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02.08.2021 | 05:10

Linde, dynaCERT, Nikola – Vom Wandel profitieren

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Mit dem geänderten Klimaschutzgesetz wurden die Zielvorgaben für weniger CO2-Emissionen durch die Bundesregierung noch einmal angehoben. Bis zum Jahr 2045 soll Deutschland Treibhausgasneutralität erreichen, nach dem Jahr 2050 werden sogar negative Emissionen angestrebt. Um dies zu stemmen, wurde ein Sofortprogramm in Höhe von 8 Mrd. EUR auf den Weg gebracht. Damit sollen unter anderem die Dekarbonisierung der Wirtschaft, klimafreundliche Mobilität und die Produktion von grünem Wasserstoff beschleunigt werden. Profitieren Sie von der Energiewende!

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , NIKOLA CORP. | US6541101050 , LINDE PLC EO 0_001 | IE00BZ12WP82

Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT – die Lösung

    Eine der größten Herausforderungen ist der Klimaschutz im Verkehrssektor. So konnte dieser seit 1990 zwar seinen Treibhausausstoß laut dem Bundesumweltministeriums von rund 280 Mio. t auf 150 Mio. t reduzieren, für die Europäische Union jedoch noch zu wenig. Diese fordert nun per Gesetz, dass bei schweren LKWs, die für rund 40% aller Klimagas-Emissionen in Europa verantwortlich sind, die Kohlendioxid-Emissionen um mindestens 15%, bis Ende des Jahrzehnts sogar bis 30% gesenkt werden sollen. Bei Nichtbeachtung der Vorgaben droht dem Fuhrparkunternehmer eine empfindliche Sanktionierung. Somit wird ein Umrüsten der Flotte nötig, was zu erheblichen Investitionen führen dürfte.

    Das kanadische Unternehmen dynaCERT hat sich bereits vor mehr als 15 Jahren diesem Problem gewidmet und eine weitaus günstigere Alternative für Fuhrparkunternehmer und Flottenmanager entwickelt. Mit dem patentierten Elektrolysesystem „HydraGEN“ ist es bei großen Dieselmotoren möglich, durch die Zufuhr einer geringen Menge von Wasserstoff, den CO2-Ausstoß um rund 19% ohne Leistungsverlust zu reduzieren. Diese Technologie wurde bereits in mehr als 400 schweren Fahrzeugen zum Probelauf eingesetzt. Zudem wurde von dynaCERT eine intelligente Software entwickelt, die Daten wie Emissionseinsparung oder Kraftstoffverbrauch dokumentiert und analysiert. Durch diese Software können wiederum Zertifikate für das eingesparte CO2 erstellt werden, die an den Energiebörsen zu barer Münze gemacht werden können.

    Zukünftig will das Management in Kanada eine Führungsrolle in der neuen Wasserstoffwirtschaft einnehmen und gleichzeitig mit anderen hochrangigen Branchenführern zusammenarbeiten, um der derzeit auf dem Weltmarkt erhältlichen Umwelttechnologie-Produktlinie des Unternehmens noch mehr Vorteile zu verschaffen und diese weiter auszubauen. Im Zuge der allgemeinen Marktkonsolidierung im Wasserstoffsektor verlor auch dynaCERT mehr als 50% an Wert und notiert bei 0,25 EUR. Die Story klingt im Hinblick auf die Transformation im Verkehrssektor durch die Energiewende spannend. Sollte den Kanadiern der Zutritt zum Massenmarkt gelingen, besteht ohne Zweifel erhebliches Potenzial.

    Nikola – Sell off nach Anklage

    Man hat es nach den Turbulenzen der vergangenen Monate erahnen können, nun kehrte beim Truckbauer Nikola Gewissheit ein. Die Staatsanwaltschaft in New York hat nun Anklage gegen Trevor Milton, den im September 2020 nach Betrugsvorwürfen zurückgetretenen Nikola-Gründer, erhoben. Milton habe durch falsche Angaben Anleger in die Irre geführt, die aufgrund der falschen Angaben zu den Produkten in Nikola investiert und daraufhin Geld verloren hätten. In der Anklageschrift, die der Studie von Hindenburg Research sehr ähnelt, sind drei Anklagepunkte wegen Betrugs enthalten. Hindenburg Research hatte Nikola im September des vergangenen Jahres vorgeworfen, dass der Prototyp für Fahraufnahmen lediglich ohne Antrieb eine abschüssige Straße herunter gerollt sei. Der Angeklagte bekannte sich in allen Punkten für nicht schuldig und wurde gegen eine Kaution von 100 Mio. USD zunächst auf freien Fuß gesetzt.

    Nikola selbst erwiderte, dass sich die Klage persönlich gegen Milton und nicht gegen das Unternehmen richte: „Wir halten weiterhin an unseren angekündigten Meilensteinen und Zeitplänen fest und konzentrieren uns auf die Auslieferung der batterieelektrischen Nikola Tre-Lastwagen im Laufe dieses Jahres aus den Produktionsstätten des Unternehmens", so die Stellungnahme. Im Zuge des Gerichtsspruchs sackte die Aktie zweistellig nach unten und liegt auf der Unterstützungslinie bei 11,80 USD. Obwohl das neue Management in den vergangenen Wochen Erfolge im operativen Geschäft verbuchen konnte, bleibt die Unsicherheit weiterhin bestehen. Nikola ist nur für risikofreudige Anleger geeignet.

    Linde – Erneute Prognoseanhebung

    Nach einem weiteren Rekordquartal hob der größte Industriegase-Konzern Linde seine Gewinnziele zum zweiten Mal in diesem Jahr an. Für das Gesamtjahr soll nun ein Gewinn je Aktie von 10,10 USD bis 10,30 USD vor Sondereffekten stehen, ein Zuwachs von rund 25% gegen über dem Vorjahr. Neben den starken Quartalszahlen führte auch eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs zu neuen Höchstkursen. Der Analyst Robert Koort zeigte auf, dass Linde den Umsatz in allen Regionen gesteigert hat, was zu einem überraschenden Gewinn führte und sieht den Kurs weiterhin bei 291 EUR.


    Die Energiewende kommt nicht an der Wasserstofftechnologie vorbei. DynaCERT hat ein visionäres System entwickelt, das bei Einführung in den Massenmarkt deutliches Upside besitzt. Obwohl die Erfolge des neuen Managements beim Wasserstoff-Truckbauer Nikola ersichtlich sind, bleibt die Aktie aufgrund der Turbulenzen um den Gründer weiter riskant. Dagegen sehen wir in Linde langfristig einen klaren Kaufkandidaten.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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