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16.07.2021 | 05:15

BYD, Eurosports Global, VW – Elektromobilität boomt

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Bildquelle: Eurosports Global

Die Automobilhersteller konnten sich über das beste erste Quartal seit zehn Jahren freuen. Einen Anteil daran hat die wachsende Anzahl zugelassener Elektroautos. Vergleicht man das erste Quartal 2020 in Deutschland mit 2021, so kann man einen Anstieg um 173% bei der Zulassung von E-Autos feststellen und ein Ende ist nicht in Sicht. Doch nicht nur in Deutschland werden mehr E-Autos verkauft, weltweit steigt der Absatz. Hält der Boom an, so werden laut dem Handelsblatt Millionen Batteriezellen für die Produktion fehlen. Noch führt der aktuelle Branchenprimus Tesla die Rangliste mit den meisten ausgelieferten E-Autos nach Marken an, doch die Konkurrenz holt auf. Daher schauen wir uns drei Unternehmen aus dem Segment E-Mobility an.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Armin Schulz
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , EuroSports Global | SG2G55000001 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039


BYD – Unabhängigkeit ist Trumpf

BYD hat sich von einem Batteriehersteller zu einem großen Player im Bereich E-Mobility entwickelt. Der Vorteil des Unternehmens liegt darin, dass es sowohl über eine Akku-Produktion verfügt, als auch die Chips für die Autos selbst herstellt. Um diese Unabhängigkeit dürfte die Konkurrenz das Unternehmen beneiden, wenn man sich die aktuelle Chip-Krise vor Augen führt. Am 30. Juni hat das Unternehmen einen Antrag auf ein Spin Off für die Halbleitersparte „BYD Semiconductor“ bei der Shenzhen Börse eingereicht.

Der Konzern veröffentlicht monatlich seine Absatzzahlen, und die waren im Jahresvergleich wieder sehr überzeugend. Die PKW Absatzzahlen im Hybrid- und E-Auto Bereich haben sich mehr als verdreifacht. Auch der Absatz der Nutzfahrzeuge mit E-Antrieb stieg um 13%. Nimmt man das gesamte Halbjahr im Vergleich, so wurden 159% mehr PKWs und 35% mehr Nutzfahrzeuge abgesetzt. Der Trend dürfte anhalten, zumal man erstmals versucht in Europa Fuß zu fassen.

Die Aktie hat am 1. Juni ihren Abwärtstrend verlassen und konnte von 140 Hongkong Dollar (HKD) bis auf 240 HKD steigen. Selbst die Verkäufe von Cathie Wood Ende Juni, konnten den Aufwärtstrend nicht stoppen. Zuletzt gab die Aktie etwas nach, da Himalaya Capital über 10,7 Mio. Aktien auf den Markt warf. Nach einer 70% Rallye kann es durchaus zu einem Rücksetzer kommen. Seit dem 17. Juni befindet sich die Aktie in einer Schiebezone zwischen 205 und 240 HKD. Sollte die Zone nach unten verlassen werden, liegt das nächste Supportlevel bei 186 HKD.

Eurosports Global – Auf dem Weg zum E-Motorrad Hersteller

Eurosports Global hat seinen Sitz in Singapur und sein Ursprungsgeschäft ist der Vertrieb von Luxus-Sportwagen. Nun hat das Unternehmen zusammen mit seiner 75%-igen Tochter Scorpio Electric Ltd. einen weiteren Geschäftsbereich aufgebaut, die Produktion von Elektromotorrädern. Anstatt sich mit viel Konkurrenz bei den E-Autos herumzuschlagen, nimmt man sich den Zweirädern an. Ein cleverer Schachzug, wenn man bedenkt, dass 65% aller Motorräder weltweit in Asien gefahren werden. Technologie, Design und Performance sind die Werte, nach denen das erste Modell Scorpio X entworfen wurde. Der Launch der ersten Modelle ist für Ende des Jahres vorgesehen.

Gegenüber der Konkurrenz wie Vespa oder NIU kann Scorpio in Sachen Geschwindigkeit und Reichweite punkten. Beim Design hebt es sich ebenfalls deutlich von der Konkurrenz ab und erinnert stark an ein futuristisches Motorrad, im Gegensatz zum Roller Design der anderen Hersteller. Als Addon kann das Motorrad via App gestartet werden, es bietet Daten zum Fahrzeugstatus, kann das Fahrzeug orten und bei einem Unfall eine Benachrichtigung an Notfallkontakte senden. Es werden Daten gesammelt und mittels künstlicher Intelligenz ausgewertet. Bei Gefahr kann der Fahrer so benachrichtigt werden. Der Fahrzeugstatus wird überwacht, und schlussendlich soll die Performance je nach Route optimiert werden, um das Maximum aus dem Zweirad heraus zu holen.

Durch das Kerngeschäft mit dem Luxusautohandel kann die Entwicklung mitfinanziert werden. Der Markt für E-Motorräder soll bis 2025 auf 12 Mrd. USD wachsen und Eurosports Global will sich davon einen Teil sichern. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 67 Mio. Singapur Dollar (SGD). Wer sich früh im E-Motorradbereich engagieren will, hat hier eine Chance.

VW – Synergien durch Plattformansatz

Am 13. Juli präsentierte CEO Herbert Diess die neue Konzernstrategie unter dem Motto: New Auto. Der Chef des Konzerns bekräftigte, dass VW seine Transformation hin zu einem softwaregetriebenen Mobilitätsunternehmen mit aller Kraft vorantreiben will. Der Fokus liegt darauf, Weltmarktführer bei Elektrofahrzeugen zu werden. Zusätzlich will man bis 2050 klimaneutral agieren. Als Zwischenziele wurden für 2030 eine Reduktion des CO2 Ausstoßes um 30% und emissionsfreie Fahrzeuge bis 2040 ausgegeben.

Bis 2025 soll 1% mehr Gewinn als bisher vom Umsatz erzielt werden. Man erhofft sich ein EBITDA von 8 bis 9%. Das soll durch den Wandel hin zu mehr E-Autos umgesetzt werden, da die Margen hier höher sind. CFO Antlitz sagte: „Wir werden unsere BEV-Plattformen skalieren, wir wollen einen führenden Automotive-Stack entwickeln und wir werden weiter in autonomes Fahren und Mobilitätsdienstleistungen investieren. Damit sind die vier Geschäftsbereiche der Zukunft treffend beschrieben.

Durch den großen Umbruch in der Automobilindustrie will VW möglichst viele Synergien zwischen den verschiedenen Marken und Produktbereichen über eine gemeinsame Plattform etablieren. Schaut man sich die Aktie an, so konnte sie nicht mit dem DAX mithalten. Ein neues Hoch war ihr nicht vergönnt. Aktuell hat sie einen Doppelboden bei etwa 198 EUR ausgebildet und sich dort abgestoßen. Sofern diese Marke nicht bricht, sollte das Hoch aus Juni getestet werden. Sowohl JPMorgan mit einem Kursziel von 245 EUR, als auch RBC mit 300 EUR, sehen den Wert der Aktie deutlich höher.


Alle drei Unternehmen arbeiten in einem Wachstumsmarkt, der viele Chancen bietet. BYD und VW kämpfen gegen Tesla, aktuell noch immer der Maßstab auf dem Automobilmarkt. VW hat mit seinem Konzern eine große Marktmacht, wohingegen BYD zwar noch klein ist, aber schon unabhängig operieren kann. Eurosports Global besetzt eine kleinere Nische, aber gerade in Asien sind Motorräder sehr gefragt und in diesem Segment gibt es noch keinen Platzhirsch, den man erst verdrängen muss.


Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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