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06.08.2021 | 04:26

BioNTech, Formycon, Aztec Minerals, Nanorepro – Achterbahnfahrten in der Sommerflaute!

  • Biotech
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Sommerflaute und Totalstillstand! Wer nicht gerade in BioNTech oder Northern Data investiert hat, spürt kaum Bewegung im Depot. Die Börsen proben den Stillstand, es geht irgendwie nichts mehr nach oben, heißt aber noch lange nicht, dass es fallen muss. Alte Sprüche wie “What goes up, must come down!“ sind schon seit einiger Zeit ausgehebelt. Für manche Aktien reicht die Phantasie endlos, für andere ehemalige Hype-Kandidaten endet die Rallye im Schredder. So hat der Wasserstoffwert Nel nun 20% in einer Woche verloren. Gar kein Problem werden viele sagen, denn der Börsenliebling steht auf Dreijahressicht immerhin noch über 300% im Plus. Nur irgendwer hat vermutlich seinen Einstand auch über 3 EUR liegen. Wir versuchen es weiter mit selektiven Ideen.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: André Will-Laudien
ISIN: AZTEC MINERALS CORP. | CA0548271000 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , FORMYCON AG | DE000A1EWVY8 , NANOREPRO AG | DE0006577109


BioNTech – Neue Hackordnung im Milliardärsregister

Mit dem Sommerhit „BioNTech“ kommen Aktionäre ins Schwärmen. Gestern allein ging es um weitere 18% nach oben, nun hat sich der Titel sich auf Monatssicht fast verdoppelt. Die Marktkapitalisierung erreicht nun sogar die 100 Mrd. USD-Grenze. Es dürfte in den nächsten Tagen spannend werden, wie weit die Impf-Phantasie noch geht. Gestern startete schon mal eine kleine Konsolidierung.

Die ganz großen Gewinner der Aktien-Rakete sind die Biotech-Investoren Thomas und Andreas Strüngmann sowie der Biontech-Gründer Uğur Şahin. Şahin hält einen Anteil von rund 17% am Mainzer Unternehmen, was umgerechnet ein Vermögen von rund 12 Mrd. EUR bedeutet. Die „Hexal-Zwillinge“ halten vermutlich immer noch 47% - ein umgerechneter Buchwert von 34 Mrd. EUR.

Im deutschen Milliardärsregister stehen sie damit nun mindestens auf Platz 2 hinter oder gleichauf mit dem Aldi Süd Gründer Karl Albrecht. Respekt an die unternehmerischen Fähigkeiten der Familie an dieser Stelle. Das wundersam vermehrte Aktienvermögen dürfte die Immobilienkäufe rund um den Tegernsee in Zukunft noch leichter machen.

Formycon – Ohne Meldung nach unten durchgereicht

Eine weitere Beteiligung der Familie Strüngmann ist der Münchner Biosimilar-Spezialist Formycon. Interessierte Anleger fragen sich, was seit einigen Wochen mit der Formycon-Aktie los ist?

Das Unternehmen hatte noch im Juli von staatlichen Förderungen im Zusammenhang mit dem aussichtsreichen COVID-19-Medikament FYB 207 berichtet. Mit einer Summe von 12,7 Mio. EUR will das bayerische Ministerium die Entwicklung dieses Hoffnungsträgers fördern. Das Medikament soll die Zellinfektion im menschlichen Körper durch das SARS-CoV-2-Virus vollständig blockieren können.

Nun ist der Kurs durch die 56 EUR-Linie gefallen, damit summiert sich der Verlust vom Höchststand bei 79,50 EUR auf mittlerweile 35%. Freilich ist der Wert auf Jahressicht immer noch über 100% im Plus. Um einen weiteren Rutsch zu verhindern, sollte ein enger Stop bei 49 EUR gesetzt werden. Operative Neuigkeiten können aber jederzeit zu einem starken Rebound führen.

