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02.11.2022 | 04:44

Greentech-Aktien springen an! Siemens Energy, Defense Metals, JinkoSolar, Nordex im Fokus

  • Seltene Erden
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Bildquelle: pixabay.com

Die fossile Energieversorgung wird immer kostspieliger. Denn der politische Wegfall des Lieferanten und Rohstoffriesen Russland schafft gerade für Mitteleuropa eine gefährliche Unterversorgung. Nicht nur der herannahende Winter könnte Probleme aufwerfen, auch die Industrie dürfte mittelfristig mit Rationierungen rechnen müssen. Produkte werden in der Erstellung erheblich kostspieliger, damit steigen auch die Verkaufspreise in den Regalen immer mehr. Die Inflationsspirale schraubt sich damit weiter nach oben, die Absätze sinken. Für den Bezug von Energie sind GreenTech-Lösungen indes stärker gefragt denn je. Welche Aktien spielen sich hier in den Vordergrund?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

Inhaltsverzeichnis:


    JinkoSolar – Der chinesische Hersteller wächst und wächst

    Solaranlagen bleiben im Fokus der Investitionen im Klimaschutzbereich. Zwar ist deren Herstellung nicht von CO2-Ausstössen befreit, dennoch sparen sie während ihrer Laufzeit von 20 bis 25 Jahren riesige Mengen des Treibhausgases ein. Zonen mit viel Sonnenstunden sind deshalb bestens geeignet, um ganze Kraftwerke zu errichten. So deckt mittlerweile allein Spanien 56% der europäischen Solarstromproduktion ab, Deutschland ist mit 33% immerhin auf dem zweiten Platz.

    Die Jinko Solar Holdings Co. Ltd. ist einer der Hauptlieferanten von Panels und Wafer nach Europa. Im dritten Quartal konnte das Unternehmen einen Absatz von rund 10.850 MW Solarmodulen und -zellen vermelden, eine Steigerung um 3% zum Vorquartal und satte plus 117% gegenüber Vorjahr. Wegen Preisanpassungen nach oben stieg der Umsatz im Jahresvergleich sogar um knapp 128% und erreichte umgerechnet 2,74 Mrd. USD. Das bereinigte Nettoergebnis lag dabei bei 60,1 Mio. USD, nachdem im zweiten Quartal wegen COVID-Einschränkungen und Stromknappheiten noch ein Verlust angefallen war. In der Marge spürbar sind die ständig steigenden Rohstoffpreise, die sich nicht adhoc auf den Verkaufspreis abwälzen lassen.

    Im Ausbau seiner n-type-Produktionskapazitäten hat der Hersteller seine Kostenstruktur aber weiter optimieren können. Sie liefern mit über 26% den aktuell höchsten Wirkungsgrad im Solarbereich. Das Management erwartet, dass es allein in China im vierten Quartal einen Photovoltaik-Zubau von mehr als 40 Gigawatt geben wird. Die Jinko-Aktie hat bis 42 EUR konsolidiert und steigt nun seit zwei Wochen wieder leicht an. Analysten taxieren das 2023er KGV auf etwa 8, damit ist die Aktie nicht mehr teuer.

    Defense Metals – Der Erfolgspfad ist vorgezeichnet

    In allen Green- oder Hightech-Produkten befindet sich eine gewisse Menge an Seltenen Erden. Diese sind, wie der Name schon sagt, eher selten und kommen vorwiegend in China vor, wo sie auch rentabel abgebaut werden können. Wegen der Versorgungs-Abhängigkeit zu Peking entwickeln westliche Industriestaaten aber Strategien, wie man weitere Lieferanten an den Markt heranführen könnte. Ein mittlerweile bekanntes Projekt ist das von der Defense Metals Corp. bewirtschaftete Seltene-Erden-Vorkommen namens Wicheeda in der Nähe von Prince George, British Columbia. Das kanadische Unternehmen hat hier Stoffe im Fokus, welche üblicherweise im Strommarkt, im Militär und in der nationalen Sicherheit Anwendung finden. Wichtig sind diese seltenen Metalle aber vor allem in der Produktion von grünen Energietechnologien, weil sie hochfeste Legierungen ermöglichen. Anwendungsbeispiele sind Magnete für Generatoren, Windturbinen und Permanentmagnetmotoren bei Elektrofahrzeugen.

