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10.01.2022 | 05:45

Alibaba, Hong Lai Huat, Xiaomi – Aufholjagd bei asiatischen Aktien?

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Bildquelle: pixabay.com

Das Jahr 2021 war für Investoren im asiatischen Raum oftmals ein verzichtbares Jahr. Gerade chinesische Werte litten unter den Regulierungsvorschriften der Regierung, so dass viele Aktien trotz guter Zahlen einen Sinkflug hinlegten. Die Wirtschaft hat nach der Delle 2020 durch die Corona-Pandemie deutlich zulegen können, dieses rasante Wachstum wird aber 2022 nicht so schnell weitergehen. Trotzdem wittern die ersten Investoren aufgrund der Diskrepanz der unterschiedlichen Börsenentwicklung eine Trendumkehr. Während die US-Börse 2021 kräftig kletterte, fiel der Hangseng-Index über 13%. So einen Unterschied gab es seit der Asien-Krise nicht mehr. Wir sehen uns drei interessante Werte aus dem asiatischen Raum an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , HONG LAI HUAT GROUP LIMITED | SG1EE1000009 , XIAOMI CORP. CL.B | KYG9830T1067

Inhaltsverzeichnis:


    Alibaba – zahlen sich die Investitionen aus?

    Alibaba-Aktionäre hatten in den vergangenen Monaten einige Kröten zu schlucken. Das begann mit der Absage des Börsengangs der Ant Financial, weil die chinesische Regierung etwas dagegen hatte. Hinzu gab es eine Strafe über 2,8 Mrd. USD wegen Kartellverletzungen. Staatliche chinesische Unternehmen wurden von der Regierung dazu gedrängt, zu staatlichen Cloud Anbietern zu wechseln und noch einige andere regulatorische Maßnahmen folgten. Trotz all der Widerstände gelang es dem Unternehmen den Cloudbereich 2021 erstmals in die Gewinnzone zu bringen. Auch alle anderen Geschäftsbereiche wachsen, wenn auch langsamer.

    Auch wenn die letzten Quartalszahlen Anleger enttäuschten, so lag dies vor allem an getätigten Investitionen in Zukunftsthemen. Finanziell ist Alibaba sehr gut aufgestellt und ist schuldenfrei, wenn man sich die Verbindlichkeiten und den Cash-Bestand anschaut. Ein Schwachpunkt war laut Experten die fehlende Social-Media-Vernetzung. Als Antwort hat man DingTalk auf den Markt gebracht und konnte damit schon 500 Mio. Nutzer überzeugen. Auch im neuen Hype Metaverse will das Unternehmen seine Duftmarken setzen. Dazu wurden rund 1,6 Mio. USD in die Firma Yuanjing Shengsheng investiert.

    Die Angst vor einem Delisting sehen wir als unbegründet an, da ein solcher Schritt eine verheerende Folge für die chinesische Wirtschaft haben würde, denn dann wären Investitionen in China sehr risikobehaftet. Das kann die Regierung eigentlich nicht wollen. Sieht man sich die Analystenbewertungen an, so liegt das durchschnittliche Kursziel bei 203 USD. Auch Charlie Munger hat über eine Firma seine Anteile im letzten Quartal 2021 fast noch einmal verdoppelt. Vergleicht man das Unternehmen mit seiner Konkurrenz, so ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei Alibaba mit Abstand am besten. Die Aktie notiert bei 129,81 USD und hat zuletzt bei rund 110 USD einen doppelten Boden ausgebildet.

    Hong Lai Huat – Megaprojekt in Kambodscha

    Die Hong Lai Huat Group wurde 1998 gegründet und hat ihren Sitz in Singapur. Das Unternehmen ist ein Immobilienentwickler und Bauträger und hat es im Laufe der Jahre geschafft, seine Geschäftsbereiche auszuweiten. Die Landschafts- und Grundstücksentwicklung gehört seit 2008 zum Portfolio. Seit 2021 ist das Unternehmen zusätzlich im Bereich der Grundstückserschließung sowie der Vermietung von fertiggestellten Objekten aktiv. Auch geografisch ist die Gruppe mit Singapur und Kambodscha diversifiziert aufgestellt.

