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06.01.2021 | 04:50

Lang & Schwarz, wallstreet:online, Commerzbank – Explosives Wachstum: Lizenz zum Gelddrucken

  • Wachstum
Bildquelle: pixabay.com

Viele Wertpapierhandelsbanken und Broker absolvierten 2020 das beste Jahr ihrer Unternehmensgeschichte. Gewinne und Aktienkurse vervielfachten sich. Dennoch ist ein Ende des Trends nicht absehbar. Das Börsenklima ist robust bis positiv und wir verzeichnen eine historisch hohe Handelsaktivität. Mehrere Anbieter offerieren den Wertpapierhandel kostenlos oder zu extrem niedrigen Konditionen, zusätzlich strömen neue Anleger auf den Markt. Deshalb lohnt ein Blick auf die Aktie der Lang & Schwarz AG. Die Gesellschaft betreibt den drittgrößten Handelsplatz für Privatanleger in Deutschland. Wenig bekannt ist zudem die Wachstumsstory des Smart Broker, der zu dem größten verlagsunabhängigen Finanzportalbetreiber wallstreet:online gehört. Mit der Commerzbank nehmen wir einen potenziellen Turnaround-Kandidaten in 2021 unter die Lupe. Ende 2020 wurden die letzten Anteile der Comdirect übernommen, weitere tiefgreifende Restrukturierungsmaßnahmen stehen an. Welcher Aktienkurs verdoppelt sich 2021 zuerst?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Carsten Mainitz


LANG & SCHWARZ AG – unglaublich gute Zahlen

WKN: 645932 ISIN: DE0006459324 Symbol: LUS
Die Lang & Schwarz AG ist die börsennotierte Holding zweier operativer Tochtergesellschaften. Kern des Geschäfts der AG ist die Entwicklung und Emission derivativer Finanzinstrumente unter eigenem Namen. Dies sind insbesondere Hebelprodukte und Themenzertifikate, darunter auch die bekannten wikifolio-Zertifikate. Die verschiedenen Produkte werden von der Tochter Lang & Schwarz TradeCenter außerbörslich über die eigene Plattform LS-X wie auch börslich an bestimmten Handelsplätzen angeboten. TradeCenter macht das Gros des Geschäftsvolumens aus. Die zweite Tochtergesellschaft, Lang & Schwarz Broker, erbringt Dienstleistungen im Bereich der EDV-Hardware- und Softwarebereitstellung intern und für Dritte.

Über mehr als 20 angeschlossene Partnerbanken erreicht Lang & Schwarz rund 15 Mio. Privatkunden. Mit längeren Handelszeiten unter der Woche und einem Handel an Wochenenden hat sich der Handelsplatz LS-X als Nummer drei in Deutschland (börslich und außerbörslich) für Privatkunden etabliert.

Vorgestern meldete der Konzern unfassbar gute Zahlen. Im vierten Quartal 2020 wurde ein Ergebnis aus der Handelstätigkeit (Zinsergebnis zzgl. Provisionsergebnis und Handelsergebnis) in Höhe von 28 Mio. Euro erzielt! Ein Jahr zuvor waren es 5 Mio. Euro. Im Gesamtjahr fuhr Lang & Schwarz ein Ergebnis aus der Handelstätigkeit in Höhe von 82 Mio. nach 18 Mio. Euro ein! Dieses Ergebnis ist Spiegelbild einer enorm hohen Orderzahl. Die Anzahl der Trades legte im letzten Jahr von 5 Mio. auf 27 Mio. zu, damit wurde der Umsatz gegenüber Vorjahr auf 78 Mrd. Euro verdreifacht. Natürlich lässt sich die Vergangenheit nicht linear fortschreiben. Aber angesichts eines Ergebnisses von 82 Mio. Euro in 2020 und positiven Rahmenbedingungen, ist die Gesellschaft mit einem aktuellen Börsenwert von 230 Mio. nicht zu hoch bewertet.

WALLSTREET:ONLINE AG – verkanntes Potenzial

WKN: A2GS60 ISIN: DE000A2GS609 Symbol: WSO1
Die wallstreet:online AG ist mit Abstand der größte verlagsunabhängige Finanzportalbetreiber im deutschsprachigen Raum und betreibt zudem eine große Finanz-Community. Seit Ende 2019 ist die Gesellschaft mit Smartbroker, einem sog. **Neo Broker am Markt und verzeichnet starkes Wachstum.

Neo Broker, das sind Anbieter, die mit sehr geringen und teilweise auch keinen Handelsgebühren viele Kunden anziehen**. Vor einigen Jahren startete Robinhood in den USA diesen Trend, der nun auch die deutsche Börsenlandschaft in seinen Bann gezogen hat.

Smartbroker hebt sich aus der Gruppe der Neo Broker deutlich ab, da neben den niedrigen Konditionen ein breites Produktspektrum angeboten wird. Mit diesem Differenzierungsmerkmal hat es Smartbroker in den letzten Monaten vermehrt bei Anbietervergleichen auf den vordersten Rang geschafft. Erklärtes Ziel von Smartbroker, an dem der Konzern rund 70% hält, war bis Ende 2020 den Kundenstamm auf rund 150.000 auszuweiten. Insgesamt betreute der Broker Ende 2020 Vermögenswerte von über 2 Mrd. Euro.

