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30.07.2024 | 04:45

Olympischer Turnaround zu erwarten: TUI und Lufthansa ausgebombt, dynaCERT am Start und BayWa kommt bestimmt wieder!

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Bildquelle: pixabay.com

Wenn Aktien stark fallen, hat das oft fundamentale Gründe, manchmal wird die Story von den Investoren aber auch falsch verstanden und beides gleichzeitig kann auch passieren. Bei den Touristik-Aktien TUI und Lufthansa fällt auf, dass mitten in der Urlaubszeit in den Kursen gar nichts geht. Liegen hier noch Leichen im Keller? In Sachen BayWa geht es zumindest schreitweise nach vorne, hier liegt aber eine gefährliche Überschuldung vor. Der Wasserstoff-Spezialist dynaCERT hat nun alle Puzzle-Teile zusammen, hier sollte demnächst die Post abgehen. Wie liefern tiefere Einblicke für ihre Portfolio-Strategie.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: TUI AG NA O.N. | DE000TUAG505 , LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 , BAYWA AG VINK.NA. O.N. | DE0005194062

Inhaltsverzeichnis:


    BayWa – Ein Eigentümer-Kredit hilft vorübergehend

    Seit Juli 2022 hat die BayWa-Aktie nun 65 % Kursverlust erlitten. Der Grund: Wegen einem Überborden der Verschuldung wird eine Restrukturierung eingeleitet. Der Markt ist hochgradig verunsichert, letzte Woche gab es dann Halbjahreszahlen. Der Umsatz fällt um 14,8 % auf 10,7 Mrd. EUR, Markt-Experten hatten mit über 11,2 Mrd. EUR gerechnet. Das EBITDA sinkt auf 149,5 Mio. EUR, das ist ein Minus von 53,6 % und verfehlt die Analystenschätzung von über 220 Mio. EUR dramatisch. Mit einem EBIT von exakt 0 EUR zieht das Management seine Guidance für das laufende Jahr zurück, denn eigentlich sollten operativ 365 bis 385 Mio. EUR hängen bleiben.

    Um eine Genesung zu unterstützen, eilen nun die Großeigner herbei. Die Beteiligungsgesellschaft der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken signalisiert als größter Aktionär mit 33,8 % schnelle Hilfe, will aber Fortschritte in der Umstrukturierung sehen. Auf der Hauptversammlung im Juni verkündete CEO Pöllinger bereits einen sozialverträglichen Stellenabbau und Verkäufe nicht wesentlicher Geschäftsbereiche. Aufgebaut hat diese Schulden zum Großteil der 2023 ausgeschiedene Klaus Josef Lutz, der BayWa in einen Mischkonzern verwandelte, global expandierte und vor allem das Geschäft mit erneuerbaren Energien als zweites Standbein des Konzerns aufbaute. Aktuell sollte man die Experten rechnen lassen, die veröffentlichten Kursziele der Analysten werden sicher noch kassiert.

    dynaCERT – Auf der Startrampe

    Das kanadische Unternehmen dynaCERT ist ein Technologie-Lieferant für die Transportbranche in allen Segmenten. Mit den hauseigenen, ausgereiften Wasserstoff-Zusatzgeräten wie HydraGEN™ lassen sich Diesel-Verbrennungsprozesse soweit optimieren, dass im Endeffekt je nach Nutzungsart zwischen 8 und 20 % Treibstoff eingespart werden kann. Zusätzlich sinken die Ruß- und Stickstoff-Anteile, die Abgase werden also sauberer. Die Technologie ist vor allem bei öffentlichen Transport-Unternehmen, bei Speditionen und im Bergbau hervorragend geeignet, die ESG-Richtlinien zu erreichen bzw. die CO2-Bilanz von ganzen Fuhrparks zu senken.

