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22.07.2021 | 04:55

Carnival, Triumph Gold, TUI – Es geht wieder richtig los!

  • Reisen
  • Gold
Bildquelle: pixabay.com

Seit Anfang Juli laufen die Kreuzfahrtschiffe nun wieder aus. AIDA schickt bereits wieder fünf Schiffe auf die Reise und Carnival plant für Herbst wieder eine Kapazität von 75% auf das Wasser zu bringen. So die Planungen Stand aktuell. Allerdings machen sich auch Bedenken über die Pandemie-Entwicklung breit, denn die Reisebranche ist aktuell noch sehr angespannt, was die Infektionslage im Herbst mit sich bringen wird. Ein Grassieren diverser Mutationen, die sich durch den Sommer-Tourismus weiter verteilen, ist für den Winter zu erwarten. Die gute Kursperformance diverser Reiseanbieter im zweiten Quartal hat auch wieder den Rückwärtsgang eingelegt, wir schauen mal genauer hin.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: André Will-Laudien
ISIN: TRIUMPH GOLD CORP. | CA8968121043 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000 , CARNIVAL PLC DL 1_66 | GB0031215220


Carnival PLC – Rollover in der Finanzierung geglückt

Für Anleger in der Reisebranche ist das Pandemiegeschehen neben den Fundamentaldaten aktuell das wichtigste Kriterium für die Investmententscheidung. Sollte es im Herbst wieder zu einer Verschärfung der Auflagen kommen, muss die Anzahl der Reisegäste wieder beschränkt werden und der Ladefaktor sinkt. Für den aktuellen Start in die Saison musste die Zahl der Mitarbeiter an Bord sogar ausgedehnt werden, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten. Insgesamt ist die Marge auch nach Erhöhung der Preise gegenüber früheren Jahren deutlich gesunken.

Der größte Anbieter von Kreuzfahrten, die Carnival PLC, gab bekannt, dass sie bis Ende 2021 voraussichtlich 65% ihrer gesamten Flottenkapazität auf acht ihrer Kreuzfahrtmarken wieder für Gäste zur Verfügung stellen wird. Acht der neun Marken des Unternehmens haben Pläne zur Wiederaufnahme des Gästebetriebs auf bisher 54 Schiffen bis Ende 2021, wobei fast die Hälfte der Kapazität auf Schiffen mit Heimathafen in den USA liegt. Die Voraus-Buchungen für Ende des Jahres und 2022 sollen nach Angaben des Unternehmens auf einem hohen Level liegen.

Der Konzern arbeitet derweil schon wieder an der nächsten Refinanzierung. Das aktuelle Rollover-Angebot des anglo-amerikanischen Kreuzfahrtunternehmens bezieht sich auf den Rückkauf von rund 2 Mrd. EUR vorrangig besicherter Anleihen, die bereits in zwei Jahren fällig werden. Hierfür sind bereits 85% an Zustimmung der Anleihe-Gläubiger eingegangen und 2,4 Mrd. EUR an neuen länger laufenden Anleihen konnten emittiert werden. Ein Zeichen, dass das Unternehmen nach wie vor das Vertrauen der Investoren genießt.

Die Carnival-Aktie hat indes eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Der Kurs konnte wegen der Öffnungs-Euphorie im Juni bis auf 22,4 EUR steigen, stürzte aber dann wieder um 30% ab. Aktuell handelt die Aktie bei 16,85 EUR. Mit gelungener Refinanzierung könnte eine neue Spekulationswelle eintreten.

Triumph Gold – Bohrprogramm im Juni gestartet

Noch dürfen Kreuzfahrtschiffe nicht in Kanada anlegen, das Land ist noch bis September 2021 für touristische Zwecke geschlossen. Für Ortsansässige besteht aber eine uneingeschränkte Bewegungsfreiheit, somit können die Bohrarbeiten in den Bergbauunternehmen fortgesetzt werden. Die Triumph Gold Corp. ist ein in Kanada ansässiges Junior-Rohstoffunternehmen, das sich mit der Exploration von Grundstücken im Yukon-Territorium beschäftigt. Im März hat man ein Vollzeitteam zusammengestellt, das sich auf die Weiterentwicklung des Freegold Mountain-Projekts innerhalb des produktiven Kupfer-Gold-Gürtels Dawson Range in Yukon konzentriert.