Aztec Minerals – Bestens aufgestellt von Arizona bis Mexico

Definitiv von Erfolgen kann das Explorationsunternehmen Aztec Minerals berichten, denn mit der Veröffentlichung der ersten Bohrergebnisse des Phase-2-Reverse-Circulation-Bohrpgrogamms wurden die Erwartungen des Managements deutlich übertroffen. Alle fünf Bohrlöcher durchteuften extensive Gold- und Silbermineralisierungen und weiteten die Mineralisierungszonen noch in die Tiefe aus. Man stieß auch auf ältere Schürfgruben, die in ihrer Gestehung wahrscheinlich bis vor das Jahr 1900 zurückreichen, als man nur sehr hochgradige Mineralisierungen fördern konnte.

Der Fokus des kanadischen Juniors liegt auf Liegenschaften in Nord-, Mittel- und Südamerika. An der größten Liegenschaft Cervantes in Sonora (Mexiko) hält der Explorer 65%. Hierbei handelt es sich um ein aussichtsreiches Porphyr-Gold-Kupfer-Vorkommen. Desweiteren besitzt man 75% an den Multimetall-Liegenschaften Tombstone in Cochise County (Arizona). Hier werden förderfähige Mineralisierungen von Silber, Blei, Zink und Gold vermutet.

Anfang August liegen nun die nächsten Daten auf dem Tisch. Aztec Minerals und sein Joint Venture-Partner Kootenay Silver Inc. haben weitere geochemische Gold-Kupfer-Molybdän-Boden- und Gesteinsanomalien in der mexikanischen Liegenschaft Cervantes gefunden. Das Oberflächen-Explorationsprogramm der Phase 1 lieferte speziell für die Zeile Estrella, Brazil, California Norte und Estrella Norte weitere aufschlussreiche Ergebnisse. Verschiedene Gesteinssplitterproben ergaben Gehalte von bis zu 21,3 g/t Gold (Au), wobei ganze zehn Proben mehr als 1 g/t Au enthielten. Das hört sich gut an.

Das Joint Venture Aztec-Kootenay hat nun ein Reverse-Circulation-Bohrprogramm der Phase 2 mit 22 Bohrlöchern auf bis zu 5.000 Metern genehmigt, welches nun im vierten Quartal 2021 beginnen soll. Die Finanzierung dafür wird man noch sicherstellen. Die Projekte klingen alle sehr vielversprechend. Wer spekulativ auf die Bohrergebnisse setzen will kauft lieber jetzt, denn die Marktkapitalisierung liegt noch bei überschaubaren 17 Mio. CAD.

Nanorepro – Mit bangem Blick auf den kommenden Test-Winter

Wir werfen noch einen Blick auf einen weiteren Wert, der in der Hochphase der Pandemie eine Kursvervielfachung erlebte. Die in Marburg an der Lahn ansässige NanoRepro AG ist auf die Entwicklung, die Herstellung und den Vertrieb von medizinischen Selbsttests spezialisiert und dabei vorwiegend in der gesundheitlichen Planung und Vorsorge tätig. NanoRepro hat bereits 24 Schnelltests im Portfolio und baut dieses kontinuierlich aus.

Leider ist die Aktie nach einer Verzwanzigfachung bis März 2021 nun zur Realität zurückgekehrt und hat vom Hoch mehr als 75% abgegeben. Sie dümpelt aktuell zwischen 5 und 7 EUR. Auf diesem Niveau ist die Aktie allerdings nicht uninteressant, denn es wird gemunkelt, dass man die langfristige Strategie verändern möchte. Und dann sind da ja noch die enormen liquiden Mittel aus den Verkäufen der Test-Kits aus Hochzeiten der Test-Euphorie.

Täglich wird es stiller und stiller um die Aktie und auch den Aufsichtsratsvorsitzenden Olaf Stiller hat man schon mal lauter erlebt. Im September gibt es die Halbjahreszahlen, bis dahin wird die Aktie spekulativ getrieben weiter fröhlich schunkeln. Eins dürfte klar sein: Ab Herbst werden wieder Millionen von Tests gebraucht, denn die Impfquote will so recht nicht nach oben gehen. Bleiben sie daher bei Nanorepro täglich am Ball!


Die Biotech-Branche bietet immer ausreichend Chancen und natürlich auch Risiken! Bei BioNTech gab es gestern den ersten Rücksetzer, Formycon und Nanorepro konsolidieren schon etwas länger. Aztec Minerals ist eine ausgewogene Wette auf gute Bohrergebnisse, denn die Bewertung passt.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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