    In Singapur wurden in den vergangenen Jahren acht bemerkenswerte Wohn-, Gewerbe- und Industriegebäude errichtet und entwickelt. Aktuell hat das Unternehmen drei laufende Projekte in Kambodscha. Da ist zum einen das 100% firmeneigene D’Seaview Projekt, das bereits komplett fertiggestellt ist und aus 737 Wohn- und 67 Gewerbeeinheiten besteht. 85% aller Einheiten sind bereits zu einem Preis von 1.300 USD pro qm verkauft. Zum anderen gibt es eine 50%-Beteiligung am Royal Platinum Projekt, was Ende 2023 fertiggestellt sein soll. Die Anlage besteht aus 851 Wohn- und 50 Geschäftseinheiten, die zu 2.000 USD pro qm verkauft werden. Bisher sind lediglich 20% abgesetzt, was größtenteils auf Corona-Restriktionen zurückzuführen ist.

    Das Mammut-Projekt Agri Hub konnte das Unternehmen am 17. Juni 2021 an Land ziehen, als die Behörden in Kambodscha die Freigabe für die Umwandlung von 100 Mio. qm oder 100 qkm landwirtschaftlichen Flächen in gemischtes Bauland erteilten. Das Gebiet liegt 130m über dem Meeresspiegel, ist 60 Fahrminuten von der Hauptstadt Phnom Penh entfernt und somit vor Tsunamis sicher. Bei der Entwicklung sind Fabriken, Logistikzentren, Erneuerbare Energien, Plantagen, Viehzucht, Wasseraufbereitung, Wohnanlagen und vieles mehr vorgesehen. Der Wert der aktuellen Projekte dürfte momentan dreimal so hoch liegen, wie die Marktkapitalisierung bei einem Kurs von aktuell 0,068 EUR. Wer sich das Unternehmen näher ansehen möchte, kann sich die Unternehmenspräsentation am 17. Februar beim International Investment Forum vormerken.

    Xiaomi – will sich diversifizieren

    Xiaomi konnte 2021 Apple auf Platz 3 bei den Smartphoneverkäufen verdrängen und jagt nun den Branchenprimus Samsung. Doch wer denkt, dass es für Anleger des Unternehmens ein gutes Jahr gewesen sei, der irrt. Aufgrund des Handelskriegs zwischen den USA und China wurde das Unternehmen in Amerika von Januar bis Ende Mai 2021 auf die schwarze Liste gesetzt. Hinzu kommt die Regulierungswut aus Peking und ein schwacher Hongkonger Markt, der als einer der Hauptmärkte des Unternehmens gilt.

    Wie geht es 2022 weiter? Ein Blick auf die Ergebnisse der ersten neun Monate 2021 zeigen einen sehr positiven Trend in allen Bereichen. Die Umsätze lagen bei 242 Mrd. Chinesischen Yuan (CNY), oder umgerechnet rund 33,5 Mrd. EUR und damit 38,4% über dem Vorjahr. Der Bruttogewinn kletterte um 71,5% auf 43,6 Mrd. CNY. Doch die Margen in der Smartphone Branche sind klein und so versucht das Unternehmen sich weiter zu diversifizieren, indem man weitere Geschäftsfelder erschließt wie die Elektrofahrzeuge (EV) bzw. Halbleiterchips. Man investierte auch mehr Geld in die Entwicklung von Staubsaugern. Das Unternehmen ist längst ein großer Player im elektrischen Konsumgüterbereich.

    Es gibt Gerüchte um die Übernahme der EV-Sparte des angeschlagenen Immobilienentwicklers Evergrande. Doch bis jetzt gibt es dazu keine Bestätigung. Die Analysten von Morningstar haben zuletzt das Kursziel für die Aktie auf umgerechnet 2,71 EUR nach oben angehoben. Aktuell notiert die Aktie bei 2,06 EUR und befindet sich in einem klaren Abwärtstrend. Ein Schlusskurs oberhalb von 2,14 EUR auf Schlusskursbasis wäre ein erstes bullishes Signal. Um den Abwärtstrend zu brechen sind Kurse oberhalb von 2,40 EUR nötig.


    Viele asiatische Aktien sind im vergangenen Jahr unter die Räder gekommen. Unsicherheit mag kein Anleger, aber die schlechten Nachrichten sollten mittlerweile eingepreist sein und die Abschläge gegenüber der Konkurrenz sind enorm, so dass teilweise ein enormes Aufholpotential besteht. Alibaba ist im Gegensatz zu vielen US-Tech Firmen in diesem Jahr bereits angesprungen und konnte zulegen. Hong Lai Huat hat einen großen Deal an Land gezogen, der das Unternehmen noch einige Jahre beschäftigen wird. Xiaomi versucht sich noch breiter aufzustellen und so den Turnaround in diesem Jahr zu schaffen. Die nächsten Zahlen werden spannend.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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