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05.02.2021 | 05:10

Triumph Gold, Kinross Gold, Aston Martin Lagonda – Goldfinger in Nöten!

  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Der jüngste Kursanstieg an den großen Börsen war gepaart von der Hoffnung, dass die Inflation weltweit etwas auf die Füße kommt. Angesichts der ausufernden Staatsausgaben für die Pandemie-Bekämpfung und steigender Förderbudgets für die Wirtschaft hätte man eine Inflationierung erwarten können. Überwiegend durch Basiseffekte zum Jahresbeginn kam es aufgrund der Vielfachen Ökosteuern tatsächlich zu einem Anstieg um +1,4% in der Eurozone. Da die Märkte aber eher auf den Konsum schauen, sind administrierte Preisanstiege eher kontraproduktiv, da sie die Kaufkraft zusätzlich schwächen. Keine guten Nachrichten für die Edelmetalle, sie mussten die Vorwochengewinne wieder komplett abgeben: Gold von 1.875 auf 1.790 USD und Silber runter um ganze 10% auf 26,2 USD, das passt irgendwie gar nicht zum 1.000 USD-Kursziel der Robin Hood-Trader.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: André Will-Laudien
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Triumph Gold – Übernahme im Yukon

Das kanadische Explorations-Unternehmen Triumph Gold Corp. besitzt schon seit langer Zeit Liegenschaften im Yukon. Hier spielte sich der legendäre „Klondike-Goldrausch“ ab, 100.000 Goldsucher stürmten in das raue Alaska und Nordwestkanada. Die ganze Kraft der letzten Jahre lag in der Entwicklung des Freegold Mountain-Projekts im Goldgürtel der Dawson Range. Nun erweitert Triumph sein Wirkungsgebiet und hat mit Teck Resources Ltd. eine Vereinbarung über den Erwerb des Kupfer-Gold-Grundstücks Big Creek getroffen.

Als Gegenleistung erhält Teck 1,25 Mio. Stammaktien des Unternehmens und eine 1,5-prozentige Netto-Schmelzrendite gemäß einer aktueller Lizenzvereinbarung. Das Grundstück Big Creek besteht aus 258 aneinandergrenzenden Quarz-Bergbau-Claims im Whitehorse Mining District von Yukon und grenzt im Nordwesten an das zu 100 % im Besitz von Triumph Gold befindliche Grundstück Tad/Toro, wodurch sich die Beteiligung des Unternehmens am Goldgebiet Dawson Range erheblich erweitert.

Die bestehende 85 Kilometer lange Mt. Freegold Road bietet Zugang zu allen Teilen des unternehmenseigenen Vorzeigeprojekts Freegold Mountain, das etwa 15 Kilometer südöstlich des neu erworbenen Grundstücks liegt. Die Regierung von Yukon hat vor kurzem ein zweites Resource Gateway Project-Abkommen mit der Little Salmon/Carmacks First Nation bekannt gegeben, das den Ausbau der drei Brücken entlang der bestehenden Mt. Freegold Road nach Bergbaustandard beinhaltet.

Triumph Gold ist weiterhin expansiv unterwegs, es darf also nicht wundern, wenn die mittlerweile langandauernde Konsolidierung des Aktien-Kurses bei 0,20 CAD adhoc vorüber ist. Die Höchststände lagen bei über 0,45 CAD im Juli 2020. Einsammeln!

Kinross Gold – Spannung vor den Zahlen

Die Kinross Gold Corp. ist ein kanadisches Gold- und Silberbergbauunternehmen, das 1993 gegründet wurde und seinen Hauptsitz in Toronto hat. Kinross betreibt derzeit acht aktive Goldminen in Brasilien, Ghana, Mauretanien, Russland und den Vereinigten Staaten. Nächste Woche wird das Unternehmen seine Zahlen für 2020 vorlegen.
Mit Blick auf das abgelaufene Fiskaljahr erwartet man im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 0,92 CAD, während im vorherigen Zeitraum noch 0,451 CAD erwirtschaftet worden waren. Kinross als einer der 10 großen Gold- und Silberschürfer wird in 2020 seine Produktion auf 2,9 Mio. Unzen Goldäquivalent steigern können, ein Anstieg von über 20% gegenüber Vorjahr.

