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19.11.2020 | 05:40

Triumph Gold, Impala Platin, First Majestic Silver: Edelmetalle für Bidens Schuldenpolitik!

  • Gold
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  • Edelmetalle
Bildquelle: pixabay.com

Die Verteuerung aller Vermögensgegenstände wird unter Ökonomen als „Asset Inflation“ bezeichnet. Gemeint ist die generelle Verteuerung von allen Vermögens-Anlage-Vehikeln wie z.B. Anleihen, Aktien, Edelmetalle oder Immobilien. Wir machen kein Geheimnis daraus: ALLE der genannten Gegenstände werden mit neu geschaffenem Geld bezahlt, die Liquidität im System sorgt quasi permanent dafür, dass Vermögensgegenstände („Assets“) praktisch einer ständigen und fortwährenden Verteuerung unterliegen. Aktien beispielsweise stiegen seit 2009 im Schnitt um 9% pro Jahr, Anleihen gemessen am Bund-Future notieren mit Minus-Renditen und einer satten Real-Negativverzinsung auf einem 100-Jahreshoch, ja und die Immobilien haben sich in den letzten 20 Jahren in guter Lage im Wert mehr als verdreifacht. In München beispielsweise beträgt der durchschnittliche, gewichtete Quadratmeterpreis bei Wohnungsneubauten ca. 8.500 EUR (Spanne 5.000-16.000 EUR) – im Jahr 2000 lag dies noch bei 2.850 EUR. Nun kommen wir zu den Edelmetallen am Beispiel Gold: Das gelbe Metall kostete in 2005 rund 400 USD die Unze und steht heute bei 1.875 USD ein plus von 370% in 15 Jahren. Wir schauen genauer in die Welt der Edelmetalle.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: André Will-Laudien


Triumph Gold – Das Glitzern am Horizont

WKN: A2DK8F ISIN: CA8968121043 Symbol: 8N61
Das kanadische Explorations-Unternehmen Triumph Gold besitzt Liegenschaften im Yukon. Der Yukon ist historisch bekannt wegen dem legendären „Klondike-Goldrausch“. Er gilt als einer der folgenreichsten unter den zahlreichen Goldsucher-Episoden der jüngeren Geschichte. So brachte er ab 1896 mehr als 100.000 als Stampeders bezeichnete Goldsucher an den Klondike River bei Dawson, führte zur Errichtung des Yukon-Territoriums und zur finalen Festlegung der Grenze zwischen Alaska und Kanada. In den USA fiel er in die Zeit einer Wirtschaftskrise, weshalb zahlreiche Menschen ihr Glück am Klondike suchten, aber nur die wenigsten mit wirklichen „Bonanza-Funden“ reich wurden.

Der gemeinsame Erfolg aller führte riesige Goldmengen auf den Weltmarkt, beförderte regional massive Inflationstendenzen und sein Ende mündete in einer erheblichen Liquiditätskrise. Insgesamt wurden im Klondike-Gebiet bis heute rund 570 Tonnen Gold gewonnen, das entspricht einem Volumen von knapp 30 Kubikmetern. In der gesamten Menschheitsgeschichte wurden schätzungsweise 170.000 Tonnen Gold abgebaut. In einen Würfel gegossen würde man einen Würfel mit einer Kantenlänge von 20,6 Meter erhalten, was 8740 Kubikmetern entspricht. Umgerechnet auf die Weltbevölkerung stünde jedem Erdenbürger im Durchschnitt 24,3 Gramm Gold zur Verfügung, das ist ein heutiger Gegenwert von ca. 1.200 USD. Zur Klondike-Zeit kostet ein Whisky allerdings auch nur 25 Cent.

Triumph Gold besitz ein Landpaket im hoch mineralisierten Dawson Kupfer-Gold-Gürtel. Sein Flaggschiff ist das Freegold-Bergprojekt mit einer ausgezeichneten Infrastruktur, Stromnetz und guter Straßenanbindung, es befindet sich in der Nähe von diversen Weltklasse-Projekten. Für die Exploration stehen in 2021 noch 6 Mio. USD zur Verfügung, in den vergangenen Bohrungen wurden 2 Mio. Unzen identifiziert. Triumph Gold hat zurzeit eine Marktkapitalisierung von 34,4 Mio. CAD und bietet vom Kursverlauf eine echte Kaufgelegenheit, um als Anleger am Yukon erneut dabei zu sein.

Impala Platin – Solarenergie zieht ein

WKN: A0KFSB ISIN: ZAE000083648 Symbol: IPHB
Der südafrikanische Platinförderer Impala Platinum hat ein Projekt für eine 10 MW Solaranlage in seiner Marula Mine gestartet. Damit zielt das Unternehmen auf die Verbesserung der Energieversorgung der Mine ab. Wie das Nachrichtenportal ,,Renewables Now‘‘ berichtet, leidet die operative Förderung in der Mine unter der unzuverlässigen Stromversorgung durch den staatlichen Stromkonzern Eskom. Dies beeinträchtigt die operativen Abbauarbeiten erheblich.

