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08.09.2021 | 05:35

Central African Gold, Nordex, NIO – Das Potential der Nachhaltigkeit

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Bildquelle: pixabay.com

Das Thema Nachhaltigkeit kommt immer mehr in den Köpfen der Menschen an. Vor fünf Jahren war das Thema nicht mal für jeden Zweiten interessant. Mittlerweile denken über 80% darüber nach. Die Kunden der Unternehmen geben mehr Geld aus, wenn ein Produkt nachhaltig ist. Es ist auch ein Zeichen für Qualität und verschafft dem Unternehmen ein positives Image. Nutzt man etwa nachhaltigen Strom und geht sparsam mit Ressourcen um, kann man zudem Kosten sparen. All dies sind Gründe, weshalb aktuell Erneuerbare Energien und E-Mobility immer weiter in den Fokus rücken.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Armin Schulz
ISIN: CENTRAL AFRICAN GOLD INC. | CA1523761098 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061


Central African Gold – Geld aus Emissionszertifikaten

Das kanadische Unternehmen Central African Gold (CAG) fokussiert sich auf die weltweite Exploration und Erschließung von hochwertigen Kobalt-, Nickel- und Kupferprojekten. Aktuell besitzt man sechs Konzessionen auf dem King Luba Projekt, das im zentralafrikanischen Copperbelt liegt, in der Demokratischen Republik Kongo (DRK). Das Land ist für seine reichen Vorkommen an wichtigen Rohstoffen für entsprechende Nachhaltigkeitsthemen bekannt. Die DRK wurde lange Zeit mit Kinderarbeit und Umweltverschmutzung in Verbindung gebracht, doch seit den Präsidentschaftswahlen 2018 hat sich das Blatt gewendet. Seitdem wird auf Mensch und Umwelt bei Rohstoffprojekten geachtet.

Ein Beispiel dafür ist die Meldung des Unternehmens am 18. August, dass man kurzfristig Umsätze aus Emissionszertifikaten generieren will. Damit könnten 160qkm Wälder und Ackerland monetisiert werden. Dazu arbeitet das Unternehmen mit Experten aus dem Bereich der Akkreditierung von Emissonszertifikaten zusammen. Zusätzlich wurde eine Privatplatzierung von 8 Mio. Aktien zu 0,15 Kanadische Dollar (CAD) vermeldet, die dem Unternehmen 1,2 Mio. CAD in die Kasse spülen sollen. Um sich diversifiziert aufzustellen, hat das Unternehmen am 29. Juni bekannt gegeben, dass eine Vereinbarung zum Erwerb einer Beteiligung am Goldprojekt Musefu unterzeichnet wurde. Das Projekt hat bereits Gold gefördert. Aktuell läuft zum Thema eine Due-Diligence Prüfung. Verläuft diese positiv, kann die Beteiligung für 8,5 Mio. Aktien von CAG und einer kleineren Barzahlung übernommen werden.

Das erfahrene Management um den im Kongo geborenen CEO Yves Kabongo verfolgt einen klaren Plan, um in DRK Fuß zu fassen. Die Orientierung an ESG-Regeln wird dem Unternehmen dabei helfen, auch weitere Projekte zu akquirieren. Aktuell gibt es 38 Mio. Aktien, was einer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 5,9 Mio. CAD entspricht. Interessierte Anleger sollten ihre Aufträge aufgrund des großen Spreads streng limitieren.

Nordex – gute Zahlen, Aktie erholt sich trotzdem noch nicht

Seit der überraschenden Kapitalerhöhung, die Ende Juni verkündet wurde, kommt Nordex nicht so recht in Fahrt. Auch die guten Quartalszahlen, die am 12. August veröffentlicht wurden, ließen den Kurs nicht steigen. Dabei erhöhte sich der Umsatz im ersten Halbjahr um 32% im Vorjahresvergleich und es wurde ein EBITDA von 68,4 Mio. EUR erzielt, was einer Marge von 2,5% entspricht. Im Gegensatz zur Konkurrenz hielt das Management die Prognose für 2021 aufrecht.

Am 6. September verkündete das Unternehmen die Ausweitung des Produktportfolios um eine 6 Megawatt (MW) Turbine, die im Vergleich mit ihrer kleineren 5MW Schwester bis zu 7% mehr Ertrag liefert. Die Lebensdauer wird mit 25-35 Jahren angegeben. Um ihre Turbinen zu verbessern, setzt der Konzern nun auch Sensoren ein, die die Turbinen überwachen und den Betrieb optimieren. So können Ausfälle vermieden werden und man spart sich in einigen Fällen den Wartungstechniker.

Am 17. August markierte die Aktie ihr letztes Tief bei 14,72 EUR. Am 6. April lag der Kurs fast doppelt so hoch bei 27,37 EUR. Laut Aussage des Managements, soll die zweite Jahreshälfte deutlich besser verlaufen als die erste. Das dürfte einer der Gründe sein, warum Vorstand Blanco Diéguez zuletzt Nordex Aktien kaufte. Die Auftragsbücher sind voll, allerdings sind die Margen noch immer dünn und man kämpft mit gestiegenen Rohstoffpreisen.

NIO - Probleme mit der Lieferkette

Auch wenn die meisten Chips der Welt in China hergestellt werden, so sind auch chinesische Autobauer wie NIO nicht vor einem Chipmangel und Problemen mit den Lieferketten gefeit. Das konnte man an den Auslieferungen im August erkennen. Diese lagen um 25% unter dem Juli-Wert, wenn auch 50% höher im Vorjahresvergleich. Die Frage ist, wie lange das Unternehmen braucht, um diese Probleme in den Griff zu bekommen.

Die Produktionskapazität konnte durch eine Vereinbarung mit Jinghuai Automobile Group bis 2024 auf 240.000 Fahrzeuge verdoppelt werden. Auch in Europa will der Konzern präsenter werden, dazu wurde die erste Charge Elektro SUVs nach Norwegen versendet. Funktioniert der Verkauf in Europa genauso gut wie in China, gibt es große Wachstumsmöglichkeiten. Momentan macht dem Unternehmen aber der Tod eines 31-Jährigen zu schaffen, bei dem das teilautomatisierte Fahrsystem des E-Autos zum Einsatz kam. Die chinesischen Verkehrsbehörden gehen dem Fall nach.

Die Aktie bringt eine Marktkapitalisierung von über 60 Mrd. USD auf die Waage und das, obwohl das Unternehmen noch nicht rentabel ist. Anfang Juli stand die Aktie noch bei 55,13 USD, aktuell ist sie für 40,37 USD zu haben. Als Anleger sollte man sich bei diesem Wert auf Schwankungen einstellen. Dass E-Autos die Zukunft sind, daran gibt es wohl keinen Zweifel mehr. Die Frage ist nur, wer die Platzhirsche werden.


Nachhaltigkeit wird für alle Firmen immer wichtiger. Wer einfach weiter macht wie bisher, wird CO2-Zertifikate kaufen müssen und auf Dauer auch seine Kunden verlieren. Central African Gold hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben und will Rohstoffe für die Umsetzung des Nachhaltigkeitstrends liefern. Nordex muss an seinen Margen arbeiten, aber auch wenn der Markt die Aktie ein wenig abstraft, so glaubt doch der Vorstand an das Unternehmen und kauft Aktien. NIO ist im aufstrebenden Markt der E-Autos aktiv und sollte schnellstmöglich auf seinen Wachstumspfad zurückkehren. Probleme mit dem Fahrsystem könnten einen Rückschlag bedeuten.


Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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