20.03.2023 | 04:44
Die große Batteriefrage 2023: BASF, Altech Advanced Materials, Volkswagen – Wer ist der Schnellste?
In den letzten Monaten wurde den Anlegern klar: Die Weltwirtschaft wird nach der Pandemie mit starken Preissteigerungen zu kämpfen haben. Der größte Inflationsdruck kommt von den knappen Rohstoffen v.a. für industrielle Hightech-Güter. Denn der Trend zur Klimavorsorge zwingt die Industrie, ihre Fertigungsprozesse ressourcenschonender aufzustellen. Dies erfordert große Investition in neue Energieanlagen und Speichersysteme. Die Elektromobilität ist hier noch das kleinere Problem, denn wie wird die Menschheit die grüne Energieversorgung rund um den Globus sicherstellen? Der Energiehunger der aufstrebenden Staaten übersteigt den Neu-Bedarf in den Industrienationen bereits heute um das Sechsfache. Es braucht ausgefeilte Ideen!
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , VOLKSWAGEN AG ST O.N. | DE0007664005 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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BASF – Der Chemieriese kann noch nicht überzeugen
Der Ludwigshafener Chemieriese weiß, wovon er spricht, wenn es um fossile Brennstoffe geht. Kein anderer Industriezweig ist so stark abhängig von Öl- und Gas wie die chemische Energie. Dabei dienen die Energieträger nicht nur als Grundstoff für Tausende von Produkten, sondern liefern auch wichtige Energie in die Verabeitungsprozesse. Gas wird z.B. für große Hitze und lokale Schäumungs- und Gasierungszwecke verwendet. Zwar konnte BASF seinen Gashunger um etwa 20% reduzieren, um einen gewissen Grundbedarf wird man in 2023 aber nicht herumkommen.
Im vergangenen Jahr drehte sich bei BASF noch so ziemlich alles ums Gas. Mittlerweile ist klar, dass die größten Horrorszenarien nicht eintreffen werden. Der Gaspreis ist am Spotmarkt jüngst auf ein 24-Monatstief gefallen, wegen des milden Winters und neuer Importwege sind auch die Gasspeicher in Europa wieder gut gefüllt. Bei BASF werden die Aussichten daher wieder etwas optimistischer, überzeugen können die Ludwigshafener dennoch nicht. Für 2023 wird die Produktion den Prognosen zufolge um 5% sinken, von einer Rückkehr zur Normalität kann man daher mittelfristig nur träumen, denn das Unternehmen ist weiterhin sehr konjunktursensibel. Kommt es zu einem größeren Abschwung, könnte sich das in den Bilanzen von BASF deutlich bemerkbar machen.
Mit 44,8 EUR zum Hexensabbat werden die Aktionäre nicht jubeln, dennoch ist die Aktie trotz trüben Ausblicks nicht mehr auf seine Tiefststände unter 40 EUR gerutscht. Allerdings hat der Konzern große Herausforderungen zu meistern. In China ist der Spatenstich für die 10 Mrd. EUR-Investition gemacht. In der nahenden Hauptversammlung soll eine Dividende von 3,40 EUR beschlossen werden, das sind nach Adam Riese derzeit 7,6% Rendite. Analysten auf Refinitiv Eikon sehen im Schnitt ein 12-Monats-Kursziel von 54,7 EUR, rund 22% über dem letzten Kurs.
Altech Advanced Materials – Das könnte der Durchbruch werden
Wer in Deutschland nach geeigneten Technologie-Unternehmen im Batterie-Sektor sucht, stößt schnell auf die Altech Advanced Materials AG aus Heidelberg. Mit der geplanten Produktion einer neuartigen Festkörper-Batterie ist man dem dynamischen Markt für Netzspeicher schon einen Schritt nähergekommen. Denn wegen der Klimawende wird dieses Segment in den nächsten Jahren extreme Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wenn nun die Regierungen ihre Förderprogramme noch ein Stück ausweiten, sollte der Markt mit Wachstumsraten von über 30% aufwarten können.
