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22.07.2021 | 05:10

SAP, Deutsche Rohstoff, Bayer, Condor Gold – Besser als erwartet

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Bildquelle: pixabay.com

Die Berichtssaison für das zweite Quartal 2021 ist voll am Laufen. Nach den schwachen Zahlen des Vorjahreszeitraums, verursacht durch die Corona-Pandemie, erwarten sowohl Analysten als auch Investoren deutliche Ergebnissteigerungen bei Unternehmen, die durch die globalen Lockdowns hohe Einbußen hinnehmen mussten. Auf der anderen Seite wird es interessant zu beobachten, ob die Corona-Profiteure wie beispielsweise Amazon ihr Wachstum bestätigen können.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Feulner
ISIN: DT.ROHSTOFF AG NA O.N. | DE000A0XYG76 , SAP SE O.N. | DE0007164600 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , CONDOR GOLD PLC LS -_20 | GB00B8225591


SAP – Leichte Prognoseerhöhung

Durch ein starkes zweites Quartal, getrieben vom schnelleren Wechsel der Kunden in die Cloud, hob der Softwareriese SAP bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Prognosen an. Währungsbereinigt rechnen die Walldorfer nun mit einem Betriebsergebnis zwischen 7,95 und 8,25 Mrd. EUR. Bisher waren 7,8 bis 8,2 Mrd. EUR für das Gesamtjahr 2021 erwartet worden. Für das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern rechnet das Management in ihrer neuesten Schätzung mit einem Rückgang von 0 bis -4% für das Gesamtjahr.

Die bisherige Berechnung ging von einem Verlust von -1% bis -6% aus.Insgesamt liegen die neuesten Schätzungen immer noch unter dem Ergebnis des Jahres 2020, zu konservativ für die SAP-Anleger. Die Aktie verlor zeitweise über 4,5% und war damit mit Abstand Tagesverlierer im deutschen Leitindex DAX. Der Kurs notiert bei 116,40 EUR. Bei 114 EUR liegt eine breite Unterstützungszone, die antizyklisch zum Kauf genutzt werden könnte. Positiver zeigten sich diverse Analystenhäuser. Goldman Sachs sieht in der Aktie einen Kaufkandidaten und belässt das Kursziel bei 141 EUR. Auch Warburg wertet das Software-Unternehmen mit „buy“ und sieht nach den Zahlen weiterhin ein Ziel von 135 EUR.

Deutsche Rohstoff AG – Weniger Schulden, mehr Gewinn

Bereits seit längerem empfehlen wir Ihnen die Aktie der Deutsche Rohstoff AG. Ein Grund ist das erfahrene Management mit seiner flexiblen Handelsstrategie. Wohl kein Unternehmen aus dem Öl-Sektor darf sich als Gewinner der Corona-Pandemie sehen. Die Deutsche Rohstoff schon und kam sowohl durch schnelles Handeln, indem die Förderung während des Öl-Crashs im Frühjahr des Jahres 2020 auf ein Minimum reduziert wurde, als auch durch antizyklische Käufe zu Tiefstpreisen, zu einer deutlichen Erhöhung Ihrer Ergebnisprognosen, sowohl für das laufende als auch das Gesamtjahr 2022.

Ursprünglich plante das Management mit einer Umsatzspanne zwischen 57 Mio. EUR und 62 Mio. EUR. Nun strebt man Erlöse zwischen 68 Mio. EUR und 73 Mio. an, 2022 könnten es sogar bis zu 75 Mio. EUR werden. Auf EBITDA-Seite waren zwischen 42 Mio. EUR und 47 Mio. EUR geplant, nun strebt die Deutsche Rohstoff AG 57 Mio. EUR bis 62 Mio. EUR an. 2022 könnten es im besten Falle bis zu 52 Mio. EUR werden.

