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07.04.2022 | 04:44

Deutsche Bank, Commerzbank, Wallstreet:Online, TeamViewer – Explodierende Zinsen, schauen sie jetzt auf Broker und Finanz-Aktien!

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  • Neobroker
  • Digitalisierung
Bildquelle: pixabay.com

Der zehnjährige Hypotheken-Zins bildet die aktuelle Inflation perfekt nach. Leider muss man sagen, denn Häuslebauer haben es wohl verpasst, wenn sie sich den historischen Niedrig-Zins aus 2021 nicht mehr sichern konnten. Im gesamten letzten Jahr schwankten die Konditionen zwischen 0,60 und 0,95%, momentan befindet sich sogar eine 2 vor dem Komma. Bei einer Kreditsumme von 500.000 EUR kommen pro Jahr locker 5.000 EUR Zinsen obendrauf, gerechnet auf die gesamte Laufzeit verteuert sich die Immobilien-Investition um mehr als 50.000 EUR. Und dass bei Preisen, die sich allein in den letzten 7 Jahren in den Metropolen schlichtweg verdoppelt hatten. Wer nun Geld auf der hohen Kante hat, verkonsumiert es oder versucht sein Glück an der Börse. Banken und Broker sind jetzt wieder en vogue!

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , COMMERZBANK AG | DE000CBK1001 , WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900

Inhaltsverzeichnis:


    Deutsche Bank und Commerzbank – Die Rückkehr des Kapitalmarkt-Zinses

    Die US-Notenbank FED hat nach mehrmaliger Ankündigung Mitte März die Zinswende eingeleitet, wegen der Entwicklungen in der Ukraine wartet die EZB vorerst aber noch ab. Die Inflation erfuhr in 2022 durch die Explosion der Energie- und Rohstoffpreise einen gewaltigen Schub, somit wären die Notenbanken gemäß ihren Statuten zum Eingreifen verpflichtet. Nun droht aber auch die Konjunktur abzustürzen, eine verfrühte Zinswende würde die Investitionen nochmals einbrechen lassen. Damit befinden sich die Währungshüter im Dilemma, denn der 10-jährige Kapitalmarktzins hat in nur 4 Wochen 0,67% erreicht, nachdem er zu Kriegsbeginn noch im negativen Bereich gelegen hatte.

    Deutlich steigende Erträge für die Finanzinstitute durch höhere Zinsen sind somit in der Eurozone demnächst noch nicht zu erwarten. Der Druck auf die EZB nimmt aber stetig zu. Zuletzt äußerte sich auch Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Er ist gleichzeitig deutscher Bankenpräsident und erwartet eine baldige Reaktion der EZB auf die nochmals gestiegene Inflation. Dabei spricht er mit doppelter Seele, wünscht er sich doch für sein eigenes Haus endlich wieder auskömmlichere Zinsmargen.

    Oberstes Ziel der EZB sind mittelfristig stabile Preise im Euroraum bei einer Teuerungsrate von ca. 2 Prozent. In den letzten 10 Jahren wurde genau diese Größe erreicht, dennoch sprang sie nun im Währungsraum der 19 EURO-Länder im März auf das Rekordniveau von 7,5 Prozent. Mit höheren Zinsen könnte die steigende Inflation vielleicht bekämpft werden, die Preistreiber stecken aber nicht in einem Nachfrage-Boom begründet, sondern in einer schon lang vorhandenen Störung der Angebotsseite, die sich mit der Corona-Pandemie eingeschlichen hatte.

    Der EZB-Rat kommt am 14. April zu seiner nächsten turnusmäßigen Sitzung zusammen. Höhere Zinsen wären natürlich auch für die Platzhirsche Deutsche Bank und Commerzbank ein Segen. Die Einnahmen einer Leitzinsanhebung 2022 würden sich über mehrere Jahre strecken. Beide Banken verdienen über ihr Kreditgeschäft bei Steigerung des Zinsniveaus um 1 Prozent bereits im ersten Jahr etwa 400 Mio. EUR hinzu. Kein Wunder, dass die Charts der großen Banken derzeit stramm nach oben klettern, die saure Gurkenzeit schein nun endlich vorbei. Alle Banken legten seit der FED-Anhebung eine Rallye von etwa 30% aufs Parkett. Warten sie vor dem Einstieg unbedingt eine Konsolidierung ab.

    Wallstreet:Online – Nächster Schub auf der Kundenseite zu erwarten

    Für die Broker in Deutschland und Europa kommen die in den letzten Jahren stark gestiegenen Kapitalmarktumsätze wie gerufen. Denn sie können mit ihren neuen digitalisierten Handelsplattformen viel mehr Service bieten, als das eine traditionelle Bank über Schalter und Telefon bewerkstelligt. Wer heute Wertpapiere kaufen möchte, liest in Foren und bei Newsprovidern nach Meinungen und Unternehmensveröffentlichungen. Historisch hat sich gezeigt, dass der klassische Vermögensberater der Bank keinen großen Mehrwert in der Kapitalanlage bieten kann.

