Umstände in schwieriges Fahrwasser, denn Whistleblower und Gerüchtestreuer berichten von angeblichen Ungereimtheiten im Zusammenhang mit den Zulassungsstudien im Vorfeld der FDA-Genehmigung.

    Ungeachtet dessen, ob die aktuellen Diskussionen sich als wahr oder falsch herausstellen sollten, sind die Investoren bereits massiv verunsichert und nehmen ihre üppigen Gewinne der letzten Monate mit. Im Fall von BioNTech und Moderna führte dies zu vorübergehenden Verlusten von über 20%, die Jahreshochs sind wohl Geschichte. Aktuell erholen sich beide Werte zwar wieder, dennoch bleiben sie Spielball von Spekulationen. Auch Mitstreiter wie Valneva oder CureVac sind in den Strudel geraten.

    Der Vertriebs- und Produktions-Partner von BioNTech, Pfizer, kam dann auch noch zur Unzeit mit seiner Ankündigung eines eigenen Medikaments namens Paxlovid. Das Mittel wird gegen Corona eingesetzt und hemmt die Virusverbreitung. Die Risiken für einen Krankenhausaufenthalt oder den Todesfall sinken laut Hersteller gravierend. Der US-Konzern will in den USA möglichst rasch eine Notfallzulassung von der FDA erhalten. Der Mitbewerber Merck hatte schon früher ein anderes Mittel mit dem Namen Lagevrio vorgestellt, es wurde nun Anfang November in Großbritannien zugelassen. Angeblich sollen die Krankenhauseinweisungen hier um 50% zurückgehen, das Pfizer-Mittel kommt laut Herstellerangeben sogar auf einen Traumwert von 89%. Die Analysten der DZ Bank sind begeistert und bestätigen ihre Kaufempfehlung für Pfizer, das Kursziel wurde sogar von 52 auf 54 USD angehoben. Im Zuge einer Portfolio-Diversifikation im Pharma-Biotechsektor macht die Hereinnahme weiterer Titel u.E. durchaus Sinn. Stellen sie sich aber generell auf sehr hohe Volatilitäten ein.


    Die Biotech- und Pharmabranche ist in wilder Aufruhr. Längst ist der Wettlauf der Hersteller mit dem Fokus der Pandemiebekämpfung auf einem neuen Level angelangt. Nicht nur Impfstoffe, sondern auch Medikamente haben ihre klare Daseinsberechtigung. Im Bereich Landwirtschaft und zugehöriger Technologien für Wasser und Anbautechnik haben wir es auch hinsichtlich des Klimawandels mit einem Super-Zyklus zu tun. Teva ist ein Turnaround-Kandidat, Pfizer und Water Ways Technologies kauft man derzeit an den kurzfristigen Höchstständen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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