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17.11.2021 | 05:08

Deutsche Telekom, Silver Viper, First Majestic Silver - Aufschwung durch Green Deal

  • Silber
  • Edelmetalle
Bildquelle: pixabay.com

Die Zügel in Hinblick auf das Erreichen der Klimaziele wurden in den vergangenen zwei Wochen auf der Weltklimakonferenz COP 26 in Glasgow angezogen. Zum ersten Mal wurden Kohle und andere fossile Energieträger in einer COP-Entscheidung zum Auslaufmodell erklärt. Durch den Green Deal, den Umbau der Wirtschaft auf erneuerbare Energieträger, dürfte in den nächsten Jahren die Nachfrage nach dem Industriemetall Silber enorm steigen. Experten gehen von einem wachsenden Bedarf von über 80% bis zum Jahr 2030 aus.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Carsten Mainitz
ISIN: SILVER VIPER MINER. CORP. | CA8283341029 , FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031 , DT.TELEKOM AG NA | DE0005557508


Silver Viper – Beste Voraussetzungen

Neben Kupfer, Lithium, Kobalt oder Nickel spielen Edelmetalle eine wichtige Rolle bei der Klimawende. Während Platinmetalle eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Katalysatoren für Wasserstoffautos innehaben, ist Silber vor allem in der Photovoltaik-Industrie existenziell. Silberpaste wird in 90% aller Photovoltaikzellen aus Silizium eingesetzt, den am meisten eingesetzten Solarzellen. Sonnenlicht, das auf diese Siliziumzellen trifft, erzeugt Elektronen, die vom Silberleiter gesammelt und zu elektrischem Strom gebündelt werden. Laut einer Studie vom „The Silver Institute“ werden rund 45.000t beziehungsweise 1,5 Mrd. Unzen Silber in den kommenden zwölf Jahren benötigt, um die Erneuerbare Energien voranzutreiben, darunter 23.247t allein für Solarzellen.

Rund 55% der Silbernachfrage stammen aus der Industrie, zum Schutz vor Inflation und zur Anlage werden die restlichen 45% benötigt. Demgegenüber steht jedoch ein knappes Angebot. Im Gegensatz zu Kupfer oder anderen Industriemetallen, die in den vergangenen Monaten neue Höchststände erreichten, befindet sich Silber immer noch im Korrekturmodus. In Hinblick auf eine weiter hohe Inflation und niedrigen Zinsen dürfte sich ein antizyklischer Einstieg ähnlich wie bei Gold lohnen. Vor allem Silberproduzenten oder Explorationsunternehmen bieten auf aktuellem Niveau interessante Einstiegsmöglichkeiten.

Neue Impulse dürften bald vom aussichtsreichen Unternehmen Silver Viper vermeldet werden. Das von der Belcarra-Group geführte 6.880 Hektar große La Virginia Gold-Silber-Projekt, das sich vormals im Eigentum von Pan American Silver befand, soll noch im Laufe des Novembers mit einer TITAN-160 Tiefbohrung in Zusammenarbeit mit dem Spezialisten Quantec Geoscience direkt über dem El Rubi Gebiet bearbeitet werden. Mithilfe spezieller Untersuchungsmethoden, wie der DC-Widerstandsmessung mit induzierter Polarisation und der Sammlung magnetotellurischer Daten ist eine Untersuchung der Strukturen bis in 1.500m Tiefe zu erreichen. Die Unternehmensführung um den CEO von Silver Viper, Steve Cope, geht davon aus, dass sich die tieferen Mineralisierungen hauptsächlich in rhyolithischem Gestein befinden.

Deutliche Explorationsfortschritte wurden zudem entlang der Struktur „El Rubi“ sowie in den daran angrenzenden Explorationszonen „La Colmena“ und „Paredones“ vermeldet. Sollten die Tiefenbohrungen weiter von Erfolg gekrönt sein, dürften größere Mining-Unternehmen langsam hellhörig werden. Auf aktueller Basis wird Silver Viper mit einem Wert von rund 45 Mio. CAD an der Börse bewertet.

First Majestic Silver – Blue-Chip im Silbermarkt

First Majestic Silver Corp. ist ein kanadisches Silber- und Goldbergbauunternehmen, das in Mexiko und den Vereinigten Staaten tätig ist. Es hat vier produzierende Minen unter seiner Kontrolle: San Dimas Silber/Gold Mine, Santa Elena Silber/Gold Mine, La Encantada Silber Mine und Jerritt Canyon Gold Mine. Interessant bei First Majestic ist die Tatsache, dass der CEO und Silberbulle Keith Neumeyer vor Wochen beschloss, einen Teil der Silberproduktion von rund 1,4 Mio. Unzen zurückzuhalten, um seine Ware nicht zu „verschleudern“.

Das Resultat dieser Entscheidung konnten Anleger im Rahmen der Zahlen zum dritten Quartal nachlesen. Hätte das Unternehmen den zurückbehaltenen Bestand verkauft, hätte es unter Anwendung des durchschnittlich erzielten Silberpreises von 23,10 USD pro Unze im Quartal einen zusätzlichen Umsatz von rund 33,2 Mio. CAD erzielt. Demgegenüber steht jetzt ein Umsatzrückgang von 1% auf 124,6 Mio. CAD. Zudem stiegen die Investitionskosten auf 14,09 CAD pro Unze Silberäquivalent durch die Einbeziehung des Goldprojekts Jerrit Canyon. In Summe stand für das Quartal damit ein Nettoverlust von 18,4 Mio. CAD. Bereinigt entspricht dies 0,07 CAD je Aktie. Trotzdem ergab sich je Anteilsschein ein Cash Flow von 0,09 CAD. Das Unternehmen gab zudem die Zahlung einer Quartalsdividende von 0,0049 CAD je Aktie bekannt. Diese soll jedoch in den nächsten Quartalen wieder deutlich anziehen.

Deutsche Telekom – Analysten raten zum Kauf

Auch im Bereich der Telekommunikation spielt Silber aufgrund seiner hervorragenden Leitfähigkeit eine wichtige Rolle. Hier wird das weiße Edelmetall zur Einführung von Basisstationen, zusätzlichen Datenspeichern und neuen 5G-fähigen Geräten benötigt. Bereits jetzt versorgt die Telekom zahlreiche Städte in Deutschland mit dem schnellen 5G Mobilfunk. Bis Ende 2021 soll schon knapp 90% der deutschen Bevölkerung 5G empfangen können. Bei den Zahlen zum dritten Quartal konnten die Bonner ein Umsatzplus von 1,8% auf 26,87 Mrd. EUR vermelden.

Auch beim EBIT mit 9,66 Mrd. EUR übertraf die Deutsche Telekom das Gros der Experten. Im Anschluss an die Quartalszahlen wiederholte die Deutsche Bank ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 26 EUR. Auch die US-Investmentbank Goldman Sachs ließ das DAX-Schwergewicht auf seiner „Conviction List“ mit einem Kursziel von 26 EUR.


Durch das Erreichen der Klimawende wird Silber immer wichtiger. Die Nachfrage nach dem Edelmetall dürfte in den nächsten Jahren aufgrund des Einsatzes in der Photovoltaik-Industrie deutlich steigen. First Majestic Silver ist hierbei einer der bedeutendsten Player, Silver Viper ist ein interessantes Unternehmen aus der zweiten Reihe.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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