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25.05.2021 | 04:50

ThyssenKrupp, SunMirror, Siemens Energy – Das bringt die Energiewende in Gefahr

  • Energie
Bildquelle: pixabay.com

So langsam rückt das Pandemiethema auf den Nachrichtenseiten in den Hintergrund. Die Energiewende ist aktuell wieder in aller Munde. Logisch, der Wahlkampf beginnt. Die Grünen positionieren sich und fordern einen kompletten Umstieg auf alternative Energien. Auf der Homepage steht der Satz: „Wir haben einen Plan für die Energiewelt der Zukunft!“ Ob dieser Plan bis auf den letzten Punkt durchgedacht wurde, lässt sich jedoch mehr als bezweifeln. Der Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohle und der Wechsel auf komplett alternative Energien benötigt Rohstoffe, deren Import für die nächsten Jahre aufgrund der Knappheit in keiner Weise gewährleistet ist.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Feulner


ThyssenKrupp – Restrukturierung läuft

Nachdem das Bundesverfassungsgericht Ende April das Klimaschutzgesetz teilweise als verfassungswidrig erklärt hatte, schärfte die Bundesregierung die neuen Klimaziele noch einmal erheblich nach. Klimaneutral will man in Deutschland ab jetzt bereits 2045 sein, also fünf Jahre früher als vorgesehen. Die ohnehin schon ambitionierten Ziele treffen vor allem den Industriestandort Deutschland und ihre nicht ganz unwichtige Stahlindustrie besonders hart. Die Branche ist hierzulande für ein knappes Drittel aller industriellen CO2-Emissionen verantwortlich. So müssen die Unternehmen anstatt 55% ihre CO2-Emissionen bis 2030 nun um 65% reduzieren. Mit einer Herkulesaufgabe und Mehrkosten im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich sieht sich hier ThyssenKrupp konfrontiert. So fordert das Management von der Politik nicht nur neue Ziele und Ankündigungen, sondern eine gezielte Strategie, wie sowohl der beste Weg für den Klimaschutz eingeschlagen werden kann als auch gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleibt.

Fundamental konnte der Industriekonzern jüngst bei den Zahlen zum zweiten Quartal überzeugen. Die gestiegenen Umsätze bei den Industriekomponenten und die Erholung in der Automobilbranche verhalfen den Essenern zu einer Umsatzsteigerung um 4% auf rund 8,6 Mrd. EUR sowie 220 Mio. EUR operativem Gewinn. Im Vorjahr waren 190 Millionen Euro Verlust angefallen. Durch die positiven Entwicklungen erhöhte das Unternehmen die Jahresprognose. So soll am Ende des Geschäftsjahres im September ein zweistelliges Umsatzwachstum stehen. Beim operativen Gewinn stellt sich Vorstandschefin Merz einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag vor.

Grünes Licht bekam die Vorstandschefin vom Aufsichtsrat, um die Ausgliederung des Stahlbereichs aus dem Gesamtkonzern zu forcieren. So ist das erklärte Ziel, die kriselnde Stahlsparte des Revierkonzerns aus eigener Kraft wieder wettbewerbsfähig machen. Am Ende könne eine Abspaltung stehen oder eine selbstständige Tochter mit eigener Finanzierung. Eine Fusion mit anderen Stahlproduzenten käme dagegen nicht in Frage. Trotz der erfreulichen Neuigkeiten, konsolidiert die Aktie weiterhin im Bereich um 9,50 EUR. Nach einer Verdreifachung des Kurses seit November 2020, warten wir die weitere Entwicklung ab.

SunMirror AG – am Puls der Zeit

Die Frage, woher man die wichtigen und knappen Metalle zur Bewältigung der Energiewende bekommt, will der Schweizer Multi-Asset-Manager SunMirror beantworten und setzt auf die stärksten langfristigen Wachstumstreiber durch neue Technologien, wie den Sektor der erneuerbaren Energien und die Elektrifizierung des Verkehrs. Mit der Beteiligung an einzigartigen und wegen der hohen Nachfrage eher kritischen Rohstoffprojekten, die wichtige Industriemetalle oder Seltene Erden beinhalten, will sich SunMirror ein Portfolio errichten, das für die Energiewende bestens gerüstet ist.

Aktuell betreiben die Schweizer drei Liegenschaften in Australien und fokussieren sich neben Lithium, Zinn, Nickel und Eisenerz auch auf Gold. Kürzlich attestierten die Analysten von Sphene Capital der Aktie weiteres Potenzial bis zu einem Niveau von 174,30 EUR, ein Upside-Potenzial von mehr als 20% zum aktuellen Kurs bei 149 EUR.

Dass das Unternehmen voll im Trend ist, zeigt die erfolgreiche Platzierung einer 10 Mio. EUR Wandelanleihe mit einer Laufzeit bis Mitte 2022. Da der Bezugskurs mit 70 CHF deutlich unter dem aktuellen Kurs liegt, dürfte die gesamte Summe nach Wandlung in das Eigenkapital der Gesellschaft fließen. Zudem berichtete SunMirror von der Absichtserklärung eines Investors, der Barracuda Group, zur Zeichnung einer Kapitalerhöhung, von 1 Mio. Aktien. Der Ausbau des Portfolios dürfte nach der erfolgreichen Kapitalmaßnahme beschleunigt werden. Das Thema trifft den Zahn der Zeit.

Siemens Energy – Ruhe nach dem Sturm

Nach der kurzfristigen Kursaussetzung der Tochter Siemens Gamesa in der vergangenen Woche, ist in der Firmenzentrale wieder Ruhe eingekehrt. Spanische Medien berichteten, dass der Mutterkonzern Siemens Energy das Unternehmen von der Börse nehmen wolle. Siemens Energy gehören bereits 67 % des Konzerns. Diese dementierende Meldung schloss aber eine zukünftige Übernahme nicht aus.

Der Schritt wäre auch aufgrund der bevorstehenden Umstrukturierungen mehr als logisch. Während Siemens Energy in Zukunft ein sich weiter abflachendes Interesse an Gasturbinen erwarten dürfte, sollte der Bereich Offshore-Windkraft, bei dem die Tochter Siemens Gamesa Marktführer ist, weiterhin stark nachgefragt werden. Charttechnisch steht die Aktie, die aktuell bei 25,92 EUR notiert kurz vor einem Kaufsignal. Durch das Überwinden des Widerstandes bei 26,50 EUR würde sich hier ein kurzfristiges Potenzial von 20% ergeben.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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