Die Marula-Platinmine befindet sich in der nördlichsten Provinz Südafrikas, Limpopo. Sie produzierte im Jahr 2019 rund 85.750 Unzen Platin. Die Marula Mine enthält geschätzte Platinreserven von weiteren 10,6 Mio. Unzen. Eigentümer der Mine sind zu 73% Impala Platinum und zu 27% Black Empowerment Partners. Mit von der Partie ist auch der Marula Community Trust, ein lokales Gemeinschaftsunternehmen, welches auf den nachhaltigen Nutzen aus der Mine für die dort lebende Bevölkerung hinwirkt. Auch andere Unternehmen in Südafrika haben in letzter Zeit ihre Aktivitäten im Bereich erneuerbare Energien verstärkt, um ihre Abhängigkeit vom staatlichen Energieversorger Eskom zu verringern. Darunter ist auch der Stahlhersteller Arcelor Mittal South Africa Limited. Dieser teilte in diesem Sommer mit, an 6 seiner Standorte Solaranlagen mit einer Leistung von 160 MW installieren zu wollen. Südafrika scheint sich immer grüner aufzustellen.

Impala Platinum, einer der größten Platinproduzenten der Welt lässt keinen Zweifel daran, dass man positiv auf die Region einwirken möchte. Die Unterstützung durch die Black Empowerment – Aktionäre ist zudem ein Hinweis darauf, dass ein langer politischer Unsicherheitsfaktor nun beherrschbar erscheint. Dies gewinnt gerade vor dem Hintergrund eines perspektivisch steigenden Platinpreises und die dadurch ausgelösten wachsenden Deckungsbeiträge an Bedeutung. Der Platinpreis entwickelt sich seit 5 Jahren seitwärts und hatte sein historisches Hoch im Jahr 2008 bei 2.250 USD. Aktuell notiert es bei niedrigen 945 USD – die Impala-Aktie konnte hingegen in 3 Jahren um über 300% zulegen.

First Majestic Silver – Warten auf den Silber-Ausbruch

WKN: A0LHKJ ISIN: CA32076V1031 Symbol: FMV
First Majestic Silver Corp. hat die konsolidierten Zwischenergebnisse für das dritte Quartal zum 30. September 2020 vorgelegt. Man erzielte einen Rekordquartalsumsatz von 125,9 Mio. USD, was einem 30-prozentigen Anstieg entspricht. Grund waren die deutlich höheren Metallpreise und der Verkauf von Metallbeständen im Wert von 25 Mio. USD aus dem Vorquartal.

Silber wird derzeit zu laufenden Kosten (AISC) vom 9,94 USD produziert, was wiederum gegenüber 2019 einen Rückgang von 8 Prozent entspricht. Der realisierte durchschnittlichen Silberpreis von 22,58 USD pro Äquivalentunze bedeutet indes einen Anstieg von 28% und gleichzeitig dem höchsten Quartalsdurchschnitt seit Q1-2013. Der Brutto Cashflow vor Working Capital Steuern erreichte 52,2 Mio. USD bzw. 0,24 USD pro Aktie. First Majestic ist einer der profitabelsten Silberproduzenten mit Hauptliegenschaften in Mexico. Man investierte insgesamt 35,3 Mio. USD während des Quartals und schloss mit einem Rekordbetrag von 232,4 Mio. USD in Barmitteln und Barmitteläquivalenten ab.

"Während des dritten Quartals stieg unser Silberreinheitsgrad auf 67 Prozent des Umsatzes, was auf die starke Silberproduktion bei La Encantada und ein verbessertes Silber-Gold-Verhältnis zurückzuführen ist", erklärte Keith Neumeyer, Präsident und Chief Executive Officer. Zusammen mit der aktuellen Rekord-Cash-Position ist First Majestic dabei, das Jahr 2020 als eines seiner stärksten Jahre in der 18-jährigen Geschichte des Unternehmens abzuschließen. Die Aktie kommt von einem Hoch von rund 12 EUR und ist derzeit knapp unter 9 EUR zu haben. Wer an Silber glaubt, findet in First Majestic einen richtigen Standardwert. Das Edelmetall konsolidiert derzeit um die 24,5 USD, erreichte aber in 2020 schon Spitzenwerte von 29,4 USD.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

Mehr zum Autor


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André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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Weitere Kommentare zum Thema:

Kommentar von André Will-Laudien vom 24.11.2020 | 05:50

Scottie Resources, Bitcoin, Tesla: Raketenantrieb gefragt!

