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27.12.2022 | 05:35

Spannung bei BASF, Nel ASA, Meta Materials: Aktien für 2023

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Bildquelle: BASF SE

Nach dem schwierigen Jahr 2022 richten Anleger den Blick auf das kommende Jahr. Auch 2023 wird es wieder darauf ankommen, die richtigen Aktien auszuwählen, denn es wird wieder Gewinner geben – trotz Krieg in der Ukraine, hoher Inflation und steigenden Zinsen. Dabei sind die Kursraketen des alten Jahres selten auch die des neuen Jahres. Die BASF-Aktie hat sich in 2022 bekanntlich schwergetan. Sollten sich die Energiepreise weiter entspannen, lockt unter anderem die hohe Dividendenrendite und im Megamarkt Elektromobilität gibt es Neuigkeiten. Dass Wasserstoff weltweit riesige Chancen bietet, ist keine Frage. Doch Unternehmen wie Nel und Plug Power müssen endlich schneller wachen und die Verluste reduzieren. Bei Nel ASA belastete zum Jahresende einer Verkaufsempfehlung den Kurs. Hotstock Meta Meterials hat den Umsatz in den ersten 3 Quartalen 2022 bereits vervielfacht und die Chancen stehen gut, dass sich der positive Trend auch in 2023 fortsetzen wird. Dann sollte auch die Aktie von Meta Materials durchstarten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , Meta Materials Inc. | US59134N1046

Inhaltsverzeichnis:


    Meta Materials: Erfolgreiche Kommerzialisierung einer Zukunftstechnologie

    Junge Hightech-Aktien hatten es in 2022 nicht leicht. So auch Meta Materials. Die an der Nasdaq gehandelte Aktie des kanadischen Unternehmens hat im laufenden Jahr etwas mehr als die Hälfte an Wert verloren. Dabei forscht man nicht nur an hochleistungsfähigen Funktionsmaterialien und Nanokompositen. In 2022 haben die Kanadier auch mit der Kommerzialisierung begonnen. So stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten um 388% auf fast 9 Mio. CAD. Sollte in 2023 das Wachstum fortgesetzt und der Verlust reduziert werden, sind auch wieder höhere Aktienkurse möglich. Die Basis dafür will Meta Materials gleich im Januar auf der Tech-Messe CES in Las Vegas schaffen. Dort wird das Unternehmen unter anderem die transparente EMI-Abschirmfolie NANOWEB® vorstellen. Die transparente leitfähige Folie verbessert den Schutz in die Leistung von zahlreichen Geräten. Sie kann beispielsweise Sensoren für selbstfahrende Autos oder auch 5G-Geräte vor Umwelteinflüssen schützen. Für den Schutz von Banknoten hat man im laufenden Jahr bereits einen wichtigen Referenzauftrag erhalten.

    "Es ist eine Ehre für unsere Innovation, vom CTA ausgezeichnet zu werden. Unsere Rolle-zu-Rolle-NANOWEB®-Anlage ist bereit, im Jahr 2023 mit der Produktion für die typischen rechteckigen Abmessungen von Mikrowellenofentüren zu beginnen", sagte Meta Materials CEO George Palikaras. „In Q3/2022 haben wir die Optimierung der Anlage für 5G-Reflektorfolien abgeschlossen, wobei die Produktion die Kundenspezifikationen erfüllt und sogar übertroffen hat. Wir freuen uns darauf, NANOWEB® im Zuge der Kapazitätserweiterung für immer mehr Produkte zu vermarkten."

    Ein ganz Wesentliches Feld für den Einsatz ihrer innovativen Produkte sieht das Unternehmen im Bereich der Elektromobilität. Dafür haben die Kanadier zuletzt zwei neue Materialien zur Verbesserung der Leistung, Sicherheit und Nachhaltigkeit von Li-Ionen-Batterien, die in Elektrofahrzeugen und anderen Anwendungen eingesetzt werden, entwickelt. NPORE®-Nanokomposit-Keramikseparatoren sollen die Brandgefahr von Batterien deutlich reduzieren. Und Metall/Polymer-Verbundstromabnehmer, die mit der patentierten PLASMAfusion®-Technologie hergestellt werden, sollen das Gewicht im Vergleich zu massiven Kupferfolien um 80% reduzieren. Die Vorteile: Erhöhung der Reichweite und Verbesserung der Nachhaltigkeit durch die Reduzierung des Kupfergehalts.