Das hervorragende Ergebnis des ersten Halbjahres und der starke Cash-Flow schlug sich natürlich positiv auf die schnellere Entschuldung der Mannheimer nieder. So konnte eine fällige Anleihe, die im Jahr 2016 ausgegeben wurde, mit einem ausstehenden Volumen in Höhe von 16,7 Mio. EUR fristgerecht zurückgezahlt werden. In den letzten beiden Jahren wurden bereits 50,0 Mio. EUR zurückgeführt oder in die Anleihe, die eine Laufzeit bis 2024 besitzt, umgetauscht. Insgesamt beläuft sich die Verschuldung der Gruppe auf 101 Mio. EUR, nach noch 128 Mio. EUR zum Jahreswechsel.

Die liquiden Mittel stiegen dagegen nach 46,9 Mio. EUR zum Ende des Jahres 2020 auf nunmehr 70,9 Mio. EUR. Die prall gefüllte Kasse kann nun für weitere Akquisitionsziele verwendet werden. Strategische Beteiligungen bei kritischen Metallen rund um die Elektromobilität, wie etwa Kupfer oder Lithium, sollen hier ganz oben auf dem Einkaufszettel stehen. Wir bleiben weiter positiv für die Deutsche Rohstoff AG. Bei Rücksetzern raten wir langfristig zum Kauf.

Bayer – Hochstufung vor den Zahlen

Erst am 5. August präsentiert der Pharma- und Agrarriese Bayer seine Zahlen, dennoch pirschen Analysten vor und empfehlen die Aktie zum Kauf. So hat beispielsweise Goldman Sachs das Kursziel von 74 EUR auf 76 EUR erhöht und sieht aufgrund des soliden abgelaufenen Quartals gute Chancen auf eine Prognoseerhöhung.

Derweil vermelden die Leverkusener, dass sie ihr Herzmedikament Verquvo nun auch in der Europäischen Union verkaufen dürfen. Das Medikament wurde in Kooperation mit Merck & Co entwickelt. Die Zulassung erfolgte bereits in den USA und Japan. Bayer-Pharma-Chef Stefan Oelrich rechnet für Verquvo mit einem Jahresspitzenumsatz von rund einer Mrd. EUR. Bayer und Merck & Co teilen sich die Erlöse jeweils zu 50%.

Condor Gold – Positive Überraschung

Erfolgreiche Bohrergebnisse lieferte der an der AIM und in Frankfurt gelistete Goldminenexplorer Condor Gold. Das Unternehmen sucht in Nicaragua nach Gold und legt seinen Schwerpunkt auf sein 100% in Eigentum befindendes Projekt La India. Bereits im August 2018 erhielt Condor eine Umweltgenehmigung für die Erschließung, den Bau und den Betrieb einer Aufbereitungsanlage mit einer Kapazität von bis zu 2.800 Tonnen pro Tag und die damit verbundene Infrastruktur des Minengeländes bei La India. Die anfängliche Produktion soll basierend auf einer Nennkapazität von 2.300 Tonnen pro Tag voraussichtlich zwischen 80.000 und 100.000 Unzen Gold pro Jahr liegen.

Nun wurden die Ergebnisse von weiteren 12 Kernbohrungen bekannt gegeben, die sich zwischen und im Streichen der geplanten hochgradigen Startergruben La India befinden. Diese Startergruben liegen innerhalb des vollständig genehmigten Tagebaus La India, der eine Mineralreserveschätzung von 6,9 Mio. t mit 3,1 g/t Gold für 675.000 Unzen Gold umfasst. Dabei fielen die Ergebnisse bei drei Bohrungen weitaus besser als erwartet aus. Das Gebiet wurde laut dem Management bislang als eine Zone mit niedrigerem Gehalt innerhalb der vollständig genehmigten Haupttagebaugrube La India interpretiert. Die positiven Funde werden nun in einen überarbeiteten Minenplan auf Machbarkeitsebene einfließen und sollten positive Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit des Projekts haben.


Positive Zahlen sowie eine Prognoseanhebung bei SAP, die die Anleger enttäuschte. Herausragend war dagegen das erwartet starke Zahlenwerk der Deutsche Rohstoff AG, die als Ölproduzent durch ihr flexibles und antizyklisches Handeln als Corona-Gewinner hervorgeht. Bei beiden Aktien lohnt auf aktuellem Niveau der Einstieg, ebenso bei Bayer, die Anfang August ihr Zahlenwerk präsentieren werden.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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