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21.03.2022 | 04:44

Achtung! Morphosys, Valneva, CureVac, MAS Gold: Diese Aktien riechen nach Turnaround!

  • Biotechnologie
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Bildquelle: pixabay.com

Der Biotech-Sektor und dort insbesondere die Impfstoffhersteller gerieten zuletzt etwas aus der Mode, denn die umfangsreichsten Corona-Maßnahmen dürften wir in Deutschland gesehen haben. Ebenso lässt sich die allgemeine Impfbereitschaft wohl nicht mehr steigern und die Impfpflicht wurde sang und klanglos unter den Tisch fallen gelassen, nachdem Juristen sich schon massiv zur Klagewelle formiert hatten. Nachdem nun aber die Omikron-Infektionszahlen in ungeahnte Höhen explodieren, darf man nach einem Sommer mit Verschnaufpause auch wieder mit einem heißen Herbst rechnen. „Corona ist gekommen, um zu bleiben!“, sagte Karl Lauterbach als er noch nicht Gesundheitsminister war. Wir blicken auf einige Aktien, die jüngst wieder stark anspringen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: MAS Gold Corp. | CA57457A1057 , CUREVAC N.V. O.N. | NL0015436031 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851

Inhaltsverzeichnis:


    Morphosys – Schlechte Zahlen, verbesserte Charttechnik

    Die schlechten Jahreszahlen für 2021 von Morphosys waren erwartet worden. Neben einem Erlöseinbruch und schmerzhaften Wertberichtigungen ist das Unternehmen auch tief in die roten Zahlen gerutscht. Weil Morphosys mehrere vorklinische Programme mit Medikamentenkandidaten der neuen US-Tochter Constellation Pharmaceuticals letztlich aufgegeben hat, mussten in Summe nun eine viertel Milliarde Euro abgeschrieben werden.

    Minus 45% im Umsatz auf 179,6 Mio. EUR und deutlich gestiegene Kosten im Bereich Forschung und Entwicklung haben das operative Ergebnis erheblich belastet. Hier meldet man einen Verlust von 508 Mio. EUR nach 18 Mio. EUR Gewinn im Jahr 2020. Analysten der Barclays-Bank wiesen in einer ersten Einschätzung darauf hin, dass die Resultate im Rahmen der Verlautbarungen des Konzerns aus dem Januar gelegen haben. Die Kursreaktion auf die Zahlen blieb daher auch verhalten, nach einigen Stunden ging es dann auch leicht nach oben.

    Für das neue Jahr blickt man nun hoffnungsvoll nach vorne. Denn Morphosys setzt auf einen weiteren Schub durch sein Krebsmedikament Monjuvi, für das der Vorstand die Umsatzprognosen erneut bestätigte. Das Münchener Biotech-Unternehmen befindet sich derzeit in einer Transformation vom Auftragsforscher hin zum Entwickler eigener Pharmazeutika. Wichtigster Hoffnungsträger bleibt das Krebsmedikament Monjuvi, welches im laufenden Jahr zwischen 110 und 135 Mio. USD Umsatz erzielen soll. Im vergangenen Jahr spülte die Antikörpertherapie erste Umsätze von 79,1 Mio. USD in die Kasse, endlich hat man hier in den USA auch Fortschritte erzielen können.

    Für Forschung und Entwicklung werden die Münchener in 2022 mehr als 300 Mio. EUR ausgeben, die Overhead-Kosten liegen bei mindestens 155 Mio. EUR. Aber keine Bange: Die liquiden Mittel per Ende 2021 beziffert Morphosys auf rund 977 Mio. EUR. Charttechnisch schaut es für die Morphosys-Aktie nun gar nicht schlecht aus. Das Doppeltief bei ca. 21 EUR wurde zweimal erreicht, der aktuelle Ausbruch verläuft dynamisch. Eine Neu-Position oder Nachkauf macht Sinn, die Aktie steht immerhin 83% unter ihrem Höchststand.

    MAS Gold – Gute Aussichten für den Gold-Explorer

    Gold vollzieht in diesen Krisenzeiten eine wahre Berg- und Talfahrt. Anfangs als Angstwährung stark gesucht, stand das gelbe Metall im März schon bei 2.066 USD adhoc 100 USD höher. Nun gibt es aber Hoffnungen auf eine baldige Entspannung in der Ukraine und schon kommt der Preis für eine Unze wieder stark unter Druck. Unter dem Strich ist nichts passiert, der Spotpreis notierte auch gestern wieder bei 1.930 USD – das war der Stand aus dem letzten Sommer. Sollte sich die Krise wieder verschärfen, dürften die Rückkäufe allerdings wieder einsetzen.