    BASF profitiert von kollabierendem Gaspreis

    Beim Thema Batterien für die Mobilität von morgen will auch BASF verstärkt mitmischen. So will man dazu beitragen, dass schon im Jahr 2025 das Aufladen innerhalb von 15 Minuten möglich sein soll. Auch die Verdoppelung der realen Reichweite eines Mittelklassewagens von 300 auf 600 Kilometer sei möglich, so der Ludwigshafener Chemiekonzern. Um dies zu erreichen, forscht BASF unter anderem an innovativen Kathodenmaterialien. Diese sind von zentraler Bedeutung für die Leistung, Kosten, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit moderner Batterien. Innerhalb der Tests werden täglich mehr als 100 Mio. Datenpunkte erzeugt und ausgewertet. Maschinelles Lernen soll dabei helfen, Materialeigenschaften vorherzusagen, zu analysieren und unsere Forschung zu beschleunigen.

    Neben Kathodenmaterialien für Lithium-Ionen-Batterien – die BASF bereits erfolgreich verkauft – arbeiten Forscher der BASF an Materialien für Batterien der nächsten Generation, wie Festkörperbatterien. Diese haben aufgrund ihrer höheren thermischen Stabilität Vorteile gegenüber herkömmlichen Batterien mit flüssigem Elektrolyten. Für Automobilhersteller könnte dieser Batterietyp Vorteile in Sachen Sicherheit und Batterievolumen bieten. Außerdem erlaubt dieser Batterietyp auch die Verwendung von Materialien mit hohem Energieinhalt wie Lithiumanoden oder Hochvoltkathoden, was in Flüssigelektrolytzellen wesentlich schwieriger zu realisieren ist.

    Nel automatisiert mehr und mehr die Produktion. Quelle: Nel ASA

    Nel: Verkaufsempfehlung belastet

    Neben der Elektromobilität gilt auch Wasserstoff als wichtiger Bestandteil der Energiewende. Doch Wasserstoff-Aktien wie Nel, Plug-Power, ITM Power und Powercells gehörten 2022 zu den Verlierern. Sie alle konnten die hohen Erwartungen an das Unternehmenswachstum nicht erfüllen. Oft wuchsen Verlust schneller als Umsatz. Dies muss sich 2023 ändern. Immerhin konnte die Nel-Beteiligung Everfuel kurz vor Weihnachten den Start der H2-Produktion im dänischen Frederica melden. Die Elektrolyseurleistung von 20 MW in 2023 soll schrittweise ausgebaut werden. In einigen Jahren hält das Unternehmen 330 MW für möglich. Für die nächsten 100 MW hat man bereits Fördergelder erhalten. Während Everfuel der Betreiber der Anlagen ist, erhält Nel in der Regel die Aufträge für den jeweiligen Bau der Wasserstoff-Produktionsanlagen.

    Analysten sind sich über die Chancen der Nel-Aktie im kommenden Jahr nicht einig. Zuletzt hatte Jefferies die Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel leicht von 19 auf 20 NOK angehoben. Durch den jüngsten Auftrag im Geschäftsbereich Fueling seien die Umsatzschätzungen der Analysten für diese Sparte für 2023 bereits zu 95% abgesichert und für 2024 immerhin noch zu 45%. Sollte es weitere Aufträge geben, könnte dies zu einer Erhöhung der Schätzungen – auch für das gesamte Unternehmen – führen. Zurückhaltender ist die SEB. Deren Analysten haben die Nel-Aktie auf „Verkaufen“ gestuft. Das Kursziel liegt bei 10 NOK. Derzeit notiert die Aktie bei rund 13,45 NOK. Das Jahreshoch wurde im März bei 18 NOK markiert.


    2023 wird spannend – so viel steht fest. Sollte es im Krieg in der Ukraine zu einer Entspannung kommen, dürfte dies massiven Einfluss auf BASF haben. Denn operativ läuft es und die Dividendenrendite ist hoch. Auch bei Meta Materials gibt es gute Gründe für höhere Kurse in 2023. Voraussetzung ist, dass die Kommerzialisierung der innovativen Technologien fortgesetzt wird. Vielleicht gibt es schon während oder nach der CES neue Auftragsmeldungen. Nel und die übrigen Wasserstoff-Unternehmen haben im laufenden Jahr viel Vertrauen verspielt. In 2023 wird sich endgültig die Spreu vom Weizen trennen.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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    • Wasserstoff
    • mobilität
    • klimawende
    • Turnaround

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