In Bezug auf den Umsatz gehen 12 Analysten im Schnitt davon aus, dass im vergangenen Fiskaljahr insgesamt 5,49 Mrd. CAD umgesetzt werden, ebenfalls ein Plus von guten 18%. Mit nachhaltigen Produktionskosten von 970 USD gehört man zu den Mid-Cost Produzenten, die Reagibilität gegenüber dem Goldpreis ist relativ hoch. Kinross verkauft wenig auf Termin, das Upside stellt sich daher schon bei Preisen über 1.300 USD als sehr aussichtsreich dar.

Bilanziell verfügt man über eine Liquiditätsposition von 2,5 Mrd. CAD, die Verschuldung geht seit einigen Jahren konstant zurück. Im ESG-Ranking in Bezug auf „umweltschonende und verantwortliche Produktion“ gewinnt Kinross regelmäßig Auszeichnungen. Nach einem Hoch bei 9 EUR korrigierte die Aktie wieder auf unter 6 EUR – das lädt zum Einsammeln ein.

Aston Martin Lagonda – Daimler stabilisiert den 007-Ausstatter

Der deutsche Premium-Hersteller Daimler baute im Herbst seine Beteiligung an dem britischen Sportwagenhersteller Aston Martin Lagonda aus und will künftig enger mit diesem zusammenarbeiten. Die Briten, die unter anderem für die Autos aus den James-Bond-007-Filmen bekannt sind, leiden seit geraumer Zeit unter einer Flaute. Die Marke bleibt aber attraktiv, was finanzstarke Investoren anlockt.

Die Pkw-Tochter Mercedes-Benz wird den Briten Zugang zu neuen Technologien ermöglichen und gemeinsame Forschung in Zukunftsthemen betreiben. Daimler stockte seinen Kapitalanteil von ehemals 2,6% auf bis zu maximal 20% auf. Zu diesem Zweck erhalten die Stuttgarter in den kommenden drei Jahren in mehreren Schritten neu auszugebende Aktien von Aston Martin bis zu einem Gesamtwert von 286 Mio. GBP. Aston Martin bekommt dafür unter anderem Hybrid- und Elektroantriebsstränge der nächsten Generation sowie andere Fahrzeugkomponenten und -systeme. Aston Martin verkündete jüngst die E-Quote bis 2024 auf 20% anzuheben. Die angeschlagene Firma wurde im Frühjahr 2020 von einem Konsortium um den kanadischen Milliardär und Formel-1-Magnaten Lawrence Stroll über eine Finanzspritze vorübergehend gerettet.

Die Briten leiden schon seit Jahren unter einer Flaute bei exklusiven Sportwagen und setzen große Hoffnungen in den ersten eigenen SUV namens DBX. Für den Anlauf des Autos hatte das Unternehmen viel Geld in die Hand genommen, mittlerweile läuft die Produktion auf vollen Touren. Aston Martin war im Oktober 2018 für damals 1900 Pence je Aktie an die Börse gegangen. Recht zügig ging es bergab mit dem Preis, nach einem Reverse-Split von 20:1 stabilisiert sich der Kurs nun bei runden 24 EUR.

Zwischen Juli und Ende September lag der Umsatz mit 124 Mio. GBP rund die Hälfte unter den Erlösen im Vorjahreszeitraum. Der Vorsteuer-Verlust betrug noch 29 Mio. GBP. Bis zum Jahr 2025 soll der Umsatz nun auf 2 Mrd. GBP stark zulegen, das operative Ergebnis könnte auf rund 500 Mio. GBP steigen. Die Wende beim Goldfinger-Auto-Lieferanten sollte geschafft sein, Daimler sei Dank, denn was wäre James Bond ohne ein vernünftiges Fahrzeug.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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