Menü schließen




14.11.2024 | 06:00

Daimler-Truck, dynaCERT, Bayer AG: Gegensätze im 3. Quartal: Etablierte unter Druck, Newcomer mit Durchbruch

  • Wasserstoff
  • Pharma
  • Agrar
  • Diesel
  • Automotive
  • Logistik
Bildquelle: pixabay.com

Etablierte DAX-Konzerne wie die Bayer AG und Daimler Truck, ein Unternehmen der Mercedes-Benz Gruppe, kämpfen im dritten Quartal 2024 mit Gegenwind. Doch der kanadische Cleantech-Spezialist dynaCERT steht vor seinem kommerziellen Durchbruch. Der Leverkusener Bayer-Konzern muss seine Prognose nach unten korrigieren. Besonders das Agrargeschäft bereitet Sorgen, während die Pharmasparte mit neuen Medikamenten punktet. Bei Daimler Truck stabilisiert das starke Nordamerika-Geschäft die Bilanz, während das Europa-Geschäft unter Druck steht. dynaCERT hingegen erhält nach zwanzig Jahren Entwicklungsarbeit die wertvolle Verra-Zertifizierung für seine Wasserstoff-Technologie zur Dieseloptimierung. Investoren haben damit endlich einen brauchbaren Wasserstoff Usecase für die Logistik an der Hand.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000

Inhaltsverzeichnis:


    Daimler Truck kämpft mit schwierigem Marktumfeld in Europa.

    Der weltweit größte Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck aus der Mercedes-Benz Gruppe verzeichnet im dritten Quartal 2024 einen Rückgang des operativen Gewinns um 12 % auf 1,19 Mrd. EUR. Während das Nordamerika-Geschäft, mit einem Plus von 2 %, auf 725 Mio. EUR stabil läuft, bricht der Gewinn im Europa-Geschäft der Marke Mercedes-Benz um 47 % auf 283 Mio. EUR ein. Ein Schelm, wer dabei an Brüssels Regulierungen denkt.

    Finanzvorständin Eva Scherer sieht keine Anzeichen für eine baldige Erholung der deutschen Wirtschaft. Die politische Unsicherheit nach dem Zusammenbruch der Bundesregierung könnte die Situation weiter verschärfen. Deutschland ist für Daimler Truck besonders wichtig, da der Marktanteil hier doppelt so hoch ist wie im übrigen Europa.

    Mit Blick auf mögliche US-Strafzölle unter einer künftigen Trump-Regierung zeigt sich das Unternehmen flexibel. „Wir können jedes LKW- und Bus-Modell sowohl in den USA als auch in Mexiko produzieren“, betont Scherer. Eine einseitige Abhängigkeit von mexikanischen Produktionsstandorten bestehe nicht.

    Trotz des herausfordernden Umfelds bestätigt Daimler Truck seine Jahresprognose. Die Aktie reagierte positiv und legte um 3,8 % zu. Bereits im Juli hatte der Konzern seine Erwartungen nach unten korrigiert und im August Kurzarbeit für Teile der deutschen Belegschaft angekündigt.

    dynaCERT: Durchbruch bei CO2-Zertifizierung eröffnet Milliarden-Markt

    Der kanadische Technologiekonzern dynaCERT steht nach zwei Jahrzehnten intensiver Forschung und Entwicklung vor einem historischen Durchbruch im globalen Markt für CO2-Einsparungen. Seit der Gründung im Jahr 2004 hat das Unternehmen mehr als 100 Mio. CAD in die Entwicklung seiner patentierten HydraGEN™-Technologie investiert. Am 4. Oktober 2024 erhielt dynaCERT nun die lang erwartete Verra-Zertifizierung, die völlig neue Perspektiven für die Reduzierung von Emissionen bei Dieselmotoren eröffnet.

    Die Technologie erzeugt aus destilliertem Wasser kleine Mengen Wasserstoff und Sauerstoff, die dem Motor über die Luftzufuhr zugeführt werden. Dadurch verbessert sich die Verbrennung des Dieselkraftstoffs erheblich. Tests zeigen eine Reduzierung der Stickoxide um bis zu 88 % und des CO2-Ausstoßes um 6 bis 19 %. Der Kraftstoffverbrauch sinkt um durchschnittlich 10 %.

