Menü

23.09.2021 | 05:10

SFC Energy, Meta Materials, Lufthansa – Hoch hinaus

  • Vision
Bildquelle: pixabay.com

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Diese Fußballer-Weisheit der Trainer-Legende Sepp Herberger, der Deutschland 1954 zum ersten Weltmeistertitel führte, ist auch auf die Wirtschaft übertragbar. Das Rad dreht sich weiter, einige Unternehmen haben das Vor-Corona-Niveau bereits wieder erreicht, andere kämpfen mit den globalen Lieferketten. Und die Zukunft um neue Technologien im Hinblick auf Unterhaltungselektronik, Luft- und Raumfahrt oder die 5G-Kommunikation verspricht bahnbrechende Erfindungen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Feulner
ISIN: Meta Materials Inc. | US59134N1046 , LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125 , SFC ENERGY AG | DE0007568578


Meta Materials – in neue Dimensionen

Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 1,2 Mrd. EUR besitzt der Nasdaq-Titel Meta Materials bereits den Unicorn-Status. Auf den ersten Blick erscheint die im Mai an die Börse gegangene Aktie, die mit dem mehr als 330-fachen Umsatz bewertet wird, überbewertet. Doch für den neuen Megatrend Meta Materials leisteten die Kanadier in den vergangenen 10 Jahren Pionierarbeit und besitzen durch 149 eingereichte, 82 erteilte Patente, verteilt über 46 Patentfamilien sowie acht eingetragenen Marken einen mehrjährigen Wettbewerbsvorteil.

Das Unternehmen produziert eine Reihe von hochfunktionalen Materialien und Nanokompositen für diverse technische Anwendungen. Die firmeneigene Technologieplattform umfasst die drei Kernkompetenzen Holografie, Lithografie und drahtlose Sensorik mit starker IT-Vernetzung und Einbettung von künstlicher Intelligenz. Der Markt für Meta Materialien soll bis 2027 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 23,7% bis 2027 wachsen, 2030 schätzen Experten dann ein Marktvolumen in Höhe von mehr als 10,7 Mrd. USD.

Meta Materials hat sich auf die Anwendung fortschrittlicher Funktionsfolien spezialisiert, die Licht blockieren, beugen oder verstärken. Diese Technologie kommt sowohl bei der Erzeugung von Elektrizität und Wärmeenergie als auch in der Akustik, der Sensortechnik oder der neuartigen 5G-Technik zum Einsatz. Da sich die Welt in Richtung erneuerbare Energien bewegt, wird die Integration von Metamaterialien und Nanokompositen zwangsläufig zunehmen.

Mit der Übernahme von Nanotech Security für 72,6 Mio. USD, die Oktober 2021 abgeschlossen sein soll, sollen Synergien geschaffen werden, die Skalierung beschleunigt und die Produktpalette erweitert werden. Zudem wird Meta Materials daran arbeiten, die Produktionskapazität von Nanotech von geplanten 7 Millionen Quadratmetern auf 15 Millionen Quadratmeter bis 2023 zu verdoppeln. Die 68.000 qm große neue Anlage von Meta Materials in Scotia Nova wird mit der erhöhten Produktionskapazität wachsen.

So entwickeln sich diese zu einem Marktführer bei der Bereitstellung von optischen Metamaterialien in großen Mengen und können gleichzeitig die Produktionskosten senken. Das kanadische Unternehmen hat das Potenzial, ein Global Leader im Bereich der neuen Materialien zu werden. Die Aktie sollten Anleger auf jeden Fall beobachten.

Lufthansa – Zurück zur Normalität?

Kaum eine Branche wurde aufgrund der Corona-Pandemie derart hart getroffen wie die Luftfahrt. Milliardenhilfen vom Staat waren in mehreren Tranchen nötig, um das Überleben des Kranichs zu sichern. Mit einer Kapitalerhöhung über rund 2,1 Mrd. EUR will sich Lufthansa peu à peu vom Staat in Form der stillen Einlagen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds lossagen.

Die neuen Aktien sollen den Aktionären vom 22. September bis 5. Oktober im Bezugsverhältnis 1:1 zu einem Bezugspreis von 3,58 EUR angeboten werden. Damit können sie für jede bestehende Aktie eine neue Aktie zum Bezugspreis erhalten. Nimmt der Stabilisierungsfonds, der derzeit knapp 16% am Unternehmen hält, an der Kapitalerhöhung teil, so kann dieser frühestens sechs Monate nach Abschluss der Kapitalerhöhung mit dem Verkauf seiner Lufthansa-Aktien beginnen.

Das Minus von mehr als 26% bei der Aktie, die bei 6,20 EUR notiert, ist somit auf den Bezugsrechtsabschlag zurückzuführen. Diese Volatilität dürfte bis zum Ende der Zeichnungsfrist andauern. Ein Lossagen von den Staatshilfen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Langfristig ausgerichtete Anleger, die von einer Normalisierung des Lebens mit Corona ausgehen, könnten auf dem verminderten Niveau erste Positionen aufbauen.

SFC Energy – Canada is calling

Einer der führenden Anbieter von Wasserstoff- und Methanol-Brennstoffzellen für stationäre und mobile Hybrid-Stromversorgungslösungen, SFC Energy, vermeldete Folgeaufträge aus Nordamerika. Insgesamt erhöht sich Auftragsvolumen der Brunnthaler durch die Orders von mehreren Ölkonzernen aus Alberta in Kanada auf 0,93 Mio. EUR.

"Die Folgeaufträge unterstreichen eindrucksvoll, dass sich Anwender auf unser umfassendes Know-how und die langjährige Erfahrung von SFC Energy verlassen können. Unsere Frequenzumwandler helfen unseren Kunden dabei, Anwendungen energieeffizienter aufzustellen. Das schont Ressourcen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks", sagt Hans Pol, COO der SFC Energy AG.

Starke Zahlen zum Halbjahr, Fortschritte in Bereich der operativen Profitabilität sowie visionäre Partnerschaften wie mit dem norwegischen Wasserstoff-Spezialisten Nel ASA dürften die Aktie von SFC Energy beflügeln. Im Bereich um 24 EUR ist das Papier kaufenswert.


Neue Materialien für die Zukunft. Meta Materials ist in seinem Bereich der Pionier und dürfte durch seine große Patentsammlung ein größeres Stück des Kuchens abbekommen. Lufthansa will sich unabhängig vom Staat machen und steht bei einer Normalisierung der Corona-Situation vor einer aussichtsreichen Saison. Ebenfalls auf Kurs befindet sich SFC Energy.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

Mehr zum Autor



Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.