    Das unternehmenseigene Grundstück Wicheeda von Defense Metals besteht aus neun Mineralien-Claims, die sich über eine Fläche von 4.244 Hektar erstrecken. Aus dem nördlichen Bereich gibt es nun weitere REE-Untersuchungsergebnisse aus einem Kernbohrloch mit einer Gesamtlänge von 383m. Das Infill-Bohrloch WI22-70 durchteufte dabei eine breite Zone mit mineralisiertem Dolomitkarbonatit mit durchschnittlich 2,5% Seltenerdoxid (TREO) auf 113m. Das Unternehmen hat nun die Ressourcenabgrenzung der REE-Lagerstätte Wicheeda und die geotechnische Diamantbohrkampagne in der Grube für die Explorationssaison 2022 abgeschlossen. In diesem Jahr wurden insgesamt 5.500m an Diamantbohrungen in 18 Löchern durchgeführt.

    Die Bohrungen im Jahr 2022 beinhalteten den Abschluss von fünf geotechnischen und hydrogeologischen Bohrungen am Grubenhang mit einer Gesamtlänge von 1.150m, die zum Teil zur Unterstützung einer vorläufigen Machbarkeitsstudie (PFS) konzipiert wurden, welche nun im vierten Quartal 2022 beginnen soll. Die Aktie von Defense Metals (DEFN) kann sich mit diesen Fortschritten wieder aus der Zone 0,17 bis 0,22 CAD verabschieden und steigt zum Monatsanfang auf 0,24 CAD. Mit einer positiven Machbarkeitsstudie in 2023 sollte der Wert schnell wieder alte Hochs erklimmen können.

    Siemens Energy und Nordex – Noch sind die Probleme nicht beseitigt

    Erste Lebenszeichen gibt es auch wieder von den arg gescholtenen GreenTech-Werten Siemens Energy und Nordex. Beide Aktien hatten in den letzten 12 Monaten Verluste von 40 bis 60% erleiden müssen. Durch ihre unterschiedlichen Schwerpunkte und Ansiedlung haben beide aber mit sehr differenten Anforderungen und Problemen zu kämpfen.

    Siemens Energy wird sich nach der Trennung vom russischen Turbinengeschäft zuletzt auch weiter mit der vollständigen Integration der spanischen Tochter Siemens Gamesa beschäftigen müssen. Man hatte im Mai bekannt gegeben, seine Windkrafttochter für rund 4 Mrd. EUR komplett übernehmen und von der Börse nehmen zu wollen. Der Zeitplan bis zum Jahresende wird eng, die Kosten für die Integration sollten aber in den erwarteten Jahreszahlen am 16.11. bereits zurückgestellt sein. In den vergangenen Quartalen haben die Gamesa-Zahlen auch bei Siemens Energy das Ergebnis verhagelt. Mit der Übernahme wollen die Münchner die Probleme dort nun schneller in den Griff bekommen. Die Aktie gehört mit über 50% Minus in 12 Monaten zwar immer noch zu den Schlusslichtern im DAX, zuletzt konnte der Wert vom Tief bei 10,35 EUR aber wieder um 20% zulegen.

    Nordex hatte sich nun mehrmals frisches Kapital bei den gescholtenen Aktionären besorgt. Mit drei Gewinnwarnungen in Folge glaubt das Unternehmen nun erst wieder in 2024 richtig profitabel zu werden. Dreh- und Angelpunkt für die Profitabilität der Hamburger bleiben die hohen Kosten für die Vorprodukte, fehlendes Personal und ständige Störungen in den Lieferketten. Diese Themen werden sich aber erst auf Sicht entspannen und belasten noch entsprechend stark. Am 15.11. steht nun das dritte Quartal zum Bericht an, Experten schätzen einen Verlust von 0,60 EUR je Aktie. Die Tiefststände aus 2022 lauten auf 6,97 EUR – mit aktuellen Kursen über 9 EUR sind die Anleger wohl wieder optimistischer, denn das verflixte Jahr 2022 scheint mittlerweile abgehakt. Die Auftragslage ist zumindest so gut wie noch nie in der 27-jährigen Unternehmensgeschichte.


    Die Verfügbarkeit von strategischen Metallen könnte in Zukunft zum Dreh- und Angelpunkt wichtiger Produkte werden. Wer Greentech vorantreiben will, braucht eine Fülle verschiedener Metalle, die es nicht überall auf dem Globus so einfach zu finden gibt. China ist hier am Drücker, die westlichen Industrie-Nationen suchen nach Alternativen. Defense Metals könnte in 2023 stark in den Fokus von strategischen Investoren geraten, die eine größere Liberalisierung der Versorgung anstreben.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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