    Für die weitere Expansion hat dynaCERT seine Führungsmannschaft mit dem deutschen Industrie-Manager Bernd Krüper verstärkt. Der ehemalige CEO der Hatz Gruppe wird die zertifizierte Technologie international vermarkten. Mit der 15-% Beteiligung am Elektrolyseur-Spezialisten Cipher Neutron hat sich das Unternehmen zudem technologisch für die Zukunft aufgestellt.

    Mit der Verra-Zertifizierung können Kunden nun für etwa 6.000 CAD pro Fahrzeug eine Umweltlösung nutzen, die sich durch Kraftstoffeinsparungen und den Verkauf von CO2-Zertifikaten in weniger als sechs Monaten amortisiert. Für 2025 plant das Unternehmen den Absatz von etwa 10.000 Einheiten. Die Fertigungskapazität im teilautomatisierten Werk in Toronto liegt bei 6.000 Einheiten pro Monat.

    Bayer AG kämpft mit Gegenwind in allen Sparten

    Bayer kämpft im dritten Quartal 2024 mit deutlichen Herausforderungen. Der Leverkusener Konzern verzeichnet einen Umsatzrückgang von 4 % auf 10,0 Mrd. EUR. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen sinkt sogar um mehr als ein Viertel auf 1,3 Mrd. EUR.

    Besonders die Agrarsparte bereitet Sorgen. In Lateinamerika leidet das Geschäft unter schwierigen Marktbedingungen. Die Nachfrage nach dem Unkrautvernichter Glyphosat hat sich auf ein niedrigeres Niveau eingependelt, was zu einem Umsatzrückgang von 19 % bei diesen Produkten führt.

    Lichtblicke gibt es in der Pharmasparte. Die neuen Medikamente Nubeqa® gegen Prostatakrebs und Kerendia® für Nierenpatienten entwickeln sich gut. Allerdings macht der zunehmende Konkurrenzdruck durch Nachahmerprodukte beim wichtigen Gerinnungshemmer Xarelto® dem Konzern zu schaffen.

    Angesichts dieser Entwicklung muss Bayer seine Prognose für das Gesamtjahr nach unten korrigieren. Statt eines leichten Wachstums rechnet der Konzern nun mit einem Umsatzrückgang von 1 bis 3 %. Auch beim operativen Gewinn erwartet das Unternehmen einen stärkeren Rückgang als bisher.

    Der neue Vorstandsvorsitzende Bill Anderson treibt derweil den Konzernumbau voran. Bis Ende des Jahres sollen über 1.000 kundenorientierte Teams die neue Organisationsstruktur mit Leben füllen. Damit will Bayer schlanker und effizienter werden. Wünschen wir Ihnen Glück und ein gutes Händchen im Abbau der überbordenden Bürokratie.


    Daimler Truck aus der Mercedes-Benz Gruppe zeigt sich trotz schwieriger Marktlage robust. Während das Europa-Geschäft unter Druck steht, stabilisiert das starke Nordamerika-Geschäft die Bilanz. Die Prognose für 2024 bleibt stabil bei einem erwarteten Absatz von 460.000 bis 480.000 Einheiten. Die operative Marge übertrifft die Analystenerwartungen. Die flexible Produktionsstruktur in den USA und Mexiko mindert potenzielle Risiken durch mögliche Trump-Zölle. Nach 20 Jahren Entwicklungsarbeit erreicht dynaCERT mit der Verra-Zertifizierung einen Meilenstein. Die HydraGEN™-Technologie zur Dieseloptimierung verspricht durch CO2-Zertifikate zusätzliche Einnahmequellen. Mit dem neuen Deutschland-Chef Bernd Krüper und der Fertigungskapazität von 6.000 Einheiten pro Monat ist dynaCERT für das erwartete Wachstum gerüstet. Die Technologie bietet eine sofort verfügbare Lösung zur CO2-Reduzierung. Die Bayer AG kämpft an allen Fronten: Die Agrarsparte leidet unter schwachen Märkten und sinkender Glyphosat-Nachfrage, während in der Pharmasparte der Konkurrenzdruck zunimmt. Die Prognose für 2024 wurde nach unten korrigiert. CEO Bill Anderson treibt den Konzernumbau voran, aber die Transformation wird Zeit brauchen. Die Aktie steht unter Druck.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 24.04.2026 | 04:15

