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14.01.2021 | 04:50

Blackrock Gold, Barrick Gold, Sibanye Stillwater: In Gold we trust!

  • Gold
Bildquelle: Blackrock Gold Corp.

Wer braucht eigentlich aktuell Edelmetalle? Zur Absicherung? Keine Frage, wir befinden uns gerade in der größten Liquiditätshausse seit der Jahrtausendwende und täglich gibt es an den Börsen neue Höchststände. Normalerweise würde man sagen, es gibt keinen Absicherungsbedarf. Dennoch macht eine sinnvolle Streuung auf alle Branchen durchaus Sinn. Jetzt momentan lauten die Themen Wasserstoff, E-Mobilität und Kupfer. Wenn die Diskussion über Schuldenberge und Inflation wieder die Gazetten füllt, dann ist der Bedarf an Edelmetallen sofort wieder gegeben. Man kann also festhalten: In einer Asset Inflation, welche unzweifelhaft derzeit abläuft, sind Gold, Silber und Platin auch irgendwann dran, dann aber heftig! In Gold we trust – spätestens, wenn der Bitcoin wieder 50% verliert!

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: André Will-Laudien


Blackrock Gold – Auf dem Sprung

Bei Blackrock Gold gab es eine langandauernde Konsolidierung bis 0,63 CAD im Dezember 2020. Der Kurs war zuvor wegen der exzellenten Liegenschaften in Tonopah West im Sommer 2020 sehr stark auf über 1,50 CAD angesprungen. Das ist ein gutes Indiz, wo es im nächsten Schub wieder hinlaufen wird. Was kann die positive Grundstimmung noch weiter anheizen?

Mitte Dezember gab es von der Explorationsseite neue Erkenntnisse. Die jüngsten Bohrungen entlang der östlichen Grenze des Projekts Tonopah West zeigen, dass sich die Ader Victor ganze 480 Meter nach Osten erstreckt. Kernbohrungen entlang der Ader, die an Blackrocks Ostgrenze grenzen, ergaben in der Spitze 1.079 Gramm pro Tonne (g/t) Silberäquivalent (AgEq) und erstaunliche 5,19 g/t Gold (Au). Weitere Untersuchungen lieferten auf 6,8 Metern einen Gehalt von 212 g/t bzw. 582g/t, einschließlich eines großen Abschnitts von 0,8 Metern mit 727 g/t AgEq und 3,56 g/t Gold. Diese Meldung führte adhoc zu 60% Kursaufschlag auf über 1,00 CAD. Dort ist der Kurs aktuell noch zu finden.

Nun hat man mit Silver Cloud noch ein weiteres Projekt in der Nähe von Hecla Minings Hollister Mine. Hecla selbst wäre mit 3,2 Mrd. USD groß genug, um die Liegenschaften von Blackrock Gold zu übernehmen. Wahrscheinlich ist Blackrock aber erst nach Durchführung der geplanten Bohrprogramme über 3.500 Meter im Bilde, welchen Schatz man dort unter der Erde noch beherbergt. Auch der geplante Spin-Off von Silver Cloud bringt enorme Phantasie. Die Blackrock-Aktie kostet derzeit rund 0,95 CAD und befindet charttechnisch in einer Warteposition bis entweder die Edelmetalle anziehen oder weitere Explorationsergebnisse vorliegen. Zeit genug noch ein paar Stücke aus dem Markt zu nehmen.

Barrick Gold – Der Standard im Goldschürfen

Wer mit Gold handelt, kennt sicherlich den Standardtitel Barrick Gold mit Sitz in Toronto. Der Gold-Schürfer repräsentiert eine Jahresförderung von über 7 Mio. Unzen und liegt damit zusammen mit Newmont Mining an der Spitze der weltweiten Goldbergbauunternehmen. Das Unternehmen wurde 1978 von Peter Munk als Barrick Petroleum gegründet und ging 1983 als Barrick Gold an die Börse. Neben Gold fördert das Unternehmen auch Silber und Kupfer.

Für das dritte Quartal des Jahres 2020 vermeldete Barrick einen operativen Cashflow von 1,9 Mrd. USD, der die Netto-Verschuldung auf niedrige 400 Mio. USD drückte. Vor 5 Jahren war Barrick in der Krise mit über 5 Mrd. USD verschuldet, man hatte sich im Übernahmerausch zu teuer eingekauft. Nun hat sich die Bilanz gut konsolidiert, mittlerweile verdient man im Quartal 0,50 USD je Aktie. Das macht etwa 2 USD im Jahr und bei einem Kurs von 23,50 USD ist das ein KGV von 13,8. Das ist nicht zu teuer, wenn man bedenkt, dass die mittlere Analystenschätzung für den Goldpreis bei etwa 2150 USD für 2021 liegt. Barrick produziert mit einem Durchschnittspreis (AISC) von 984 USD – das nennt wohl dann eine „Traum-Marge“.

Was für die Blue Chips der Börse gilt, müssen wir auch auf die Explorer wie Blackrock anwenden. Je höher der Unzenpreis klettert, desto stärker werden die Assets im Boden bewertet zumal die Nachfrage bei Steigenden Spotpreisen enorm ansteigt und die Minen am Rande ihrer Förderleistung stehen. Auch Barrick wird deshalb wieder am Markt zugreifen müssen, wenn man weiterhin vorne dabei sein möchte.

Sibanye Stillwater Ltd – Lange restrukturiert, jetzt nach vorn

Sibanye Stillwater Limited ist ein südafrikanisches Bergbauunternehmen, das der größte Goldproduzent des Landes ist und ferner einer der 10 größten Goldproduzenten weltweit. Weitere Interessen liegen in Platin und Palladium, auch hier ist man auf den vordersten Rängen zu finden. Sibanye Gold betrieb 2017 fünf Goldbergwerke im Witwatersrand womit historisch insgesamt 43,6 Tonnen Gold gewonnen wurden. Die PGM-Liegenschaften liegen in Südafrika (Rustenburg) sowie in den USA (Stillwater). Dort wird ferner auch eine große Recyclinganlage zur Wiedergewinnung von PGM-Metallen unterhalten.

Der heutige Konzern entstand im November 2012 als Tochterunternehmen von Gold Fields und wurde 2013 an die Börse gebracht. Im September 2015 verkaufte Anglo American drei seiner südafrikanischen Platinbergwerke an Sibanye Gold. Im US-amerikanischen Stillwater hat man nun 3 Jahre Restrukturierung hinter sich, die Fusion verschlang eine Unmenge an Eigenkapital, welches ganze 3-mal erhöht werden musste, um den Schuldenberg wieder in den Griff zu bekommen.

Seit März 2020 ist die Sibanye-Stillwater-Aktie einer der Best-Performer unter den Edelmetall-Standardwerten. Die Aktie lief von etwa 1,00 EUR auf gestern 3,45 EUR. Interessant ist der Wert vor allem auch wegen der Assets in Rhodium, Ruthenium und Iridium. Im 3.Quartal erreichte das EBITDA einen Wert von 922 Mio. USD und die Dividendenzahlung wurde wieder aufgenommen. Der Fremdkapitalhebel wurde nun seit 2017 konsequent reduziert, in der Kasse befinden sich jetzt wieder 1,7 Mrd. USD. Die Aktie dürfte auch in 2021 wieder richtig Spaß machen und könnte im großen Spiel auch wieder ein Käufer am Markt sein.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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