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30.04.2025 | 06:00

Die Zukunft der digitalen Inhalte: MiMedia, Dropbox und Amazon im Wettlauf um die Datenhoheit

  • Cloud-Dienste
Bildquelle: pexels.com

Cloud-Dienste sind einfach und unglaublich nützlich. Egal ob Fotos von vergangenen Urlauben, Daten zum Langzeit-Projekt aus dem Jahr 2020 oder das Backrezept, das uns Oma vor Jahren per WhatsApp schickte – all diese Informationen sind heute nur wenige Swipes entfernt. Doch je größer die Menge an persönlichen Daten wird, die wir im Netz speichern, desto größer wird auch das Risiko. Immer mehr Kunden setzen auf Sicherheit. Wir stellen die Geschäftsmodelle der Cloud-Dienstleister MiMedia, Dropbox und Amazon vor.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: MIMEDIA HOLDINGS INC | CA60250B1067 , DROPBOX INC CL. A | US26210C1045 , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067

Inhaltsverzeichnis:


    MiMedia: Mit westlichen Standards in die Schwellenländer

    Das kanadische Unternehmen MiMedia Holdings stellt eine Plattform bereit, die es Kunden ermöglicht, ihre Daten sicher in der Cloud zu speichern. Der Fokus liegt dabei auf der Benutzerfreundlichkeit und der Möglichkeit, von überall auf die gespeicherten Daten zugreifen zu können, egal ob es sich dabei um Fotos, Videos, Musik oder andere Dateien handelt. Dabei legt MiMedia großen Wert auf Datenschutz. Die Kommunikation der Apps von MiMedia ist beim Datenupload durchweg verschlüsselt. Weiterhin hält sich die App an all gängigen Datenschutz-Standards, wie etwa die deutsche Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

    MiMedia verfolgt ein B2B2C-Geschäft. Das heißt, MiMedia bietet Unternehmen, wie etwa Telekommunikationsanbietern, Rahmenverträge an. Die App von MiMedia ist dann auf Endgeräten vorinstalliert. Im März 2025 unterzeichnete MiMedia Holdings eine bedeutende strategische Partnerschaft mit Walmart Latin America. Zum Unternehmen gehört der Mobilfunkanbieter Bait mit 18,3 Millionen Kunden. Bait gilt als integraler Bestandteil der Digitalstrategie von Walmart Latin America und dient als Plattform, um Telekommunikations- und Smartphone-Dienste direkt an die breite Walmart-Kundschaft zu vertreiben. Während viele etablierte Cloud-Anbieter nur noch überschaubar wachsen, generiert MiMedia vor allem in Schwellenländern dynamisches Wachstum. Neben Südamerika gilt auch Afrika als spannender Markt – dort soll es in diesem Jahr eine Milliarde Smartphones geben. MiMedia bietet für den afrikanischen Markt lokal angepasste Features, wie etwa Sprachunterstützung für Swahili. MiMedia-CEO Chris Giordano bringt seinen Ansatz folgendermaßen auf den Punkt: „Unser margenstarkes, wiederkehrendes Umsatzmodell, gepaart mit globalen Expansionsmöglichkeiten, schafft die Voraussetzungen für ein beispielloses Wachstum.”

    Was machen die Platzhirsche Dropbox und Amazon?

    Auch wenn MiMedia vor allem in Schwellenländern stark wächst und bereits mehr als sechs Millionen Nutzer hat, bleiben Unternehmen wie Amazon, Alphabet und Dropbox die Platzhirsche. Letzteres Unternehmen ist bereits seit vielen Jahren auf dem Markt vertreten und hat sowohl für Geschäfts- als auch für Privatkunden passende Tarife. Amazon richtet sich mit Amazon Web Services (AWS) in erster Linie an Geschäftskunden und bietet vom Startup bis zum Konzern eine große Skalierbarkeit. AWS hat im Cloud-Bereich einen weltweiten Marktanteil von 31 %. Bei Alphabet heißt die Cloud-Sparte Google Cloud und sorgte 2024 mit 47,2 Mrd. US-Dollar für rund 15 % des Gesamtumsatzes des Tech-Giganten. Google Cloud richtet sich jedoch in erster Linie an Geschäftskunden, die dort neben Speicherplatz auch Tools und andere Ressourcen buchen können. Eher auf Privatnutzer ausgerichtet sind dagegen die Dienste Google Fotos oder Google Drive.

    In den vergangenen Wochen ist die Kritik an großen Tech-Unternehmen wieder lauter geworden. Gründe sind deren Umgang mit Datenschutzverstößen, die oft mangelnde Transparenz und die Umgehung europäischer Regelungen. Aus den USA wurden in den vergangenen Monaten immer wieder Vorwürfe publik, wonach die Meinungsfreiheit innerhalb der EU beschränkt sei. Umgekehrt sehen viele Beobachter bei Diensten von „Big Tech“ eine Tendenz hin zu mehr radikalen Inhalten. In der europäischen Öffentlichkeit wurde auch der Ruf nach mehr Regulierung laut. Einige Nutzer haben den Diensten von Big Tech auch bereits den Rücken gekehrt und nutzen statt Amazon, Google oder WhatsApp eher alternative Dienste.

    Wie viele Wechsler kann MiMedia im Westen überzeugen?

    Im Bereich der umfassenden und voll integrierten Cloud-Dienste könnte MiMedia zu einem dieser alternativen Dienste auch für westliche Nutzer werden. Die Plattform erfüllt europäische Datenschutzstandards und legt einen großen Wert auf Nutzerfreundlichkeit. Weitet sich die Konfrontation zwischen den USA und dem Rest der Welt aus, könnten auch bei Cloud-Diensten mehr Nutzer wechseln wollen.

    Diese mögliche Dynamik lässt sich schon heute an der Kursentwicklung der drei Aktien ablesen. MiMedia gehört sowohl auf Sicht von einer Woche (+15,8 %) als auch sechs Monaten (139,13 %) zu den absoluten Highflyern. Deutlich träger zeigen sich die Aktien von Dropbox und Amazon auf Sicht von sechs Monaten: Mit 10 % bei Dropbox und -2,3 % bei Amazon fiel die Performance eher dürftig aus. Die Aktie von MiMedia ist eine heiße Wette auf Disruption auf dem Cloud-Markt. Dass das Unternehmen es schaffen kann, auf aufstrebenden Märkten Fuß zu fassen, zeigt der Deal mit Walmart Latin America. Auch Wechsler von Amazon, Dropbox und Co. sind möglich. Diese Fantasie bildet die Aktie derzeit ab.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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