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21.07.2022 | 04:44

Turnaround-Aktien: BASF, Aspermont, TUI, Deutsche Bank – Ausbruch mit großem Schwung?

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Bildquelle: pixabay.com

Die jüngste Baisse scheint nun etwas abzubremsen. Neben einer guten Markttechnik mehren sich zudem die Hinweise, dass eine Gasanlieferung seitens Russlands wohl doch stattfinden wird. Aber sicher kann man in diesem Thema wohl nie sein. Zuviel Ost-West-Propaganda steht der wahrhaftigen Berichterstattung im Wege, beide Konfliktseiten setzen jede verfügbare News für ihre Zwecke ein. Die Börse jedenfalls musste nach einer starken technischen Überverkauftheit gestern erstmal reagieren. Ganze 3 Prozent ging es in nur 30 Minuten nach oben, vorneweg die gescholtene BASF und auch TUI sowie Deutsche Bank bekamen wieder Luft unter die Flügel. Wie geht es nun weiter?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ASPERMONT LTD | AU000000ASP3 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000

Inhaltsverzeichnis:


    BASF – Der Chemieriese ist bangt um Gas

    Aktuell gleicht die Informationslage einem Interessen-Potpourri verschiedener Sendeanstalten. Zuerst heißt es, dass die russischen Gaslieferungen wieder uneingeschränkt hergestellt werden, dann kommt das Dementi, wichtige Freigabe-Papiere wären noch nicht versandt worden. Alles Schattenboxerei, die den Investor in den Wahnsinn treibt, denn einmal springt die BASF-Aktie um 5%, danach gibt sie wieder 3,5% ab. Tendenziell scheint aber jetzt ein tragfähiges Ausverkaufsniveau erreicht zu sein. Bleibt natürlich das Damoklesschwert der fortgesetzten Kriegshandlungen als Dauerbelastung.

    Die Ludwigshafener nehmen zu der aktuellen Gemengelage gar keine Stellung, denn man weiß in der Konzernleitung längst, dass ein Verlust des wichtigen Energieträgers Gas zu erheblichen Belastungen in der Produktion führen würde. Alternative Energiebeschaffungs-Maßnahmen werden derzeit geprüft, sie brauchen in der Umsetzung aber einige Jahre. So diskutiert man aktuell mit MAN, ob ein Teil der Abwärme und des Heizbedarfs durch die Installation einer gigantischen Wärmepumpe gelöst werden kann. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung wird noch bis Jahresende 2022 andauern.

    Analytisch betrachtet, ist die BASF-Aktie aktuell mit einem KGV von 7,5 bewertet und notiert sogar unter ihrem Buchwert von etwa 45 EUR. Im langfristigen Vergleich waren die Buchwerte oftmals die Tiefstpunkte etwaiger Korrekturen. Das muss aber diesmal nicht Bestand haben, zumal der größte Energieverbraucher Deutschlands auch in der Produktion auf viel Gas angewiesen ist. Rund 50.000 Produkte entstehen aus Gas, viele davon stammen aus dem Hause BASF. Es würde uns wundern, wenn BASF noch lange auf diesem Niveau verweilt.

    Lesen sie zur BASF SE auch unseren ausführlichen Bericht unter: Zusammenfassung zu BASF.

    Aspermont Ltd. – Informationen rund um den Globus

    Rund um die rezipientengerechte Informationsverteilung geht es bei Aspermont Ltd aus Perth. Das Unternehmen ist ein Medien- und Fintech-Unternehmen in einem. Neben relevanten Informationen aus dem Rohstoffbereich in Print- oder Online, besitzt Aspermont seit gut einem Jahr auch eine Kapitalmarktabteilung, die sich mit der Zusammenführung von kapitalsuchenden Unternehmen und geeigneten Investoren befasst. Unter Zuhilfenahme einer variablen Plattform matcht man unterschiedliche Interessenlagen und vermittelt Finanzierungen auf Provisionsbasis.

