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04.03.2022 | 05:10

Bayer, Defence Therapeutics, Merck KGaA – Am Beginn des Trends

  • Biotechnologie
Bildquelle: pixabay.com

Die Biotech-Industrie ist der innovative Motor für eine pharmazeutische Industrie, die durch den Wechsel von Blockbuster-Produkten hin zu einer personalisierten Medizin auf neue Konzepte angewiesen ist. Bereits vor Corona wurden im Jahr 2019 mehr als sieben Mrd. EUR pro Jahr in F&E investiert. Die Entwicklung neuer Medikamente ist vor allem für die pharmazeutische Industrie von großer Bedeutung, da der Patentschutz vieler Blockbuster-Präparate ausläuft oder schon ausgelaufen ist. Deshalb steigt die pharmazeutische Industrie mittlerweile viel öfter in die frühen Entwicklungsphasen eines neuen Medikaments in Biotech-Unternehmen ein. Am Beispiel der Impfstoffhersteller wurde diese Strategie erfolgreich herausgestellt, die in Zukunft auch bei anderen Krankheiten Anwendung finden wird.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , MERCK KGAA O.N. | DE0006599905

Inhaltsverzeichnis:


    Bayer – Gelingt der Ausbruch

    Starke Zahlen lieferte der Leverkusener Pharma- und Agrarriese Bayer zum Gesamtjahr 2021. „Wir sind deutlich gewachsen. Wir haben unsere Innovationspipeline gestärkt. Und wir machen Fortschritte bei unseren Nachhaltigkeitszielen. All das zeigt: Bayer ist auf dem richtigen Weg!“, sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann am Dienstag bei der Bilanz-Pressekonferenz. „Die angepasste Konzernprognose haben wir nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen. Was besonders erfreulich ist: Alle drei Divisionen sind 2021 dynamisch gewachsen – und darüber hinaus stärker als der jeweilige Markt.“

    Das Unternehmen habe eine Rekordsumme in Forschung und Entwicklung investiert und seine Innovationskraft zudem mit zahlreichen Akquisitionen, Beteiligungen und Partnerschaften weiter verstärkt. Es gehe darum, die riesigen Chancen der Bio-Revolution zu nutzen, die sich dank modernster Technologien im digitalen Zeitalter eröffneten, so der Vorstandsvorsitzende. Weiter investieren will das DAX-Unternehmen in den kommenden Jahren in Deutschland. So sollen an den Pharma-Produktionsstandorten in Bergkamen, Berlin, Leverkusen, Weimar und Wuppertal mehr als 1,4 Mrd. EUR in Technologien, neue Produktionsanlagen und Digitalisierung fließen, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.

    Von der Entwicklung der Bayer AG überzeugt, sehen viele Analysten in dem Wert einen Kaufkandidaten. So hob die Hamburger Privatbank Berenberg nach einer Telefonkonferenz das Kursziel von 68 EUR auf 74 EUR an. Das Management des Agrarchemie- und Pharmakonzerns habe sich so optimistisch wie seit langem nicht mehr geäußert, schrieb Analyst Sebastian Bray. Charttechnisch hat sich das Bild ebenfalls zum Positiven gedreht. Mit dem Ausbruch über den horizontalen Widerstand bei 57,73 EUR wäre die Bodenbildung abgeschlossen und der Weg in Richtung 65 EUR frei.

    Defence Therapeutics – Begehrtes Tool der Pharmaindustrie

    In einem ausführlichen Interview äußerte sich der CEO von Defence Therapeutics, Dr. Moutih Rafei über die Entwicklung des kanadischen Unternehmens, das neben der TSX auch in Frankfurt handelbar ist. Der Börsenwert liegt aktuell bei 94,79 Mio. EUR, der Kurs bildet bei 2,80 EUR einen Boden aus, das Hoch des vergangenen Jahres lag bei 5,90 EUR.

