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27.09.2024 | 06:00

Volkswagen, First Hydrogen, Lufthansa - Zukunftstechnologien für Transport im Fokus

  • Aviation
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  • Elektromobilität
Bildquelle: Lufthansa AG

Der Kraftakt, ganze Industriezweige auf erneuerbare Energien umzustellen, nimmt deutlich Formen an. Diese Woche traf sich das Who-is-Who der deutschen Automobilbranche beim virtuellen Autogipfel. Volkswagen hält an Hybriden fest, die Politik möchte dem Bürger das E-Auto schmackhaft machen. Doch es fehlt an passender Infrastruktur. Ganz anders könnte das zukünftig für den Wasserstoffmarkt aussehen. First Hydrogen ist ein Nutzfahrzeuganbieter, der mit einem Wasserstoff-Van die Logistikbranche revolutionieren will. Die herausragende Reichweite des sog. FCEV von 630 km mit nur einer Betankung zeigt, dass diese Technologie weitaus vielversprechender als das Elektrobatterie-Auto sein kann. Dass Umweltschutz kostet, merken Kunden der Lufthansa. Zum einen will das Unternehmen im Frachtbusiness Zuschläge für den Treibstoff erheben, zum anderen sollen Flugverbindungen reduziert werden, um dem Preiskampf der Konkurrenz standzuhalten. Die Details.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125

Inhaltsverzeichnis:


    Trotz Krise: Volkswagen setzt auf Hybrid-Produktion in Polen - Ist das die Lösung?

    Sinkende Absätze bei E-Autos und hohe Investitionskosten für deren Entwicklung belasten Volkswagen und den Standort Deutschland. Diese Krise trifft nicht nur die deutschen Unternehmen, sondern wirkt sich auch stark auf die österreichische Autozulieferer-Industrie aus. Es geht um Stellenabbau und drohende Insolvenzen.

    Ein virtueller Autogipfel diese Woche soll die bestehenden Brände löschen, indem alle Stakeholder an einem runden Tisch zusammenkommen. Die IG Metall betont die Schlüsselrolle der Autoindustrie für Deutschland und fordert neue Fördermaßnahmen für E-Mobilität, um Arbeitsplätze zu sichern. Wirtschaftsminister Habeck will die Gespräche fortsetzen. Er sieht bereits Anreize für E-Autos durch Steuervorteile und niedrigere Betriebskosten, ohne zusätzliche Förderungen für notwendig zu erachten.

    Was die Teilnehmer des Gipfels langsam begreifen: Deutschland fehlt das weitreichend ausgebaute Ladenetz, um überhaupt weiter Elektroautos an die Bürger zu bringen. Der Teufel steckt im Detail der Infrastruktur. Hier muss dringend aufgeholt werden, damit das E-Auto mittel- bis langfristig überhaupt eine Chance hat.

    Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) drängt auf eine Neuausrichtung der politischen Prioritäten in Berlin und Brüssel. Wettbewerbsfähigkeit und Standortattraktivität müssen laut VDA in den Fokus rücken. Zentrale Forderungen des Verbands sind besagter Ausbau der Ladeinfrastruktur, finanzielle Anreize für E-Mobilität und eine positive Kommunikationsstrategie zur Förderung von Elektrofahrzeugen.

    Derweil produziert der Wolfsburger Autokonzern doch lieber im Nachbarland Polen. Der neue VW Caddy eHybrid verfügt über eine Gesamtleistung von 110 kW, die sich aus einem Verbrennungsmotor und einem Elektromotor zusammensetzt. Das Modell ist beliebt bei Handwerkern und anderen Dienstleistern. Dank der geräumigen Ladefläche ist der Wagen vielseitig einsetzbar. Mit einer nutzbaren Batteriekapazität von 19,7 kWh erreicht der Caddy eine elektrische Reichweite von bis zu 122 km. Wer soll das ernsthaft kaufen wollen?

    First Hydrogen trumpft mit 630 km Reichweite beim Wasserstoff-Van, expandiert nach Deutschland

    Das kanadische Unternehmen First Hydrogen, mit Standorten in Vancouver, Montreal und London, hat sich auf emissionsfreie Fahrzeuge sowie die Produktion und den Vertrieb von grünem Wasserstoff spezialisiert.

    Die emissionsfreien Fahrzeuge (FCEV) werden mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betrieben. Erste Tests in UK unter realen Bedingungen haben nach 6.000 km Testfahrt eine Reichweite von mehr als 630 km mit einer einzigen Betankung erreicht. Die getesteten Modelle sind auf Vans ausgelegt, um gezielt Flottenbetreiber in der Logistik anzusprechen. Nun eröffnet das Unternehmen ein Büro in Deutschland, um seine Expertise direkt bei den großen Autobauern wie Mercedes, Audi, VW, Porsche "an den Mann zu bringen".