    Die schrittweise Digitalisierung des Geschäfts hat bei Aspermont zu steigenden Umsätzen und Userzahlen geführt. Da das Geschäft einen gewissen Fixkostenblock aufwirft, nimmt mit jedem neuen Kunden die operative Marge zu. Auch die vielen Veranstaltungen, die als Netzwerkerweiterung sehr wichtig sind, finden jetzt nach dem Wegfall der Corona-Schranken wieder statt. Das schafft schöne Nebenerträge für den Organisator, ist aber mittelfristig die Basis für viele neue Beziehungen.

    Auf der operativen Seite konnte Aspermont in den letzten Quartalen wieder gut zulegen. Im Mai gab es zuletzt Zahlen. Das Netzwerk besteht jetzt aus 8 Millionen Adressen und 3,7 Mio. aktiven Online-Usern. Durch die Etablierung eines durchgängigen DaaS-Systems gelingt die Verbindung von Content und Servicedienstleistungen auf höchstem Aggregationsniveau. Der Umsatz bezogen auf den Content steigerte sich so in den letzten 5 Jahren um durchschnittlich 20% (CAGR). Der interne Return-on-Investment erhöhte sich in der gleichen Zeit um 200%. Die Aktie führt ein ruhiges Dasein und kann in Deutschland bei 0,014 € gekauft werden. Der niedrige Aktienkurs liegt an der in Australien üblich hohen Stückzahl ausgegebener Aktien begründet.

    TUI und Deutsche Bank – Erste Lebenszeichen nach dem Ausverkauf

    Wenn wir Turnaround-Aktien diskutieren, erscheinen Deutsche Bank und TUI auf dem Radar. Beide Werte haben einen Ausverkauf hinter sich gebracht, der in den letzten 12 Monaten zwischen 20 und 50% des Kurswertes ausgemacht hat. Wir sehen uns für beide die Fundamentaldaten und die aktuelle Markttechnik an.

    Die Deutsche Bank durchläuft gerade eine Sanierung. Allerdings stellt der Krieg in der Ukraine mit all seinen Folgen wichtige Finanzziele in Frage. Ob der Konzern diese noch erreichen kann, ist ungewiss. Neben steigenden Erträgen ist ein wichtiges Herzstück des Umbaus, wesentlich effizienter zu werden. Dazu müssten die Kosten aber erstmal deutlich sinken. Nach der Integration der Postbank erschien es folgerichtig, die IT-Systeme im Gesamtkonzern zu vereinfachen, aber das ist wohl nicht so banal und führt zu erheblichen Verzögerungen und Mehrkosten von 70 Mio. EUR. Die Börse hat wohl auf eine schnelle Umsetzung gehofft, zumal operativ jetzt wieder Zinsmargen ins Haus fließen. Technisch muss der Kurs erst über 9,40 EUR steigen, dann ist der Weg bis 12 EUR erst mal frei. Tief einsammeln!

    Bei der TUI ist unsere Skepsis etwas größer. Denn die zuletzt durchgeführte Kapitalerhöhung bei 2,65 EUR kam am Markt sehr negativ an. Die Aktie fiel erst mal bis auf 1,43 EUR durch. Trotz Tilgungen an den Bund ist der Verschuldungsgrad immer noch immens. In der Bilanz von 2021 überstiegen die Fremdmittel erstmals in der Geschichte die Bilanzsumme und schickten das Eigenkapital in den negativen Bereich. Man kann nur hoffen, dass mit dem heißen Sommer so viel Überschuss erzielt wird, dass dieses Verhältnis wieder ins Lot kommt. Angesichts einer Rückkehr von Corona im Herbst scheint es für steigende Kurse aber nur ein kleines Zeitfenster zu geben. Auch wenn der optisch niedrige Kurs verlockend ist, technisch bessert sich die Situation erst ab der 2,50 EUR nach oben. Sehr spekulativ!

    Die NASDAQ scheint ihren Ausverkauf vorerst beendet zu haben, das ermöglicht dem DAX einige wichtige Erholungsbewegungen nach oben. BASF ist einer der gescholtenen Standardwerte, der durchaus auch mal 30% aufholen kann, wenn die Gaslieferungsfrage final positiv entschieden wird. Deutsche Bank und TUI noch sehr spekulativ, bei Aspermont sollte sich die gute operative Entwicklung bald im Kurs niederschlagen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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