Menü schließen




07.08.2024 | 07:20

Bayer, Medigene, BioNTech – welche Aktien sollte man nach dem Ausverkauf an den Börsen einsammeln?

  • Bayer
  • Medigene
  • BioNTech
  • Pharma
  • Crop Science
  • Biotech
  • Onkologie
  • Immunonkologie
  • Krebs
  • Zelltherapie
  • Quartalszahlen
Bildquelle: pixabay.com

Die jüngste Intervention der Bank of Japan zur Aufwertung des Yen hat den globalen Finanzmärkten Turbulenzen beschert. Durch den gezielten Verkauf von Dollars und den gleichzeitigen Kauf von Yen müssen viele Carry Trades rückabgewickelt werden. Diese starke Bewegung im USD/Yen-Kurs zwingt einige große Akteure, ihre Verlustpositionen zu decken und ihre profitablen Beteiligungen, insbesondere in großen Technologieunternehmen, zu verkaufen. Diese massiven Abverkäufe haben die Börsen belastet. Angesichts der Marktunsicherheiten stellt sich nun die Frage: Wo sollte man investieren? Der Gesundheitssektor bietet oft defensive Qualitäten. Daher werfen wir heute einen Blick auf drei vielversprechende Unternehmen aus diesem Bereich.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , MEDIGENE AG NA O.N. | DE000A1X3W00 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

Inhaltsverzeichnis:


    Bayer – mit gemischten Zahlen

    Bayer hat jüngst positive Studienergebnisse zum Herzinsuffizienz-Medikament Finerenon (Kerendia) vorgelegt. Die Phase-3 Studie namens FINEARTS-HF erreichte ihren primären Endpunkt, indem sie eine signifikante Verringerung von Todesfällen und Hospitalisierungen bei Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz aufzeigte. Diese Ergebnisse sind laut Analysten wie Richard Vosser von JPMorgan entscheidend für Bayers mittelfristige Umsatzziele. Kerendia ist bereits in mehr als 90 Ländern zur Behandlung der chronischen Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes zugelassen und könnte künftig jährlich bis zu drei Milliarden Euro Umsatz generieren.

    Im 2. Quartal hat Bayer einen leichten Umsatzanstieg von 0,9 % auf 11,14 Mrd. EUR verzeichnet, während das bereinigte EBITDA um 16,5 % auf 2,1 Mrd. EUR fiel. Währungseffekte belasteten das Ergebnis, dennoch übertraf das EBITDA die Erwartungen einiger Analysten. Der operative Cash Flow stieg deutlich auf 2,41 Mrd. EUR, im Vergleich zu 484 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Unabhängig von den Herausforderungen bestätigte Bayer seine Umsatzprognose für das gesamte Jahr 2024 und rechnet mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von bis zu 3 %. Trotz der Rückschläge im Agrarsegment bleibt Bayer optimistisch.

    Der Konzern erwartet, dass die Pharmaceuticals-Sparte ein bereinigtes Umsatzwachstum von bis zu 3 % erreichen wird, während die Agrarsparte eher am unteren Ende der prognostizierten Bandbreite liegen dürfte. Positive Impulse kommen aus der erfolgreichen Entwicklung neuer Medikamente. Besonders Kerendia und Nubeqa, ein Prostatakrebs-Medikament, sollen zukünftig erhebliche Umsätze generieren. Diese Produkte helfen, Umsatzverluste durch auslaufende Patente anderer Medikamente wie Xarelto und Eylea zu kompensieren. Die Aktie hat sich im Crash gut gehalten und notiert bei 27,06 EUR.

    Medigene – tolle Nachrichten von der FDA

    Medigene AG, ein Vorreiter in der T-Zell-Rezeptor gesteuerten Therapie für die Behandlung von soliden Tumoren, hat sich durch wichtige Entwicklungen und strategische Partnerschaften in der Biotechnologie-Szene etabliert. Die gesamte Branche hat am 02. August einen bedeutenden Meilenstein gefeiert, als die FDA die erste TCR-T-Zelltherapie von Adaptimmune Therapeutics (AT) für solide Tumore zugelassen hat. Der Listenpreis für die Therapie von AT liegt bei 727.000 USD und ist damit teurer als die herkömmlichen CAR-T Zelltherapien. Dies markiert einen Wendepunkt für die gesamte Branche und festigt die Position von Medigene als Pionier im Bereich der Krebsbehandlung mit TCR-T Therapien in Deutschland. Nimmt man die CAR-T-Zelltherapie zum Vorbild, so gab es auch dort die 1. Zulassung durch die FDA in den USA und im Anschluss auch in Europa.