    Gegenüber den herkömmlichen Investmentvehikeln wie ETFs oder ETCs gibt es eine Reihe von börsennotierten Entwicklungsgesellschaften, welche eine spekulative Positionierung in das Edelmetall ermöglichen. Einer davon ist der kanadische Explorer MAS Gold aus dem Landesteil Saskatchewan. Die Gesellschaft besitzt eine interessante Liegenschaft namens Contact Lake. Bereits in den Jahren 1994 bis 1997 existierte hier eine Mine von Cameco Corp., damals war aber die Förderung wegen niedriger Goldpreise von 250 USD nur wenig rentabel.Insgesamt umfassen die Grundstücke des Unternehmens mehr als 34.700 Hektar, sie bilden den La Ronge-Goldgürtel. Zusammen bieten die Liegenschaften mittel- bis kurzfristige Produktionsziele sowie den Zugang zu Verarbeitungsanlagen und der dazugehörigen Infrastruktur. Historisch gab es in den Zonen Greywacke North und Contact Lake schon Erzgrade von 4 bis 6 g/t AU, etwa 188.000 Unzen wurden bereits produziert.

    MAS Gold hat nun die Bohrungen in der Lagerstätte North Lake auf seinem Preview North abgeschlossen. Insgesamt wurden 4.123,5m in 34 Diamantbohrlöchern absolviert, die Proben werden zurzeit verarbeitet und an SRC Laboratories in Saskatoon geliefert. Die laufenden Bohrungen werden voraussichtlich im Laufe des Monats März fortgesetzt, da die nächste Phase des Programms auf die Lagerstätten Point und Preview SW übergeht.

    Der Bergbauveteran Jim Engdahl glaubt an eine Ressource von bis zu 5 Mio. Unzen Gold, entsprechend engagiert werden die Investoren u.a. Eric Sprott von ihm betreut. Aktuell schlummert die Aktie noch bei etwa 0,10 CAD, die Umsätze sind überschaubar. Die insgesamt 141 Mio. Aktien führen aktuell zu einer sehr niedrigen Bewertung von 14 Mio. CAD. Die Projekte sind aber erstklassig, daher dürfte es im laufenden Jahr noch einige Überraschungen geben.

    CureVac versus Valneva – Zwei mal 17 ist 34

    Nochmal zurück in den Biotech-Sektor. Parallel zur kometenhaften Entwicklung von BioNTech und Moderna haben CureVac und Valneva nur partielle Kurssprünge erlebt und tendierten zuletzt im Sektorausverkauf Hand in Hand nach unten. Doch das Blatt hat sich offenbar gedreht.

    CureVac konnte anfangs sehr große Hoffnungen auf sich ziehen, letztlich hat man die Forschungen am COVID-Impfstoff der ersten Generation dann aber unglücklich fallenlassen müssen. Im Hoch erreichte das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von knapp 24 Mrd. EUR, heute sind es bei einem Kurs knapp 18 EUR gerade mal 3 Mrd. EUR. Große Stücke setzt CureVac indes weiter auf den RNA Printer, mit dessen Hilfe sollen in Zukunft Impfstoffe und RNA-Therapeutika entwickelt werden. Die Aktie scheint nun einen Boden gefunden zu haben und steigt dynamisch nach oben. Der Spekulant riskiert eine erneute Fußspitze.

    Um den Mitbewerber Valneva ist es zuletzt stiller geworden. Aber die Zulassung für den Totimpfstoff durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA steht wohl für den österreichisch-französischen Hersteller schon im April an. Zwar hat die Behörde noch einige Nachfragen zum Wirkstoff gestellt, Experten bezeichnen diese Schritte aber als normalen Vorgang. Dazu kommen die erneuten Ausbrüche in China, Warnungen vor neuen Virusvarianten und überverkaufte Charts. Seit dem Ausverkauf vom 4. März bis auf 11,80 EUR geht es beständig nach oben. Charttechnisch ist nun der Widerstand bei 18 EUR in Reichweite. Es würde nicht wundern, wenn sowohl CureVac als auch Valneva im laufenden Jahr durch gute Meldungen eine temporäre Verdoppelung auf 34 EUR schaffen. Das Kursrisiko bei schlechten Meldungen ist den Werten natürlich immer gegeben.


    Das Schreckensgespenst Krieg und Zerstörung überdeckt die Sorgen um Corona. Parallel steigt die Inflation in ungeahnte Höhen, sodass auch Edelmetalle wieder en vogue geraten. Allerdings bleibt das Timingproblem angesichts hoher Volatilitäten erhalten. Wer nicht in die stark schwankenden Biotech-Aktien investieren will, positioniert sich als Beimischung in der aussichtsreichen MAS Gold.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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