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30.05.2022 | 05:10

Große Chancen bei alternativen Energien - Byd, Altech Advanced Materials, Nordex

  • Elektromobilität
  • Batterie
Bildquelle: pixabay.com

Die Politik beschleunigt den Wandel von fossilen Energieträgern zu alternativen Energien. Durch den Ukraine-Konflikt nimmt dieser noch einmal deutlich an Fahrt auf. Im Bereich der Elektromobilität kämpfen die Hersteller um die besten Batterien mit den größten Reichweiten. Ein Start-up könnte mit einem neuen Beschichtungsverfahren zu einem Game-Changer im lukrativen Batteriemarkt werden. Erste Vormachbarkeitsstudien offenbaren allerdings hier eine große Diskrepanz zwischen dem aktuellen Börsen- und Projektwert.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

Inhaltsverzeichnis:


    Ein Vielfaches an Potenzial

    Dass es sich bei Altech Advanced Materials mit einem Börsenwert in Höhe von 7,12 Mio. EUR um ein Start-up handelt, steht außer Frage. Jedoch zeigt sich bereits jetzt, welch hohes Potenzial hinter dem Verfahren, Batterien mit einer speziellen Nanobeschichtung zu versehen, steckt. Durch die Beschichtung der Anode mit hochreinem Aluminiumoxid und einer Anreicherung von Silizium kann die Ablagerung von Lithiumteilchen an den Elektroden verhindert werden. Das Problem gängiger Verfahren, die schon nach dem ersten Laden zu einem Kapazitätsverlust führen, wird somit behoben. Die Folge der Altech-Technologie ist, dass die Leistungsfähigkeit von Batterien um mehr als 15% und die Lebensdauer sogar um bis zu 30% gesteigert werden kann. Zudem sind die Heidelberger in Ihrer Forschung bei weitem noch nicht am Ende angelangt. So könnte durch die Erhöhung des Silizium-Anteils an der Anode eine Verdopplung der Performance erzielt werden. Mit Silumina Anodes™ könnte laut Altech-CTO Uwe Ahrens ein Game-Changer für die Zukunft der Lithium-Ionen-Batterien geboren sein.

    Das Ergebnis der Vormachbarkeitsstudie für das geplante Werk für keramische Beschichtung von Anodenverbundmaterial in Schwarze Pumpe südlich von Cottbus zeigt das Vervielfachungspotenzial deutlich auf. Der Nettobarwert vor Steuern des Projekts liegt laut PFS bei rund 420 Mio. EUR. Damit beträgt der Wert des Anteils der Heidelberger von 25% rund 105 Mio. EUR. Die hohe Rentabilität spiegelt sich zudem in einem internen Zinsfuß von 40% und einer Amortisationszeit der Investitionen von lediglich 3,1 Jahren wider. Bei einer vollen Produktionsauslastung können 10.000t pro Jahr erreicht werden. Im Mittel erwartet die Gesellschaft ein EBITDA von rund 52 Mio. EUR. Sollte dies nur annähernd in die Tat umgesetzt werden, dürften die oben erwähnten 7,1 Mio. EUR an Marktkapitalisierung bei einem Kurs von 1,40 EUR bald der Vergangenheit angehören.

    Starker Marktführer

    Etabliert hat sich dagegen seit Jahren der Elektroautomobilbauer Byd, der in China zum Marktführer emporschoss. Dabei ist das von Waren Buffett finanzierte Unternehmen nicht nur der Liebling der Anleger, auch Analysten sehen trotz der relativen Stärke weiterhin Potenzial. So sieht die Schweizer Großbank Credit Suisse bereits mit einem Kursziel von umgerechnet 43,75 EUR ein neues Allzeit-Hoch. Das Urteil lautet „Outperform“.

    In der Tat ist das „build your dream“-Unternehmen mit einem Kurs von 32,29 EUR nur wenige Schritte vor neuen Höchstständen entfernt. Beim Überwinden des Widerstandes bei 36,70 EUR dürfte schlicht der „Deckel wegfliegen“. Fundamental konnte BYD weitere Meilensteine vermelden. So konnte in der Sparte der Elektrobusse eine Schallmauer durchbrochen werden. Mit dem britischen Partner Alexander Dennis Limited konnte die Auslieferung der 1.000sten Einheit vermeldet werden. Der BYD ADL Enviro400EV-Doppeldecker wurde teilweise von der schottischen Regierung finanziert und während der Scottish Bus Week in Anwesenheit des Ministers für gerechten Übergang, Beschäftigung und faire Arbeit der schottischen Regierung an Stagecoach Bluebird in Aberdeen übergeben.

    Die Verkäufe des marktführenden, in Großbritannien gebauten BYD ADL Enviro200EV-Eindeckers und des BYD ADL Enviro400EV-Doppeldeckers haben sich rasch beschleunigt, da der Übergang zur emissionsfreien Mobilität im Vereinigten Königreich an Fahrt gewinnt. Während es fünf Jahre dauerte, bis der 500. Elektrobus von BYD ADL ausgeliefert wurde, hat die Partnerschaft nur ein Jahr später bereits das 1000ste Fahrzeug ausgeliefert.

    Nordex – es wird kritisch

    Volle Auftragsbücher hatte der Windkraftanlagenbauer Nordex bereits im vergangenen Jahr aufzuweisen. Damals waren die margenschwachen Altverträge schuld an der eher lauen Rentabilität. Jetzt, rund ein Jahr später, ist die Situation der Hamburger eher noch kritischer einzustufen. Mit einer saftigen Gewinnwarnung wartete das Unternehmen auf und schickte den Kurs zu einem neuen Jahrestief. Nordex erwartet nun einen Konzernumsatz von 5,2 bis 5,7 Mrd. EUR und einer EBIT-Marge zwischen -4 und 0%.

    Ursprünglich hatte die Nordex Group einen Konzernumsatz von 5,4 bis 6,0 Mrd. EUR und eine EBITDA-Marge von plus 1,0 bis 3,5% prognostiziert - ohne Berücksichtigung etwaiger Kosten im Zusammenhang mit der geplanten Anpassung des Fertigungsnetzwerks und infolge geopolitischer Ereignisse. Die Erwartungen für Investitionen in Höhe von rund 180 Mio. EUR und die Working-Capital-Quote von unter -7% bleiben unverändert. In Folge der Anpassungen fiel die Aktie auf ein neues Zweijahrestief bei 9,82 EUR. Zwar hielt die psychologisch wichtige von 10 EUR beim ersten Test. Langfristig könnte diese jedoch fallen. Anleger sollten trotz der positiven Aussichten der Windbranche mit einem Engagement vorsichtig sein.


    Die Erneuerbaren Energien sollen noch schneller als ursprünglich fossile Energieträger ablösen. Während BYD und Altech Advanced Materials, die in der Batterieentwicklung eine Revolution schaffen könnten, performen, leidet Nordex weiter unter dem Problem der niedrigen Marge.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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