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24.09.2021 | 06:18

Tencent, Memiontec, Gazprom – Kaufen, wenn die Kanonen donnern!

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Bildquelle: pixabay.com

Die letzten Handelstage standen im Licht des Skandals um China Evergrande. Um Druck von den Märkten zu nehmen, haben das Management und die Notenbank von China entsprechend reagiert und Maßnahmen vorgestellt. Das hochverschuldete Immobilienunternehmen hat sich mit den inländischen Gläubigern wohl geeinigt, was die ausstehenden Zinszahlungen angeht. Über die Offshore-Verbindlichkeiten wurde kein Wort verloren. Die People's Bank of China hat Berichten zufolge 90 bis 110 Mrd. Yuan, also umgerechnet knapp 14 Mrd. EUR in das Bankensystem injiziert und versucht damit die Nerven der Anleger zu beruhigen. Nachtigall „wir“ hören dir trapsen!

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: André Will-Laudien
ISIN: Memiontec Holdings Limited | SGXE56008290 , GAZPROM ADR SP./2 RL 5L 5 | US3682872078 , TENCENT HLDGS HD-_00002 | KYG875721634 , CHINA EVERGRANDE GROUP | KYG2119W1069


China Evergrande – Der Anfang einer Marktbereinigung

Der sanfte Umgang mit China Evergrande verdeutlicht den Respekt chinesischer Regulatoren vor Größe. In der aktuellen Handhabung dieser 300 Mrd. USD-Schieflage schlummert viel mehr, als die Märkte aktuell bereit sind aufzuarbeiten. Immerhin hat der chinesische Aktienindex seit Anfang des Jahres bereits 30% verloren und nun wackeln auch bereits andere Immobilien-Gesellschaften.

Der Grund ist sicherlich auch auf die Pandemie zurückzuführen, denn Chinas Großstädte erleben seit einigen Monaten wieder starke Entmietungen von Menschen, welche zuvor auf einen sicheren Job gehofft hatten. Das Arbeitsangebot chinesischer Firmen verringerte sich jedoch während der Pandemie drastisch, also warum sollte man vor Ort in teuren Wohnungen auf die nächste Anstellung warten? Auf dem Land ist die Luft sauber und man lebt wie eh und je mit der Familie unter einem Dach. Vielleicht ist China Evergrande erst der Anfang einer längeren Marktbereinigung im Immobilien-Sektor, denn Geisterstädte gibt es seit vielen Jahren. Nur wer zahlt die Rechnung?

Tencent – WeChat für Alle

Der Technologieriese Tencent ist einer der größten IT-Konglomerate in Asien. Die strenge Hand des Regulators hat es dem IT-Inkubator schwer gemacht, sein Wachstum im E-Learning und in den Kommunikationsdiensten wie geplant auszurollen. Die Aktie fiel folglich vom Höchststand im Februar um ganze 50% zurück und ist jetzt analytisch sogar wieder günstig.

Unter Beobachtung von heimischen Regulierungsbehörden öffnet Tencent Holdings nun seinen beliebten Chat- und Messenger Dienst WeChat für andere Mitstreiter. Man teilte mit, dass es in Zukunft einfacher sein wird, Links zu anderen Angeboten und Websites auf WeChat zu teilen. Damit werden bald auch Alibaba-Listings in der Chat- und Messaging App integriert bzw. geteilt werden können. Tencent gesteht darüber hinaus zu, dass es schrittweise weitere Wettbewerbsbarrieren aus seinem WeChat-Dienst entfernen werde. Vielleicht ist das der Startschuss für eine Erholung in der Aktie. Das KGV 2022 hat sich in der Korrektur von 40 auf 22 verringert. Bleibt nur die Frage, ob der Regulator der innovativen Tencent auch mal wieder Luft zum Atmen lässt.

Memiontec – Im Wassergeschäft zu Hause

Ungeachtet der Schwankungen im Nachbarland China ist bei der Memiontec Holdings Ltd. aus Singapur alles in bester Ordnung. Im Gegenteil, der Kurs der Aktie befindet sich seit Wochen auf einem Höhenflug mit einer Verdoppelung seit Anfang August auf über 0,50 SGD.

Die Schwerpunkte des Unternehmens umfassen seit mehr als 20 Jahren sämtliche Bereiche der Wasserbehandlung und -aufbereitung in Indonesien sowie in Singapur und der Volksrepublik China. Mit der gesamten Wertschöpfungskette im Wassersegment, ist das in Indonesien beheimatete Unternehmen einer der ersten Ansprechpartner für lokale Entsorgungskonzepte. Ende August konnte Memiontec zwei neue Ausschreibungen im Gesamtwert von 12,7 Mio. SGD von Singapurs Wasserbehörde Public Utilities Board gewinnen. Das Orderbuch füllt sich!

Memiontec gehört klar zu den grünen Investments, die gerade in der aktuellen Klimadiskussion in der Anlegergunst ganz vorne stehen. Zusätzlich ist das Thema „Sauberes Wasser“ sicherlich ein Jahrhunderttrend, gerade in Asien, wo nur ein Drittel der Bevölkerung örtlichen Zugang zu entsprechenden öffentlichen Versorgungsnetzen hat. Die Memiontec-Story dürfte daher selbst nach dem Anstieg noch mittelfristig Freude bereiten.

Gazprom – Der Gaspreis steigt und steigt

Der russische Gas-Riese ist ein typisches Beispiel für eine Fehlbewertung. Denn mit der weltweit steigenden Gasnachfrage und einem davoneilenden Preis ist Gazprom bestens positioniert, seine Branchenmitstreiter im Energiebereich komplett hinter sich zu lassen. Im Jahresrückblick hat die Aktie bereits 104% zulegen können. Was macht Gazprom so attraktiv?

Der Konzern hat in den letzten Jahren große Infrastrukturprojekte wie z.B. Nordstream2 zum Abschluss gebracht und kann jetzt eine viel höhere Menge des russischen Erdgases an seine Kunden ausliefern. Diese Kunden sitzen überwiegend in Europa und verwenden das Gas in Heizungen und zum Kochen. Bis auf 5,46 USD lief der Gaspreis bis Mitte September, dann setzte eine kleine Korrektur auf 4,78 USD ein. Damit steht der Rohstoff aber immer noch auf einem Zehnjahreshoch. Etwas Gegenwind droht noch aus dem EU-Parlament, hier gibt es einige Abgeordnete, die eine Marktpreismanipulation durch künstliche geschaffene Knappheit ausgemacht haben wollen. Gazprom seinerseits stellt die Sachlage anders dar, denn mit Inbetriebnahme der neuen Pipeline steigt das Gasangebot in Europa drastisch. Das sollte mittelfristig beruhigend auf den Gaspreis wirken. Ein Untersuchungs-Ausschuss soll die Fakten noch klären.

Den rasanten Kursanstieg der Gazprom-Aktie wird er vermutlich nicht stoppen, denn der russische Standardwert handelt zu einem KGV von 4 und einer Dividenden-Rendite von 5%. Die Aktie ist noch weit von seinen Allzeithöchstständen entfernt. Bleiben Sie am Ball!


Kaufen, wenn die Kanonen donnern! Ein Sprichwort, das schon oft gute Renditen eingebrachte, für denjenigen, der die Nerven in Krisen behalten hat. Tencent oder Gazprom sind typische Standardwerte, die analytisch derzeit unterbewertet sind. Mit Memiontec tätigt man ein „grünes Investment“ mit Relevanz für die nächsten Jahrzehnte.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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