    Geht man davon aus, dass es auch diesmal so laufen wird, erhöht sich das Potenzial der Partnerschaft mit BioNTech. Gemeinsam mit den Mainzern entwickelt Medigene optimierte T-Zell-Rezeptoren um sie gegen solide Tumore zum Einsatz zu bringen. Dr. Selwyn Ho, CEO der Medigene AG, kommentierte gegenüber |transkript.de: „Wir gratulieren dem Team von Adaptimmune zur FDA-Zulassung der ersten TCR-T-Therapie zur Behandlung eines soliden Tumors. Diese bestätigt das enorme Potential von TCR-gesteuerten und insbesondere TCR-T-Therapien, verbesserte Behandlungsergebnisse für Patienten zu erzielen, wie hier beim synovialen Sarkom.“ Ein weiterer Erfolg für Medigene ist die jüngste Patenterteilung in China für ihren T-Zell-Rezeptor, der gegen die bekannten Krebs-Testis-Antigene NY-ESO-1 und LAGE-1a gerichtet ist. Dieser Fortschritt stärkt das am weitesten fortgeschrittene unternehmenseigene TCR-T-Programm MDG1015, das auf die Behandlung von verschiedenen Krebsarten abzielt.

    Aus Investorenperspektive profitiert Medigene von einem robusten und stetig wachsenden Patentportfolio, das bereits über 20 verschiedene Patentfamilien weltweit umfasst. Das Engagement des Unternehmens, neue Technologien zu entwickeln und bestehende Patente auf zusätzliche Rechtsgebiete auszuweiten, schafft eine sichere Grundlage für zukünftige Innovationen und Marktpotenziale. Diese sind durch die Zulassung der AT-Therapie deutlich gestiegen. Durch die stark gefallenen Märkte wurde die Aktie kurzfristig unter 1 EUR gedrückt. Aktuell kostet sie 1,09 EUR.

    BioNTech – Quartalszahlen im Fokus

    BioNTech hat am 30. Juli bekanntgegeben, dass die Kombinationstherapie BNT111 mit Regenerons Libtayo (cemiplimab) in einer Phase-2 Studie bei Melanom-Patienten signifikante Erfolge zeigte. Die Anwendung von BNT111, ein mRNA-basierter Impfstoff, zusammen mit dem Anti-PD-1-Therapeutikum cemiplimab führte zu einer statistisch signifikanten Verbesserung der Tumorreaktionen. Beide Medikamente zeigten allein bereits klinische Aktivität, aber die Kombination erzielte besonders vielversprechende Ergebnisse. Die Verträglichkeit der Kombination entsprach den Daten früherer Studien und wurde insgesamt gut vertragen. Die Studie BNT111-01 untersucht derzeit weiterführende Endpunkte.

    Im 2. Quartal verzeichnete BioNTech einen Verlust von 3,36 EUR je Aktie, während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 23,3 % auf 128,7 Mio. EUR sank. Trotz dieser Rückgänge bleibt BioNTech optimistisch und bekräftigte die Umsatzprognose für das Gesamtjahr im Bereich von 2,5 bis 3,1 Mrd. EUR. Besonders bemerkenswert ist, dass das Unternehmen das Quartal mit soliden 18,5 Mrd. EUR in liquiden Mitteln abschloss. CEO Ugur Sahin betonte in der Ergebnispräsentation die Fortschritte im Onkologie-Bereich und die erfolgreichen Markteinführungen des neuen, variantenspezifischen COVID-19-Impfstoffs.

    Für die kommenden Monate plant BioNTech, weitere wegweisende Daten zu sekundären Endpunkten der BNT111-Studie zu generieren. Zusätzlich fokussiert sich das Unternehmen auf den Ausbau seines Onkologie-Portfolios. Es sind mehrere neue Studien zur Kombinationstherapie in Vorbereitung, die in den nächsten 12 Monaten starten sollen. Die bevorstehenden Zulassungen und Markteinführungen der angepassten COVID-19-Impfstoffe werden ebenfalls als Schlüsselkomponenten für die erwartete Umsatzsteigerung angesehen. Die Investoren waren von den Zahlen nicht überzeugt und schickten die Aktie auf Talfahrt. Derzeit handelt der Wert bei 72,55 EUR.


    Angesichts der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten und der unklaren Wirtschaftslage bleibt der Gesundheitssektor eine attraktive Option. Bayer zeigte sich stabil mit neuen vielversprechenden Medikamenten wie Finerenon und Nubeqa, obwohl ihr Agrarsegment schwächelt. Medigene profitiert von der FDA-Zulassung der ersten TCR-T-Therapie, was ihr eigenes Potenzial in der T-Zell-Therapie stärkt. BioNTech verzeichnete schwache Quartalszahlen, hofft jedoch auf zukünftige Erfolge mit ihrer vielfältigen Pipeline.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 04.07.2026 | 05:20

    Dünger Notstand 2026: Warum Bayer, MustGrow Biologics und Yara International jetzt auf Ihrer Einkaufsliste stehen müssen

    • Bayer
    • MustGrow Biologics
    • Yara International
    • Crop Science
    • Glyphosat
    • Supreme Court
    • Senfpflanze
    • Biodünger
    • Pflanzenschutz

    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von MustGrow Biologics Corp.

    Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus erfolgt zu spät. Die wochenlange Blockade hat die empfindlichen Märkte für Düngemittel nachhaltig destabilisiert. In der entscheidenden Aussaatphase wird die europäische Landwirtschaft von Preisexplosionen und leeren Lagern geplagt. Allerdings erweist sich dieser Schock als enormer Katalysator für eine längst notwendige Veränderung. Da herkömmliche chemische und Düngemittellösungen mit wachsenden wirtschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen konfrontiert sind, finden biologische Alternativen zunehmend den Weg vom Labor in die kommerzielle Anwendung. In der globalen Agrarwirtschaft offenbart diese disruptive Zeitenwende drei grundlegend verschiedene Strategien. Im Mittelpunkt stehen der unter Druck geratene Industriegigant Bayer, der bewegliche Biotech-Vorreiter MustGrow Biologics und das grüne Schwergewicht Yara International.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 29.06.2026 | 04:30

    KI- und Übernahme-Wirbel im LifeScience-Sektor! Bayer, Vidac Pharma, Novo Nordisk, Evotec und Eli Lilly

    • Pharma
    • BioTech
    • LifeScience
    • Pflanzenschutz
    • Medikamentenforschung
    • Onkologie

    Ja, Sie haben richtig gelesen. Pharmakonzerne setzen aktiv auf Künstliche Intelligenz (KI) und könnten so mit geringeren Kosten, besseren Validierungen und schnelleren Studien-SetUps mittelfristig zu den Gewinnern der neuen Intelligenzwelle gehören. Viele Titel aus dem LifeScience-Spektrum wurden an der Börse links liegen gelassen, doch Investoren horchen nun wieder auf. Eli Lilly setzt auf KI und treibt sein Portfolio durch gezielte Zukäufe voran, darunter die Übernahmen des Schlaf-Wach-Spezialisten Centessa Pharmaceuticals und dem Blutkrebs-Spezialisten Ajax. Bei Evotec und Vidac Pharma dreht sich vieles um Krebs, während Novo Nordisk mit seinen Abnehm-Präparaten in hartem Wettbewerb zu Eli Lilly steht. Dann die erlösende Meldung zu Bayer. Der Supreme Court befindet, dass ca. 181.000 Einzelklagen wegen fehlender Warnhinweise auf der Verpackung keine juristische Grundlage mehr haben, da die US-Umweltbehörde (EPA) das Pflanzenschutzmittel Glyphosat als unbedenklich einstuft. Viele gute Nachrichten, einige Aufhänger für aktive Anleger. Hier ein paar Insights.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Matthias Schomber vom 25.06.2026 | 05:10

    Börsen-Thriller 2026: Novo Nordisk „schwitzt“, die Deutsche Telekom an der 26-EUR-Schwelle und das Antimon Juwel Antimony Resources greift an!

    • Antimon
    • Antimony Resources
    • Novo Nordisk
    • Deutsche Telekom
    • Telekommunikation
    • Pharma
    • Ozempic
    • Wegovy

    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Antimony Resources Corp.

    Die Börsenwelt momentan ist voller Extreme. Während beispielsweise Novo Nordisk, ein ehemaliger Highflyer und einst wertvollster Konzern Europas, mit scharfen Korrekturen und massivem Wettbewerbsdruck kämpft, baut z. B. der etablierte Telekommunikationsgigant Deutsche Telekom still und leise an der digitalen Zukunft in Deutschland und Europa. Die Aktie kämpft aber zur Zeit den wohl wichtigsten Kampf dieses Jahres mit einer entscheidenden Chartmarke, die über den weiteren Kursverlauf bestimmt. Doch die wirklich spannenden Geschichten schreiben oft nicht die riesigen Mega-Caps, sondern noch kleinere Unternehmen mit großem Potenzial. In diesem Bericht werfen wir einen genauen Blick auf drei Aktien: Wir starten mit dem Pharma-Giganten Novo Nordisk, danach beleuchten wir die KI-Ambitionen der Deutschen Telekom und die wichtige Chartmarke. Zum krönenden Abschluss widmen wir uns ausführlich einem interessanten Rohstoff-Explorer aus Kanada, der gerade in den Startlöchern für einen gewaltigen Sprung stehen könnte, denn es geht um Antimon. Lehnen Sie sich zurück und entdecken Sie mit uns die verborgenen Chancen des aktuellen Marktes.

    Zum Kommentar