Ein großes Problem mit den grünen Energien ist die geringe Grundlastfähigkeit und die unregelmäßige Einspeisesituation. Die Lösung geht daher in Richtung Energiespeicher, die in Niedriglastzeiten Strom speichern und ihn später bei Bedarf wieder abgeben können. Altech forscht an speziellen Beschichtungstechnologien, die einen frühzeitigen Kapazitätsverlust der Batterien verhindern. Diese neuen Bauarten könnten auch für die Automobil-Industrie Anwendung finden. Die Krux an der Sache ist: Die Investitions-Zyklen der Auto-Industrie bewegen sich in 5 bis 10-jährigen Fenstern und aktuell dominiert noch die herkömmliche Li-Ionen-Technologie. Sehr interessant ist die parallele Forschung an den CERENERGY-Batterien zusammen mit dem Fraunhofer Institut. Diese neuartigen Natrium-Aluminiumoxid-Festkörperbatterien könnten den ESG-schwachen Auftritt der gesamten Branche revolutionieren, weil auf den Einsatz von Lithium, Graphit, Kupfer und Kobalt verzichtet wird.
Nach der gelungenen Platzierung einer Nullkupon-Anleihe über 3,5 Mio. EUR ist die Kasse wieder gut gefüllt und die Zeichner erhalten zusätzlich interessante Optionsrechte. Die Marktkapitalisierung hat sich in nur 12 Monaten von 8 auf knapp 29 Mio. EUR erhöht. Wer unsere Berichte aufmerksam gelesen hat, dürfte freudig auf diesen Depotwert blicken können. Die wirkliche Börsenstory ist aber noch immer am Anfang. Einsammeln!

Volkswagen – Das sieht nicht gut aus!
Die EU möchte den Verbrenner ab 2035 nicht mehr neu zulassen. Aktuell scheitert dieser Entwurf an der Genehmigung der E-Fuels, die die deutsche FDP mitberücksichtigt wissen möchte. Egal wie diese Diskussion ausgeht, die große Umstellung auf die E-Mobilität ist wohl politisch entschieden, auch wenn weite Teile der Bevölkerung dies nicht mittragen. Wiedermal ein Beispiel, wie die europäische Politik an ihren Mitgliedsländern und Wählern vorbeiregiert. Stehen und fallen werden die Absichten der grünen Politiker mit den zur Verfügung gestellten steuerlichen Subventionen, denn von allein werden sich die E-Mobile nicht an den Mann bringen lassen.
Für VW war die strategische Richtung nicht ganz einfach, dennoch hat man sich im Konzern bereits in 2021 für die E-Mobilität entschieden. So fiel nun auch in Valencia offiziell der Startschuss für die 10 Mrd. EUR-Investition in die zweite Batteriezellenfabrik des Tochterunternehmens PowerCo gegeben. Strategisch beschlossen ist damit wohl auch die direkte Beteiligung an Rohstoff-Minen und der Verkauf von Batteriezellen an Drittanbieter. Der Bau des Batteriewerks startet wie geplant im ersten Quartal 2023, die jährliche Produktionskapazität zur Herstellung der „Einheitszelle“ soll sich auf 40 GWh belaufen, der Standort wird aber erst in 2026 in Produktion gehen. Optional wird auch davon gesprochen, dass die Fertigungsstätte perspektivisch auf 60 GWh ausgebaut werden könnte und bis zu 30.000 indirekte Arbeitsplätze bei Zulieferern und Partnern in Spanien schafft. ESG-konform sollen vor Ort auch Kapazitäten zum Recycling und Wiederaufbereiten geschaffen werden. **In der Lieferkette für die E-Auto-Produktion soll das Valencia-Werk eine letzte wichtige Lücke schließen. Soweit so gut!
Die VW-Aktie ist wegen widersprüchlicher Aussagen zur Margensituation im Konzern jüngst stark unter Druck gekommen und verliert seit Anfang März ganze 17% auf nur noch 120 EUR. Analytisch wäre die Aktie jetzt mit KGV 2023e von 4,2 und einer Dividenden-Rendite von 6,3% spotbillig. Wenn die große Wette auf die E-Mobilität aber am Konsumenten vorbeigeht, schaufelt sich der Wolfsburger Konzern ein mittelfristiges Milliardengrab. Vorsicht an der Bahnsteigkante!
Gas und Öl verbilligen sich täglich, der Druck der Alternativensuche zu fossiler Energie nimmt somit spürbar ab. Der investive Weitblick in Sachen Klimawende führt aber nicht an leistungsfähigen Energiespeichern vorbei. Hier sind BASF und VW als Standardwerte gefragt, Altech Advanced Materials hat sehr innovative Lösungen im Köcher und könnte damit seinen Raketenanstieg fortsetzen.
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