    Deutschland hat 2020 eine nationale Wasserstoffstrategie verabschiedet und sich zur nachhaltigen Produktion von grünem Wasserstoff verpflichtet. Ende 2023 wurde zudem ein neues Wasserstoffgesetz ausgearbeitet, das den Aufbau einer 9.700 km langen "Wasserstoffautobahn" unter Nutzung der bestehenden Erdgasinfrastruktur vorsieht. Zudem sind 17 Wasserstoff-Hubs ("Hydrogen Valleys") in Betrieb, im Bau oder in Planung. Dadurch soll die Nutzung von sauberem Wasserstoff als Energieträger gefördert und die Transformation hin zu einer klimafreundlichen Wirtschaft unterstützt werden. Das Ziel von First Hydrogen ist klar: der Einstieg mit dem wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeug (FCEV) in das deutsche Wasserstoff-Ökosystem.

    Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck schlägt vor, die EU-Vorgaben für grünen Wasserstoff bis 2035 auszusetzen. Diese Regelungen beinhalten, dass grüner Wasserstoff nur mit zusätzlichen erneuerbaren Energiequellen und zeitgleich zur Stromproduktion erzeugt werden darf, um eine Förderung zu erhalten. Ziel ist es, den Ausbau erneuerbarer Energien nicht zu bremsen und eine Doppelförderung zu vermeiden. Sollte das gelingen, nimmt First Hydrogen rasant Fahrt auf.

    Lufthansa Cargo führt Zuschlag für nachhaltigen Treibstoff ein, Passagiergeschäft auf Sparkurs

    Lufthansa Cargo hat angekündigt, ab dem 1. Januar 2025 einen Aufschlag für Frachtkunden einzuführen, um die Kosten für den vorgeschriebenen Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) zu decken. Der Zuschlag wird für Frachtabfertigungen aus EU-Ländern erhoben. Damit wird auf neue EU-Vorschriften reagiert, die Fluggesellschaften verpflichten, dem herkömmlichen Kerosin 2 % SAF beizumischen. Diese Quote soll bis 2030 auf 6 % und bis 2035 auf 20 % steigen. Bis 2050 ist sogar eine Erhöhung auf 70 % geplant.

    Auch Swiss International Airlines, eine Schwestergesellschaft von Lufthansa, plant die Einführung eines obligatorischen SAF-Zuschlags für ihre Frachtsparte ab Anfang nächsten Jahres. Beide Unternehmen werden den SAF-Zuschlag in ihre bestehende Zuschlagsstruktur integrieren, die bereits zusätzliche Kosten wie Treibstoffpreise über bestimmten Schwellenwerten und Flughafensicherheitsgebühren abdeckt.

    Auch im Passagiergeschäft greift der Rotstift. Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr hat laut Spiegel-Bericht intern die mögliche Einstellung der täglichen Flugverbindung zwischen Frankfurt und Peking angedeutet. Kürzere Flugzeiten und geringere Treibstoffkosten ermöglichen es chinesischen Fluggesellschaften, günstigere Tickets anzubieten. Europäische Airlines wie Lufthansa stehen dadurch unter Druck, ihre Preise trotz längerer Flugzeiten zu senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Seit Jahresbeginn ist die Lufthansa-Aktie im Sinkflug und verlor bis dato 16 %. Derzeit steht sie bei 6,53 EUR.


    Volkswagen kämpft mit sinkenden Absätzen bei E-Autos und hohen Investitionskosten. Der Konzern verlagert die Produktion des Caddy eHybrid nach Polen, um Kosten zu senken. Die Maßnahmen samt Fokussierung auf Hybridmodelle könnten kurzfristig die Profitabilität stabilisieren, langfristig bleibt die erfolgreiche Transformation zur E-Mobilität entscheidend - sofern der Kunde es überhaupt möchte. Voraussetzung dafür ist die passende Infrastruktur. Das liegt jedoch in den Händen von Bund und Ländern, selten in der Privatwirtschaft. First Hydrogen expandiert nach Deutschland und positioniert sich strategisch im wachsenden Wasserstoffmarkt. Die Expansion nach Deutschland und die vielversprechenden Testergebnisse der FCEVs bieten Wachstumspotenzial. Allerdings ist der Wasserstoffmarkt noch in der Entwicklungsphase. Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen der Industrienationen jedoch unumgänglich zur Energieversorgung. Die Lufthansa Cargo führt SAF-Zuschläge ein, um steigende Kosten zu kompensieren. Zusätzlich prüft die Lufthansa AG die Einstellung unrentabler Strecken wie Frankfurt-Peking, um dem Wettbewerbsdruck zu begegnen. Die Anpassung des Streckennetzes im Passagiergeschäft zielt auf Effizienzsteigerung ab.


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    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

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