    Für die wallstreet:online AG (W:O) läuft es derzeit wie am Schnürchen. Man hat den Servicebedarf frühzeitig erkannt und betreut im neuen Geschäftssegment „Smartbroker“ mit mehr als 246.000 Portfolios mittlerweile ein Kundenvermögen von über 8,8 Mrd. EUR. Hieraus ergibt sich ein durchschnittliches Depotvolumen von ca. 36.000 EUR, welches deutlich über den Werten bekannter Wettbewerber liegt. Eine leistungsfähige App lässt laut Unternehmensangaben auch nicht mehr lang auf sich warten.

    Anfang März hat W:O ihre vorläufigen Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2021 bekannt gegeben. Wiederum handelte es sich um eine Rekordjahr mit einem Umsatzsprung von 82% auf nun 51,4 nach 28,2 Mio. EUR. Das um Neukundengewinnungskosten bereinigte EBITDA erhöhte sich um 45% auf 17,5 nach 12,0 Mio. EUR. Wegen der hohen Investitionskosten in Personal und Marketing fiel das unbereinigte EBITDA mit 3,9 Mio. EUR etwas schlechter aus, das daraus generierbare Wachstum sollte aber deutlich höher liegen. Denn W:O lebt natürlich in Zukunft von der Kundenzahl, der medialen Reichweite und dem fakturierten Transaktionsvolumina. Im traditionellen Portalgeschäft wuchs man mit 32%, die Seitenaufrufe erhöhten sich von 3,4 auf 3,9 Mrd. an der Zahl.

    Der Ausblick liest sich entsprechend rund: In Anbetracht des dynamischen Geschäftsverlaufs und des erzielten Rekordgeschäftsjahres, rechnet das Management des Unternehmens für das laufende Geschäftsjahr 2022 mit ca. 25% höheren Umsatzerlösen in einer Bandbreite von 62 Mio. bis 67 Mio. EUR und einem bereinigten EBITDA nach Kundengewinnungskosten von 10 bis 12 Mio. EUR. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 253 Mio. EUR liegt die Bewertung immer noch weit unter der letzten Milliardenrunde bei Trade Republic. Die Research-Experten von GBC setzten das Kursziel in ihrer jüngsten Analyse folgerichtig auf 38,60 EUR nach oben. Kehren die verschreckten Anleger nach dem Ukraine-Schock erst mal wieder zurück, gehört die W:O-Aktie mit ihren umfangreichen Wertpapierdienstleistungen vermutlich schnell zu den Börsenstars 2022.

    TeamViewer – Technischer Ausbruch erst mal gescheitert

    Nicht aus dem Finanzgewerbe, aber vergleichbar stark auf der Digitalisierungsseite zeigt sich der Fernwartungs- und Kommunikationsspezialist TeamViewer. Wir hatten die Aktie schon oft besprochen. Zuletzt überzeugten die Zahlen für 2021, denn die Göppinger erreichten Billings in Höhe von rund 548 Mio. EUR, was einem Wachstum von 20% gegenüber dem Vorjahr gleichkommt und die zuletzt zweimal revidierte Prognose exakt treffen konnte.

    Dank größerer Kosteneinsparungen im Schlussquartal verdiente der angeschlagene Softwareanbieter operativ sogar etwas mehr als zuletzt in Aussicht gestellt. Das begeisterte die TeamViewer-Anlegergemeinde vorübergehend, die Aktie hob bis auf 16 EUR regelrecht ab, doch dort war auch wieder Schluss. Im Jahr 2023 sollen die Billings bei TeamViewer dann auf mehr als 1 Mrd. Euro steigen. Ob das realistisch ist, werden die Investoren am 4. Mai erfahren, denn dann gibt es Zahlen zum ersten Quartal. Wegen des anhaltenden Home-Office-Trends zu Jahresbeginn sollten die entsprechenden Wachstumssprünge schon jetzt deutlich sichtbar sein.

    Technisch hatten wir den Einstieg bei unter 13 EUR mehrmals empfohlen. Zwar ist der nachhaltige Ausbruch erstmal ausgeblieben, im weiteren Jahresverlauf wird die Aktie aber weitere Anläufe nach oben wagen und die Übernahmegerüchte kommen auch immer wieder zum Vorschein. Nutzen Sie den aktuellen Ausverkauf bei etwa 12,70 EUR zum Re-Entry in den Wachstumswert. Ein STOP bei 11,50 EUR ist aber dringend angeraten. Dennoch Vorsicht: TeamViewer ist sehr volatil, 5% Tagesschwankung ist keine Seltenheit.


    Die große Home-Office-Welle scheint mit Frühlingsbeginn nun abzuebben. Damit geraten die typischen Digitalisierungsgewinner etwas ins Abseits. Die neuen Gewohnheiten werden aber bleiben und gerade flexible Menschen halten an den Vorteilen der Digitalwelt fest. Zuhause am Bildschirm kann man auch Wertpapiere unentdeckt während der Arbeitszeit ordern, genau dieser Trend treibt die Wertpapierkundschaft von den traditionellen Banken zu den Neo-Brokern. Wallstreet:Online vereint die notwendigen Services geschickt unter einem Dach und ist derzeit günstig.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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