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01.03.2021 | 10:13

JinkoSolar, Nio, Almonty – Seltene Metalle, das sind die Kaufgelegenheiten!

  • Metalle
Bildquelle: pixabay.com

Der Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe in China misst die aktuelle Lage im Industriesektor. An den Finanzmärkten gilt diese Befragung von Einkaufsleitern und Firmenchefs als einer der einflussreichsten Wirtschaftsindikatoren, weil sie die Wirtschaftsentwicklung des Landes zu einem frühen Zeitpunkt aus mehreren Winkeln abbildet. Am gestrigen Sonntag kam dieser Index mit einem Wert von 50,6 – erwartet waren 51,1, der letzte Wert war 51,3. Denkt man in Kategorien eines bevorstehenden Aufschwungs nach Corona, wird man mit dieser Zahl leicht enttäuscht. Denn ein Wert unter 50 deutet auf rezessive Tendenzen hin – und von dieser Marke ist China nicht mehr weit entfernt.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CA0203981034 , US47759T1007 , US62914V1061

Inhaltsverzeichnis:


    Jinko Solar Holding Ltd. – Green Power aus China

    WKN: A0Q87R ISIN: US47759T1007 Symbol: ZJS1
    Chinas National Energy Administration (NEA) hat angekündigt, dass der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch bis 2030 auf 40% steigen soll. Ohne Wasserkraft sollen es knapp 26% sein – dies dürfte vor allem von Wind- und Solarkraft gestemmt werden. Dieser Vorschlag soll das politische Ziel von Präsident Xi Jinping untermalen, dass nicht-fossile Energien mindestens 25 Prozent des Primärenergieverbrauchs im Jahr 2030 abdecken sollen. Die Behörde wird selbst überwachen, dass diese Ziele eingehalten werden.

    Ein prominenter Vertreter der Green Power Fraktion ist JinkoSolar, mit einer Jahresproduktion von über 14 GW einer der größten Solarzellen-Produzenten der Welt. JinkoSolar ist 2006 geründet, produziert und verkauft Solarzellen, Solarmodule und Montagesysteme für Solarmodule. Zudem betreibt das Tochterunternehmen JinkoPower eigene Solarparks. JinkoSolar selbst hat eben eine strategische Kooperation mit dem Siliziumzellenhersteller Tongwei vereinbart, um seine Lieferketten besser abzusichern. Tongwei wird dabei in ein Joint Venture mit JinkoSolar zur Waferherstellung investieren, Jinko wiederum investiert in eine neue Polysilizium-Fertigung. Zudem wird der Konzern aufbauend auf eine bereits laufende Vereinbarung weitere Silizium-Wafer an Tongwei liefern.

    Seit Monaten bildet sich bei der JinkoSolar-Aktie kein klarer Trend heraus. In einer breiten Seitwärtsrange zwischen 55 und 80 USD konsolidieren die Papiere wohl die vorangegangene Rallye aus dem Jahr 2020. Charttechnisch sollte die 40 EUR dabei nicht unterschritten werden, denn sonst droht Ungemach.

    NIO – Es wird eng im Markt für E-Mobilität

    WKN: A2N4PB ISIN: US62914V1061 Symbol: N3IA
    Heute nach Börsenschluss schlägt die Stunde der Wahrheit: Kann NIO mit den Verkaufszahlen im letzten Quartal an die Gewinnschwelle heranrobben? Die zuletzt schwächelnde Aktie wurde im Zuge der gesamten Korrektur im Technologie-Sektor zuletzt deutlich mit nach unten gerissen. Branchen-Favorit Tesla verlor über 20% innerhalb von 3 Wochen, hier schloss sich die NIO-Aktie nahtlos an.

    Für das vierte Quartal 2020 wird erwartet, dass NIO einen geringeren Verlust von 7 Cents pro Aktie bei einem Umsatz von 1,01 Mrd. USD ausweisen wird, so die Konsensschätzungen. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres hatte das Unternehmen einen Verlust von 39 Cents pro Aktie und einen Umsatz von 407 Mio. USD ausgewiesen, und im vorangegangenen dritten Quartal lag der Umsatz bei 667 Mio. USD und der Non-GAAP-Verlust pro Aktie bei 12 Cents. NIO selbst gab im Vorfeld eine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2020 von 922 bis 948 Mio. USD ab, diese Marke sollte allerdings leicht getoppt werden können.

