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24.11.2020 | 05:50

Scottie Resources, Bitcoin, Tesla: Raketenantrieb gefragt!

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Bildquelle: pixabay.com

Gold wurde gestern abermals von Analystenseite abgewählt und erreichte mit 1.831,00 USD ein 3-Monats-Tief. Die Deutsche Bank hat jüngst Zahlen zur Performance auf den traditionellen Märkten und dem Kryptomarkt nach der optimistischen Entwicklung hin zu einem Impfstoff gegen Covid-19 veröffentlicht. Neben unterschiedlichen Wertzuwächsen an den Aktienmärkten mit Anstiegen zwischen 5 und 15% wurde auch der Bitcoin als einer der größten Gewinner identifiziert. Die Attraktivität von Bitcoin als alternative Absicherung nimmt nach Ansicht der Analysten der Deutsche Bank weiterhin zu. Man erwartet weitere Anstiege, allerdings sollten wir die vielen Spekulanten nicht vergessen, die dem Raketen-Trend wohl ohne Skrupel hinterherjagen.

Es scheint aber auch fundamental eine steigende Nachfrage zu geben, speziell den Bitcoin dort einzusetzen, wo früher Gold zur Absicherung diverser Dollar- oder Inflationsrisiken verwendet wurde. Der Bitcoin und auch andere TOP10 Kryptos konnten allein in diesem Monat schon zwischen 20-50% zulegen, der Run ähnelt der Entwicklung in den Jahren 2017-2018. Gold und Silber hingegen zeigen charttechnisch weiterhin Konsolidierungsbedarf an, viele Investoren schichten ihre Sicherheitsanlagen wohl derzeit in andere Bereiche um. Lang sollte diese Abwärtsbewegung aber nicht mehr anhalten, außer der Bitcoin erreicht tatsächlich das Kursziel 100.000,00 USD des bekannten Bitcoin-Bullen Max Keiser. Dann stehen uns wohl noch mehrere Raketen-Starts alla Cape Canaveral ins Haus. Wenn nicht, besteht natürlich erheblicher technischer Korrekturbedarf, welcher wegen des 24 Std-Handels auch mal über Nacht zuschlagen kann.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CA81012R1064 , US88160R1014

Inhaltsverzeichnis:


    Scottie Resources – Aus den Startlöchern

    WKN: A2PBVN ISIN: CA81012R1064 Symbol: SR8
    Scottie Resources Corp. hatte in diesem Jahr bereits viel Beachtung auf sich ziehen können, zuletzt ist es wieder etwas ruhiger geworden. Erst im Juni gab man eine Privatplatzierung von 4.400.000 Einheiten zu einem Preis von 0,22 CAD pro Einheit und einem Bruttoerlös von 968.000,00 CAD bekannt. Großes Interesse kam diesmal von einem in Genf ansässigen Family Office. Nach vollständiger Zeichnung wird die Position des Großanlegers auf etwa 9,9% der Anteile an Scottie Resources ansteigen. Manch einer sieht hier schon das Wetterleuchten am Horizont, denn gerade in der Schweiz sitzt das internationale Geld für Rohstoff-Investments.

    Die Projekte von Scottie Resources liegen in erstklassiger Lage im sogenannten „Goldenen Dreieck“ – in direkter Nähe zu den Schwergewichten Pretium und Ascot Resources. Das Goldene Dreieck ist weltbekannt für seine Vorkommen, historisch wurden hier schon über 50 Mio. Unzen Gold geschürft, man darf vermuten, dass in den aktuellen Bergbaugebieten wie Johnny Mountain, Red Mountain und Valley of the Kings noch einige Millionen Unzen zu finden sind. Scottie Resources Corp. trägt den Namen seines aktuellen Flaggschiff-Areals der ehemaligen Scottie Mine, die sich im Herzen des Goldenen Dreiecks unweit des Summit Lake, British Columbia befindet. Man wird hier die Bohrungen wieder zeitnah aufnehmen, denn im laufenden Jahr wurden schon bis zu 109g Gold pro Tonne gefunden. Das aktuelle Goldpreisniveau verspricht im Falle einer Wiederaufnahme der Förderung sehr gute Erträge. Man darf auch vermuten, dass die umliegenden Förderer wie z.B. Premier Gold bereits ein Auge auf die kleine Scottie geworfen haben.

    Bei der Scottie-Aktie ist neben dem Genfer Family Office auch das Management stark involviert. 25% liegen fest geparkt bei institutionellen Investoren. Bei den ausstehenden 144 Mio. Aktien beträgt die Marktkapitalisierung aktuell 44,7 Mio. CAD – wer also auf den Gold-Turnaround setzt, begibt sich mit Scottie in gute Startlöcher.