Das Vorzeigeprojekt beherbergt drei Mineralvorkommen gemäß dem Standard NI 43-101 und umfasst einen ausgedehnten Abschnitt der Big Creek-Verwerfungszone, einer regionalen Struktur, die in direktem Zusammenhang mit einer epithermalen Gold- und Silbermineralisierung sowie einer goldhaltigen Porphyr-Kupfermineralisierung steht. Das Explorationsprogramm 2021 auf dem Projekt Freegold Mountain hat nun mit der ersten Phase begonnen, die Diamantbohr- und Feldteams wurden am 15. Juni 2021 vor Ort mobilisiert. Phase I besteht aus 8.000m Diamantbohrungen, 100 Linienkilometern geophysikalischer Bodenvermessungen, 35 Linienkilometern Bodenproben sowie Oberflächenschürfungen. Das Programm zielt darauf ab, neue abgeleitete Ressourcen zu definieren und abgeleitete Ressourcen zu angezeigten Ressourcen aufzuwerten.

Im aktuellen Fokus stehen die Zonen Revenue, ein Gold-Kupfer-Silber-Molybdän-Wolfram-Porphyr-System und die Lagerstätte Nucleus, ein epithermales Gold-Silber-Kupfer-System innerhalb von Schichten des Yukon-Tanana-Terrains. Ergänzt werden die Bohrungen durch Untersuchungen in den Zonen Melissa, Irene und Vindicator. Historische Grabenschürfproben aus der Zone Melissa ergaben Werte von bis zu 5,67 g/t Gold und 52,8 g/t Silber. Das gesamte Programm erscheint damit sehr aussichtsreich.

Die Triumph-Aktie hat eine aktuelle Kapitalisierung von 25 Mio. CAD bei einem Kurs von 0,18 CAD je Aktie. Der Wert ist zu 41,8% in institutioneller Hand, Hauptaktionär ist die Newmont Corporation mit 12,8%. Mit Blick auf den Chart und die laufenden Bohr-Projekte könnte es bei Triumph Gold demnächst schon losgehen.

TUI – Reisebüros konkurrieren mit dem Online-Angebot

Die Buchungszahlen bei den Reiseveranstaltern sind zuletzt nach oben geschnellt. Allerdings profitiert der Branchengrößte, die TUI, nur unterdurchschnittlich davon, denn die Vermarktungs-Strategie des Reiseanbieters kommt bei den Reisebüro-Inhabern schlecht an. Der Konzern aus Hannover hat mehrmals klargemacht, dass er vor allem auf Kundenbuchungen über das Internet setzt. Der Verband unabhängiger selbständiger Reisebüros sieht darin "eine Kriegserklärung", denn man hatte TUI in der Krise immer bei Seite gestanden und nun dominiert das Online-Geschäft.

Ärger gab es auch wegen Rabatt-Gutscheinen, die auf der Onlineseite angepriesen wurden. Hinzu kam dann noch das Kommunikations-Fiasko in der Corona-Hochzeit. Die Konzern-Hotline war für die Agenturen kaum erreichbar und verärgerte Kunden mussten ewig auf die Rückerstattung von stornierten Reisen warten. In Branchenblogs haben Reisebüro-Inhaber deshalb wütend angekündigt, Produkte von TUI künftig nicht mehr anzubieten. Das könnte für den mit Milliarden Steuergeldern geretteten Konzern nun doch zum Problem werden. Denn gerade jetzt suchen viele Urlaubswillige die persönliche Beratung im Reisebüro.

Wie Daten des Nürnberger Analysehauses TDA zeigen, hat TUI in der ersten Juniwoche zwar 15% mehr Pauschalreisen verkauft als in der Vergleichswoche 2019. Aber Konkurrenten wie DER Touristik, FTI, Alltours und Schauinsland haben ihre Verkaufszahlen teilweise sogar mehr als verdoppeln können. TUI-Deutschlandchef Marek Andryszak, hat wegen der Querelen nun seinen Rückzug angekündigt – auf eigenen Wunsch, wie es heißt. Ob sich dadurch für die Reisebüros etwas ändern wird, ist zweifelhaft, denn auch TUI-Konzernboss Fritz Joussen ist erklärter Fan der Online-Strategie.

Für die TUI-Aktie ging es in den letzten vier Wochen gehörig nach unten, der Wert verlor seit Juni gut 25%. Angesichts der aktuellen strategischen Probleme und der Unsicherheiten für den Herbst bleibt die Aktie höchst spekulativ.


Die hier betrachteten Werte bieten Ideen für den spekulativen Anleger. Mit Carnival und TUI setzt man auf einen versöhnlichen Fortgang im Pandemiegeschehen. Bei Triumph Gold überzeugt klar die Turnaround-Chance mit Blick auf einen inflationären Anstieg des Goldpreises.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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