    NIO bestätigte Anfang Januar, dass es im 4.Quartal 17.353 Fahrzeuge ausgeliefert hat, was einem Wachstum von 111% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Dynamik beschleunigte sich im Jahr 2021 weiter, die Januar-Auslieferungen kletterten um über 350% auf 7.225 Fahrzeuge. Die Durchdringung mit Elektrofahrzeugen, die derzeit bei 3% der weltweiten Neuwagenverkäufe liegt, wird nach Ansicht von Branchenanalysten in den nächsten zehn Jahren auf über 50% ansteigen. China ist dabei ein entscheidender Teil der globalen EV-Wachstumsgeschichte.

    Ob die NIO-Aktie von den Zahlen profitieren kann ist mehr als fraglich, denn nach über 400% Anstieg seit Anfang 20202 verdient der Kurs auch mal eine Verschnaufpause. Anders formuliert: Bleiben die Zahlen unter den Erwartungen, dürfte sich der aktuelle Abwärtstrend noch einmal beschleunigen!

    Almonty Industries Inc. – Seltenes Metall fast überall gebraucht

    WKN: A1JSSD ISIN: CA0203981034 Symbol: ALI
    Wie von uns an dieser Stelle mehrfach ausgeführt, bleiben Wolfram und andere seltene Metalle ein Flaschenhals für die weltweite Technologie-Produktion. Wiederum ist China mit 80% Weltmarktanteil der größte Player im Wolfram-Geschäft. Danach folgen die Staaten Vietnam, Korea, Spanien und Portugal. Auch Österreich steht auf der Liste, das bedeutendste Vorkommen von Wolfram in Europa befindet sich im Felbertal in den Hohen Tauern (Bundesland Salzburg). Nach der bereits angekündigten Unterzeichnung der KfW-Kreditverträge und der Kooperation mit der österreichischen Plansee-Gruppe, wird bald auch Südkorea zu einem bedeutenden Wolfram-Produzenten heranwachsen.

    Wolfram (engl. Tungsten) wurde bereits im Jahr 2012 auf die „Supply Risk List“ in Europa gesetzt und auch in den USA ist es wegen seiner Seltenheit seit 2018 als kritisch eingestuft. Wolfram findet zu 30% Verwendung im Automotive Bereich, gefolgt von Mining, Industrie, Energie, Konstruktion und Luftfahrt. Vor allem im E-Mobilitätsbereich besteht ein hoher Bedarf, darüber hinaus bei Smartphones, Uhren, Schlössern und Heizkomponenten. Der Wolfram-Draht in der Glühbirne war die bekannteste Anwendung im letzten Jahrtausend.

    Almontys Standort in Südkorea beherbergt nicht nur die Wolfram-Lagerstätte, sondern in unmittelbarer Nähe auch eine bedeutendes Molybdän-Vorkommen. Dieser Tatsache ist sicherlich auch ein Anteil der Bewertung geschuldet. Die Sangdong Mine hat ihre Finanzierung nun abgeschlossen und wird in absehbarer Zeit in Produktion gehen. Die gesamte Investition beträgt 80 Mio. USD für eine geschätzte Lebenszeit von ca. 13 Jahren. Mit einem Vererzungsgrad von 0,49% besitz Almonty die beste Qualität rund um den Globus, 1.100 Arbeitsplätze werden dort in Südkorea entstehen.

    Die Almonty-Aktie hat mit den letzten Meldungen die 1,00 CAD-Grenze klar übersprungen. Die Bohrungen in Sangdong starten nun mit 12.500m zum 12. April und werden ca. 6 Monate dauern. Wir dürfen gespannt sein, wie die historischen Messungen sich dort bestätigen oder sogar überbieten lassen. Mit einer Marktkapitalisierung von 195 Mio. CAD ist Almonty jetzt bereit zum Sprung in die erste Liga!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Eine mögliche Explosion bei den Rohstoffpreisen deutete sich bereits im Jahr 2019 an. Einige Bergbaubetriebe fuhren ihre Minenleistungen sogar zurück oder stellten ihre Explorationstätigkeiten wegen niedriger Verkaufspreise ein. Dann kam auch noch die Pandemie, das brachte sowohl die Produktion als auch die Logistik weiter unter Druck, viele Betriebe mussten überdies wegen Anpassungen in der Hygiene-Infrastruktur länger als gedacht schließen. Bei dieser eh schon angespannten Versorgungslage kommt nun auch noch das Lieferkettenproblem hinzu. Vermutlich wird es unter diesen Voraussetzungen im Jahr 2022 nicht einfacher werden. Welche Unternehmen machen in diesem Umfeld von sich reden?

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