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27.01.2022 | 04:44

Varta, Jinko Solar, Barsele Minerals – Green-Tech: Nach dem Abverkauf ist vor der Rallye!

  • GreenTech
  • Batterie
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Bildquelle: pixabay.com

Green-Tech-Aktien waren die klaren Lieblinge der Anleger im Jahr 2021. Viele Werte aus den Bereichen Energy, Klima oder Metalle haben mehrjährige Höchstmarken erreichen können. Zuerst lief der Wasserstoff-Hype, dann konzentrierte sich die Börse auf Batteriehersteller und E-Mobilität und gegen Jahresende haussierten die Uran- und Lithiumlieferanten. Eigentlich eine gesunde Rotation von grünen Themen, die durch die Klimakonferenz von Glasgow im November noch zusätzlich beflügelt wurden. Nun ist etwas Besonnenheit eingekehrt, die Kurse fielen zuerst langsam und in den letzten Tagen heftig. Wo stecken nun die Chancen?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , BARSELE MINERALS | CA0688921083 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

Inhaltsverzeichnis:


    Varta AG – Ein alter Bekannter kommt an den Markt

    Bei der Varta AG ist genau das eingetreten, was die Markttechnik angedeutet hatte. Mit Durchbrechen der Unterstützung bei 105 EUR ging es vehement nach unten, Anleger hatten wohl massive Stop-Orders im Markt, um sich vor weiteren Verlusten zu schützen. Eigentlich gibt es aus dem Hause Varta keine Neuigkeiten. Aber auch das hilft in einem volatilen Umfeld nun mal wenig weiter.

    Indes wurde bekannt, dass ein Konkurrent von Varta oder sagen wir besser einer der Marktführer für Batterien für Elektrofahrzeuge nun eine Börsennotiz anstrebt. Es handelt sich um den südkoreanischen Elektronikkonzern LG, der seit längerer Zeit umgebaut und neu ausgerichtet wird. Nun vollzieht das Unternehmen den Börsengang der Batterie-Einheit. Die ausgegliederte Einheit LG Energy Solution Ltd. gehört zu den weltweit größten Herstellern von Batterien für Elektrofahrzeuge. Das Unternehmen hat nun mit der Platzierung seiner Anteile begonnen.

    LG rechnet beim Börsengang mit Einnahmen von bis zu 10,8 Mrd. USD. Zum Vergleich: Der MDAX-Konzern Varta ist gerademal knapp 4 Mrd. EUR an der Börse bewertet. Die LG-Tochter ist Zulieferer für General Motors, Hyundai Motor und Tesla. Es wäre der bisher größte Börsengang in Seoul. LG Energy Solution wurde 2020 gegründet und steht unter anderem im Wettbewerb zu Unternehmen wie BYD, CATL, Northvolt, Panasonic, Tesla und auch Varta. Das südkoreanische Unternehmen ist nach eigenen Angaben Lieferant für 13 der 20 weltweit führenden Automobilmarken.

    Die Notiz von LG Energy ist kein Beinbruch für Varta, denn die Entwickler aus Ellwangen haben sich bis 2024 Zeit genommen, eine konkurrenzfähige Batterie zu entwickeln. Technisch könnte die Aktie weiter bis 75 EUR abrutschen, wenn nicht eine sofortige Rückgewinnung der 100 EUR-Marke gelingt. Analytisch ist der niedrigere Varta-Kurs ein erwartetes Abrücken von der lang andauernden Überbewertung der Aktie. Ein Stück Normalität kehrt zurück.

    Barsele Minerals – Bonanzafund in Schweden

    Seit Jahren ist Schweden sowohl ein Entwickler von klimafreundlichen Technologien als auch ein hervorragender Standort für Bergbauinternehmen. Dieser vermeintliche Wiederspruch muss in moderner Betrachtung keiner mehr sein, denn selbst die früher schmutzige Bergbau-Industrie hat sich durch die Nutzung grüner Technologien nachhaltiger für die Zukunft aufgestellt. Die Skandinavier sind im internationalen Wettlauf um kritische Metalle in einer guten Position, denn die Vorkommen an seltenen Rohstoffen und Energieträgern ist gegenüber dem sonst eher rohstoffarmen Europa herausragend. Wegen einer freundlichen Jurisdiktion ist es auch kleineren Bergbau-Unternehmen möglich, geeignete Explorationsprojekte umzusetzen.

