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16.11.2021 | 04:44

Barrick, Yamana, Barsele Minerals, Agnico-Eagle – Die Gold-Explosion auf 2.500 USD handeln!

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Bildquelle: pixabay.com

Der Präsident der Minneapolis Fed Neel Kashkari verlautbarte am letzten Wochenende, dass die hohe Inflation in den kommenden Monaten anhalten könnte und die Fed dennoch nicht überreagieren sollte, schließlich werde die Teuerung wieder vorübergehen. Man sieht, Notenbanker diesseits wie jenseits des Atlantiks werden nicht müde, diese These gebetsmühlenartig an uns Anleger zu transportieren. Da wird man doch eher hellhörig, denn vor einigen Jahren versuchten die gleichen Währungshüter eine „Wunschinflation“ von über 2% herbeizureden. 'Die Geister, die ich rief...', könnte man resümieren – ein Etappenziel ist mit 4% Teuerung sicherlich erreicht! Wie geht es in diesem Umfeld mit den Edelmetallen weiter?

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: André Will-Laudien
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , BARSELE MINERALS | CA0688921083 , AGNICO EAGLE MINES LTD. | CA0084741085 , YAMANA GOLD INC. | CA98462Y1007


Barrick Gold – Aktuelle Merger gehen am Goldriesen vorbei

In der letzten Aufwärtsbewegung der Edelmetalle schielen viele Investoren auf die Blockbuster-Konzerne wie Barrick, Newmont, Freeport oder Agnico-Eagle. Lange Zeit war die Frage: Worauf warten die Goldkonzerne mit Blick auf Übernahmen, denn die Kassen sollten wegen der hohen Spotpreise eigentlich gut gefüllt sein. Nun geht es seit einigen Wochen aber Schlag auf Schlag. Nach der Übernahme von Kirkland Lake Gold durch Agnico-Eagle folgte zuletzt ein weiterer Blockbuster-Deal.

Der australische Goldproduzent Newcrest schlägt bei Pretium zu. Das Vorhaben kostet Newcrest 3,5 Mrd. CAD – eine Summe die zuletzt in 2007 ausgegeben wurde.
Damit geht die nächste große produzierende Goldmine in Kanada über den Tresen. Die Brucejack-Mine produzierte zuletzt rund 350.000 bis 400.000 Unzen jährlich. Allerdings gilt die Mine als eines der umstrittensten Projekte in Kanada. Einige Geologen meinen, dass die Bohrungen und letztlich auch die Ressource durch den Nugget-Effekt verfälscht seien, tatsächlich schwankten die Quartalsergebnisse von Pretium zuletzt deutlich.

Das Interessante daran ist: Abermals stehen die großen nordamerikanischen Produzenten nur als Zuschauer an der Seitenlinie. Weder Newmont noch Barrick Gold konnten zuletzt große Übernahmen vermelden. Vor allem bei Barrick Gold verwundert dies, hatte doch CEO Mark Bristow angekündigt, Barrick benötige deutlich mehr Minen in Nordamerika. Doch sowohl bei Kirkland Lake als auch bei Pretium kamen die Nordamerikaner nicht zum Zug. Auf dem aktuellen Markt waren das die beiden größten produzierenden kanadischen Minen hinter Canadian Malartic. Dieses Projekt gehört Agnico und Yamana in einem 50/50-Joint-Venture.

Aktuell wird Barrick Gold ein Interesse an Great Bear nachgesagt. Dieses Projekt kostet derzeit 1,25 Mrd. CAD und hat sich allein in den letzten zwei Monaten verdoppelt. Aber selbst wenn das stimmen sollte, so ist Great Bear sicher noch über fünf Jahre von einer Produktion entfernt. Investoren in der Barrick-Aktie werden langsam ungeduldig. Das könnte auch den relativ schwachen Kurs der letzten Monate erklären. Während andere Minen bis zu 80% zulegen konnten, dümpelt Barrick zwischen 23 und 26 CAD hin und her. In Euro gesprochen, liegt Barrick auf 52-Wochen-Basis 17% im Minus. Es macht Sinn, hier in den nächsten Wochen näher hinzuschauen.

Barsele Minerals – Fortsetzung der Kooperation mit Agnico-Eagle in Schweden

Seit Jahren ist Schweden ein hervorragender Standort für Bergbauinternehmen. Das bringt die Skandinavier im internationalen Wettlauf um kritische Metalle in eine gute Position, denn die Vorkommen an Metallen und Energieträgern sind gegenüber dem rohstoffarmen Europa herausragend. Gegenüber der Bergbau-Industrie zeigt sich die schwedische Regierung seit Jahren sehr kooperativ. Dies ermöglicht es auch kleineren Rohstoffunternehmen, wie der kanadischen Barsele Minerals, entsprechende Explorationsprojekte voranzutreiben.