    Defence Therapeutics teilt sich in zwei Segmente. Der erste Bereich ist die Immun-Onkologie, der Zweite die Forschung gegen Infektionskrankheiten. Im weiteren Teil arbeiten die Kanadier an Impfstoffen gegen Brust- und Hautkrebs sowie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC). Letztere adressieren vor allem die Bereiche Sicherheit und Wirksamkeit und bieten gegenüber anderen Therapieformen große Vorteile. Im Bereich der Infektionskrankheiten forscht Defence Therapeutics an Vakzinen gegen Covid-19 und zum Humane Papillomvirus (HPV). Ende 2022 oder Anfang 2023 soll rund um unsere Aktivitäten gegen Brust- und Hautkrebs jeweils eine Phase-I-Studie starten. Bis dahin werden die nötigen Vorarbeiten nach den Prinzipien der guten Laborpraxis (GLP) vorgenommen und weitere Daten gesammelt, die für das weitere Zulassungsverfahren nützlich sein können.

    Nun wurde die erste Peer-Review-Studie über die Wirksamkeit von AccuVAC-D001L bekanntgegeben, die in der renommierten Zeitschrift Cell Reports Medicine veröffentlicht wurde. Derzeit befindet sich nur ein von der FDA zugelassener DC-Impfstoff auf dem Markt, der zur Behandlung von Prostatakrebs bestimmt ist. Jedoch erzielte der Impfstoff nicht die erhoffte klinische Wirkung infolge größerer Hindernisse in Zusammenhang mit der Antigen-Präsention von dendritischen Zellen (DCs) gegenüber den antwortenden T-Zellen. Hier erweist sich die AccumTM-Technologie als wichtiger Vorteil, da sie es ermöglicht, den Hauptfeind jedes Antigens, nämlich das Einschließen in das Endosom, zu umgehen.

    Defence Therapeutics befindet sich zwar in einem frühen Stadium, die Vorteile der Accum-Technologie sind aber bereits jetzt deutlich ersichtlich.

    Merck KGaA – Erneut starkes Geschäftsjahr

    Nach dem ersten Corona-Jahr 2020 mit einer Sonderkonjunktur profitierten die Darmstädter auch 2021 von einer starken Laborsparte durch die Zusammenarbeit mit den Impfstoffproduzenten. Jedoch liefen die Pharmasparte und das Halbleitergeschäft dynamisch und trugen positiv zum Umsatz- und Ergebnissprung bei.

    Die Umsätze wuchsen im vergangenen Jahr um gut 12% auf knapp 19,7 Mrd. EUR. Beim Gewinn konnte Merck um 17% zulegen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg auf 6,1 Mrd. EUR. Der Gewinn stieg mehr als die Hälfte auf fast 3,1 Mrd. EUR. "Im Geschäftsjahr 2021 haben wir ein Rekordwachstum erzielt und unsere Margen gesteigert", sagte CEO Belén Garijo. Sie bekräftigte das Ziel von 25 Mrd. EUR Umsatz bis 2025. Die Dividende wurde auf die Rekordsumme von 1,85 EUR je Aktie erhöht, dies sind 0,45 EUR mehr als im Vorjahr.

    Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Merck KGaA nach Zahlen zum vierten Quartal auf "overweight" mit einem Kursziel von 270 EUR belassen. Der Pharma- und Technologiekonzern habe weitgehend wie erwartet abgeschnitten, schrieb Analyst Richard Vosser. Angesichts des starken Ausblicks dürften die Markterwartungen bezüglich des operativen Ergebnisses vor Sondereinflüssen steigen.


    Die Forschungsaktivität in der Biotechnologie wird sich in den nächsten Jahren weiter beschleunigen. Defence Therapeutics besitzt mit seiner Accum-Technologie deutliche Vorteile gegenüber seinen Mitbewerbern, befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium. Merck lieferte bereits das zweite Erfolgsjahr, der Kurs von Bayer könnte in Kürze durchstarten.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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    • Krebs
    • Biotechnologie
    • DefenceTherapeutics

    Das börsennotierte Biotechnologieunternehmen Defence Therapeutics Inc. entwickelt neue Impfstoffe und ADC-Produkte auf der Grundlage seiner eigenen proprietären Plattform. Die Grundlage der Plattform von Defence Therapeutics bildet die Accum-Technologie, die es ermöglicht, Impfstoffantigene oder ADCs in ihrer intakten Form präzise an die Zielzellen zu bringen. Auf diese Weise können schwere Krankheiten wie Krebs und Infektionskrankheiten mit höherer Wirksamkeit und Potenz bekämpft werden.

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