Mittelfristig wird das stark wachsende Transaktionsgeschäft des Smartbroker das etablierte Kerngeschäft Werbung von wallstreet:online ablösen. Zukünftig soll in die reichweitenstarken Portale auch die Möglichkeit zum Handel über Smartbroker eingebunden werden und 2021 soll zudem eine App an den Start gehen. Damit sollte sich das enorme Wachstum von Smartbroker fortsetzen und die Aktie zu neuen Höchstständen führen.

COMMERZBANK AG – Turnaround 2021?

WKN: CBK100 ISIN: DE000CBK1001 Symbol: CBK
Vorgestern informierte der erst seit wenigen Wochen tätige CEO Knof die Mitarbeiter der Commerzbank über anstehende Entwicklungen. Die Bank leidet unter zu hohen Kosten und einer Profillosigkeit. „Kern der Strategie wird sein, die Bank nachhaltig profitabler zu machen. Nur wenn uns das gelingt, können wir unsere Zukunft selbst gestalten“, so Knof.

Der Konzern wird im ersten Quartal, voraussichtlich Mitte Februar, die neue Marschroute im Detail vorstellen. Zudem wurden die Erwartungen an schnelle Erfolge gedämpft und ein Quartalsverlust in Aussicht gestellt. Ende Dezember hatte die Bank berichtet, weitere 2.300 Stellen abzubauen.

Abhängig von der formulierten Strategie und der schnellen Rückkehr in die Gewinnzone, könnte sich die Commerzbank zu einem attraktiven Turnaround-Kandidaten in diesem Jahr wandeln.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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Kommentar von André Will-Laudien vom 24.11.2020 | 05:50

Scottie Resources, Bitcoin, Tesla: Raketenantrieb gefragt!

  • Gold
  • Kryptowährungen
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  • Wachstum

Gold wurde gestern abermals von Analystenseite abgewählt und erreichte mit 1.831,00 USD ein 3-Monats-Tief. Die Deutsche Bank hat jüngst Zahlen zur Performance auf den traditionellen Märkten und dem Kryptomarkt nach der optimistischen Entwicklung hin zu einem Impfstoff gegen Covid-19 veröffentlicht. Neben unterschiedlichen Wertzuwächsen an den Aktienmärkten mit Anstiegen zwischen 5 und 15% wurde auch der Bitcoin als einer der größten Gewinner identifiziert. Die Attraktivität von Bitcoin als alternative Absicherung nimmt nach Ansicht der Analysten der Deutsche Bank weiterhin zu. Man erwartet weitere Anstiege, allerdings sollten wir die vielen Spekulanten nicht vergessen, die dem Raketen-Trend wohl ohne Skrupel hinterherjagen.

Es scheint aber auch fundamental eine steigende Nachfrage zu geben, speziell den Bitcoin dort einzusetzen, wo früher Gold zur Absicherung diverser Dollar- oder Inflationsrisiken verwendet wurde. Der Bitcoin und auch andere TOP10 Kryptos konnten allein in diesem Monat schon zwischen 20-50% zulegen, der Run ähnelt der Entwicklung in den Jahren 2017-2018. Gold und Silber hingegen zeigen charttechnisch weiterhin Konsolidierungsbedarf an, viele Investoren schichten ihre Sicherheitsanlagen wohl derzeit in andere Bereiche um. Lang sollte diese Abwärtsbewegung aber nicht mehr anhalten, außer der Bitcoin erreicht tatsächlich das Kursziel 100.000,00 USD des bekannten Bitcoin-Bullen Max Keiser. Dann stehen uns wohl noch mehrere Raketen-Starts alla Cape Canaveral ins Haus. Wenn nicht, besteht natürlich erheblicher technischer Korrekturbedarf, welcher wegen des 24 Std-Handels auch mal über Nacht zuschlagen kann.

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Kommentar von Nico Popp vom 21.10.2020 | 05:50

Orange, Total, Osino Resources: Wie profitieren vom Wachstum in Afrika?

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Afrika ist ein Boom-Kontinent: Viele Rohstoffe locken Investoren an und die junge Bevölkerung drängt immer besser ausgebildet in Zukunftsbranchen. Da ist es kein Wunder, dass auch viele Unternehmen aus Europa und Nordamerika in Afrika gute Geschäfte machen. Dass der Kontinent mehr zu bieten hat, als viele Menschen noch immer glauben, hat Mobilfunkanbieter Orange erkannt. Der drittgrößte Telekommunikationsriese Europas hat während der vergangenen Jahre aggressiv in Afrika zugekauft. Inzwischen entfallen mehr als 13% der Umsätze auf Afrika und den Nahen Osten. Statt nur auf Telefonie, agiert Orange in Afrika als eine Art Bank. Dank einer App können Menschen Zahlungen vornehmen – das ist sicherer und flexibler als Bargeld und kommt vor allem bei der jungen Bevölkerung gut an.

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Kommentar von Mario Hose vom 15.09.2020 | 06:54

E*TRADE, flatex, wallstreet:online: die Gewinner der Corona Pandemie

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Seit Beginn der Corona Pandemie hat sich das wirtschaftliche Leben tendenziell von der Offline- in die Online-Welt verlagert. Gewinner dieses Trends sind neben E-Commerce Dienstleistern, wie Amazon und HelloFresh, vor allem die Betreiber von Online-Brokerage Plattformen. Dieses Phänomen betrifft nicht nur Europa, sondern auch die USA. Die Aktien dieser Unternehmen können seit März 2020 deutlich zulegen und mit einer neuen Generation von Börsengewinnern kann sich der Trend noch lange fortsetzen.

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