    In der letzten Woche verkündet CEO Jim Payne, dass die Beteiligung Cipher Neutron eine Advanced Contract Award Notification (ACAN) für die Entwicklung und den Bau von zwei 250-Kilowatt-Elektrolyseur-Stacks für die Simon Fraser University (SFU) erhalten hat. Dieses bahnbrechende Projekt bedeutet einen großen Schritt vorwärts in der Innovation von Grünem Wasserstoff und seinen Anwendungen. Start ist in Q4 und natürlich wird man dabei die führende AEM-Elektrolyseurtechnologie von Cipher Neutron nutzen. Das Projekt umfasst die Entwicklung und den Einsatz eines hochmodernen AEM-Elektrolyseurs mit einer Leistung von einem halben Megawatt, der speziell für die strengen Forschungs- und Betriebsanforderungen der Universität konzipiert wurde. Die begleitende Forschungsinitiative zielt darauf ab, eine skalierbare Wasserstoffproduktionstechnologie der nächsten Generation zu entwickeln. Es wird erwartet, dass die benutzte AEM-Technologie die Kosten für die Produktion von Grünem Wasserstoff senkt und gleichzeitig eine hohe Leistung und Stabilität bieten wird. Cipher Neutron kann hier erhebliche Vorteile bieten, indem die Erzeugung von hochreinem Wasserstoff mit überlegener Energieeffizienz gewährleistet wird.

    dynaCERT arbeitet mit der Organisation VERRA daran, dass zukünftig für den Einsatz ihrer Technologie CO2-Zertifikate für die Einsparungen ausgegeben werden können. Sobald VERRA die Zertifizierung der HydraGEN™-Lösungen vornimmt, gibt es neben dem wirtschaftlichen Anreiz durch die Einsparung des Treibstoffs auch noch handelbare Verschmutzungs-Rechte. Der DYA-Kurs hat Anfang Juli schnelle 100 % zugelegt. Im laufenden Jahr könnte es noch deutlich mehr werden.

    Der 2-Jahres-Chart von dynaCERT zeigt einen Seitwärtstrend, der sich bald in einen Ausbruch nach oben verwandeln könnte. Technisch stehen die Chancen gut. Quelle: Refintiv Eikon vom 29.07.2024

    TUI und Lufthansa – Sommerdebakel statt Urlaubsträume

    Das hätten sich die Anleger sicher anders vorgestellt. Mitten in der Urlaubssaison notieren die Titel der Touristik-Branche ganz unten. Leider stellen sich bei den deutschen Protagonisten TUI und Lufthansa immer noch die Bewältigung von Altlasten als nachhaltiges Genesungsproblem dar. TUI hat jüngst Wandelanleihen im Wert von 487 Mio. EUR ausgegeben, um alte Bonds zurückzukaufen und die Schuldenlast zu reduzieren. Diese Maßnahmen senken zwar die Zinskosten und die finanzielle Stabilität des Unternehmens verbessert sich, dennoch erhöht sich perspektivisch die Aktienzahl. Analysten bewerten das Sommergeschäft allerdings als gut und sind auch für die Kreuzfahrt-Sparte wieder optimistisch. Könnte sein, dass die 6 EUR-Marke stabilisiert werden kann.

    Bei Lufthansa gibt es immer wieder Meldungen über Ausfälle durch Klima-Aktivisten. Schadensersatz-Klagen laufen hier oftmals ins Leere, da von den Personen nichts geholt werden kann. Zudem liegt die Lufthansa in internationalen Service-Vergleichen zuletzt abgeschlagen hinter anderen Airlines. Deutschland ist seit Corona kein einfacher Markt mehr, was die Langfristperspektiven der Frankfurter stark beeinträchtigt. Steigend Preise sind auch kein probates Mittel, denn sie ermäßigen den Auslastungsfaktor, da Kunden bei der Konkurrenz günstiger fliegen können. Dann auch noch die Computer-Panne mit CrowdStrike, die Widrigkeiten häufen sich auffällig. Nun hat auch noch ein großer Lufthansa-Konkurrent schwache Zahlen vorgelegt, morgen ist es dann bei Lufthansa so weit. Die Schweizer Investmentbank UBS hält die Fahne noch hoch und hat die Einstufung für Lufthansa auf "Buy" mit einem Kursziel von 12,30 EUR belassen. Der Konsens auf der Plattform Refinitiv Eikon ist aber bereits deutlich auf 6,50 EUR abgesunken. Wichtig wäre eine technische Überwindung genau dieser Marke. Vorher sollte man die Füße stillhalten.


    Derzeit haben Investoren mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Geopolitische Unsicherheiten, Gewinnwarnungen und eine einseitige Verlagerung aller Aktienkäufe in den KI-Sektor. Da werden viele Chancen in anderen Segmenten einfach übersehen. BayWa könnte es schaffen, ebenso mittelfristig TUI und Lufthansa. Beim Kanadier dynaCERT wird es bereits kurzfristig zur Sache gehen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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