    Iran und die 100 USD - Totaler Öl-Wahnsinn treibt ITM Power, Zefiro Methane, thyssenkrupp, nucera und Nel ASA

    • Alternative Energien
    • Wasserstoff
    • Methan
    • Umweltschutz
    • Öl & Gas

    Verrückte Zeiten für Investoren. Nach einigem Hin und Her zwischen Washington und Teheran steigt die Unsicherheit über den Fortgang des Konflikts weiter an. Damit bleibt der Markt auch zum Wochenende sehr volatil, die Ölpreise der Sorte Brent oszillierten in den letzten 10 Handelstagen zwischen 82 und 104 USD munter umher, woran soll sich der Anleger hier noch anlehnen? Vielleicht lohnt ein Blick auf die Peergroup des Ölsektors oder auch ein erneuter Versuch im Bereich alternativer Energien. Hier hatte Plug Power zuletzt ein wahres Feuerwerk entzündet. Doch was machen ITM Power, Nel ASA, thyssenkrupp und nucera in diesem Umfeld? Und dann wäre da noch der Neuling Zefiro Methane, mit einem Ansatz, der die Aktie schnell in die nächste Liga befördern könnte. Wir dringen etwas tiefer in die Erdkruste ein.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Jens Castner vom 23.04.2026 | 05:20

    Der Pennystock, der Bäcker und der Mehllieferant: HPQ Silicon, IBU-tec und AMG Critical Materials mischen den Batteriemarkt auf

    • Elektromobilität
    • Batterietechnologie
    • Wasserstoff
    • HPQ Silicon
    • IBU-tec
    • AMG Critical Materials
    • Drohnen

    Chinas Dominanz bei Batterien für Elektromobilität ist westlichen Politikern unheimlich. In Sonntagsreden versprechen sie regelmäßig, die Abhängigkeit von Peking zu verringern. Passiert ist bislang wenig. Doch langsam wendet sich das Blatt – wobei die Regierenden aber eher Statistenrollen einnehmen. Die handelnden Personen arbeiten für börsennotierte Unternehmen wie HPQ Silicon, IBU-tec und AMG Critical Materials. Wie das Trio Europas Batterieindustrie wettbewerbsfähig machen will.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 20.04.2026 | 05:15

    Vergessen Sie KI-Aktien: Rheinmetall, First Hydrogen und Volkswagen setzen auf unbemannte Systeme, um die Rendite zu steigern

    • Rheinmetall
    • First Hydrogen
    • Volkswagen
    • Drohnen
    • autonome Bodenfahrzeuge
    • Rüstung
    • Rüstungsindustrie
    • Roboterplattform
    • DaaS
    • SMR
    • Wasserstoff
    • autonomes Fahren
    • Stromspeicher

    Autonome Systeme erobern nicht länger nur das Militär – sie werden zum Treiber einer ganzen Wirtschaftswende. Von selbstfliegenden Drohnen bis zu intelligenten Bodenrobotern: Künstliche Intelligenz, sinkende Sensorkosten und neue Antriebe katapultieren unbemannte Technologien aus der Nische in den Massenmarkt. Investoren stehen vor einem strukturellen Wachstumstrend, vergleichbar mit der Elektromobilität oder dem Internet. Wer jetzt die richtigen Player identifiziert, könnte von der nächsten Innovationswelle überproportional profitieren. Drei Unternehmen aus unterschiedlichen Sektoren adressieren dieses Feld bereits mit konkreten Produkten: Rheinmetall, First Hydrogen und Volkswagen.

    Zum Kommentar