Das aktuelle Projekt des Unternehmens ist in der Bergbauregion Västerbottens Län in Nordschweden 600 km nördlich von Stockholm angesiedelt und umfasst 33.500 Hektar Fläche im Fennoskandischen Schild. Die interessante Zone befindet sich am westlichen Ende des proterozoischen "Skellefte-Trends", einem produktiven Gürtel mit vulkanogenen Massivsulfid-Lagerstätten, der sich mit der "Gold-Linie" in Nordschweden überschneidet. Sowohl polymetallische Lagerstätten als auch intrusiv beherbergte Goldabschnitte sind in dieser Region vorhanden.

Mit Wirkung zum 30. September 2021 hat das Schwedische Geologische Institut (SGU) die Landabschnitte des orogenen Gold-Systems Avan-Central-Skirasen (CAS) sowie die VMS-Lagerstätte Norra zu einem Land- und Wassergebiet von nationalem Interesse erklärt. Es umfasst eine Größe von 685 Hektar und stellt künftig für die Öffentlichkeit und die zuständigen Planungsbehörden höhere Anforderungen in der Projektvergabe dar. Da die wertvollen Ressourcen und Stoffe nun als national wertvoll eingestuft wurden, unterliegen sie künftig einem Schutz vor erheblichen Eingriffen in die Natur. Das führt bei den geplanten Bergbauaktivitäten zu neuen, teils aufwändigeren Genehmigungsverfahren. Insgesamt wird von Barsele Minerals als sehr positiv eingestuft, denn unbekannten Konkurrenzunternehmen wird der Zugang dadurch erschwert.

Nach ersten Schätzungen hat das Projekt ein Potenzial von über 5 Mio. Unzen Gold. Zusätzlich stößt man in der Lagerstätte auf förderfähige Metalle wie Silber, Blei, Zink oder Nickel. Aktuell liegen die Anteile zu 45% bei Barsele Minerals und zu 55% bei Agnico-Eagle. Der Börsenwert von rund 78 Mio. CAD ist im Vergleich zur Dimension der Lagerstätte eher niedrig. Unseres Erachtens wird das Projekt im aktuellen Metallpreis-Zyklus sehr hohe Beachtung auf sich ziehen.

Yamana Gold – Der Mid Tier Goldförderer ist hoch interessant

Das Bergbauunternehmen Yamana aus Toronto fördert Gold, Kupfer und Silber in Kanada und Südamerika. Im Jahr 2003 erwarb der kanadische Investor Peter Marrone die 'alte' Yamana für rund 18 Mio. USD, die bis dahin nur in Argentinien und Brasilien tätig war. Stark expandierte das Unternehmen dann im Jahr 2006 durch die Übernahme von RNC Gold, Desert Sun Mining Corp. und Viceroy Exploration für zusammen 1,24 Mrd. USD. Die Goldproduktion konnte so im Jahr 2008 bereits die eine Million Unzen Grenze überschreiten. 2012 wurde das Cerro Moro Projekt in Argentinien von Extorre Gold Mines gekauft. Schließlich erwarb Yamana 2014 einen 50-prozentigen Anteil an der Canadian Malartic Mine durch ein Joint-Venture mit Agnico EagleMines. Heute liegt die Marktkapitalisierung der Yamana Gold bei 5,4 Mrd. CAD.

Kürzlich legte Yamana Gold die Ergebnisse für das dritte Quartal 2021 vor. Der Konzern konnte zwar seine operative Ertragsstärke weiter erhöhen, so sanken etwa die Gesamt-Produktionskosten pro geförderter 256.464 Unzen Goldäquivalent im Jahresvergleich von 1.096 auf 1.041 USD (AISC) im Berichtszeitraum. Der operative Gewinn legte um 8% auf 154 Mio. USD zu. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,07 USD im Rahmen der Marktschätzungen, der Umsatz mit 452,2 Mio. USD leicht darunter. Das Unternehmen bestätigte nochmals das Gesamtjahres-Förderziel von ca. 1 Mio. Goldäquivalenten. Der Markt wurde nicht warm mit dem Zahlenwerk, um es einmal salopp zu formulieren. Die Aktie geriet nach Bekanntgabe ordentlich unter Druck.

Dennoch, der Yamana-Chart ist nicht gänzlich im Eimer, wenn die 3,50 EUR hält. Aktuell notiert die Aktie recht stabil bei 3,94 EUR. Sollte sich der Goldpreis weiter aufbäumen, ist sogar mit einem Rebrake der 4,30 EUR-Linie zu rechnen. Dann wäre auch der Weg zum alten 52-Wochen-Hoch bei etwa 5,00 EUR frei. Bleiben sie in diesem inflationären Umfeld mutig investiert mit einem engen Stop von 3,50 EUR.


In der Rohstoffbranche werden derzeit hohe Gewinne verbucht. Die Industrie-Metallpreise steigen schon länger, nun setzen auch die Edelmetalle zum Höhenflug an. Agnico-Eagle, Barrick und Yamana sind große Förderer und auch Barsele Minerals sitzt auf einem aussichtsreichen Projekt in Schweden. Dessen Realisierung dürfte den Kurs bald in Schwung bringen.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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