    Bitcoin – Seit Sommer verdoppelt

    Was ist mit dem Bitcoin los? Laut Daten der On-Chain-Überwachungswebseite ChartsBTC am 23. November ist Bitcoin im Vergleich zu seinen beiden vorherigen Halbierungen im Jahr 2020 auf dem Weg zu bedeutenden Kurszuwächsen, denn der Kurs hat sich seit dem „halving“ um 150% nach oben entwickelt. Unter Berufung auf Zahlen von Coin Metrics und dem Statistiker Clark Moody vergleicht der Halving Index von ChartsBTC den Fortschritt von Bitcoin seit der Halbierung im Mai mit den sechs Monaten nach den Halbierungen von 2012 und 2016. Hier wird deutlich, dass Bitcoin in Sachen Kursentwicklung seinen Lauf auf das Allzeithoch von 20.000 USD im Jahr 2017 noch übertrifft. Nur 2012 brachte ein noch schnelleres Aufwärtspotenzial. Damals lag das BTC/USD-Paar bei der Halbierung nur bei 12 USD – dem Preis einer Salamipizza. Wer seit damals noch dabei ist, sitzt wohl heute eher auf der Sonnenseite…

    Aber wie geht es weiter? Seit ungefähr 5 Handelstagen laufen auch die anderen Kryptowährungen steil nach oben, die Tages-Umsätze haben sich vervielfacht. Die gesamte Marktkapitalisierung hat sich in wenigen Tagen von 350 Mrd. USD auf aktuell 547 Mrd. USD nach vorne entwickelt. Das mutet schon etwas inflationär an. Zwar korrigieren viele Charts auch mal intraday um 20%, dann dreht es aber wieder wie von Geisterhand und die nächste Kaufwelle wird abgearbeitet. Das Ganze erinnert etwas an den neuen Markt in 1999-2000 oder auch an die holländische Tulpenzwiebel-Hausse der Jahre 1634 bis 1637. Ob es diesmal auch eine Spekulationsblase ist oder eine langfristige Trendbewegung wird sich in den nächsten Monaten zeigen müssen.

    Tesla – Irgendwer muss kaufen

    WKN: A1CX3T ISIN: US88160R1014 Symbol: TL0
    Die Geschichte wiederholt sich tatsächlich noch einmal. Als Tesla im Sommer auf sagenhafte 2.500,00 USD gestiegen war, hörte man von vielen Auguren, dass nach der Splitankündigung (1:5) immer noch 17% der ausstehenden Aktien als leerverkauft angezeigt wurden. Die Folge war eine Treibjagd ohne Gleichen, welcher der Tesla-Aktie einen Anstieg von 500% in 4 Monaten bescherte. Nach Erreichen der 2.500,00 USD-Marke und des anschließenden Splits kam es tatsächlich auch zu einer heftigen Korrektur um 220,00 USD von oben, die Aktie fiel von 538,00 auf 308,00 USD, der stärkste 3 Wochen-Einbruch aller Zeiten.

    Damals im September wurden Kursziele von 100,00 USD und weit darunter formuliert, manche nahmen sogar die „Null“ als Target ihrer schillernden Aussagen in den Mund. Man merkt sofort: Übertreibungen in jede Richtung ist hier an der Tagesordnung – im Falle Tesla ist die Börse tatsächlich im „Zirkus Salto Mortale“ angekommen.

    Elon Musk setzte jedoch nochmal einen drauf, indem er seine Quartalspräsentation mit dem sagenumwobenen „Battery-Day“ verquickte. Inhalt des Ganzen waren zwar nur wirre Visionen über zukünftige Batterie-Konzepte, die eine Reichweite von 1 Mio. Kilometer erreichen sollen, aber die Sendung wurde Live im Internet von immerhin 3 Mio. Zuschauern begleitet. Ergebnis war ein Stop des Kursverfalls sowie eine Explosion bei allen batterierelevanten Metallen rund um den Globus. Eine nie gesehene Performance bei Ressourcen-Titeln war die Folge und Tesla schaffte den Turnaround im Mindset der abermals mutigen Shortgänger. Es musste schnell eingedeckt werden.

    Nun, 2 Monate später, befindet sich die Aktie schon wieder im Steigflug, seit gut sieben Handelstagen hat der Wert wiederum sagenhafte 100,00 USD oder 25% zugelegt. Die Marktkapitalisierung beträgt bei einem Kurs von 521,00 USD nun wieder stattliche 486 Mrd. USD. Das vielbeachtete Short-Volume ist indes abermals auf über 30% angestiegen. Angeblich wettet jetzt auch Warren Buffett gegen die Hedgefonds und kauft kräftig Tesla-Aktien. Bleibt die interessante Frage: Wer wird das Spiel diesmal gewinnen? Ein satter Profiteur steht aber heute schon fest: Das Vermögen von Tesla-Mitgründer Elon Musk sprang durch Ausübung von Kauf-Optionen zuletzt auf 107 Mrd. USD – Willkommen im Club der Forbes 100! Und eins steht für uns Betrachter weiter fest: Irgendwer MUSS kaufen…!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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