    Das kanadische Unternehmen Barsele Minerals arbeitet seit einiger Zeit mit dem Schwergewicht Agnico Eagle in der Bergbauregion Västerbottens Län in Nordschweden über ein Joint Venture zusammen. Innerhalb der verbreiteten polymetallischen Lagerstätten kam es nun zu weiteren Funden. Ein bereits 2016 entdeckter mineralisierter Geröllpfad, der südöstlich des Trends der Zonen Avan-Central-Skirasen liegt, wurde Ende 2021 durch zusätzliche Arbeiten weiter untersucht. Dabei trat ein Bonanzafund in Form einer hochgradigen Mineralisierung von 90,8 g/t AU im Eis zutage. Dieser neue Felsbrocken hat einen Durchmesser von über einem Meter, es wird davon ausgegangen, dass es den anderen in diesem Gebiet gefundenen Gesteinsbrocken ähnelt. Die hochgradige Probe enthielt außer Eisen und Schwefel keine weiteren signifikanten Gehalte.

    Nach ersten Schätzungen hat das Projekt ein Potenzial von über 5 Mio. Unzen Gold. Zusätzlich stößt man in der Lagerstätte auf förderfähige Metalle wie Silber, Blei, Zink oder Nickel. Barsele's Präsident, Gary Cope, erklärte: "Diese hochgradige Geröllentdeckung könnte auf eine neue Quelle der Goldmineralisierung bei Barsele oder auf eine südliche, verwerfungsbedingte Verschiebung der Skirasen-Zone hinweisen. Weitere Schürfungen, Probenahmen, geophysikalische Untersuchungen und Bohrungen sind im Jahr 2022 erforderlich."

    Aktuell liegen die Anteile zu 45% bei Barsele Minerals und zu 55% bei Agnico-Eagle. Anfang Januar 2022 konnten auf Basis 0,50 CAD weitere 2 Mio. CAD platziert werden. Damit ist die Kasse für weitere operative Schritte gefüllt. Mit einem Börsenwert von 58 Mio. CAD ist das schwedische Metall-Projekt klar unterbewertet. Achten Sie auf den nächsten Gold-Zyklus mit Ausbruch über 1.850 USD, um den Trend nicht zu verpassen.

    JinkoSolar – Gewinnmitnahmen trotzen bevorstehendem IPO

    Eine weitere Green-Tech-Aktie kommt im aktuellen Umfeld unter die Räder. Der chinesische Solar-Spezialist leidet wie alle anderen Wachstumstitel unter den steigenden Zinsen, die die Refinanzierung verteuern. Deshalb greift man auch zum Mittel der Eigenfinanzierung und platziert Anteile von ausgegründeten Konzernteilen.

    Das Management von Jinko erwartet durch den Mega-Börsengang der Tochter Jiangxi Jinko eine erhöhte Transparenz des Konzerns und eine Wertaufhellung. Das Unternehmen soll am STAR Markt der Shanghaier Börse notieren und so für den Konzern den Zugang zum chinesischen Kapitalmarkt ermöglichen. Ausgegeben werden über eine Kapitalerhöhung 2 Mrd. Aktien, das entspricht etwa 20% des gesamten Grundkapitals. Die Mutter Jinko bleibt auch nach dem Listing mit knapp 60% Mehrheitsaktionär.

    600 Millionen Papiere sollen dabei an staatsnahe Investoren gehen, zu denen etwa der China Insurance Investment Fund oder die China Energy Investment Corporation zählen. Fünf Yuan oder umgerechnet 0,70 EUR je Aktie beträgt der vorgeschlagene Preis für den Börsengang. Umgerechnet würde sich der Gesamtbruttoerlös damit auf rund 1,4 Mrd. EUR belaufen.

    Die aufgerufene Bewertung der Beteiligung zeigt die relative Unterbewertung von JinkoSolar zur NASDAQ auf. Klar ist aber auch, dass das China-Risiko bleibt und die hohe Volatilität im Wachstumssektor noch anhalten dürfte. Wegen der hohen Attraktivität von Green-Tech-Aktien sollte man einen genauen Blick auf Mutter und Tochter richten. Wir bleiben am Ball und würden JinkoSolar im Bereich 30 bis 34 EUR einsammeln. Der Wert hat seit November 2021 knapp 40% eingebüßt.


    Auch der Bereich der Green-Tech-Aktien bleibt nicht von der Korrektur der NASDAQ-Titel verschont. Zu weit war die Rallye im Jahr 2021 gelaufen, Traumrenditen, die nun zur Korrektur neigen. Nach dem aktuellen Ausverkauf verbessert sich das Chance-Risiko-Profil aber erheblich und Standardtitel wie Varta und JinkoSolar stehen wieder auf der Kaufliste. Barsele Minerals sitzt auf einem Superprojekt und könnte schon bald von einer neuen Gold-Rallye profitieren.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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