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  • Wachstum

Gold wurde gestern abermals von Analystenseite abgewählt und erreichte mit 1.831,00 USD ein 3-Monats-Tief. Die Deutsche Bank hat jüngst Zahlen zur Performance auf den traditionellen Märkten und dem Kryptomarkt nach der optimistischen Entwicklung hin zu einem Impfstoff gegen Covid-19 veröffentlicht. Neben unterschiedlichen Wertzuwächsen an den Aktienmärkten mit Anstiegen zwischen 5 und 15% wurde auch der Bitcoin als einer der größten Gewinner identifiziert. Die Attraktivität von Bitcoin als alternative Absicherung nimmt nach Ansicht der Analysten der Deutsche Bank weiterhin zu. Man erwartet weitere Anstiege, allerdings sollten wir die vielen Spekulanten nicht vergessen, die dem Raketen-Trend wohl ohne Skrupel hinterherjagen.

Es scheint aber auch fundamental eine steigende Nachfrage zu geben, speziell den Bitcoin dort einzusetzen, wo früher Gold zur Absicherung diverser Dollar- oder Inflationsrisiken verwendet wurde. Der Bitcoin und auch andere TOP10 Kryptos konnten allein in diesem Monat schon zwischen 20-50% zulegen, der Run ähnelt der Entwicklung in den Jahren 2017-2018. Gold und Silber hingegen zeigen charttechnisch weiterhin Konsolidierungsbedarf an, viele Investoren schichten ihre Sicherheitsanlagen wohl derzeit in andere Bereiche um. Lang sollte diese Abwärtsbewegung aber nicht mehr anhalten, außer der Bitcoin erreicht tatsächlich das Kursziel 100.000,00 USD des bekannten Bitcoin-Bullen Max Keiser. Dann stehen uns wohl noch mehrere Raketen-Starts alla Cape Canaveral ins Haus. Wenn nicht, besteht natürlich erheblicher technischer Korrekturbedarf, welcher wegen des 24 Std-Handels auch mal über Nacht zuschlagen kann.

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Kommentar von Nico Popp vom 19.11.2020 | 05:10

AngloGold Ashanti, Blackrock Gold, Newmont: In Gold investieren – aber wie?

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Gold-Anleger befinden sich in einer komfortablen Situation: Das Edelmetall hat von seinen Höchstständen ein wenig verloren, zeigt aber dennoch große relative Stärke an der Marke von 1.900 Dollar je Unze. Obwohl die Nachricht von Impfstoffen kurzfristig etwas Druck aus den Märkten genommen hat, bleibt das große Bild für Gold-Investoren intakt. Die Jahrhundertkrise erfordert Billionen schwere Maßnahmen. Diese Geldflut erhöht ihrerseits das Risiko weiterer Krisen und könnte die Inflation treiben. Entgegen der Meinung vieler Anleger ist es nicht die Inflation, die den Goldpreis treibt, sondern deren Erwartung. Für gesteigerte Inflationserwartungen gibt es angesichts der bereits erfolgten und noch im Raum stehenden Maßnahmen von Regierungen und Notenbanken allen Grund. Doch wie gelingt ein Investment in die zu erwartende Gold-Hausse?

Während Großmutter noch Barren und Münzen unter dem Bett versteckt hat, können heutige Anleger zu Gold-ETCs greifen. Diese verbriefen in der Regel physisches Gold und lassen sich zudem zu attraktiven Gebühren im Depot verwahren und aktiv handeln. Rendite-Jäger greifen dennoch bevorzugt zu Gold-Aktien. Der Grund: Titel wie AngloGold Ashanti, Blackrock Gold oder Newmont bieten in der Regel einen Hebel auf den Goldpreis. Je nachdem wie sich ein Unternehmen entwickelt, werden auch die Goldreserven im Boden bewertet.

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Kommentar von Nico Popp vom 12.11.2020 | 05:40

Newmont, Solgold, Anglo American: Wann dreht sich das Übernahme-Karussell?

  • Gold
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Rohstoffe sind seit einigen Monaten wieder eine spannende Anlageklasse. Trotz der Pandemie und der wirtschaftlichen Rückschläge entwickelten sich die Preise von Rohstoffen, wie Industriemetalle oder Öl, positiv. Auch der Goldsektor zog deutlich an. Grund sind die vielen Unterstützungsprogramme der Staaten und auch die Maßnahmen der Notenbanken. Da gerade die großen Gold-Unternehmen sich in den letzten Jahren gesundgeschrumpft und an ihren Kostenstrukturen gearbeitet haben, rollt der Rubel. Der Rohstoffgigant Newmont wies allein im dritten Quartal einen Free Cashflow von 1,3 Mrd. USD aus, auch bei Barrick Gold sprudeln die freien Mittel. In einer normalen Welt führen solche Zahlen zu Übernahmespekulationen. Doch die Pandemie macht Reisen und die detaillierte Due Diligence bei Rohstoff-Projekten schwierig.

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