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22.09.2021 | 05:08

Barsele Minerals, Mutares, Softbank – Die Qual der Wahl

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Bildquelle: pixabay.com

Wertschaffende Transaktionen schlagen sich früher oder später im Aktienkurs der jeweiligen Gesellschaft nieder. Für Gesellschaften wie Mutares oder Softbank ist das Kaufen und Verkaufen von Unternehmensanteilen Kerngeschäft. Eine Spezialsituation bietet die Aktie des kanadischen Explorers Barsele Minerals mit der Möglichkeit das aussichtsreiche Barsele Goldprojekt in Nordschweden vollständig zu übernehmen. Wir verraten Ihnen, wo ein näherer Blick lohnenswert ist.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Carsten Mainitz
ISIN: BARSELE MINERALS | CA0688921083 , MUTARES KGAA NA O.N. | DE000A2NB650 , SOFTBANK GROUP CORP. | JP3436100006


BARSELE MINERALS CORP – Kommt der Game Changer?

Die Kanadier besitzen 45% am chancenreichen Barsele Goldprojekt in Nordschweden. Der Joint Venture-Partner Agnico Eagle Mines hält die verbleibenden Anteile und übernimmt die Exploration und Erschließung der Liegenschaft. Schon im Mai vereinbarten beide Parteien eine Absichtserklärung, wonach Barsele Minerals die Anteile von Agnico erwerben kann. Nun wurde die Frist zur Abwicklung des Deals erneut verlängert und auf den 31. Oktober terminiert.

Die Transaktion wäre ein Game Changer für das Unternehmen und die Aktie. Das Barsele-Projekt befindet sich in der Bergbauregion Västerbottens Län in Nordschweden, 600 km nördlich von Stockholm und umfasst 33.500 Hektar. Es ist am westlichen Ende des proterozoischen „Skellefte-Trends" lokalisiert, welcher sich mit der „Gold-Linie" in Nordschweden überschneidet. Das goldhaltige Hauptsystem bleibt in alle Richtungen offen. Laut der 2019 durchgeführten NI 43-101 konformen Ressourcenschätzung verfügt das Projekt über rund 2,4 Mio. Unzen Gold. Das Management sieht das Potenzial, die Ressource mittelfristig auf 3,5 Mio. Unzen Gold steigern zu können.

Die beabsichtigte Transaktion umfasst eine Barzahlung von 45 Mio. USD, die Barsele aber auch teilweise in Aktien und Warrants leisten kann. Die Kanadier planen zum Stemmen des Kaufpreises eine Kapitalerhöhung und eine Fremdfinanzierung durchzuführen. Mit Vollzug der Kapitalmaßnahme würde Agnico dann rund 15% der Anteile halten.

Momentan befindet sich die Aktie im Wartemodus. Sollte die Transaktion erfolgreich bis Ende Oktober über die Bühne gehen, dann spielen die Kanadier in einer anderen Liga. Derzeit ist die Gesellschaft mit lediglich 71 Mio. CAD bewertet. Natürlich wird es zu einer deutlichen Verwässerung durch die dann notwendige Kapitalerhöhung kommen. Dem steht dann aber eine Unternehmensbewertung gegenüber, die angesichts der Gold-Ressource deutlich höher und vorteilhaft für Aktionäre sein sollte.

MUTARES SE & CO KGAA – Mittelfristziele deutlich erhöht

Das Geschäft der Gesellschaft ist das Kaufen, die Weiterentwicklung und das Verkaufen von Unternehmen. Jüngst gab Mutares im Rahmen eines Kapitalmarkttags einen detaillierten Einblick in die ambitionierten Wachstumspläne. Bereits Anfang September erhöhte Mutares mit dem Rückenwind eines Umsatzrekords im ersten Halbjahr die Guidance für das Jahr 2023. Nun liegt die Messlatte bei einem Konzernumsatz von mindestens EUR 5 Mrd., das ist eine Steigerung von über 50% gegenüber der bisherigen Konzernprognose.

Der deutliche Umsatzzuwachs basiert vor allem auf der hohen Transaktionsaktivität im ersten Halbjahr mit sieben abgeschlossenen Akquisitionen. Der Konzernumsatz in den ersten sechs Monaten legte von 620,5 Mio. EUR auf EUR 1.093,9 Mio. EUR zu. Das Nettoergebnis verbesserte sich maßgeblich durch den Verkauf der Anteile an der STS Group AG auf 19,9 Mio. EUR, nachdem zuvor ein Verlust in Höhe von 4,8 Mio. EUR verbucht werden musste. Der Vorstand informierte zudem über Pläne, denen zufolge momentan eine Bezugsrechtskapitalerhöhung und ein Uplisting in den Prime Standard diskutiert werde. Analysten trauen der Aktie im Durchschnitt ein Aufwärtspotenzial von 16% zu.

SOFTBANK GROUP CORP – Großer NAV-Abschlag

Die Aktie der Gruppe besitzt ein breites Portfolio an börsennotierten Gesellschaften aus u.a. den Bereichen Technologie, Telekommunikation und Internet. Größte Position ist der chinesische Konzern Alibaba. Diese und andere Positionen aus dem Reich der Mitte sind in letzter Zeit gehörig unter Druck geraten. Ein zentrales Feld der Investitionen der Japaner, die maßgeblich über den eigenen Vision Fund getätigt werden, ist Künstliche Intelligenz. Durch die staatliche Intervention Chinas in verschiedene Geschäftsfelder chinesischer Firmen, kündigte Softbank an, solche Investments vorerst in der Volksrepublik zu stoppen. Kürzlich gab Softbank die Auflage eines weiteren Lateinamerika-Fonds mit einem Zielvolumen von 3 Mrd. USD bekannt. Die Anteilsscheine notierten deutlich unter Net Asset Value. Analysten formulieren im Schnitt ein Kurspotenzial von fast 60%.


Alle drei vorgestellten Gesellschaften verfügen über Potenzial. Ob es Beteiligungsgesellschaften wie Mutares oder Softbank sind oder die Sondersituation bei Barsele Minerals ist Geschmackssache. Die Investment-Story der Kanadier finden wir am spannendsten. Sollte es Barsele gelingen, die Anteile am schwedischen Goldprojekt zu übernehmen, dürfte sich die Aktie mittelfristig deutlich nach oben bewegen.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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